Erfolgsgarantie durch Sinn-Ökonomie

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Unternehmen mit einem „strong sense of purpose“ haben einen Erfolgsvorsprung von bis zu 60%.

Die Studie „Culture of Purpose“ von Deloitte zeigt deutlich, dass selbst bei traditionellen Controllern, die Frage nach dem Sinn und einem sinnerfüllten Unternehmen relevant ist.[1]

Unternehmen mit einem „strong sense of purpose“ haben einen Erfolgsvorsprung von bis zu 60%.[2]

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Sinn als Schlüsselressource der Zukunft — wie ist das zu verstehen?[3]

Die Herausforderungen der VUCA-Zeit stellen die Unternehmen hart auf die Probe. Die Unternehmen sind gefordert und müssen Veränderungen einleiten und umsetzen.

  • „Was“ konkret geändert werden muss, dass wissen Sie. Damit arbeiten die meisten von Ihnen bereits täglich – mit mehr oder weniger gutem Erfolg.

  • Das „Wie“ als Umsetzung für das „Was“ wird ein wenig ins Abseits geschoben. Es ist unbequem und erscheint in Change-Prozessen anfangs erfolgshinderlich.

  • Und mit dem „Warum“ kommt noch ein weiterer Aspekt in Change-Prozessen hinzu, der ähnlich wie das Wie zu wenig Beachtung erfährt.

Obgleich die Studie von Deloitte deutlich zeigt, dass die Implementierung einer Sinnökonomie in den Unternehmensalltag die notwendigen Veränderungen erfolgsversprechend zu bewegen verspricht, wird dem Was in Change-Prozessen unverkennbar mehr Aufmerksamkeit geschenkt.

Bevor ich nun konkret auf die Sinnökonomie eingehe, möchte ich Ihnen noch kurz die 3 tragenden Säulen von Change-Prozessen anschaulich machen: 

 

Die 3 Säulen erfolgswirksamer Veränderungs-Prozesse

Erst durch ein gemeinsames Miteinander vom Was, Wie und Warum können Herausforderungen und notwendige Veränderungen erfolgreich gemeistert werden.

Erst durch ein gemeinsames Miteinander vom Was, Wie und Warum können Herausforderungen und notwendige Veränderungen erfolgreich gemeistert werden.

Beschränken wir uns in Veränderungsprozessen nur auf das Was, ist die Chance auf einen erfolgreichen Change begrenzt. Lt. zahlreicher Studien scheitern ca. 60-70% aller Change-Management-Projekte oder erreichen nicht die gesteckten Ziele. Diese geringe Erfolgsquote ist seit den 70er Jahren konstant.[4]

Deshalb stellen sich auch immer mehr Führungskräfte die Frage, woran es liegt, dass die Veränderungs-Prozesse nicht zum gewünschten Ergebnis führen. Immer mehr Unternehmen suchen nach einem neuen genetischen Code, um ihr Überleben zu sichern.[5] Dieser Code ist jedoch nicht nur im „Was“, sondern ebenso im „Wie“ und „Warum“ zu finden. Insbesondere die neue Generation an Führungskräften fragt vermehrt nach einem Warum und Wozu.

Gleichzeitig weiß ich aus langjähriger Erfahrung, dass beispielsweise das Wie in Change-Prozessen nicht gerne gesehen und oft ausgespart wird. Das Warum erleidet eine ähnlich unliebsame Position. Verständlich, denn das Was ist leicht zu argumentieren und in Anweisung zu bringen. Das Wie und auch das Warum verlangen persönliche Auseinandersetzung und persönliche Betroffenheit. Bernd Ankenbrand, Sinnökonom, sagt ganz deutlich:

Wer Sinn sucht, muss sich auf den Weg machen, eine (Selbst-)Entwicklung und auch eine gewisse Offenheit zulassen.[6]

 

Sinnmaßstäbe finden

Es ist vielleicht nicht so schwer vom Sinn zu sprechen, aber eine neue Sinnkultur im Unternehmensalltag zu wagen und umzusetzen, das kann nicht per Anweisung erfolgen. Das erlebe ich täglich in meiner Arbeit als Berater.

  • Das „Was“ wird auf die Tagesordnung gesetzt und zur Umsetzung angeordnet.

  • Das „Wie“ soll jeder für sich selbst finden – still und leise. Das weiß doch ohnehin jeder – oder nicht?!

  • Das „Warum“ wird erst gar nicht erfragt bzw. fällt unter den Tisch.

Das Warum hat seine eigenen Gesetze und Spielregeln, so wie das Wie und auch das Was ein konkretes Handwerkszeug benötigt, um wirken zu können. Hier stellt sich gleich die Frage, was überhaupt Sinn ist bzw. als sinnvoll und als wertvoll im Unternehmenskontext gesehen werden kann? Das ist der entscheidende Punkt im erfolgsversprechenden Einführen einer Sinnökonomie.

Ob etwas sinnvoll und damit wertvoll ist, hängt davon ab, welche Maßstäbe angelegt werden.[7]

Jede Epoche entwickelt eigene Sinnmaßstäbe. So haben in Stammesgesellschaften andere Maßstäbe gegolten wie in der Industrialisierung, oder heute in der Digitalisierung. Macht und Dominanz waren beispielsweise für Stammesgesellschaften relevante Sinngebungen. Im Industriezeitalter galten Produktivität und Disziplin als sinnstiftend, und damit erfolgsversprechend. Und heute, im VUCA-Zeitalter gelten wiederum andere Wertbestimmungen als früher. Selbstorganisation und Vernetzung sind aktuell sicher relevante Aspekte. Aber die Sinngebung in Zeiten der Digitalisierung ist viel differenzierter. Was für den einen sinnvoll ist, erscheint dem anderen als Unsinn, und umgekehrt.[8]

Die Komplexität zeigt sich somit auch in der Sinnfrage. Deshalb ist es so wichtig, die zugrundeliegenden Maßstäbe transparent zu machen und offen anzusprechen. Die folgenden 4 Fragen helfen, den Sinn deutlicher herauszuarbeiten:[9]

  1. Warum tut jemand das, was er tut?

  2. Welche Wirkung hat dieses Tun auf einen selbst und auf andere?

  3. In welchem Zusammenspiel bzw. in welcher Zugehörigkeit steht das jeweilige Tun zu den anderen?

  4. Was kann vom Unternehmen an Mehrwert an die Gesellschaft zurückgegeben werden? Was ist der Faire-Share?

Manche mögen den relevanten Aspekt der Sinnstiftung erkannt haben, nutzen diesen jedoch nur aus Marketing-Gründen. So wird der Wandel jedoch auch nicht gelingen.

Sinnökonomie verlangt Authentizität und persönliche Betroffenheit. Dafür genügt manchmal auch nur ein ehrlich gemeinter Dank!

Je intensiver sich ein Unternehmen mit der Sinnökonomie auseinandersetzt, desto deutlicher zeigt sich, dass die Implementierung einer Sinnstiftung nicht an der Veränderung der Führung und entsprechenden Führungskultur vorbeigeht. Wo wir erneut wieder bei dem Themenkomplex wären:

  • Veränderung der Führungskräfte und dem zugrundeliegenden Führungsverhalten

Darüber habe ich schon mehrfach geschrieben, u.a. in „die neue Freiheit im Leadership“ oder in „Endlich wirksame Management-Effekt.

Die Auseinandersetzung mit dem Sinn in Unternehmen, soll jedoch auch nicht heißen, dass jedes Denken und Ausrichten an Profit schlecht wäre. Profit ist notwendig und eröffnet erst die Türen, um eine stimmige Sinnökonomie ins Unternehmen zu implementieren. Mit einem gesunden Profit können die Spielräume für Sinn, Innovation und Veränderung ermöglicht und unterstützt werden.[10]

Bernd Ankenbrand ist davon überzeugt, dass die Sinnfrage für die Unternehmen und Führungskräfte eine Schlüsselressource der Zukunft werden wird.[11] Die Unternehmen und Führungskräfte, die weiterhin erfolgswirksam am Markt bestehen möchten, müssen sich die Fragen stellen:

  • Was ist für welche Zielgruppe sinnvoll und warum?

  • Welcher Sinn bewegt die KundInnen?

  • Kennen Sie den Sinn Ihrer MitarbeiterInnen in Bezug auf deren Tätigkeiten im Unternehmen?

  • Warum sind Sie Führungskraft? Was hat Sie dazu bewegt als Führungskraft für dieses Unternehmen tätig zu sein?

Auch ich selbst muss mir immer wieder die Frage stellen, was mich dazu bewegt als Berater tätig zu sein, und Sie als Führungskraft in Ihrem Erfolg und Wirken zu unterstützen. Ich kenne aus eigener Erfahrung den Druck der auf Ihnen lastet. Ich kenne aus eigener Erfahrung das Streben nach Erfolg. Und ich kenne aus eigener Erfahrung die Dilemmata, verantwortungsbewusst, empathisch und dennoch gewinnorientiert zu handeln. Ich war bestrebt für mich persönlich die Dilemmata bestmöglich zu lösen, und bin heute als Berater bestrebt meine Erfahrungen und mein Wissen mit Ihnen zu teilen.

Ihr Günther Wagner

 

Literaturquellen:

[1] https://www2.deloitte.com/us/en/pages/about-deloitte/articles/culture-of-purpose.html
[2] https://www2.deloitte.com/us/en/pages/about-deloitte/articles/culture-of-purpose.html

[3] http://berndankenbrand.de/sinn-als-schluesselressource-der-zukunft/. Am 2017-04-04 gelesen.
[4] http://www.harvardbusinessmanager.de/blogs/a-898305.html
[5] http://www.ey.com/de/de/issues/business-environment/entrepreneur-by-ey-nur-wer-sinn-stiftet-kann-auch-wert-schopfen. Am 2017-04-04 gelesen.
[6] http://www.ey.com/de/de/issues/business-environment/entrepreneur-by-ey-nur-wer-sinn-stiftet-kann-auch-wert-schopfen. Am 2017-04-04 gelesen.
[7] http://www.ey.com/de/de/issues/business-environment/entrepreneur-by-ey-nur-wer-sinn-stiftet-kann-auch-wert-schopfen. Am 2017-04-04 gelesen.
[8] http://www.ey.com/de/de/issues/business-environment/entrepreneur-by-ey-nur-wer-sinn-stiftet-kann-auch-wert-schopfen. Am 2017-04-04 gelesen.
[9] http://www.ey.com/de/de/issues/business-environment/entrepreneur-by-ey-nur-wer-sinn-stiftet-kann-auch-wert-schopfen. Am 2017-04-04 gelesen.
[10] http://www.ey.com/de/de/issues/business-environment/entrepreneur-by-ey-nur-wer-sinn-stiftet-kann-auch-wert-schopfen. Am 2017-04-04 gelesen.
[11] http://www.ey.com/de/de/issues/business-environment/entrepreneur-by-ey-nur-wer-sinn-stiftet-kann-auch-wert-schopfen. Am 2017-04-04 gelesen.

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