Endlich wirksame Management-Effekte

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Endlich wirksame Effekte im Management

Die elementare Frage in Bezug auf Managementtools und sonstige Ratschläge für Sie als Führungskraft und Ihr Unternehmen lautet:

  • Was bringt mir das?

Vermutlich können Sie dem zustimmen. Sie möchten am liebsten schnell umsetzbare, einfache und dennoch hochwirksame und kompetente Lösungen für Ihre Herausforderungen.

Mit etwas Mut und Disziplin ist das sogar möglich.

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Mag sein, dass ich in vielen meiner Beiträge den Anschein geweckt habe, dass es nur Lösungen gibt, die viel Zeit in Anspruch nehmen und mit tiefgehenden Prozessen verbunden sind. Aus einer bestimmten Perspektive aus betrachtet ist das auch wahr.

Heute betrachten wir jedoch Ihre Probleme bzw. Herausforderungen einmal von einer anderen Seite. Und von diesem anderen Standpunkt aus beachtet, können wir mit 3 konkreten Schritten Lösungen generieren, die leichter zu greifen und umzusetzen sind, angelehnt an das, was auch Roger Rankel publiziert hat.[1]

 

1. Nichts Negatives

Das bedeutet, alles weglassen was nicht den gewünschten Erfolg bringt. Das heißt im ersten Schritt zu lernen, klar und deutlich den Ballast aufzuspüren, der entsorgt werden muss. Ein Heißluftballon braucht zu Beginn seiner Mission Ballast bzw. feste Verankerungen. Aber um dann Abheben zu können, muss dieser Gewicht reduzieren und die Verankerungen lösen. Für Sie als Führungskraft könnte das heißen:

  • Beispielsweise ineffiziente Meetings streichen und neue Formen von Zusammenkünften ausprobieren. Viele Meetings kosten Zeit und bringen in keiner Weise das gewünschte Ergebnis. So gesehen sind viele Meetings Belastungen, starre Verankerungen und damit negativ.

  • Ebenso könnte es bedeuten, Arbeitsprozesse neu zu definieren und gemeinsam mit MitarbeiterInnen neue Lösungen zu finden, statt nur aus dem Elfenbeinturm von oben herab Anweisungen zu geben.

  • Nichts Negatives könnte jedoch auch heißen, blinden Aktionismus wahrzunehmen. Allzu gerne versuchen wir Herausforderungen zu meistern, indem wir von dem was wir scheinbar gut können immer mehr tun. Aber genau dieses immer mehr nach gewohnten Mustern führt definitiv nicht zum Erfolg. Blinder Aktionismus ist genau genommen Ballast, ein äußerst schwerer Ballast. Mit diesem können keine neuen Wege gegangen werden.

Dafür braucht es einen kurzen Stopp Ihrerseits und etwas Mut, kombiniert mit einem selbstkritischen Blick auf das was man gerade tut. Genau dieser eine Schritt kann wirklich sehr entscheidend sein für Ihren späteren Erfolg. Doch genau dieser Schritt braucht einen Anstoß bzw. ein Hilfswerkzeug, eine Lupe, eine/n außenstehende/n BeobachterIn. Alleine, ohne Hilfsmittel ist das meiner Erfahrung und Beobachtung nach nur selten vorzufinden.

Man kann niemals mit 100%iger Sicherheit sagen, was erfolgreich macht. Aber man kann ziemlich sicher sagen, was Erfolg zerstört bzw. verhindert.

Das ist der 1. große Erkenntnis- und Umsetzungsschritt hin zu einer Lösung in verzwickten und festgefahrenen, blockierenden Situationen. Der 2. große Schritt ist die Einsicht darüber, womit man den größten Effekt erzielen kann.

 

2. Das Besondere

Die e5.anderswerken GmbH setzt diese beiden Schritte beispielsweise für den Buchhandel erfolgreich um. Sie wissen genau, ein „Weiter so“ kann es nicht geben und spüren im Buchhandel neue Trends auf, u.a. dass Menschen einen Kulturtreffpunkt, einen Ort für Erlebnis, Begegnung und Kommunikation als analoges Pendant zu Facebook und Co. mögen.[2] In ähnlicher Weise versucht auch die Buchhandelskette Thalia Ihre KundInnen zu überzeugen, indem sie u.a. für diese Erlebniswelten mit Wohlfühlatmosphäre schafft, und ihre KundInnen mit Omni-Channel-Strategien über alle Kanäle bedient.[3]

Um das Besondere präziser greifen zu können, braucht es wiederum einen kritischen, ehrlichen Blick – die Erkenntnis darüber, was wirklich gut läuft und was nicht. So kann man beispielsweise den Kauf im Internet verteufeln, der den Einzelhandel zu zerstören scheint, oder das Besondere hervorheben: Die KundInnen in deren Mobilität abholen.[4]

  • Dabei hilft wiederum der Blick von außen. Mitten im Geschehen stehend ist das gut Laufende vom weniger gut Laufenden nicht so leicht zu identifizieren, bzw. man ist so betriebsblind und meint, dass etwas gut ist obwohl es das gar nicht ist.

Die Betriebsblindheit ist ganz normal, davon sind ehrlich gesagt alle betroffen – selbst ich in meinen eigenen Bereichen. Deshalb ist es sehr notwendig, auch für mich, immer wieder den Blick von außen einzuholen, um festgefahrene Gewohnheiten und Eintrübungen aufzuspüren und achtsam zu entsorgen.

  • Wagen Sie es Emotionen zu wecken, und das Besondere deutlich hervorzuheben.

Emotionslos agieren ist ebenfalls normal. Dieses Abschneiden von Emotionen im Arbeitsalltag verhindert jedoch das Wirksamwerden vom Besonderen. Das Produkt soll Besonders sein, aber das geht nur dann wirklich optimal, wenn gemeinsam mit dem Produkt das ganze Unternehmen die Besonderheiten und Bedürfnisse aller Beteiligten hervorhebt.

  • Und genau das macht die digitale Welt. Diese versucht die Menschen, und deren Entscheidungsmuster zu verstehen und Lösungen anzubieten, die die Menschen emotional berühren. Die Datenkrake weiß über Bedürfnisse und Wünsche vielleicht besser Bescheid als manche Führungskraft über Ihre MitarbeiterInnen.[5] Das sollte doch zu denken geben.

Wenn also geklärt ist, was gut läuft und besonders ist, dann kann man hergehen und diese positiven Aspekte weiter verstärken, sprich noch wirkungsvoller in Szene zu setzen. Folgende Fragen können Ihnen u.a. helfen, Ihre persönlichen guten Seiten bzw. die positiven Aspekte Ihrer MitarbeiterInnen und das Besondere der Produkte Ihres Unternehmens zu konkretisieren. Wagen Sie es hier wirklich ehrlich zu sein, und ziehen Sie Bewertungen von Außenstehenden hinzu.

  • Wie spannend sind Sie als Führungskraft und Ihre Dienstleistungen für Ihre MitarbeiterInnen und Ihr Unternehmen? Was ist das Besondere an Ihnen als Führungskraft?

  • Wie spannend sind die Produkte Ihres Unternehmens? Worin liegt das Besondere, das Einzigartige an dem Produkt Ihres Unternehmens?

  • Wie groß ist der Spannungsbogen zwischen „kennt man schon“ und „das ist ja kaum zu glauben“ – bei Ihnen, bei Ihren MitarbeiterInnen, bei den Produkten?

Die Fragen können auf alles angewendet werden – auf Sie als Führungskraft, auf das Produkt, auf MitarbeiterInnen, auf Ihre KundenInnen, um deren möglichen Bedarf herauszufinden, uvm. Wenn Sie das Blockierende auflösen, das Besondere hervorheben und stärken, dann braucht es noch einen weiteren Schritt, um den Erfolg nachhaltig sicher zu stellen.

 

3. Haltung wahren

Sie als Führungskraft stehen für den Erfolg Ihres Unternehmens. Mit Ihren Entscheidungen beeinflussen Sie die Zukunft Ihres Unternehmens, Ihrer MitarbeiterInnen und ebenso Ihrer noch vorhandenen und Ihrer potentiellen KundInnen. Mit Ihren Entscheidungen geben Sie ein Leistungsversprechen. Das sollte Ihnen in vollem Umfang bewusst sein.

  • Ihr Leistungsversprechen ist von vielen Faktoren abhängig, doch am meisten von Ihrem Verantwortungsbewusstsein und Ihrer persönlichen Haltung.

Wir leben in turbulenten Zeiten, das wissen Sie. Das braucht klare Entscheidungen und den Mut, Emotionen zu wecken, das Besondere hervorzuheben und Belastungen beispielsweise in Form von unangebrachten Führungsstilen, lähmenden Meetings, veralteten Produkten, uvm. respektvoll zu verabschieden.

Sie als Führungskraft können Veränderungen initiieren und den Erfolg ankurbeln. Dabei genügen jedoch keine verschriftlichten Wunschstrategien, die von der Marketingabteilung rühmlich propagiert werden. Ihre Versprechen sollten tagtäglich mit Ihnen als Vorbild im Unternehmensalltag zu sehen und zu spüren sein. Sie als Führungskraft brauchen ein gutes Rückgrat, um Ihre MitarbeiterInnen erfolgreich durch die Herausforderungen zu führen und deren Courage zu stärken, Neues zu wagen. So gesehen sind Sie als Führungskraft auch eine Art Coach – so wie ich.

In meinen Beratungen betrachte ich die Herausforderungen immer von mehreren Seiten. Je nach Bedarf, Wunsch und Persönlichkeit wähle ich dann maßgeschneidert den passenden Weg. Manche Führungskräfte brauchen Zeit, Muße, philosophisches Beiwerk. Andere wiederum suchen rasche umsetzbare Tipps. Und dazwischen gibt es eine große Bandbreite an Wünschen und Ängsten. Das ist das Wunderbare an meiner Tätigkeit – gemeinsam die verdeckten Potentiale, das Menschliche im Unternehmensalltag wiederentdecken und gewinnbringend in den Berufsalltag integrieren.

Ihr Günther Wagner

 

Literaturquellen:

[1] Rankel, Roger: Die Geheimnisse der Umsatzversoppler. Gabal 2017.
[2] https://www.boersenblatt.net/artikel-e5.anderswerken.1246697.html. Am 2017-03-07 gelesen.
[3] http://diepresse.com/home/wirtschaft/economist/5126554/Digitalisierung-zwingt-Buchhaendler-zum-Umdenken. Am 2017-03-07 gelesen.
[4] http://www.internetworld.de/e-commerce/amazon/nina-hugendubel-kunden-in-mobilitaet-abholen-1136265.html. Am 2017-03-07 gelesen.
[5] http://easy-leadership.de/leadership/einzelhandel-wegen-digitalisierung-geschlossen. Am 2017-03-07 gelesen.

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