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Leadership in VUCA Zeiten

Angst – der unsichtbare Erfolgskiller

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Angst - der unsichtbare Erfolgskiller

Lt. einer Studie wird Angst als Innovationsverhinderer Nummer eins genannt. Gleichzeitig wird so getan, also ob die Unternehmen und das Management alles im Griff haben. Die Innovationen werden lautstark angekündigt, doch die meisten davon bleiben folgenlos.[1]

35% der befragten Innovationschefs gaben zu, dass sie selbst Innovationen aus Angst verhindert haben.[2]

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Knapp jede zweite Führungskraft befürchtet lt. Studie einen Machtverlust durch die gesetzten Innovationen [3]. In meiner Arbeit als Coach und Berater erlebe ich fast täglich, wie Angst wirkt bzw. wie versucht wird, die Ängste still und heimlich beiseite zu schieben, mit der Hoffnung, dass sie dann ganz verschwinden. Das ist vollkommen verständlich. Angst schwächt, und niemand will sich schwach oder gar ohnmächtig fühlen.[4] Auch wenn wir die Angst nicht mehr wahrnehmen, so heißt das nicht, dass die Angst nicht mehr wirkt. Leider tut sie das, aus dem Verborgenen heraus oder verzerrt und verdreht durch andere emotionale Schlupflöcher. So kann beispielsweise Unlust ein Zeichen für Angst sein, ebenso wie Missfallen, Unmut, Unruhe, Kleinmütigkeit, Unzufriedenheit und Unentschlossenheit.[5] Sogar körperliche Beschwerden können ein Hinweis auf Angst sein. Dann ist es besonders schwer zu verstehen, dass eigentlich Angst vorliegt.[6]

  • Was macht Ihnen konkret im Beruf Angst? Können Sie von sich sagen, ob Sie im Beruf, bei Ihren Entscheidungen als Führungskraft und den vielen anstehenden Umwälzungen durch den Digitalisierungsprozess Angst verspüren?

  • Wie sieht es bei Ihnen privat aus? Haben Sie für sich selbst und Ihre Familie Angst in Bezug auf das, was aktuell in der Welt so vor sich geht?

Angst als solche ist eine durchaus sinnvolle menschliche Reaktion, um Gefahren zu überwinden. Aber dieses Alarmsystem funktioniert in vielen Situationen nicht angemessen. Viele als Gefahren eingestufte Situationen sind nicht so real und gefährlich wie man meinen könnte, bzw. werden erst durch eine individuell eingefärbte Bewertung zur Gefahr.[7] Gleichzeitig verliert man genau deshalb das Gefühl für die wirklichen Gefahren, für jene, die tatsächlich die Notwendigkeit nach sich ziehen, entsprechend zu handeln.

Angst ist neben der realen Gefahrenwarnung eine individuelle Entscheidung, gespeist durch die unzähligen in Bezug auf Angst gemachten Erfahrungen aus der Kindheit.[8]

Die innere Bewertung einer Situation und dem darin möglichen Gefahrenpotential oder anders ausgedrückt, dieses innere Selbstgespräch in Bezug auf eine mögliche Gefahr ist uns in den meisten Fällen nicht bewusst. Unser System agiert wie ein Autopilot und versucht uns so schnell wie möglich durch Flucht, Angriff oder Ducken aus einer vermeintlichen Gefahrensituation herauszuholen.[9] Menschlich betrachtet ist es deshalb ganz normal, dass viele Entscheidungen durch Unmengen von Ängsten beeinflusst werden – realer und unrealer Ängste.

Die Überspielung der Angst ist gar nicht der schlimmste Aspekt, sondern vielmehr die Tatsache, dass durch Angst zielführendes Denken und Handeln verhindert wird.[10]

Systemisch betrachtet ist Angst so komplex wie die Probleme selbst komplex sind. Um die Ängste und die Angst auslösenden Herausforderungen adäquat steuern und regulieren zu können, muss mindestens auf dem gleichen Komplexitätsgrad gearbeitet und gehandelt werden. Das heißt zu verstehen, dass die Angst selbst nicht das Hindernis, sondern viel mehr die Chance ist zu begreifen, wie komplex die Situation ist, und dass man entsprechend darauf eingehen sollte.[11] Solange jedoch die Ängste verdrängt werden, kann man die in den Ängsten versteckten Ressourcen nicht nutzen. Dabei sind Ängste eine gute Methode, um hinter die Probleme zu sehen, die Probleme zu erkennen und in Folge tatkräftig zu lösen.[12] So schreibt ein Journalist sehr offen über seine beruflichen Ängste [13]. Seine Ängste sind sicher anders gelagert als die von ManagerInnen, aber zeigen, wie schwierig und komplex es ist die Ängste zu managen:

Meine privaten Ängste – von der Gesundheit bis zur Zukunft der Kinder – sind leicht zu verbalisieren. Das geht jedoch die Öffentlichkeit nichts an. Mir geht es hier um meine berufsbezogenen Ängste, die viel komplexer und schwieriger zu beschreiben sind. Ich brauche eine Persönlichkeitsspaltung, um in meiner Arbeit zu entscheiden, ob und wann wie viel an (scheinbar) neutralen Fakten oder individueller Meinung eingebracht werden kann. Das führt bei mir zu einer Dauerangst. Ich habe Angst vor Rückmeldungen und Feedbacks. Gleichzeitig habe ich Angst meiner Aufgabe als Politik- und Medienvermittler nicht gerecht zu werden, zu wenig engagiert oder zu missionarisch aufzutreten. Was mir ebenfalls Angst macht, dass ist die Erfahrung, dass bei Interviews sowohl JournalistInnen als auch ZuseherInnen dem Experten gegenüber so unaufmerksam plus gutgläubig zuhören, dass Falschmeldungen und hanebüchener Unsinn problemlos durchgehen. Das erschütterte mich wirklich. Das liegt u.a. an den Verkürzungen. Komplexe Sachverhalte können einfach nicht in kurzer Zeit so erklärt und kommentiert werden, dass die Folgen verständlich gemacht werden können. Wer das leugnet, der schwindelt gewaltig. Als ich über 9/11 berichtete, machte es mir unheimlich Angst über etwas zu berichten, worüber keiner noch so genau wusste, was und wie das passieren konnte. Gigantische Angst habe ich davor, dass die Stimmungslage der Bevölkerung durch entsprechende Propaganda gelenkt wird. Etwas nicht anzusprechen, nagt aber auch an den Ängsten.[14]

Das ist ein kleiner Auszug von den berufsbedingten Ängsten dieses Journalisten. Auch wenn seine Ängste anders sein mögen als die von ManagerInnen, es zeigt Ihnen vielleicht, dass Ängste im Beruf ganz normal sind, doch meist nur selten verbalisiert werden. Dabei ist unumstritten, dass Angst die Fähigkeit hemmt, sich weiterzuentwickeln und darüber hinaus einen guten Umgang mit Fehlern verhindert [15]. Es ist also zuvorderst notwendig, die Ängste der Menschen im Unternehmen respektvoll anzuerkennen, und mit achtsamer Führung zum Schwinden zu bringen. Mit Angst im Nacken läuft man zwar schneller, aber nur ein kurzes Stück. Die Mär, dass der Mensch unter Druck geistige Großtaten vollbringt, ist gefährlich. Das Gegenteil ist der Fall.[16]

Der Dauerdruck und die anhaltende Missstimmung sabotieren die Fähigkeit des Gehirns, sein Bestes zu geben, weil die im Angstzustand ausgeschütteten Botenstoffe Synapsen blockieren.[17]

Doch gerade in schnellen Zeiten sind schnelle Synapsen bitter vonnöten. Anstatt Angst, braucht es Heiterkeit, Muße und Stress-Abstinenz.[18] Doch das Handeln aus Angst heraus scheint für viele der normale Arbeitsstil zu sein. Abgesehen davon löst eine Veränderung der Arbeitsweise auch gleich wieder Angst aus. So beißt sich die Katze in den Schwanz.

Angst soll besser gemanagt werden, aber gerade die Auseinandersetzung damit löst neue Ängste aus.

Sobald man etwas ändert, muss etwas Altes verabschiedet werden. Das löst Verlustängste aus.[19] Darüber hinaus gibt es keine Garantie, dass das Neue besser ist. So geraten wir in eine Dilemmata-Situation. Was sollen wir retten, und was opfern?[20] Der Blick über den Tellerrand ist unumgänglich – rational und emotional. Doch Angst verhindert auch das. Egal von welcher Seite aus ich versuche das Thema Angst anzugehen, die Angst weicht nicht. Im Gegenteil, in gewisser Weise verstärkt sich sogar die Angst. Jetzt werden Sie mich vermutlich zu Recht fragen, und was jetzt? Es ist doch keine Lösung, die Ängste zu betrachten und dann noch mehr Ängste zu schüren. Das ist selbstverständlich nicht meine Intention. Ich möchte Sie vielmehr dazu ermutigen, Ihre Ängste nicht zu oft zu verdrängen, sondern Ihre Ängste als Ratgeber zu sehen, der Ihnen hilft Herausforderungen verantwortungsvoll zu managen.

  • Es beginnt bei der bewussten Auseinandersetzung, dem respektvollen und verständnisvollen Ja zu den Ängsten. Sehen Sie in der Angst nicht Ihren Feind, sondern einen Verbündeten, der Ihnen zeigen möchte, dass ein anderer Weg gegangen werden kann. Falls Sie zu all denen gehören, die Ihre Ängste meist zu betäuben versuchen, beispielsweise durch Nikotin, Alkohol, Essen oder andere Ablenkungen, dann heißt es zuerst einmal wahrzunehmen, ob Sie unter Umständen Ihre Angst vor sich selbst verheimlichen wollen. Ich weiß, das ist nicht einfach. Aber in dem Moment, wo Sie sich selbst genauer betrachten, fühlen sich Ihre Emotionen, u.a. eben auch Ihre Angst eingeladen, Ihnen zu zeigen, was los ist.

  • Wagen Sie es, Ihre weichen Kompetenzen zu erweitern – nicht nur Ihre fachlich rationalen, sondern eben auch Ihre emotionalen Fähigkeiten. Versuchen Sie Ihren vielleicht vorhandenen Allergien gegenüber der Weiterbildung von weichen Kompetenzen achtsam zu begegnen [21]. Angst braucht einen verständnisvollen Gesprächspartner und eine verantwortungsbewusste, erfahrene Führung.

  • Üben Sie sich in Achtsamkeit. Ich weiß, schon wieder erwähne ich die Achtsamkeit. Aber aus meiner langjährigen Erfahrung heraus kann ich sagen, dass Achtsamkeit einer der Universalschlüssel ist, um mit schwierigen und belastenden Situationen erfolgsversprechend umzugehen.[22],[23]

  • Formulieren Sie Visionen, nicht Ziele, um die Zukunft im Gesamtblick zu erfassen – nicht bloß Ihren persönlichen Erfolg, sondern auch die Folgen für die Umwelt und Gesellschaft [24]. Die nebulösen Ungewissheiten von realen und unrealen Gefahren klären sich, trennen die Spreu vom Weizen. So können Sie im Vorfeld bereits entsprechend anders handeln, Ihre Ängste als Ratgeber und Warnsignale einbeziehen, und befriedigende Lösungen finden.

Ziel ist es nicht, angstfrei zu sein, sondern zu lernen [25],

  • das tatsächliche, real existierende Gefahrenpotential und die damit verbundenen Ängste von den individuell aufgeputschten, aber ungefährlichen Gefahren bestmöglich auseinanderzuhalten. Das heißt, die Ängste anerkennen und prüfen, wie gefährlich die jeweilige Situation tatsächlich ist oder eben nicht ist, sondern nur emotional aufgrund schlechter Erfahrungen als gefährlich eingestuft wird.

  • Selbstverständlich gilt es auch zu lernen, die Angst vor realen, unkontrollierbaren Situationen angemessen zu bewältigen.

Abschließen möchte ich diesen Beitrag mit einer Textpassage von einem Lied von André Heller, österreichischer Chansonnier, Aktionskünstler, Kulturmanager, Autor, Dichter und Schauspieler:

Es gibt eine Angst, die macht klein,

die macht einen krank und allein.

Und es gibt eine Angst, die macht klug,

mutiger, freier von Selbstbetrug.

 

Ihr Günther Wagner

 

Literaturquellen:

[1] https://berufebilder.de/2016/angst-digitaler-transformation-falsche-glaubenssaetze-besiegen-groessten-innovationskiller/. Am 2017-09-12 gelesen.
[2] https://berufebilder.de/2016/angst-digitaler-transformation-falsche-glaubenssaetze-besiegen-groessten-innovationskiller/. Am 2017-09-12 gelesen.
[3] https://berufebilder.de/2016/angst-digitaler-transformation-falsche-glaubenssaetze-besiegen-groessten-innovationskiller/. Am 2017-09-12 gelesen.
[4] http://blog-wagner-consulting.eu/machtspiele/.
[5] http://corpora.uni-leipzig.de/de/res?corpusId=deu_newscrawl_2011&word=Angst Am 2017-09-12 gelesen.
[
6] Wolf, Doris: Ängste verstehen und überwinden. 17. Auflage. PAL Verlagsgesellschaft mbH, München: 2003.
[7] Wolf, Doris: Ängste verstehen und überwinden. 17. Auflage. PAL Verlagsgesellschaft mbH, München: 2003.
[8] Wolf, Doris: Ängste verstehen und überwinden. 17. Auflage. PAL Verlagsgesellschaft mbH, München: 2003.
[9] Wolf, Doris: Ängste verstehen und überwinden. 17. Auflage. PAL Verlagsgesellschaft mbH, München: 2003.
[10] http://karrierenews.diepresse.com/home/ratgeber/management/5110557/Dahinter-kommen-gut-gegen-Angst. Am 2017-09-12 gelesen.
[11] http://karrierenews.diepresse.com/home/ratgeber/management/5110557/Dahinter-kommen-gut-gegen-Angst. Am 2017-09-12 gelesen.
[12] http://karrierenews.diepresse.com/home/ratgeber/management/5110557/Dahinter-kommen-gut-gegen-Angst. Am 2017-09-12 gelesen.
[13] http://www.fleischmagazin.at/index.php/fleisch-40-angst-vor-komplexitaet-peter-filzmeier. Am 2017-09-12 gelesen.
[14] http://www.fleischmagazin.at/index.php/fleisch-40-angst-vor-komplexitaet-peter-filzmeier. Am 2017-09-12 gelesen.
[15] https://leitung-supervision.de/der-umgang-mit-fehlern/. Am 2017-09-12 gelesen.
[16] https://berufebilder.de/2016/angst-digitaler-transformation-falsche-glaubenssaetze-besiegen-groessten-innovationskiller/. Am 2017-09-12 gelesen.
[17] https://berufebilder.de/2016/angst-digitaler-transformation-falsche-glaubenssaetze-besiegen-groessten-innovationskiller/. Am 2017-09-12 gelesen.
[18] https://berufebilder.de/2016/angst-digitaler-transformation-falsche-glaubenssaetze-besiegen-groessten-innovationskiller/. Am 2017-09-12 gelesen.
[19] http://leadership-dojo.eu/transition/.
[20] http://blog-wagner-consulting.eu/harte-zwickmuehlen-im-management/.
[21] http://blog-wagner-consulting.eu/bildung-im-management/.
[22] http://blog-wagner-consulting.eu/unerwartete-revolution/.
[23] http://blog-wagner-consulting.eu/slowness-trend-wirtschaft/.
[24] http://blog-wagner-consulting.eu/visionen-im-management/.
[25] Wolf, Doris: Ängste verstehen und überwinden. 17. Auflage. PAL Verlagsgesellschaft mbH, München: 2003.

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Werden Avatare die neuen ManagerInnen?!

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Werden Avatare die neuen ManagerInnen?!

Stellen Sie sich vor, im Labor ist es bereits möglich Ihren Kopf in 20 Minuten zu vermessen und aus den Daten einen fotorealistischen Avatar zu erstellen, der Blicken folgen und sogar emotionale Gesichtsausdrücke widergeben kann. Wenn dann dazu von Ihrem Handy auch noch Audiodaten geklaut werden, dann kann der Avatar sogar sprechen wie Sie: Der Avatar ist von Ihnen bei einer Videotelefonie nicht mehr zu unterscheiden.[1] Anders, aber um nichts nachstehend die Tatsache, dass in japanischen Hotels humanoide Roboter bereits als Concierges eingesetzt werden.[2]

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Die Argumentation, dass Roboter zu unflexibel und unmenschlich seien, kann nicht mehr vollständig aufrechterhalten werden. Roboter können die Mimik analysieren, das Gegenüber entsprechend der Stimmung und Laune einschätzen, und folglich stimmig reagieren. Einer der heftigsten Punkte daran ist, dass humanoide Roboter, ob man will oder nicht, tatsächlich auf uns Menschen menschlich einwirken. Thomas Metzinger spricht dabei von der sozialen Halluzination.[3]

Aufgrund der Spiegelneuronen reagieren wir auf unser Gegenüber – auch auf einen Roboter. Unser menschliches System ist so aufgebaut, dass wir auch einem Roboter menschliche Wesenszüge zuschreiben.[4]

Das ist lt. Metzinger ganz normal für Menschen. Aber genau das kann in Bezug auf die rasant fortschreitende Technik, in Verbindung mit unserer Effizienzgetriebenheit, in Zukunft ein fragwürdiges Arbeitsleben schaffen. Gleichzeitig könnte man mit den neuen Techniken die Arbeit zu einem gewünschten Konsum-Rausch werden lassen, perfekt und aufregend gestaltet.[5]

Viele Jobs könnten durch Roboter, Avatare und virtuelle Assistenten ersetzt werden. Wie man bereits weiß, operieren Roboter besser als Menschen und auch die Diagnostik von Robotern ist unbestreitbar gut, im Vergleich zum Menschen [6],[7]. Die Altenpflege könnte mit humanoiden Robotern revolutioniert bzw. kostenmäßig besser in den Griff bekommen werden. Die Sekretärin kann durch einen Avatar ersetzt werden, und vielleicht sogar der/die ManagerIn?! In 30 Jahren werden uns die virtuellen Assistenten als Hologramm überall hin begleiten [8]. An Virtual Rooms im Sinne des Holodeck aus Star Trek wird gearbeitet.

Der Wunsch nach einer Parallelwelt, wo man je nach Wunsch und Bedarf hineingeht und was tun bzw. auch arbeiten kann, hat viele ForscherInnen in den Bann gezogen.[9]

In der Weltraumforschung arbeitet man bereits real in virtuell animierten Räumen, um die Astronauten auf Ihre Missionen im Weltraum bestmöglich vorzubereiten. Auch Volkswagen setzt bereits Virtual Reality für bestimmte Arbeitsbereiche ein. Und Zuckerberg möchte Facebook zu einem Virtuellen Ort machen, wo Menschen sich über ihre Avatare auch körperlich treffen können. Das geschriebene Wort ist hier nur der erste Schritt.[10]

Künstliche Intelligenzen und das Spiel mit Masken

Das Wort Avatar kommt ursprünglich aus dem Sanskrit (avatara) und bedeutet dort etwa: „Das Erscheinen Gottes auf Erden in einer von ihm frei gewählten Form.“ Wenn es tatsächlich möglich ist, mit Avataren zu arbeiten, diese nach Wunsch und Bedarf für sich selbst frei zu wählen, dann hat das Folgen – für einen selbst und für das Gegenüber.[11] Das Spiel mit den Masken wird vielleicht noch intensiver. Wir agieren auch sonst mit Masken, das ist normal. In meinem Artikel „Das Führen mit Masken“ habe ich in Ansätzen versucht, dieses Thema zu veranschaulichen. Niemand agiert ohne Masken, aber durch den Einsatz von Avataren als VertreterInnen für einen selbst, könnte sich damit das Kommunikationsverhalten in einer noch nicht wirklich fassbaren Weise ändern.

  • Vermutlich können wir uns in keiner Weise vorstellen, was es heißt, sich selbst von einem Avatar beruflich ersetzen zu lassen?

  • Wir können uns kaum vorstellen, was es mit uns macht, wenn wir beispielsweise für schwierige oder heikle Themen den Virtual Room besuchen, um uns dort nach Wunsch von frei gewählten Hilfswesen, Hilfe und Lösungen zeigen zu lassen?

Die ForscherInnen und ExpertInnen sehen es euphorisch und meinen, dass sich damit für viele Menschen neue Chancen auftun – insbesondere die Chance, so sein zu können wie man ist, die Barriere von Klasse, Sprache, Erziehung und Nationalität fallen lassen zu können [12]. Auch Jonathan Harth sieht die Vorteile und meint, dass mit dem Besuch von Virtual Rooms ganz neue Perspektiven erkannt werden können, und man das Gegenüber besser einschätzen und verstehen könne. Man spricht bei der Virtual Reality sogar von einer Empathie-Maschine. Und man wird unsterblich. In den Virtuellen Räumen bleibt der Avatar am Leben, auch wenn der/die menschliche SchöpferIn bereits gestorben ist.[13]

Vielleicht fragen Sie sich jetzt, was das konkret mit Ihnen als Führungskraft zu tun hat? Vielleicht sind diese Utopien für Sie noch weit weg oder gar Spinnereien und Sie meinen, so kommt es nicht.

  • Aber was, wenn es doch so kommt, und Sie durch einen Avatar ersetzt werden oder umgekehrt, Sie in nicht allzu langer Zukunft Avatare als MitarbeiterInnen vor sich haben? Wie führen Sie diese Avatare?

  • Was wäre, wenn Sie tatsächlich im Virtual Room Ihre Probleme ganz offen, direkt und diskret mit virtuellen Figuren besprechen könnten? Was würde das mit Ihnen machen? Könnte es sein, dass Sie dann anders handeln als bisher?

Metzinger sieht die Entwicklung äußerst kritisch. Er glaubt, dass die gut gemeinten Chancen der humanoiden Robotik und der virtuellen Realität nicht zum Zug kommen, sondern in den allermeisten Fällen diese neuen Techniken nur der Konsumentenmanipulation dienen werden.[14] Mit Second Life kann im World-Wide-Web eine dreidimensionale Welt, eine Parallelwelt, simuliert werden. Es ist ähnlich einem Spiel, jedoch ohne vorgegebener Handlung. Der Schwerpunkt liegt auf der Begegnung der Teilnehmenden. Adidas, Toyota oder Mercedes nutzen Second Life bereits als Marketingplattform und Experimentierfeld. Selbst PolitikerInnen nutzen bereits Avatare, um Wählerstimmen im wahren Leben zu erhalten.[15] Und genau das führt mich zu der Frage, ohne die Marketingstrategien oben genannter Unternehmen und ambitionierten PolitikerInnen negativ betrachten zu wollen.

  • Was meinen Sie als Führungskraft: Könnte es Ihnen auch passieren, dass Sie die unglaublichen Möglichkeiten der neuen Technik vorwiegend zum Zweck der Gewinn- und Machtmaximierung nutzen?

Ich weiß, dass ist eine schwierige Frage. Von einem Standpunkt aus will kein Mensch, und auch keine Führungskraft, nur ausbeuten. Aber von einem anderen Standpunkt aus, wenn der Machtfaktor steigt, dann ändern Menschen ihr Verhalten unter Zugzwang der eigenen Machterweiterung.[16] Das ist nicht böswillig. Das ist menschlich. Dies braucht aber, um nicht auszuarten, menschlichen Rat von jenen, die die Machtspiele im positiven Sinn gut zu lenken im Stande sind. Das fordert Selbstdisziplin und Achtsamkeit. Im digitalen Universum gibt es jedoch noch keine Regeln und keine Achtsamkeitshüter. Genau das könnte die neuen Techniken gefährlich machen – für jeden.[17]

Die Kraft der Avatare, Virtual Rooms und humanoiden Robotern sollte jedenfalls nicht unterschätzt werden. So arbeitet man u.a. auch daran, Roboter über menschliche Gedanken steuern zu lassen, sozusagen Superintelligenzen mit übermenschlichen Fähigkeiten zu kreieren.[18]

  • Stellen sie sich vor, Sie könnten als Führungskraft so einen Roboter für sich nutzen, Ihren Geist mit dem Geist eines Roboters verbinden? Würden Sie das wagen, und wenn ja, was würden Sie dann tun?

  • Was wird passieren, wenn Ihre MitarbeiterInnen ebenfalls diese Möglichkeit haben?

Mag sein, dass das alles sehr utopisch und unrealistisch klingt, aber Metzinger und andere warnen und fordern dringend Reflexion und Handlungsschritte. Die ForscherInnen sind weiter, als manche denken. Vielleicht gehören Sie aber zu jenen, die sogar mehr wissen und diesen Beitrag belächeln. Ich bin kein IT-Spezialist und kann das Thema Roboter, Avatare und künstliche Welten sicher nur sehr laienhaft ansprechen. Aber so viel meine ich sagen zu können: der technischen Fortschritt ist unaufhaltsam und die Arbeitswelt wird sich verändern – vielleicht nicht ganz so dramatisch, aber wer weiß.

Manche ForscherInnen bzw. IT-Freaks, wie Elon Musk, warnen jedoch sehr eindringlich. Und das tun sie sicher nicht grundlos. Musk meint, dass durch den Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) ein Dritter Weltkrieg ausbrechen könnte.[19] So weit gehen andere ForscherInnen mit Ihrem Zukunftsbild nicht, aber stellen sehr eindeutige Prognosen: Beispielsweise, dass durch die Robotik bis ins Jahr 2030 die Einkommensschere noch weiter auseinanderklaffen wird. Man rechnet mit massiver Arbeitslosigkeit und großflächigen Lohnsenkungen, gefolgt von einem Einbruch der Lohnsteuer sowie einer Überlastung sozialer Sicherungssysteme. Klassische Berufsbilder werden bald zu bedrohten Arten.[20] Diese Annahmen lassen mich nicht unberührt, und ich muss zugeben, dass ich vielleicht doch noch zu wenig in die Zukunft denke in Verbindung mit der Wirkungskraft Künstlicher Intelligenz, Avatare und humanoide Roboter. Wie sieht es bei Ihnen aus?

  • Wie offen ist Ihr Blick für eine mit Avataren und Künstlichen Intelligenzen geprägte Zukunft?

  • Wenn Sie die Möglichkeit hätten, sich selbst von einem Avatar vertreten zu lassen, beispielsweise von einem Macht-Avatar, würden Sie das ausprobieren?

Auch wenn Avatare angeblich ein emotionales Gespräch nicht ersetzen können [21], so kann jedoch ein Avatar im Gegenüber Emotionen so sehr beeinflussen, dass das Gegenüber dann dem Avatar Empathie zuschreibt, auch wenn dieser keine an den Tag legen kann. Das ist eben der Hacken an der Sache. Der Zauberlehrling verliert sich in seinem Zauber. Die menschliche Empathie schlägt die Technik, jedoch nicht im ursprünglich erwähnten Sinn. Klaus Schwab, der Gründer und Vorsitzender des World Economic Forum (weforum.org) meint:[22]

Wir stehen an der Schwelle einer technologischen Revolution, die unsere Art zu leben, zu arbeiten und unsere Beziehungen grundlegend ändern wird.[23]

Alles ist in Bewegung und wer nicht rechtzeitig erkennt, wohin die Reise geht, und nicht rechtzeitig die Weichen stellt, der kann schnell den Anschluss verlieren.[24] Gleichzeitig muss man die neuen Möglichkeiten kritisch betrachten und sollte diese nicht unbedacht wie ein Zauberlehrling einfach in das Unternehmen einführen. Manche ExpertInnen sprechen davon, dass die Künstliche Intelligenz die globalen Risiken der Nukleartechnologie, die historisch lange unterschätzt wurde, übertreffen werde. Sie sprechen nicht vom Dritten Weltkrieg wie Musk, aber warnen eindringlich davor, dass der technologische Fortschritt die Menschen vor historisch beispiellose ethische Herausforderungen stellen wird. Der technologische Fortschritt entwickelt sich exponentiell, für die geistigen Fähigkeiten des Menschen gilt das so nicht.[25] Deshalb fordert Musk strengere Regulierungen, wird jedoch von anderen, wie beispielsweise Zuckerberg, als Schwarzmaler bezeichnet.[26]

  • Was heißt das jetzt für Sie oder mich?

Die Welt 2030 steht bald vor der Türe. Vieles bewegt sich bis dahin und wird Ihr und mein Leben, das Leben Ihrer und meiner Familie beeinflussen. Was all die Änderungen für Sie und mich bedeuten, dass kann meinem Empfinden nach nur mit äußerst reflektiertem, breitgefächerten Wissen und tiefgehenden, selbstkritischen Betrachtungen angegangen werden. Abschließen möchte ich diesen, vermutlich nicht leicht zu verdauenden Beitrag, mit 2 konkreten Fragen:

  • Was können/wollen Sie als Führungskraft für Ihr Unternehmen und Ihre MitarbeiterInnen wagen, um erfolgsversprechend in die Zukunft blicken zu können?

  • Was wollen Sie für sich persönlich und Ihre Familien in Zukunft sicherstellen?

Ihr Günther Wagner

 

Literaturquellen:

[1] http://www.tagesspiegel.de/weltspiegel/sonntag/neuroethiker-ueber-roboter-der-evolution-ist-ja-egal-ob-wir-gluecklich-sind/20275416.html. Am 2017-09-05 gelesen.
[2] http://www.tagesspiegel.de/weltspiegel/sonntag/neuroethiker-ueber-roboter-der-evolution-ist-ja-egal-ob-wir-gluecklich-sind/20275416.html. Am 2017-09-05 gelesen.
[3] http://www.tagesspiegel.de/weltspiegel/sonntag/neuroethiker-ueber-roboter-der-evolution-ist-ja-egal-ob-wir-gluecklich-sind/20275416.html. Am 2017-09-05 gelesen.
[4] http://www.tagesspiegel.de/weltspiegel/sonntag/neuroethiker-ueber-roboter-der-evolution-ist-ja-egal-ob-wir-gluecklich-sind/20275416.html. Am 2017-09-05 gelesen.
[5] https://www.cio.de/a/wie-wir-im-jahr-2030-arbeiten,3103921. Am 2017-09-05 gelesen.
[6] https://ea-stiftung.org/files/Kuenstliche-Intelligenz-Chancen-und-Risiken.pdf. Am 2017-09-06 gelesen.
[7] http://blog-wagner-consulting.eu/erschuetterung-der-macht/.
[8] http://www.psychologie-heute.de/das-heft/aktuelle-ausgabe/detailansicht/news/alles_vernetzt_leben_im_jahr_2050/. Am 2017-09-05 gelesen.
[9] http://www.fr.de/politik/technik-virtual-reality-wird-immer-realer-a-1338682. Am 2017-09-05 gelesen.
[10] http://www.fr.de/politik/technik-virtual-reality-wird-immer-realer-a-1338682. Am 2017-09-05 gelesen.
[11] http://www.psychologie-heute.de/archiv/detailansicht/news/ein_anderer_sein/. Am 2017-09-05 gelesen.
[12] http://www.fr.de/politik/technik-virtual-reality-wird-immer-realer-a-1338682. Am 2017-09-05 gelesen.
[13] http://www.fr.de/politik/technik-virtual-reality-wird-immer-realer-a-1338682. Am 2017-09-05 gelesen.
[14] http://www.tagesspiegel.de/weltspiegel/sonntag/neuroethiker-ueber-roboter-der-evolution-ist-ja-egal-ob-wir-gluecklich-sind/20275416.html. Am 2017-09-05 gelesen.
[15] http://www.psychologie-heute.de/archiv/detailansicht/news/ein_anderer_sein/. Am 2017-09-05 gelesen.
[16] http://blog-wagner-consulting.eu/macht-veraendert-jeden/.
[17] http://www.fr.de/politik/technik-virtual-reality-wird-immer-realer-a-1338682. Am 2017-09-05 gelesen.
[18] http://www.zeit.de/2017/13/kuenstliche-intelligenz-roboter-technik-politik-digitalisierung. Am 2017-09-05 gelesen.
[19] http://www.n-tv.de/wirtschaft/Elon-Musk-fuerchtet-Dritten-Weltkrieg-article20017677.html. Am 2017-09-06 gelesen.
[20] http://www.zeit.de/2017/13/kuenstliche-intelligenz-roboter-technik-politik-digitalisierung. Am 2017-09-05 gelesen.
[21] https://www.it-zoom.de/it-mittelstand/e/emotionale-beratung-durch-roboter-17544/. Am 2017-09-05 gelesen.
[22] Oberholzer, Kurt: Digitalisierung: Wandel ist unausweichlich. Salzburger Wirtschaft. Nr 5: 05.02.2016.
[23] Oberholzer, Kurt: Digitalisierung: Wandel ist unausweichlich. Salzburger Wirtschaft. Nr 5: 05.02.2016.
[24] Oberholzer, Kurt: Digitalisierung: Wandel ist unausweichlich. Salzburger Wirtschaft. Nr 5: 05.02.2016.
[25] https://ea-stiftung.org/files/Kuenstliche-Intelligenz-Chancen-und-Risiken.pdf. Am 2017-09-06 gelesen.
[26] http://www.n-tv.de/wirtschaft/Elon-Musk-fuerchtet-Dritten-Weltkrieg-article20017677.html. Am 2017-09-06 gelesen.

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Stress sabotiert Veränderungen

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Stress sabotiert Veränderungen

Stress ist der Hemmschuh von New-Work

In der heutigen Berufswelt haben die körperlichen Belastungen stark abgenommen, aber psychisch wird die Arbeit für alle, für das Management und die MitarbeiterInnen, immer anstrengender.

Die Digitalisierung fordert eine neue Arbeitsweise und stellt neue Anforderungen (Kreativität, Kollaboration, Agilität,…), was aber mit steigender Belastung und dem damit ansteigenden Stress nicht machbar ist. Das belegen Ergebnisse von ForscherInnen der Universität in Braga in Portugal. Stress verändert die Gehirnstruktur, und das in einer Weise, die gerade jetzt in Umbruch-Zeiten besonders unangenehme Begleiterscheinungen haben:[1]

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  • Stress bildet jene Hirnbereiche zurück, die für in die Zukunft gerichtetes, flexibles und logisches Denken zuständig sind. Doch genau das braucht jedes Management.

  • Statt logisches Denken zu fördern, unterbindet Stress dieses und vergrößert jene Hirnareale, die dafür verantwortlich sind, alte Gewohnheiten und mechanistisches Handeln zu stärken. Damit kann agiles, innovatives Handeln kaum in Schwung kommen.

Stress ist nie gut, dem wird sicher niemand widersprechen. Aber noch immer wird meiner Beobachtung nach zu wenig getan. Die meisten Führungskräfte wurschteln sich mit ihrem Stress irgendwie durch den Arbeitsalltag, und irgendwie scheint das auch zu klappen. Viele Führungskräfte meinen, wenn sie es bisher mit ihrem Stress geschafft haben erfolgreich voranzuschreiten, dann werden sie die VUCA-Herausforderungen in der gleichen Weise auch schaffen.

Aber diese Annahme ist trügerisch. Das kann niemandem vorgeworfen werden. Darüber hinaus ist für viele Unternehmen ein entsprechendes Stress-Management der Führungskräfte, wie auch MitarbeiterInnen eine persönliche Angelegenheit. Scheinbar geht man davon aus, dass die meisten Führungskräfte und MitarbeiterInnen von Haus aus gut mit Stress umgehen können. Studien belegen jedoch das Gegenteil:

Nach einer aktuellen Analyse der Krankenkasse DAK-Gesundheit im Jahr 2017 hat sich die Zahl der Fehltage auf Grund von psychischen Leiden in den letzten 20 Jahren mehr als verdreifacht. So waren die Betroffenen im Schnitt für 38 Tage krankgeschrieben. Damit haben psychische Erkrankungen die längsten Fehlzeiten am Arbeitsplatz.[2] Das Centrum für Disease Management an der Technischen Universität München hat errechnet, das durch Stress und Druck am Arbeitsplatz in Deutschland jährlich ein wirtschaftlicher Schaden von mindestens acht Milliarden Euro entstehe.[3] Und bereits im BKK Gesundheitsreport 2010 zeigte sich, dass die Zahl an Krankheitsständen in Deutschland, ausgelöst durch ein Burnout-Syndrom, seit 2004 deutlich angestiegen ist.[4] Der Tod durch einen wahrscheinlich stressbedingten epileptischen Anfall von Moritz E., eines deutschen Praktikanten in London, zeigt, was vielleicht der letzte Schritt zur Bewältigung von Stress ist.[5] Ja, das ist makaber, ich weiß. Doch vielleicht braucht es genau das, um bereit zu sein, den Stress wirklich wahrzunehmen.

Die Natur hat die Menschen zwar mit einem ausgeklügelten Anti-Stress-Programm ausgerüstet. Aber die Natur ging davon aus, dass die stressigen Situationen nur kurz andauern, und dann wieder Ruhe einkehrt. Heute sind jedoch die Ruhephasen im Management kaum noch vorhanden bzw. fast ganz weggefallen. Das hat unweigerlich Folgen.[6] Wie ich anfangs in diesem Artikel erwähnt habe, verändert Stress das Gehirn in der Weise, dass agiles, flexibles Handeln unterbunden wird, und gewohnte Automatismen gestärkt werden. Das ist jedoch nur ein Aspekt. Im Stressmodus werden Menschen vorwiegend vom Instinkt Angriff oder Flucht geleitet, agieren im sogenannten Reptilien-Modus. Die Selbstkontrolle wird dabei weitgehend sabotiert, sogar dann, wenn der Stress moderat ist.[7]

Das Bewusstsein, im Besonderen das höhere Bewusstsein mit dem rationalen Bewusstsein, wie auch das emphatische Fühlen, ist im Stressmodus nahezu lahmgelegt. Genau das führt in der Folge dazu, die Dinge zu verharmlosen. Die Führungskräfte zeigen dann ein Verhalten: „Wir haben alles im Griff“.[8]

Nachdem jedoch die meisten anderen WettbewerberInnen in ähnlicher Weise agieren, scheint alles relativ gut zu laufen. Und der Stress – mit seinen Folgen – kann weiterhin zur Seite geschoben werden, mit dem Hinweis: das kann noch etwas warten. Der Stress wirkt aber auch, wenn dieser nicht bewusst wahrgenommen wird. Die notwendigen Veränderungen ertrinken dann unbeachtet in der Flut von Stresshormonen. Das sollte doch zu denken geben.

Ebenen der Auseinandersetzung mit Stress

Niemand im Management entgeht dem Stress. Doch dieser ist so sehr zur Gewohnheit geworden, und die Stress-Not-Programme arbeiten scheinbar noch so gut, dass er kaum bewusst wahrgenommen wird. Der Stress hat ein sehr ausgeklügeltes System, um mit Notsituationen umgehen zu können. Doch gerade das führt dazu, dass man den Stress unterschätzt. Mag sein, dass schon einige unter Ihnen sich intensiver mit dem Stress auseinandersetzen, doch meist nur rational – so meine Beobachtung. Viele suchen kognitiv nach Erklärungen und Lösungen, um mit dem Stress fertig zu werden. Das ist ein wesentlicher Schritt, doch das genügt leider nicht.

Stress entsteht im Körper. Und deshalb kann auch nur auf dieser Ebene nachhaltig erfolgreich stressmindernd bzw. stresslösend gearbeitet werden. Auf der rationalen Ebene kann über Stress diskutiert werden, jedoch wird er dort nicht abgebaut.

Erste psychische Anzeichen für eine Stressbelastung können Schlafprobleme, Unwohlsein, Konzentrationsschwierigkeiten, Vergesslichkeit, Gereiztheit, Motivationsprobleme und Ängste sein. Zu den körperlichen Früh-Symptomen gehören u.a. Rückenschmerzen, Kopfschmerzen, Bauchschmerzen, Müdigkeit, Herz- Kreislaufbeschwerden, Rastlosigkeit oder Sodbrennen.[9]

Von diesem Wissen ausgehend unterliegen viele einem Irrtum im Stress-Management. Für ein erfolgsversprechendes Stress- und damit eben auch Changemanagement ist es daher unausweichlich:[10]

  • Stress rational zu verstehen,

  • Stress körperlich und emotional zu fühlen, sprich Achtsamkeit üben,

  • und in Folge die Resilienz gegenüber Stress zu stärken.

Führungskräfte werden jedoch meist bloß in Zeitmanagement, Verhandlungsführung, Qualitätsmanagement, etc. geschult. Das Managen von Stress und die Förderung von Resilienz findet man kaum in den Aus- und Weiterbildungsangeboten von Führungskräften. Doch in VUCA-Zeiten ist ein tiefgreifendes Stress-Management notwendig, wenn nicht sogar überlebenswichtig. Das heißt, dass die Führungskräfte der Zukunft ein Wissen über den wirtschaftlichen Tellerrand hinaus haben sollten. Die Führungskräfte sollten neben dem fachlichen Know-How, auch Wissen über sich selbst als Mensch und die Wirkungsmechanismen von Systemen haben.

So kann man beispielsweise von der Natur lernen, dass in Krisenphasen die Natur erstaunlich arm an evolutionären Innovationen ist. Die Vorbereitung der Innovationen, um anstehende Notsituationen gut zu meistern, finden lange vorher statt, in Zeiten der Ruhe. Damit jedoch die in Ruhephasen angelegten Innovationen dann tatsächlich zum Wirken kommen, bedarf es einer konkreten Krisensituation, einem Kollaps des alten Systems.[11]

Stress ist wie eine Gitarrensaite

Stress muss jedoch nicht immer nur negativ betrachtet werden. Jede Stresssituation hat zuerst einmal die Aufgabe, ausreichend Energie zur Verfügung zu stellen, um damit die Leistungsfähigkeit zu erhöhen. So haben die Harvard Wissenschaftler Robert Yerkes und John Dodson herausgefunden, dass die Aufmerksamkeit steigt, je mehr Stresshormone der Körper ausschüttet. Aber jetzt kommt der Hacken. Das funktioniert eben nur, wenn das optimale Maß eingehalten wird. Jonathan S. Abramowitz meint:[12]

Stress ist wie eine Gitarrensaite. Ist diese zu lose gespannt, lassen sich nur flache, tiefere Töne spielen. Fehlt die Spannung völlig, lässt sich gar kein Ton hervorbringen. Wenn die Saite jedoch zu stark gespannt ist, gibt diese zu hohe, scharfe Töne oder die Saite reißt sogar.

Genau das kann man beispielsweise auch im Aikido wahrnehmen – so meine langjährige persönliche Erfahrung. Die Übungen im Aikido funktionieren in der richtigen Spannung am besten. Das heißt, man sollte weder unter- noch überspannt sein. Das nennt man, aus der Grundspannung heraus agieren. Doch die wenigsten Menschen handeln aus ihrer Grundspannung heraus, sondern meist aus einer Über- oder Unterspannung. Ich riskiere sogar zu behaupten, dass die wenigsten Menschen Ihre persönliche Grundspannung überhaupt kennen und wissen, wie sich das anfühlt. Das wage ich deshalb zu sagen, weil ich selbst ebenfalls lange nicht wusste, was meine persönliche Grundspannung ist. Man könnte zwar meinen, dass man das weiß, aber bei diesem Punkt erliegen viele einem Irrtum. Das kann jedoch niemandem zum Vorwurf gemacht werden, denn die Art und Weise wie wir alle sozialisiert werden, zerstört das Wissen und Gespür dazu.

Meist sind es nur wenige, die sich den Zugang zu ihrer Grundspannung bewahren konnten. Ich selbst konnte erst durch ein intensives Aikido-Training, in Verbindung mit Achtsamkeits-Retreats wieder spüren lernen, wann ich aus meiner Grundspannung heraus agiere. Das heißt jedoch nicht, dass man dann für immer in der Grundspannung bleibt. Selbst als langjährig praktizierender Aikido- und Achtsamkeits-Schüler falle ich unentwegt aus der Grundspannung heraus. Das ist lt. Meinung meiner LehrerInnen ganz normal. Aber ich spüre, wann das passiert und kann zeitgerecht mit meiner doch schon ganz gut verankerten Achtsamkeit wieder in die Grundspannung zurückfinden. Dann übernimmt nicht mehr der Stress die Führung, sondern man selbst hat Macht über den Stress. Selbst die kleine Achtsamkeits-Übung, den eigenen Atem zu beobachten, hilft schon in Ansätzen dem Stress seine Macht zu entziehen.

  • Versuchen Sie vielleicht jetzt in diesem Moment wahrzunehmen, ob Sie gerade flach oder tief (aus dem Bauch heraus) atmen, ob Sie langsam oder schnell atmen, ob Sie vielleicht sogar nach Luft ringen und einen tiefen Atemzug nehmen möchten, um wieder mehr Luft zu bekommen, ob Sie gekrümmt sitzen und Ihr Atem damit nicht frei fließen kann, …

Meiner langjährigen Erfahrung nach wirkt Achtsamkeit wie ein Breiband-Anti-Stress-Mittel. Deshalb ist für mich Achtsamkeit ein unabdingbares Instrument im Stress-Management[13]. Das heißt zum Beispiel auch, das Mittagessen bewusst als Ruhephase zu sich zu nehmen. Lt. Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) verzichten jedoch schon rund 26 Prozent auf diese Pause.[14] Da hilft dann auch kein Workshop für eine bessere Stressbewältigung.

Stressbewältigung beginnt bei kleinen Dingen, beim bewussten Wahrnehmen vom Atem, dem Bewusstwerden wie man liest, schnell, überfliegend, ungenau an andere Dinge bereits denkend, usw. Diese kleinen Achtsamkeitsübungen regelmäßig angewandt, nehmen dem Stress etwas Fahrt aus den Segeln. Das ist ein guter Schritt hin zu weniger Stress. Das genügt jedoch bei weitem nicht, um den Stress dauerhaft und tiefgründig in den Griff zu bekommen – das muss ich Ihnen leider auch sagen. Schnelle Lösungen gibt es für die Stressbewältigung nicht, aber gute Möglichkeiten mit dem Stress erfolgreich fertig zu werden.

Ihr Günther Wagner

 

 

Literaturquellen:

[1] http://www.sueddeutsche.de/wissen/entscheidungsfindung-stress-macht-gewohnheitstiere-1.175688. Am 2017-08-28 gelesen.
[2] https://www.dak.de/dak/download/gesundheitsreport-2017-1885298.pdf
[
3] APA: Psychische Krankheiten kommen Wirtschaft teuer. Der Standard, 2010-11-23., S. 16. 
[4] BKK Bundesverband (Hrsg.): BKK Gesundheitsreport 2010. Gesundheit in einer älter werdenden Gesellschaft. Essen: Schröers-Druck GmbH. 2010, S. 143. 
[5] https://www.welt.de/vermischtes/article120807117/Praktikant-Moritz-E-starb-an-epileptischem-Anfall.html. Am 2017-08-28 gelesen.
[6] Aus meinem Buchbeitrag aus: Industrie 4.0. Wie cyber-physische Systeme die Arbeitswelt verändern. Hrsg.: Volker P.Andelfinger, Hänisch, Till. Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH. Wiesbaden: 2017.
[7] http://www.psychologie-heute.de/news/gesundheit-psyche/detailansicht/news/die_bessere_pause_kopie_1/. Am 2017-08-28 gelesen.
[8] Aus meinem Buchbeitrag aus: Industrie 4.0. Wie cyber-physische Systeme die Arbeitswelt verändern. Hrsg.: Volker P.Andelfinger, Hänisch, Till. Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH. Wiesbaden: 2017.
[9] https://www.uni-bielefeld.de/Benutzer/MitarbeiterInnen/Gesundheit/neu/stress_warnsignale.html Am 2017-08-28 gelesen.
[10] Aus meinem Buchbeitrag aus: Industrie 4.0. Wie cyber-physische Systeme die Arbeitswelt verändern. Hrsg.: Volker P.Andelfinger, Hänisch, Till. Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH. Wiesbaden: 2017.
[11] Otto Klaus-Stephan; Speck, Thomas: Darwin meets Business. Evolutionäre und bionische Lösungen für die Wirtschaft. Gabler Verlag: 2011.
[12] http://www.psychologie-heute.de/archiv/detailansicht/news/-69de50b16f/. Am 2017-08-28 gelesen.
[13] http://leadership-dojo.eu/embodiment/.
[14] http://www.wiwo.de/erfolg/beruf/stressbelastung-wir-koennen-uns-zu-tode-arbeiten/9441692.html. Am 2017-08-28 gelesen
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Machtspiele fördern den Intellekt

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Machtspiele fördern den Intellekt?!

Macht macht die Mächtigen klüger, ehrgeiziger, konzentrierter und mutiger.

Ian Robertson, Neurowissenschaftler und Klinischer Psychologe am Trinity College in Dublin hat erforscht, dass Macht den Testosteronspiegel erhöht, was in Folge die Laune, die Innovationskraft, den Mut, aber auch die Selbstbezogenheit und den Egoismus steigen lässt.[1] Niccolò Machiavelli, einer der großen Menschen- und Politikkenner, schreibt vor 500 Jahren in seinem Buch „Der Fürst“:[2]

„Man sieht, dass die Menschen verschieden vorgehen, um zu dem Ziel zu kommen, das ihnen vorschwebt, nämlich zu Ruhm und Reichtum: Der eine geht mit Zurückhaltung vor, der andere feurig, ein dritter braucht Gewalt, wieder ein anderer List, ein weiterer wendet Geduld an, ein anderer das Gegenteil davon.“

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In meinem Artikel „Macht verändert das Verhalten – von jedem“ habe ich mich dem Themenfeld Macht schon einmal anzunähern versucht. Heute möchte ich mich von einem anderen Blickwinkel aus erneut der Macht zuwenden, den …

Strategien der Macht

  • 40 Prozent der Zeit verbringt man damit, aufzupassen, wer am Stuhl sägt.

  • 30 Prozent sägt man an anderer Leute Stühle,

  • und 30 Prozent arbeitet man im Sinne der Sache.[3]

Das gibt doch zu denken. Und es passt geradezu perfekt zu dem, was ich aktuell vor meiner Haustür in Salzburg miterleben darf – die Salzburger Festspiele. Dieses weltweit bedeutendste Festival der klassischen Musik und darstellenden Kunst steht in diesem Jahr unter dem Motto: Strategien der Macht.

Vielleicht denken jetzt manche von Ihnen, dass Sie neben ihrem Beruf absolut nicht die Zeit haben auch noch Business ferne Gebiete, wie beispielsweise das Treiben von Festspielen, zu beleuchten. Sie brauchen schnell Lösungen und keine philosophisch, künstlerischen Reflexionseinheiten.

Ich möchte Ihren Arbeitsalltag bereichern und Ihnen zeigen, dass ein Perspektivwechsel gut tut. Ich verspreche Ihnen, dass Sie beispielsweise durch einen Ausflug zu den Salzburger Festspielen nicht nur persönlich berührt werden, sondern möglicherweise auch ihre beruflichen Kompetenzen erweitern. Die Trennung zwischen Beruf und Privat, zwischen beruflichen und persönlichen Interessen, mag zum einen sehr wichtig und richtig sein, aber zum anderen geht damit auch manches an wichtigen Einsichten verloren. Kleiner Nebenhinweis: Die Generation Y, die „Neuen Götter im Management[4]“, geht hier schon anders vor. Und die Kunst ohnehin.

So möchte ich Sie jetzt einladen, trotz Zeitnot, unangenehmer Herausforderungen und drängender, möglicherweise nicht vorhandener Lösungen, Ihren beruflichen Blick, Ihre beruflichen Strategien mit Hintergrundinformationen zu den Salzburger Festspielen zu verbinden – „Design Thinking for Leadership[5]“ zu betreiben.

Macht und Ohnmacht sind ein unzertrennliches Paar

Bettina Herring, Schauspieldirektorin der Salzburger Festspiele, sieht aktuell in Bezug auf das Treiben der Macht den Schatten, die Ohnmacht, immer stärker wirken. Das löst selbstverständlich Ängste aus und aktiviert Strategien, die ohne dem Druck, Macht zu verlieren, vielleicht so in der Heftigkeit gar nicht zum Zug kommen würden. Mag sein, dass der Dieselskandal ein Strategieversuch war, gewisser Machtverluste zu entrinnen.[6]

Bettina Herring spricht von ohnmächtigen Zeiten, die das Aggressionspotential in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft erhöhen.

Im Programm der Salzburger Festspiele 2017 werden die Schatten der Macht überall sichtbar. In der Oper Lady Macbeth von Mzensk wirkt der Schatten, Fremdbestimmtheit und Ohnmacht, in dramatischer Weise. In Gerhart Hauptmanns „Rose Bernd“ findet man das Arbeiten der Macht durch Religion und Moral. Auch wenn heute in Zeiten der Säkularisierung Religion und Moral im althergebrachten Sinn nicht mehr wirken, so werden neue Werte auf das Podest gesetzt, entsprechend angehimmelt und nachgeeifert. Diese neuen Werte wirken dann ähnlich wie die Alten, sie bekommen Macht und irgendwann Übermacht. Auf dem Programm steht auch Mozarts letzte Oper „La clemenza di Tio“ in einer spannenden Inszenierung. In dieser wird nichts weniger verhandelt als die Macht der Demokratie, die Auseinandersetzung mit Strategien, Zumutungen, Grausamkeiten der Macht und die große Chance der Vergebung. Peter Sellars, der Regisseur, findet die Auseinandersetzung von Mozart mit Demokratie äußerst bewegend. Denn zu Mozarts Zeit gab es Demokratie noch gar nicht, es war ein Wunsch, eine Idee, eine Vision, der Mozart damals gefolgt ist.[7]

Heute leben wir hier in Europa und in manchen anderen Ländern der Welt angeblich demokratisch organisiert. Wir setzen uns angeblich mit den komplexen, demokratischen Grundsätzen auseinander. Gleichzeitig zeigt sich jedoch immer öfter, dass die Demokratie missbraucht und untergraben wird. Hans Herbert von Arnim schreibt in seinem Buch „Die Hebel der Macht und wer sie bedient“, welcher Mittel und Methoden sich die politische Klasse bedient, um die Regeln zu ihrem Vorteil umzugestalten. So kommt es, dass eine Ein-Mann-Herrschaft unter dem Deckmantel der Demokratie installiert werden kann– siehe Beispiel Türkei.[8],[9]

Die Mächtigen sind einsam und müssen ständig Sorge tragen, ihre Macht zu verlieren. Das macht die Mächtigen schwach, verwundbar und damit gefährlich und aggressiv.[10]

Das ist die Aussage von Wolfgang Müller-Funk. Und auch im Stück „Lear“, das am Ende der Salzburger Festspiele am Programm steht, geht es um die Einsamkeit der Macht, an dem Irre werden an der Macht. Die Mächtigen sind im Argwohn, Sie wissen, dass die anderen auch die Macht haben wollen, die sie selbst jetzt gerade besitzen. Hier beginnt die Figur des Machthabers, der Machthaberin unangenehm zu wirken. Diese fühlen sich bedrängt und beginnen alle, die ihre Macht bedrohen könnten, auszuschalten.[11] Clemens Sedmak, Theologe und Philosoph, hat in Interviews für sein Buch „Mensch bleiben in der Politik“ festgestellt:[12]

Die befragten Mächtigen gaben zu, dass Macht einen verändert. Doch sie sahen die Gefahr der Korruption durch Macht immer nur bei den anderen, nicht bei ihnen selbst als Mächtige.

Hier zeigt sich sehr deutlich, dass die Selbstwahrnehmung verzerrt bzw. vernebelt ist. Das mag jetzt keine Anschuldigung sein. Es ist normal, dass man sich selbst anders sieht als andere. Aber gerade deshalb ist es so wichtig als Person mit Verantwortung, gerade auch in der Wirtschaft, diese Verzerrungen und Verneblungen von sich selbst zu kennen bzw. zu erkennen.

Die chronische Überforderung und die große Verantwortung der Mächtigen, dass diese oft so tun müssen, sie wissen alles, was aber gar nicht möglich ist, treibt das Machtspiel an.[13]

Die Verwundbarkeit der Macht muss kaschiert werden. Macht und Schwäche lassen sich nur schwer vereinbaren, und so bedarf es entsprechender Inszenierungen. Das wusste auch schon der im 17. Jhdt. lebende französische Denker, Blaise Pascal.[14] So verwundert es vielleicht nicht, dass die Mächtigen durch entsprechenden Status, große Dienstwagen, viel Besitz, … ihre Macht und den damit verbundenen Erfolg bestmöglich zu untermauern versuchen. Aber sich der Macht verwehren, ist auch nicht die Antwort, so die Meinung von Doron Rabinovici, Historiker und Autor. Wer nichts tut, mit dem wird was getan. Die ZuschauerInnen stimmen mit Ihrer Zurückhaltung dem Tun und Wirken der Macht zu, und sind damit streng genommen mitschuldig.[15]

So gesehen kann man einem machtbesessenen Management nicht ganz alleine die Schuld zuschieben. Fehler oder Missstände entstehen gemeinsam. Aus dieser Sichtweise heraus ist es vielleicht für MachthaberInnen etwas leichter, ihre Fehler, Schwächen oder Ängste zuzugeben, um daraus gemeinsam bessere Lösungen für alle zu finden. Es zeigt sich sogar eine Art Verlockung, sich Mächtigen anzuschließen, um selbst nicht die Bürde der Macht zu tragen. So darf man vielleicht wirklich nicht immer nur mit dem Finger auf die Mächtigen zeigen, sondern auch jene etwas rütteln, die die Macht auf andere abschieben bzw. meinen, sie hätten keine Macht.

Die VertuscherInnen, MitläuferInnen und Ja-SagerInnen geben Ausschweifungen der Macht freien Raum zur Entfaltung, wie beispielsweise im Dieselskandal.[16]

Das habe ich vor längerer Zeit in meinem Artikel „Goethes Faust besucht die Wirtschaft“ angesprochen. Die Spiele der Macht sind unglaublich stark – für die gerade in Machtposition Sitzenden, wie auch für die ZuschauerInnen bzw. MitläuferInnen. Deshalb braucht es in Bezug auf das Verständnis und Wirken der Macht, sehr viel Menschenverständnis wie auch Selbsterkenntnis. Das fordert die Übernahme von Verantwortung, für sich selbst und für andere. Das heißt mit den Worten von Elisabeth Bronfen, Kulturwissenschaftlerin, sich selbst beschneiden können und das eigene Begehren zügeln. Das braucht schon sehr viel Selbstdisziplin und Überwindung von Verführungen, u.a. Boni widerstehen. Es braucht darüber hinaus Mut, den persönlichen Einfluss durch Macht neu zu verhandeln und die persönliche Macht damit zu beschränken.[17] Etwas, was gerade jetzt in der deutschen Politik und der Politik nahstehenden Wirtschaft lt. Meinung von Hans Herbert von Arnim nicht mehr gegeben ist.

Wer Macht hat bzw. wer mit Macht verantwortungsbewusst umgehen möchte, der braucht mit den Worten von Edzard Reuter eine Art Wächter.[18]

Festspiele könnten u.a. eine solche Aufgabe übernehmen. Festspiele überprüfen die gesellschaftliche Situation.[19] Im Fall der Salzburger Festspiele 2017 heißt das, die Strategien der Macht für eine breite Öffentlichkeit sichtbar und spürbar werden zu lassen. Festspiele bzw. die Inszenierungen der Festspiele werden zum Spiegel, indem man sich selbst erkennen kann. Das Bild der starken Mächtigen bröselt ohnehin, aber gerade deshalb werden die Mächtigen auch wieder menschlich.

Über schwächelnde Mächtige wird jedoch in Managementkreisen kaum bzw. nur sehr ungern gesprochen. Und genau das macht die Mächtigen gefährlich: Verdrängte Ängste führen zu unkontrolliertem Aktionismus, zu Aggression und Arroganz.[20]

Selbst in der Forschung findet man bisweilen nur wenige repräsentative oder verlässliche Aussagen zu den Entwicklungen oder zur Verbreitung der Ängste von Führungskräften. Gabi Harding, Arbeits- und Organisationspsychologin, meint, es gäbe eine Art wissenschaftliche Ignoranz dem Thema gegenüber. Lange Recherchen brachten ihr jedoch das Ergebnis, dass Führungskräfte sich mit drei Hauptformen von Ängsten konfrontiert sehen: die Angst vor dem Unbekannten, die Angst vor dem Versagen und die Existenzangst. Ein Interviewter brachte das, was die ManagerInnen bewegt, auf den Punkt: 40 Prozent der Zeit verbringe ich damit, aufzupassen, wer an meinem Stuhl sägt. 30 Prozent säge ich an anderer Leute Stühle, und 30 Prozent arbeite ich im Sinne der Sache. Diese Aussage haben Sie bereits zu Beginn dieses Artikels gelesen. Diese Aussage finde ich persönlich ziemlich drastisch, und sollte auch nach der Meinung von Harding weit mehr öffentliche Beachtung finden.[21]

Harding findet es dringend notwendig über die Tabus, Angst im Management, zu sprechen.

Sie beklagt sich, dass sie gegenwärtig keine Initiative kennt, die sich öffentlich der Ängste im Management annimmt. Die ManagerInnen müssen für sich selbst initiativ werden, sofern sie ihre Ängste überhaupt wahrzunehmen bereit sind. Das tun die wenigsten, weil bereits ein kurzer Blick in das Reich möglicher Ängste, die Auseinandersetzung damit blockiert.[22] So kommt es, dass beispielsweise unter dem Deckmantel „Komplexität meistern“ eigentlich die Bewältigung von Ängsten angegangen werden möchte. Das ist meinem Empfinden und meiner Erfahrung nach sehr legitim. Es braucht viel Vertrauen und Mut, Schwächen zuzugeben. Wenn es hilft sich indirekt den heiklen Themen zu nähern, dann ist das ein guter Start für wirksame Gefühlsbewältigungsstrategien, für ein stärkendes „Embodiment Management[23]“.

Strategien im Umgang mit Macht und Ohnmacht

Zum Abschluss von diesem Artikel möchte ich Ihnen kurz 3 Strategien anführen, mit deren Hilfe Sie meiner Erfahrung nach Ihre Konfrontation, möglicherweise Ihren Leidensweg mit Macht und Ohnmacht besser in den Griff bekommen können.

  1. Achtsamkeit und Stressbewältigung in Verbindung mit Einsicht, ist ein wesentlicher Punkt. Mehr dazu finden Sie u.a. in meinen Artikeln „Slowness“, „Die unerwartete Revolution in Unternehmen“ und „Demut – eine neue Managementstrategie?!“.

  2. Mehr Erkenntnis über die limbischen Prägungen und damit verbundenen Verhaltensweisen verbessern ebenfalls den Umgang mit Macht. Nähere Informationen dazu finden Sie auf meiner Webseite Embodiment.

  3. Vergeben ist ein besonders delikater Punkt, und wird im Business kaum angesprochen. Vergeben, so wie es beispielsweise bei den Salzburger Festspiele in Mozarts Oper „La clemenza di Tio“ so eindrucksvoll gezeigt wird. Vergebung hat Macht!

Ihr Günther Wagner

 

Literaturquellen:

[1] http://blog-wagner-consulting.eu/macht-veraendert-jeden/.
[2] http://www.spiegel.de/politik/deutschland/machiavelli-trifft-auf-hoeness-und-die-amigo-bande-a-898388.html. Am 2017-08-07 gelesen.
[3] http://www.psychologie-heute.de/archiv/detailansicht/news/die_angst_des_chefs/. Am 2017-08-07 gelesen.
[4] http://blog-wagner-consulting.eu/die-neuen-goetter-im-management/.
[5] http://leadership-dojo.eu/design-thinking-for-leadership/.
[6] Kulturmontag Spezial, 2017-07-31: http://tv.orf.at/program/orf2/20170731/799912801/story.
[7] Kulturmontag Spezial, 2017-07-31: http://tv.orf.at/program/orf2/20170731/799912801/story.
[8] https://www.kopp-verlag.de/Die-Hebel-der-Macht-und-wer-sie-bedient.htm?websale8=kopp-verlag&pi=125045&ci=000401.
[9] http://www.uni-speyer.de/files/de/Lehrst%C3%BChle/ehemalige%20Lehrstuhlinhaber/VonArnim/Fachveroeffentlichungen/NVwZ13_2014.pdf.
[10] Kulturmontag Spezial, 2017-07-31: http://tv.orf.at/program/orf2/20170731/799912801/story.
[11] Kulturmontag Spezial, 2017-07-31: http://tv.orf.at/program/orf2/20170731/799912801/story.
[12] Kulturmontag Spezial, 2017-07-31: http://tv.orf.at/program/orf2/20170731/799912801/story.
[13] Kulturmontag Spezial, 2017-07-31: http://tv.orf.at/program/orf2/20170731/799912801/story.
[14] https://de.wikipedia.org/wiki/Blaise_Pascal.
[15] Kulturmontag Spezial, 2017-07-31: http://tv.orf.at/program/orf2/20170731/799912801/story.
[16] http://blog-wagner-consulting.eu/goethes-faust-besucht-die-wirtschaft/.
[17] Kulturmontag Spezial, 2017-07-31: http://tv.orf.at/program/orf2/20170731/799912801/story.
[18] http://blog-wagner-consulting.eu/goethes-faust-besucht-die-wirtschaft/.
[19] http://www.deutschlandfunk.de/salzburger-festspiele-auseinandersetzung-mit-strategien-der.911.de.html?dram:article_id=391197. Am 2017-08-07 gelesen.
[20] http://www.psychologie-heute.de/archiv/detailansicht/news/die_angst_des_chefs/. Am 2017-08-07 gelesen.
[21] http://www.psychologie-heute.de/archiv/detailansicht/news/die_angst_des_chefs/. Am 2017-08-07 gelesen.
[22] http://www.psychologie-heute.de/archiv/detailansicht/news/die_angst_des_chefs/. Am 2017-08-07 gelesen.
[23] http://leadership-dojo.eu/embodiment/.

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Bildungs-Allergien im Management überwinden

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Bildungs-Allergien im Management überwinden

Ein höheres Bildungsniveau ist nicht nur erforderlich, sondern dank der neuen Technologien auch möglich.[1] Unmengen an Lerntipps stehen jedem zur Verfügung.

  • Doch genügt das, um Lernen, Fort- und Weiterbildungen tatsächlich erfolgsversprechend zum Wirken zu bringen?

  • Wann ist es wirklich notwendig, eine Fortbildung anzusetzen?

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Was die Kompetenzen und damit das Wissen der Führungskräfte und CEOs betrifft, da scheiden sich die Geister. Außenstehende würden sagen, dass das Management heute im Jahr 2017 einiges zu Lernen hat. Das Management selbst sieht das vielleicht nicht ganz so. Am Beispiel der Digitalen Kommunikation zeigt sich, dass Deutschlands Management doch einiges zu Lernen hat.

Im Social-Media-Ranking steht Deutschland gemeinsam mit Russland auf dem letzten Platz weltweit.[2]

Den einzigen Dax30-CEO, den man auf Twitter findet, ist Bill McDermott von SAP. Ihm folgen 33.500 Personen, und über sein Linkedin-Profil ist er mit 179.400 Personen verbunden.[3] Der Ökonom Thomas Straubhaar meint, in Kinderzimmern findet sich mehr digitale Kompetenz als in den Chefetagen der Wirtschaft.[4] Das sei bedenklich. So entrinnt den Führungskräften ein großes Potential. Eine Studie der Unternehmensberatung McKinsey kommt zu dem Ergebnis, dass die Produktivität von MitarbeiterInnen durch die Einführung eines Social Internet zwischen 20 und 25 Prozent steigen könnte.[5]

Doch der Einsatz der Social-Media-Tools verlangt zum einen die Kompetenz, richtig damit umzugehen und den Mut, die damit verbundenen Veränderungen und Lernfelder in Angriff zu nehmen.

Heute möchte ich jedoch weniger den Punkt, was gelernt werden sollte, sondern das Lernen als solches betrachten. Am Schluss von diesem Artikel möchte ich 5 Tipps anführen, die meiner Meinung und Erfahrung nach für eine nachhaltig wirksame Fortbildung im Erwachsenenalter notwendig sind.

Überheblichkeit und Angst bremsen Bildungsmaßnahmen

Mit Adorno beginnt Bildung nicht damit, etwas zu wissen, sondern damit, zu wissen, was man nicht weiß.[6]

Arnold Schwarzenegger, Ex-Gouverneur und Filmstar, sagt von sich, dass er während seiner Zeit als Gouverneur sich mit Leuten umgeben hat, die viel klüger waren als er. Donald Trump rät er, mehr zu lesen. Es sei seine Verantwortung, sich besser zu informieren.[7] Das verlangt jedoch die Einsicht, in gewisser Weise sogar Demut, dass man erkennt, dass der eigene Wissensstand und manche Verhaltensweisen, insbesondere in hochkomplexen Zeiten wie heute, überholt sind. Die Arbeitswelt 4.0 verlangt unglaublich viel Fachwissen und ein äußerst breitgefächertes Verhaltens-Know-how in Bezug auf Agilität, Kollaboration und Innovation für einen erfolgsversprechenden Umgang mit den Herausforderungen der VUCA-World.[8]

Wie schon öfter in meinen Artikeln erwähnt, werden die mit den neuen Kompetenzen einhergehenden Fähigkeiten in den Aus- und Weiterbildungen jedoch kaum ausgebildet. Prof. Dr. Gunter Dueck – Philosoph, Mathematiker, Autor und Gewinner des Wirtschaftsbuchpreises 2006 – beleuchtet kritisch die Lehrpläne der Universitäten und fragt sich, wie die Universitäten damit leben, dass StudentInnen in vielen Disziplinen vom gelernten Stoff später im Beruf „nichts“ gebrauchen können.[9]

Lernen beginnt also mit der Einsicht bzw. einer urteilsfähigen Selbstführung. Solange man meint, dass die eigene Kompetenz ausreicht, wird lernen und verändern nicht möglich sein. Microsoft-Gründer Bill Gates, der erfolgreiche Unternehmer Warren Buffett und Paypal-Erfinder Elon Musk – so unterschiedlich drei der erfolgreichsten Menschen unserer Zeit auch sind, sie alle ruhen sich nicht auf Ihrem Wissen aus, sondern lernen täglich neu dazu.[10]

Leider zeigt sich jedoch oft eine Art Lern-Allergie. Viele ergreifen die Flucht, wenn es ums Lernen geht. Zum einen aus einer gewissen Überheblichkeit heraus, zum anderen jedoch aufgrund negativer Erfahrungen in der Schule und darüber hinaus. Bei manchen ist die Überheblichkeit, man wüsste schon alles, eine Not-Strategie, um Lernschwierigkeiten aus früheren Zeiten nicht mehr ausgeliefert sein zu müssen.[11]

Lernen wird heute die wichtigste Arbeit in der Arbeit werden – auch im Management. Davon wird die erfolgreiche Zukunft von einem selbst als Führungskraft und von Unternehmen abhängen.[12]

Es ist also höchste Zeit, die Lern-Traumata aus der Schul- und Studienzeit zu überwinden.

Bildung neu lernen

Das Entscheidende über das Lernen findet sich bereits früh in der Menschheitsgeschichte. So brachte in der Orestie, einer bedeutenden griechischen Tragödie aus dem Jahr 458 v. Christus, erst Zeus die Menschen auf den Weg zum richtigen Denken und zur Einsicht in das Ganze. Die anderen sind daran gescheitert. Das göttliche Gesetz von Zeus beschreibt: Durch leiden lernen.[13] Genau das wollen wir jedoch nicht.

Aber gerade der Leidensaspekt, wenn dieser das Maß des Erträglichen überschreitet, ist der Auslöser, um etwas zu lernen bzw. zu verändern.

Das ist eigentlich ein Paradoxon. Das schlimme daran ist, dass man in Bezug auf das was man erträgt, sehr lange ausharren kann – oft auch zu lange. Es geht aber auch nicht bloß um Spaß. Es geht um die Balance: Tun, leiden, lernen. Der Leidensaspekt gehört dazu und kann, wenn respektvoll behandelt, das Sprungbrett zu neuem Wissen werden. Genau an diesem Punkt spielt die Selbstführung und der Einsatz einer positiven Fehlerkultur eine wesentliche Rolle, wie ich in meinem Artikel „10 Tipps für eine positive Fehlerkultur“ zu vermitteln versuchte. Fehler gehören zum Lernprozess. Doch gerade vor dem Fehlermachen haben viele Angst. So wird das Lernen bereits im Keim erstickt. Oder man wird zum zwanghaften Büffler, aus der Angst heraus, Fehler zu machen.

Das Lernen wird viel zu einseitig und vor allem selbstbezogen betrachtet. Das Lernen ist weit komplexer als das, was man in der Schule und anderen Weiterbildungen unter Lernen versteht. Sicher werden einige von Ihnen das auch so sehen. Manchen anderen ist aber dieses komplexe Lernverständnis abhandengekommen und damit auch die Einsicht, dass Lernen mehr braucht als nur rationale Wissenserweiterung. Informationen bloß aus Büchern und Vorträgen in seinen Kopf zu hämmern, und dann auf Knopfdruck auszuspucken, heißt nicht unbedingt zu wissen. Mag sein, dass viele genau das als Lernen verstehen. Wissen und die darauf begründete Kompetenz braucht mehr.

Lernen ist das Wechselspiel von eigenem Wissen, eigener Visionen und Emotionen in Verbindung mit dem Wissen und den Visionen und Emotionen der anderen.

Der Erfolg von Google, Facebook und Co begründet sich nicht auf deren technisches Super-Know-How, sondern darauf, dass sie ein elementares menschliches Grundbedürfnis stillen, das Bedürfnis nach Information und Kommunikation.[14] Genau das ist auch die Basis für ein erfolgsversprechendes Lernen: Lernen ist die Verbindung von Wissen mit menschlichen Bedürfnissen, wie auch menschlichen Zweifeln. In gewisser Weise nutzen Google und Co die kindliche Art des Lernens, die spielerische Weise sich neues Wissen anzueignen. Kinder lernen aus Leidenschaft, mit Körper und Emotionen.

So braucht es eigentlich LehrerInnen/TrainerInnen/Coches, die keine vorgefertigten Lernschemata abwickeln, sondern rational und emotional erkennen, was jemand noch nicht weiß bzw. nicht wissen möchte und dies ehrlich und respektvoll ansprechen. Die in der Folge das fehlende Wissen rational und emotional anregen, testen und umzusetzen versuchen. Jedes Lernen heißt, dass zunächst einmal etwas Unbekanntes auf einen zukommt. Angelehnt an ein Zitat von Johan Wolfgang von Goethe heißt Lernen:

Wir lernen nur, wenn wir das zu Erlernende nicht beurteilen können. Das was wir von einem Buch/LehrerIn beurteilen können, das bzw. der/die müsste von uns lernen.

Dieser Schritt macht dem einen oder anderen Angst – berechtigterweise. Im Rahmen einer Studie des Thinktanks 2bAhead nannten 52 Prozent der daran teilnehmenden ManagerInnen Angst als den Innovationsverhinderer Nummer eins. 35 Prozent der insgesamt 202 befragten Innovationschefs gaben sogar zu, dass sie selbst schon Innovationen aus Angst verhindert haben.[15]

70 Prozent der Old-School-ManagerInnen verbringen 70 Prozent ihrer Arbeitszeit damit, ihre bisher erreichte Macht abzusichern anstatt Neues zu Lernen.[16]

Die kommende Wissensgesellschaft erzwingt eine Höherentwicklung des Menschen, der nun in seine professionelle und persönliche Entwicklung sehr viel mehr Energie stecken muss, um in Zukunft mithalten zu können. Das ist die eindringliche Aufforderung von Prof. Dr. Gunter Dueck.[17]

5 Bildungs-Tipps

Zusammenfassend und den Text ergänzend möchte ich Ihnen jetzt 5 Tipps geben, Ihre persönliche Fort- bzw. Weiterbildung sowie die Ihrer MitarbeiterInnen erfolgsversprechend anzugehen.

  1. Ergründen Sie wirklich ehrlich, ob eine Weiterbildung ansteht oder nicht. Wenn Widerstand hochkommt, dann können Sie sicher sein, dass Sie einen Punkt getroffen haben. Wagen Sie es, sich mit Ihren und den von Ihren MitarbeiterInnen aufkommenden Bildungswiderständen auseinanderzusetzen. Das wird vieles klären, und eine vertrauensvolle Lernbasis schaffen. Selbsterkenntnis und ein gutes Stressmanagement gehört zum Lernmanagement dazu.
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  2. Prüfen Sie die Weiterbildung auf Sinnhaftigkeit/Motivation. Lernen ohne Sinn ist bloß wie ein Windhauch. Er kommt und geht, ohne etwas tiefgründig und nachhaltig zu hinterlassen. Im Moment des Windhauchs mag dieser für manche erfrischend sein, aber sobald dieser weg ist, ist alles beim Alten. Der Sinn und die Motivation begründet sich in der emotionalen Berührtheit von dem zu Erlernenden. Dazu gehören nicht bloß die Freude und der Spaß, sondern unter Umständen auch Frust, Ärger oder sogar Traurigkeit. Insbesondere die negativen Aspekte brauchen Verständnis. Aus dem heraus kann in Folge für das zu Erlernende sehr viel an zusätzlichem Wissen und Innovationen gewonnen werden.
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  3. Entwickeln Sie deshalb ein ganzheitlich ausgerichtetes Weiterbildungsprogramm inkl. Ergründung des individuellen Lerntyps gemeinsam mit dem Management und qualifizierten, erfahrenen BeraterInnen. Zum Lernen gehört Leidenschaft, Emotion und Körperlichkeit – der rationale Aspekt wird sich dann fast von selbst manifestieren bzw. im Hirn als Erinnerung abspeichern. Das entwickelte Lernprogramm sollte so individuell wie möglich ausgerichtet bzw. adaptierfähig sein. Man sollte die unterschiedlichen Lerntypen mit dem Fortbildungsprogramm erreichen können.
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  4. Geben Sie sich selbst und Ihren MitarbeiterInnen Zeit zum Üben, und schaffen Sie eine positive Fehlerkultur. Fehlermachen gehört zum Lernen dazu. Reflektieren Sie mit anderen über das zu Erlernende. Das Sprechen hilft, das neue Wissen besser, tiefgründiger und weitreichender zu verstehen, und darüber hinaus auch noch mögliche Blockaden oder gar Sinnfragen zu klären. Ebenso hilft es, ein handschriftliches Weiterbildungs-Tagebuch zu führen. Das Tippen in das Tablet/PC bringt kaum etwas.[18] Das kognitive und emotionale Erfassen der Zusammenhänge sind für das zu Erlernende unglaublich wichtig. Nur dann kann das neue Wissen wirklich greifen und sinnvoll wirken.
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  5. Nutzen Sie Erinnerungshilfen – in Form von Gegenständen, inneren Bildern oder auch durch KollegInnen und MitarbeiterInnen. Das neue Wissen geht in der Hektik vom Arbeitsalltag leicht wieder verloren. Allzu leicht lässt sich das Neue durch negative Gedanken wieder einschüchtern und verschwindet im Hintergrund. Gleichzeitig dient die Erinnerungshilfe auch unserer Gedankenkontrolle.
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Ihr Günther Wagner

 

Literaturquellen:

[1] http://archiv.omnisophie.com/downloads/10.1007_s00287-011-0581-4.pdf. Am 2017-08-01 gelesen.
[2] https://www.haufe.de/marketing-vertrieb/online-marketing/social-media-ranking-deutsche-ceos-auf-dem-letzten-platz_132_419690.html. Am 2017-08-01 gelesen.
[3] https://www.haufe.de/marketing-vertrieb/online-marketing/social-media-ranking-deutsche-ceos-auf-dem-letzten-platz_132_419690.html. Am 2017-08-01 gelesen.
[4] https://christinaboesenberg.de/2016/10/29/aufsichtsrat-4-0/. Am 2017-08-01 gelesen.
[5] https://de.linkedin.com/pulse/deutschlands-chefs-noch-lernen-m%C3%BCssen-von-antje-neubauer-kemper. Am 2017-08-01 gelesen.
[6] http://karrierenews.diepresse.com/home/ratgeber/management/5233453/Lernen-statt-leiden. Am 2017-08-01 gelesen.
[7] http://www.n-tv.de/politik/Schwarzenegger-raet-Trump-zum-Lesen-article19959644.html. Am 2017-08-02 gelesen.
[8] http://blog-wagner-consulting.eu/foerderliches-management-statt-frust/.
[9] http://archiv.omnisophie.com/downloads/10.1007_s00287-011-0581-4.pdf. Am 2017-08-01 gelesen.
[10] http://www.focus.de/finanzen/videos/fuenf-stunden-regel-rezept-fuer-erfolg-bill-gates-warren-buffett-und-elon-musk-befolgen-eine-gemeinsame-regel_id_5770606.html. Am 2017-08-01 gelesen.
[11] http://karrierenews.diepresse.com/home/ratgeber/management/5233453/Lernen-statt-leiden. Am 2017-08-01 gelesen.
[12] http://karrierenews.diepresse.com/home/ratgeber/management/5233453/Lernen-statt-leiden. Am 2017-08-01 gelesen.
[13] http://karrierenews.diepresse.com/home/ratgeber/management/5233453/Lernen-statt-leiden. Am 2017-08-01 gelesen.
[14] http://karrierenews.diepresse.com/home/ratgeber/management/5225660/Selbstfuehrung-in-einer-komplexen-Welt. Am 2017-08-01 gelesen.
[15] http://blog.anneschueller.de/warum-die-alten-von-den-jungen-nicht-lernen-und-in-alten-strukturen-verharren/. Am 2017-08-01 gelesen.
[16] http://blog.anneschueller.de/warum-die-alten-von-den-jungen-nicht-lernen-und-in-alten-strukturen-verharren/. Am 2017-08-01 gelesen.
[17] http://archiv.omnisophie.com/downloads/10.1007_s00287-011-0581-4.pdf. Am 2017-08-01 gelesen.
[18] http://www.zeit.de/studium/uni-leben/2012-11/Manfred-Spitzer-Lernmythen. Am 2017-08-02 gelesen
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Achtsamkeit als Weg zum Erfolg?!

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Achtsamkeit als Weg zum Erfolg - oder ein Missbrauch mit unangenehmen Folgen?!

Oder ein Missbrauch mit unangenehmen Folgen?!

Achtsamkeit ist nicht nur in der Gesellschaft „in“, auch im Wirtschaftskontext wird das Thema immer häufiger diskutiert – wie viele von Ihnen sicherlich merken. Der Zukunftsforscher Matthias Horx spricht ebenfalls davon, dass Achtsamkeit in den nächsten 20-30 Jahren in allen Lebensbereichen in der Gesellschaft und ebenso in der Wirtschaft prägend sein wird.[1]

Achtsamkeit reduziert nachweislich Stress, macht resilient und fördert die Empathie, die im 21. Jhdt. von Führungskräften immer ausdrücklicher gefordert wird.

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Die größte Ausbreitung der Achtsamkeit geht auf das von Jon Kabat-Zinn aufgebaute Programm „Mindfulness Based Stressreduction“ (MBSR) zurück. Er hat den Stein ins Rollen gebracht, indem er aus der buddhistischen Achtsamkeitspraxis die grundlegenden Techniken so herausgeschält hat, dass diese für jeden Menschen handhabbar wurden, ohne in eine ethische oder spirituelle Grundsatzdiskussion hineinzurutschen.

Achtsamkeit heißt: Zur Besinnung kommen, sinnlich werden, die Sinnesorgane mit dem Bewusstsein anzusteuern und was dort hineinkommt, in das Bewusstsein zu nehmen. [2]

Darüber hinaus hat Zinn das MBSR-Programm sukzessive durch eine fundierte wissenschaftliche Begleitforschung zu untermauern gesucht.[3] Die Achtsamkeitsbewegung hat eine Modewelle losgetreten, ähnlich wie vor 20 Jahren Wellness. Die ursprüngliche Definition von Wellness, die ganzheitliche Betrachtung und die miteinander verwobene Beziehung von Geist, Körper und Seele, ist heute jedoch in der Art kaum noch zu spüren. So kommt es, dass für ein steigendes Wellnessgefühl es scheinbar genügt, ein Wellness-Wasser zu trinken und Wellness-Socken zu tragen. So gesehen wird das, was Wellness ursprünglich zu bewirken versuchte, missbräulich verwendet.[4]

So stelle ich mir, in Anlehnung an andere, die Fragen:

  • Wird der Trend der Achtsamkeit nur dahingehend gefördert, die Selbstoptimierung noch stärker anzuregen, die eigene Performance noch eindrucksvoller zu verbessern, und den Egoismus noch mehr zu befriedigen?
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  • Besteht die Gefahr, dass der Trend der Achtsamkeit – ähnlich wie der Wellnesstrend – dazu missbraucht wird, einfach nur Umsätze zu steigern und Leistungen zu forcieren, ohne die Sinnhaftigkeit und die Folgen eines Turbo-Kapitalismus auf das Leben von Mensch und Natur in Frage zu stellen?
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  • Wie kann der ursprüngliche Antrieb der Achtsamkeit überleben, dass Achtsamkeit ähnlich wie Wellness dazu dient, den persönlichen Reifungsprozess in Verbindung mit einem nachhaltig ausgerichteten Verantwortungsbewusstsein zu begleiten?
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Bevor ich mich dem Achtsamkeitsboom kritisch annähere, möchte ich sagen, dass ich wie andere auch diesen Trend zuerst einmal erfreulich begrüße. Achtsamkeit ist meiner Erfahrung nach ein sehr guter Türöffner, um Stress zu reduzieren, gelassener und damit auch leistungsfähiger, wie auch konzentrierter zu agieren, und die körperliche wie auch emotionale Resilienz zu stärken.

Achtsamkeit als Leistungsantreiber oder weiser Ratgeber?

Wenn durch das Achtsamkeitstraining nicht nur die Selbstoptimierung im Fokus steht, sondern auch das „Du“, die Eingebundenheit und Unzertrennlichkeit von einem selbst mit anderen Menschen und der Natur zu begreifen versucht wird, dann kann ich Achtsamkeit aus besten Wissen und Gewissen empfehlen. Doch ich selbst weiß aus eigener Erfahrung, wie leicht man das Du, die ganzheitliche Betrachtung ohne ethisches Grundgerüst und ohne persönliche, erfahrende Begleitung in der Praxis aus den Augen verliert.

Achtsamkeit heißt, die Egozentrik des alltäglichen Ich-Bewusstseins zu überwinden, indem die egoistischen, emotionalen Antreiber wahrgenommen werden. [5]

Deshalb möchte ich niemanden verurteilen, der die Achtsamkeit vielleicht in einer missbräuchlichen Weise nutzt. Die im Netz angebotenen Meditations-Apps suggerieren das Bild, dass Achtsamkeitspraxis ganz einfach so mit Hilfe einer einfachen App in den Alltag integriert werden kann.[6] Bis zu einem gewissen Grad stimmt das. Es war zum einen gut, dass Jon Kabat-Zin die Achtsamkeitspraxis aus dem spirituellen Rahmen gelöst hat. Hätte er es nicht getan, so hätte die Achtsamkeitspraxis vermutlich kaum eine so weitreichende Anerkennung erfahren. Daran ist nichts verwerflich.

Doch ich nehme auch wahr, dass etwas fehlt. Dieser fehlende Teil ist mir, wenn ich ehrlich bin, erst durch meine Verbindung von Achtsamkeit und Kampfkunst so richtig bewusst geworden. Im Aikido-Training, wenn mir ein/e PartnerIn (Gegner) gegenübersteht, wird mir bewusst, wie Achtsamkeit in Verbindung mit dem Du wirkt. Was Achtsamkeit eigentlich heißt. Es bedeutet zu fühlen, geistig und körperlich zu verstehen, dass der Gewinn über einen anderen keinen Fortschritt bedeutet. Es geht nicht darum, besser zu sein, mächtiger zu sein, schneller zu sein, …

Es geht um das Wahrnehmen und Spüren, um die daraus entstehende Erkenntnis, woran man selbst und der andere gerade leidet, welche emotionalen Befindlichkeiten in einem selbst und beim anderen das Miteinander blockieren.

Wenn man das zu fühlen im Stande ist, dann wird aus dem Kampf ein verantwortungsbewusster Tanz. Dann öffnet sich das Feld der Kreativität und der verantwortungsbewussten, nachhaltig orientierten Ausrichtung für die Zukunft.

Es gibt keinen zweiten Planeten Erde

Bei dem Punkt, achtsames, verantwortungsbewusstes Handeln, denke ich an Philipp Blom, Historiker und Bestsellerautor. Er schreibt sehr eindrucksvoll über das Wirken der Menschen auf dem Planeten Erde. In seinem kürzlich erschienenen Buch „Was auf dem Spiel steht“ fragt er sich sehr eindringlich, wann die Menschen endlich bereit sind bewusst wahrzunehmen, was sie mit dem Leben auf ihrer Erde tun? Seinem Wissen nach steht der Mensch vor radikalen Umbrüchen. Klimawandel, Überbevölkerung sowie Raubbau an der Natur zerstören in einem kaum vorstellbaren Tempo den Lebensraum und das teilweise friedvolle Miteinander auf der Erde.[7]

  • Was hilft ein aktuelles Rekordwachstum, wenn in 30-50ig Jahren der Klimawandel, eine Folge vom Raubbau an der Natur, gespeist durch den Antrieb der Wirtschaft, dramatische Nachwehen für alle Menschen hat – ausnahmslos für alle? Jedes Unternehmen, jede Führungskraft, jede/r MitarbeiterIn wird betroffen sein.
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  • Was hilft ein gewinnträchtiges Wirtschaftsabkommen mit einzelnen afrikanischen Staaten bzw. mit einzelnen afrikanischen Clans, wenn damit in Folge Millionen AfrikanerInnen ihre Lebensgrundlage, die ohnehin mühsam ist, gänzlich verlieren? Ihr Leid wird immer handfester an die Türen Europas klopfen.
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Das sind nur 2 unangenehme Fragen. Es gibt noch weit mehr, die ich, wenn ich ehrlich bin, auch gerne verdränge. Die Gegenwart ist noch ganz gut. Die Zukunft wird es nicht mehr sein, so die klare Aussage von Blom. Deshalb negieren wir die Zukunft. Mag sein, dass ich hier ein wenig Schwarz male. Blom hat sich gleich zu Beginn in seinem Buch selbst zu ermuntern versucht, nicht so pessimistisch zu denken. Doch er ist aus seinem ganzen Wissen heraus zu dem Schluss gekommen, dass die Menschen anscheinend nicht bereit sind umzudenken.[8]

Ich persönlich hoffe, dass Blom mit seiner Hypothese nicht Recht behält. Ich wünsche mir, dass die Achtsamkeit im tiefgründigen Sinn als gesellschaftliche Bewegung wirksam wird. Dann ist es möglich, die Probleme der Welt gemeinsam zu lösen. Ich mag jetzt nicht pathetisch klingen. Ich versuche das Treiben der Wirtschaft faktisch neutral zu betrachten. Doch die Zukunftsprognosen, selbst jene von WirtschaftswissenschaftlerInnen, rühren und rütteln mich. Das lässt mich einfach nicht kalt. Mag sein, dass manche von Ihnen mich jetzt zu rührselig halten. Sie haben vielleicht andere Erfahrungen und Einsichten. Das ist gut so, und gemeinsam aus unterschiedlichen Perspektiven heraus entstehen weitere neue Einsichten. Das ist ebenfalls Achtsamkeit.

Achtsamkeit als Zukunftschance

So wie ich versucht habe, mir das Feld der Achtsamkeit zu erschließen, so verstehe ich Achtsamkeit als Türöffner, die eigenen inneren Dämonen besser kennen und führen zu lernen. Es sind diese inneren Dämonen, die ein Umdenken und neues Handeln verwehren.

Die inneren Dämonen wie Neid, Gier, Hass, Zweifel, Widerwillen, Trägheit, u.a. verzerren den klaren Blick auf das Leben. Diese Dämonen überreden, Dinge zu tun, die eigentlich einem selbst und anderen nicht gut tun.

Die Achtsamkeitspraxis hilft, diese Dämonen aufzuspüren und respektvoll in Schranken zu weisen. Genau genommen steckt hinter jedem Dämon Angst. Das ist meine Einsicht und Empfindung. Achtsamkeit hilft, die Angst liebevoll in den Arm zu nehmen, und den Dämonen zu zeigen, dass sie die Angst nicht mehr beschützen müssen. Die Angst selbst begründet sich darin, die tiefgründige Verbundenheit mit dem Leben verloren zu haben, die Kraft des Herzens nicht mehr zu spüren.

Achtsamkeit heißt zu verstehen, dass die eigene Befindlichkeit in Verbindung mit der Befindlichkeit der anderen gemeinsam agiert.[9] Ich lebe nicht getrennt von den anderen, sondern ich bin Du. Deine Gefühle wirken auf mich und umgekehrt. Wenn ich meine eigenen Gefühle nicht zu verstehen vermag, dann kann ich das noch weniger mit den Gefühlen der anderen, die aber auf mich wirken und mich beeinflussen.

Jeder, der die Achtsamkeitspraxis durchdringend als Weg der Selbsterkenntnis zu gehen versucht, wird jedoch andere Erfahrungen und Einsichten machen. Aber die meisten Praktizierenden werden vermutlich zustimmen, dass der Weg der Achtsamkeit nicht zur Effizienzsteigerung dient, sondern zur Steigerung der Menschlichkeit.[10] So gesehen ist die Herauslösung der Achtsamkeitspraxis aus dem spirituellen Rahmen ein wenig gefährlich. Damit geht eine elementare Einsicht verloren, die Verbundenheit mit der Schöpfung, der darin begründete Respekt vor der Natur, das verantwortungsbewusste gemeinsame Gestalten der Welt und der Gesellschaft.

Ich möchte in diesem Artikel keine ethischen Belehrungen abhalten. Das steht mir absolut nicht zu. Ich möchte nur darauf hinweisen, dass ich selbst aus meiner Erfahrung heraus weiß, dass das Achtsamkeitstraining leicht missbräuchlich genutzt werden kann. Die Gefahr ist einfach sehr groß, diesen Missbrauch nicht zu merken. Das kann absolut niemandem zum Vorwurf gemacht werden. Der Weg der Erkenntnis ist kein leichter Weg, und sollte meiner Meinung nach nicht losgelöst von einem spirituellen oder ethischen Grundgerüst, nur mit entsprechend einsichtiger und erfahrenen Begleitung zur Wirkung kommen. Ich weiß auch, dass gerade in Zeiten der Säkularisierung ein spirituelles Grundgerüst als Wegweiser sicher nicht gerne gesehen wird. Ethische Werte verlieren jedoch auch an Bedeutung.

Wohlstand frisst Werte – wenn die Wächter der Werte schlafen. [11]

So gesehen braucht es zusätzliche Übungen bzw. Reflexionen, die die Einsicht ermöglichen, dass die Selbstbezogenheit und Selbstfokussierung keinen echten Erfolg bringt. Ich persönlich konnte mit Hilfe von Aikido die Achtsamkeitspraxis vertiefen, und den möglichen Missbrauch aufdecken, bevor dieser zu stark zum Wirken kam. Es gibt sicher auch noch andere Wege, solche, wo man selbst mit einem Du in ehrlicher, offener Weise konfrontiert wird. Das ist meiner Erfahrung nach notwendig, ansonsten belügt man sich wieder selbst in dem eigenen, scheinbaren achtsamen Fortschritt.

Ihr Günther Wagner

 

Literaturquellen:

[1] https://www.researchgate.net/publication/317097836_Mindfulness_im_Alltag_und_in_Organisationen. Am 2017-07-24 gelesen.
[2] https://www.researchgate.net/publication/317097836_Mindfulness_im_Alltag_und_in_Organisationen. Am 2017-07-24 gelesen.
[3] https://www.researchgate.net/publication/317097836_Mindfulness_im_Alltag_und_in_Organisationen. Am 2017-07-24 gelesen.
[4] https://www.researchgate.net/publication/317097836_Mindfulness_im_Alltag_und_in_Organisationen. Am 2017-07-24 gelesen.
[5] https://www.researchgate.net/publication/317097836_Mindfulness_im_Alltag_und_in_Organisationen. Am 2017-07-24 gelesen.
[6] https://utopia.de/achtsamkeit-5-empfehlenswerte-meditations-apps-57123/. Am 2017-07-25 gelesen.
[7] https://files.hanser.de/hanser/docs/20170710_21771145219-117_978-3-446-25664-4-Leseprobe.pdf. Am 2017-07-25 gelesen.
[8] https://files.hanser.de/hanser/docs/20170710_21771145219-117_978-3-446-25664-4-Leseprobe.pdf. Am 2017-07-25 gelesen.
[9] https://www.researchgate.net/publication/317097836_Mindfulness_im_Alltag_und_in_Organisationen. Am 2017-07-24 gelesen.
[10] http://blog-wagner-consulting.eu/unerwartete-revolution/.
[11] Höhler, Gertrud: Jenseits der Gier. Vom Luxus des Teilens. Ullstein Buchverlage GmbH, Berlin: 2005.

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Visionen zum Leben erwecken statt Ziele setzen

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Visionen zum Leben erwecken statt Ziele setzen

Vor einer Woche habe ich über Ziele im Management bringen keinen Erfolg geschrieben. Zum einen stimmt es, dass heute – in VUCA-Zeiten – das Festhalten an starren Zielevereinbarungen Unternehmen zum Wanken bringt. Doch wie soll ein Unternehmen, das Management ohne Ziele handeln?

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Vision als Realutopie

Es wird heute von relativen und flexiblen Zielvereinbarungen, statt fixer Ziele gesprochen. Doch das genügt meiner Erfahrung nach nicht, um das Unternehmen auf Kurs zu halten, bzw. das Unternehmen erfolgreich durch die Stürme der VUCA-Zeiten zu führen. Meinem Empfinden nach fehlt es an gelebten Visionen. Visionen werden zwar oft von Unternehmen formuliert, aber gelebt werden diese kaum.

  • Das Problem liegt zum einen an der greifbaren Formulierung klarer Visionen. Die meisten wissen streng genommen nicht, was eine Vision eigentlich ist.

  • Zum anderen werden in Verbindung mit den Visionen Zielvereinbarungen, die meinem Wissen und meiner Erfahrung nach den Visionsumsetzungsprozess tatkräftig unterstützen, falsch gesetzt. Visionen werden allzu oft mit Zielen bzw. Unternehmensstrategien verwechselt.

Die Vision wächst aus einer religiösen bzw. philosophischen Erkenntnis heraus. Es ist eine Offenbarung, eine Verkündigung bzw. eine Idee. Es ist eine gedankliche Erscheinung, die die Wirklichkeit aus einer anderen Perspektive zu betrachten vermag, und damit den Weg in die Zukunft in anderer Weise zu denken im Stande ist.[1] Reinhold Messner, der Grenzgänger und Erfinder einer effizienten Logistik, versteht es so:

Der Wert einer Lebensform und damit auch einer Vision und den darin begründeten Teilzielen ist zu bemessen an ihrer Nachhaltigkeit, an ihrem internen Veränderungspotential, und am Reichtum und Wohlbefinden des Ganzen.[2]

Was macht eine erfolgsversprechende Vision aus

Zum Einstieg kann dazu gesagt werden, dass das Silicon Valley nicht aufgrund des Technologie-Know-Hows europäischen Firmen voraus ist, sondern mehr Mut zu Visionen zeigt.[3]

Visionen tun weh, und wenn Visionen auf ein freundliches Kopfnicken stoßen, dann sind es keine Visionen, sondern Binsenweisheiten.[4]

Eine Vision zu haben, bedeutet genau zu wissen, wie man die Welt verändert haben möchte. Die Vision von Facebook lautet, jeden mit jedem zu vernetzen. Airbnb will die Welt gastfreundlicher gestalten, Google möchte der ganzen Welt alle Informationen zugänglich machen, und Uber will shared rides als Hauptverkehrsmittel etablieren. Eine Vision zu haben, bedeutet jedoch noch nicht, dass das Unternehmen besonders sozial oder idealistisch ausgerichtet sein muss.[5] Aber gerade in Bezug auf soziale Visionen zeigt sich, wie dynamisch und aussichtsreich Visionen sein können, wie beispielsweise bei Nelson Mandela, Martin Luther King oder Mahatma Gandhi.

Hier stellt sich mir die Frage, was konkret diesen Persönlichkeiten die Kraft gegeben hat, ihre Visionen zu finden, und daran zu glauben:

  1. Zum einen war es vielleicht die Fähigkeit, die kindliche Energie zu bewahren, der unbeirrbare kindliche Glaube, trotz großer Hindernisse etwas erreichen zu können[6], gepaart mit der kindlichen Experimentierfreudigkeit und Kreativität neue Wege zu finden. Im Management gibt es da und dort Anstöße, dieses in der Kindheit so kraftvolle Tun zu reaktiveren. Neue Denkschulen, wie Design Thinking und Art Thinking, versuchen die mit dem kindlichen Vermögen verbundenen Ressourcen wieder in Aktion zu bringen.

  2. Neben der Kreativität und Experimentierfreudigkeit brauchen Visionen zugleich die Kraft des Nicht-Denkens. Angelehnt an die Worte von Reinhold Messner werden Visionen durch das Vordenken im Nicht-Denken[7], durch die achtsame Aktivierung der nicht-dominanten Gehirnhälfte zum Wirken gebracht, durch die Intuition genährt. Genau genommen ist das ebenfalls eine kindliche Fähigkeit. Die Intuition der Erwachsenen unterscheidet sich jedoch von jener der Kinder. Die Intuition verstärkt sich im Laufe des Lebens durch die täglich anwachsenden Erfahrungen und Eindrücke, und begleitet Erwachsene dadurch in anderer Weise als die Kinder. Leider ist der Zugang bei den Erwachsenen zu ihrer Intuition, zu ihrem Bauchgefühl, aufgrund der Überbewertung der rationalen Fertigkeiten der dominanten Gehirnhälfte, nur selten klar und deutlich zu spüren.

  3. Darüber hinaus verlangen Visionen eine Art Opferbereitschaft, das Verlassen der Komfortzonen. Gerade dieser Punkt, das Verlassen der Komfortzonen macht Eindruck auf andere. Damit gewinnt man Anerkennung, wird Vorbild und lädt zum Nachahmen ein. Entscheidend ist somit auch, in welcher Weise die Vision bzw. die mit der Vision einhergehenden Ziele angeordnet werden. Es macht einen unfassbaren Unterschied, ob die Visionen von den VisionsträgerInnen selbst gelebt und aus tiefer Überzeugung heraus gemeinsam mit den anderen aufgebaut, oder nur rein formal, technisch von „Oben herab“, aus der Komfortzone heraus, ohne Selbstbetroffenheit und Gefühl angeordnet werden.[8]

Mut, so wie dieser im Silicon Valley gerne als Visionsträger propagiert wird, ist in Bezug auf Visionen nur ein Aspekt. Angelehnt an Reinhold Messners Erfahrung als Visionär und Grenzgänger bedarf es für erfolgsversprechende Visionen eines brauchbaren Managements mit Bezug zu einer lebenswerten Welt.

Wer Verantwortung für Menschen und Güter trägt, sollte sich die Zukunft eindringlich vor Auge halten.[9]

Visionen dienen u.a. dazu, die Zukunft im Gesamtblick zu erfassen, sich über die Zukunft Gedanken zu machen, nicht bloß über den eigenen Erfolg und den Erfolg des Unternehmens, sondern auch über die Umwelt, die Gesellschaft und die Folgen des eigenen Handelns in Bezug auf die Umwelt. Doch zu oft wird bloß in kurzen Zeitintervallen und begrenzt auf Eigenerfolg die Zukunft berechnet. Ressourcen wie Zeit, Energie und Geld werden dabei verschwendet.[10]

Das stößt mich an, daran zu erinnern nicht gleich die Schuldigen zu suchen oder in einen neuen Aktionismus zu verfallen, sprich Ziele abschaffen und Visionen schaffen. Zum einen muss man sagen, dass die Bemühungen im Management, es besser zu machen, ohnehin groß sind. Es mangelt vielmehr an neuen Tools und qualitativ hochwertigen Hilfestellungen, die neuen Tools verantwortungsbewusst zum Einsatz zu bringen. Die neuen Tools, wie beispielsweise Design Thinking, Art Thinking, Achtsamkeit können nicht wie die bisherigen, meist nur rational ausgerichteten Management-Werkzeuge, in einem 1-3 Tages-Workshop erlernt werden. Die neuen Tools, worunter auch die Visionssuche fällt, benötigen eine äußerst erfahrene, ganzheitlich geschulte Begleitung. Die neuen Tools wirken eben nicht nur auf der rationalen, sondern auch auf der emotionalen Ebene.

Visionssuche wagen

Visionquest als Visionsaufbauinstrument wird kaum in Unternehmen angewandt. Die Visionssuche ist im ethnologischen Sinn eine spirituelle Praxis zur Erlangung tieferer Lebenseinsichten.[11] Der Ablauf ist ziemlich einfach: Es wird ein Ort gesucht, an dem die Suchenden ungestört sein können, dem Himmel in gewisser Weise näherkommen. Man verbringt dann eine gewisse Zeit ganz alleine mit sich und den Fragen für die Zukunft. Die Nahrungsaufnahme wird ebenfalls reduziert. Man übt sich verstärkt in der Achtsamkeit, der Meditation. Man reinigt seine Gedanken, seinen Körper und öffnet sich für das Ganze, für das Leben im umfassenden Sinn. Das ist der Punkt, an dem die Vision bereit ist sich zu zeigen. Das Privatissimum, die Klausur, die ich bei Anfrage maßgeschneidert und diskret begleite, wirkt in sehr ähnlicher Weise.

Mag sein, dass Sie diese Art und Weise neue Ideen zu generieren abschreckt. Das ist durch und durch normal. Denn nur wenige Menschen im Management wagen den Blick über den Tellerrand in das Feld der allzu gerne als esoterisch abgestempelten Wirkungsmechanismen. Das kann niemandem zum Vorwurf gemacht werden. Das ist die gängige Praxis und alle, die es anders machen, werden vielleicht sogar als Spinner abgestempelt. Doch vielleicht sollte man es wagen, die Vision anzudenken, das Management neben all dem rationalen, technischen Know-How auch in Intuition, u.a. mit Hilfe von spirituellen Erkenntniswegen, zu bilden. Ich wage das kaum so zu formulieren. Doch wenn ich über Visionen schreibe, so sollte ich mir selbst auch eingestehen, inwieweit ich es wage, Visionen auszudrücken. So stelle ich mir selbst und Ihnen die Frage:

Was ist der größtmögliche positive Wandel in der Welt, den wir Kraft unserer Leidenschaft und Ressourcen bewirken können?

Mit dieser Frage möchte ich diesen Artikel beenden. Mir ist bewusst, dass ich heute vielleicht mit meinem Andenken einer intuitiv ausgerichteten Vision für das Management einige unter Ihnen abschrecke. Das nehme ich mit großem Respekt an. In einer rational ausgerichteten Welt verunsichert das Nicht-Rationale enorm. Das Rationale gibt Schutz, das Altbekannte verbindet die Menschen, und jeder der sich auf etwas Neues einlässt, verliert das Vertraute und auch die Anerkennung und den Schutz der Gemeinschaft. Vielleicht muss dieser Punkt, diese Einsicht: Angst davor zu haben, als Outsider abgestempelt zu werden, und damit evtl. Macht, Einfluss und Schutz zu verlieren, vertrauensvoll mit sich selbst geklärt sein, bevor irgendein Tool zur Verbesserung der Fähigkeiten und Fertigkeiten zum Einsatz kommt.

Ihr Günther Wagner

 

Literaturquellen:

[1] https://de.wikipedia.org/wiki/Erscheinung. Am 2017-07-17 gelesen.
[2] Messner, Reinhold: Berge versetzen. Das Credo eines Grenzgängers. 6. Auflage. BLV Buchverlag GmbH & Co. KG. München: 2010.
[3] http://t3n.de/news/vision-744637/. Am 2017-07-17 gelesen.
[4] http://t3n.de/news/vision-744637/. Am 2017-07-17 gelesen.
[5] http://t3n.de/news/vision-744637/. Am 2017-07-17 gelesen.
[6] http://t3n.de/news/vision-744637/. Am 2017-07-17 gelesen.
[7] Messner, Reinhold: Berge versetzen. Das Credo eines Grenzgängers. 6. Auflage. BLV Buchverlag GmbH & Co. KG. München: 2010.
[8] Angelehnt an einen Kommentar aus meinem Artikel: Ziele im Management bringen keinen Erfolg – warum?
[9] Messner, Reinhold: Berge versetzen. Das Credo eines Grenzgängers. 6. Auflage. BLV Buchverlag GmbH & Co. KG. München: 2010.
[10] http://www.christianhaak.de/blog/details/article/strategie-veraenderung-heute-wie-wir-aus-visionen-wirklichkeit-werden-lassen/. Am 2017-07-17 gelesen.
[11] https://de.wikipedia.org/wiki/Visionssuche. Am 2017-07-18 gelesen.

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