Leading Yourself

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Wir leben heute in einer Welt konstanter, vielschichtiger und grenzenloser Veränderungen. Dieser Wandel durchdringt selbst den letzten und kleinsten Winkel unseres eigenen Lebens. Insbesondere Führungskräfte sind davon betroffen und einem enormen Leistungsdruck ausgesetzt.  

Viele stellen sich die Frage, wie sie sich durch dieses Chaos erfolgreich navigieren können.

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Führung von Veränderungsprozessen

Viele realisieren, dass ihre bisher erlernten und gewohnt angewandten Lösungsstrategien versagen. Eingeleitete Veränderungsprozesse „funktionieren“ oft nur so lange, wie der Beobachter (Coach) anwesend ist. Danach „verfallen“ die Betroffenen wieder in ihre gewohnten, alten, nicht mehr wirksamen Handlungsmuster. Hier hilft kein „Mehr vom Gleichen“ an Trainingseinheiten und Coaching, sondern nur ein Blick hinter die Kulissen.

  • Was sind die Ursachen, das die Menschen sich nicht verändern wollen oder können?

  • In welchen Mustern sind sie verfangen?

  • Welche inneren Widerstände boykottieren die Veränderung?

Um zu neuen Erkenntnissen, Gedanken und Lösungsansätzen zu kommen, bedarf es eines ungewohnten Inputs. Es bedarf eines Verlassens der eigenen Komfortzone.  

 

 

Selbst-Führung – der Schlüssel zum Erfolg 

In der Vorbereitung bzw. Umsetzung von Veränderungsprozessen werden Führungskräfte oft nur in den Elementen der Führung trainiert und gecoacht – „Wie führe ich meine Mitarbeiter“. Das ist gut und richtig. Aber wer Menschen erfolgreich führen will, muss sich selbst wirksam führen können (Selbst-Führung).  

Zur Selbst-Führung gehört einerseits die persönliche Entwicklung im Bereich der Selbstdisziplin, Selbstordnung sowie die Entwicklung und Umsetzung eigener Ziele. Und auf der anderen Seite bedarf es einer Bewusstseinsentwicklung, der Selbst-Erkenntnis:

  • Welche Gefühle, Werte und Glaubenssätze prägen meine täglichen Handlungen in der Führungsarbeit?

  • In welchen Situationen oder zu welchen Menschen baue ich innere Widerstände auf? 

So sind z.B. der Verlust an Perspektiven, Ängste, physische und seelische Erschöpfung Themen einer breiten Schicht von Führungskräften. Diese Emotionen werden jedoch oft verdrängt, geleugnet und hinter Masken versteckt (Coolheit, Rechthaben, etc.). Diese Strategien machen die Führungskraft scheinbar erfolgssicher und selbstbewusst, doch das ist die große Illusion der  diese gerne erliegen.  

In der Kampfkunst z.B. wird dieses Maskenspiel bewusst. In der Kampfkunst lässt man sich von den Masken nicht beirren – weder von den Masken der anderen, noch von den eigenen.  

 

 

Wege zur Selbst-Führung

Selbstführung ist erlernbar.  Das heißt, sich selbst kennen zu lernen, aber auch die Entwicklung einer klaren Haltung und vorbildhaften und damit wirksamen Standfestigkeit und Führungs-Kraft. Zum Erreichen dieser Ziele können verschiedene Wege beschritten werden. Dies sind u.a. (Methodenbeschreibung in der Anlage):

  • Geführte Selbst-Reflexionen

  • Lernen durch / über den eigenen Körper

  • Lernen über die Natur 

Eines haben alle Methoden der Selbst-Führung gemeinsam:

  • sie sind nicht in Form eines Crashkurses erreichbar

  • sie sind nicht im Selbststudium von Büchern, CDs oder DVDs erlernbar, sondern bedingen gerade am Anfang eines Lehrers

  • die Mentalität „Wasch-mich-aber-mach-mich-nicht-nass“ funktioniert nicht

  • „Erkenne Dich selbst“ ist der Schlüssel für einen durchschlagenden, nachhaltig wirksamen Erfolg 

  

Methodenbeschreibung 

1. Lernen durch / über den eigenen Körper

Wir lernen heute überwiegend unverbundene Einzeltatsachen und abstrakte Theorien auswendig. Wir können rezitieren, was wir auf dem letzten Seminar gelernt haben, sind aber nicht in der Lage, neue Ansätze konkret umzusetzen. Unser Lernen findet bloß „im Kopf“ statt.  

Wenn Lernen vollständig, und somit erfolgsversprechend und nachhaltig wirksam sein soll, muss es die folgenden Bestandteile enthalten: auditive Elemente (Wörter), visuelle Elemente (Bilder) UND kinästhetisches (körperliches) Erleben. Die meisten Lernmethoden enthalten verbale Sprache und visuelle Imagination, lassen aber das körperliche Erleben außen vor – und genau damit fehlt die Durchschlagskraft.  

Führungskräfte werden u.a. in Verhandlungsführung, Zeitmanagement und Qualitätsmanagement geschult. Aber darauf zu achten, wie sie sich körperlich oder energetisch mit den im Kontext ihrer Arbeit auftretenden Inhalten, Menschen und Ereignissen in Beziehung und damit in Wirksamkeit setzen, wurde und wird selten vermittelt. 

Diese Unerfahrenheit im körperlichen Denken und Handeln ruft Haltungen der Reaktivität, Starrheit und Opposition hervor.  

Wenn Organisationen die Fähigkeit des flexiblen, neutralen und selbstbewussten Agierens entwickeln wollen, müssen die einzelnen Mitglieder der Organisation die körperliche Selbsterkenntnis entwickeln. 

Die Methode des Lernens durch den Körper wurde am renommierten „Organisational Learning Center“ am Massachusetts Institut of Technology (MIT) von  Andy Bryner und Dawna Markova entwickelt. Grundlage dieser Methode ist Aikido – eine japanische Kampfkunst. 

Das Trainingsprogramm umfasst körperliche Übungen, welche sowohl allein, in der Zweiergruppe als auch in größeren Teams durchgeführt werden können. Diese schlagen den Bogen von der Stressbearbeitung, über das Entwickeln von Vertrauen in Zeiten großer Unsicherheit, über das Respektieren der Grenzen anderer bis hin zum zielsicheren sowie zielbewussten Führen und Handeln.

  

2. Geführte Selbst-Reflexionen

Wir Menschen nehmen nur wahr, was wir gemäß unserer Interessen sehen wollen – selektiv. Um unseren eigenen Horizont zu erweitern ist es daher wichtig, dass wir ab und zu Abstand nehmen und unsere Meinungen durch andere Brillen betrachten. 

Geführte Selbst-Reflexionen sind ein sanfter Weg der Selbsterkenntnis. Er basiert auf der grundlegenden Erkenntnis, dass wir nicht nur unsere äußere, sondern auch unsere innere Welt selbst gestalten und verantworten.

In dieser Methode lernen die Teilnehmer:

  • die Grundlagen ihres Führungsverhaltens kennen

  • die Freiheit der Entscheidung – auch in Stresssituationen

  • ihr Verhalten täglich mit einer einfachen Selbstreflexion zu beleuchten

  • gezielt Verhaltensbereiche zu optimieren, die dem Erfolg im Weg stehen

Die Methode geht davon aus, dass Führungskräfte alles in sich besitzen, um herausragende Leistungen zu bewirken. Doch wie bei allen Menschen sind Fähigkeiten und Handlungsweisen durch die Art, wie man sozialisiert wurde, determiniert und  damit auch blockiert. 

In der geführten Selbst-Reflexion erkennen die Teilnehmer, wie ihre Fähigkeiten und Anlagen durch ihre Meinungen und Vorurteile über ihre eigene Person, andere Menschen oder Situationen beeinträchtigt sind, und sie sich so um den vollen Ertrag ihrer Leistung bringen.  

Mit dieser Methode trainieren sich die Teilnehmer darin, die Qualität und den Erfolg ihres Handelns zu optimieren – mehr noch, den Erfolgsweg selbst in ausweglos erscheinenden Situationen zu finden.

 

3. Lernen über die Natur

Die Aufgaben und Funktionen einer Führungskraft wurden in den letzten Jahren vielfältig neu definiert. Ihre Kernaufgabe  ist und bleibt aber die Gestaltung von effektiven Beziehungen:  

  • zu ihren Mitarbeitern,

  • zwischen ihren Mitarbeitern und

  • zu den anderen Unternehmensbereichen

Führungskräfte sollten dafür sorgen, dass sich die Kompetenz ihrer Mitarbeiter so entwickelt, dass diese auch dann noch ihren Beitrag zum Erreichen der Bereichs- und Unternehmensziele leisten (können), wenn sich die Anforderungen an sie wandeln. 

Daran hapert es aber in vielen Organisationen. Die Führungskräfte stehen unter starkem Druck, sie sollen Ergebnisse liefern wie der Bäcker die Brötchen und immer mehr Leistung aus immer weniger Mitarbeitern herausholen. Viele von ihnen versuchen dabei, ihr von der Technik oder Betriebswirtschaft geprägtes Entwicklungsverständnis auf Menschen zu übertragen und wundern sich, dass die Mitarbeiter zurückhaltend reagieren oder gar in den Widerstand gehen. Dabei signalisiert bereits die deutsche Sprache, dass hier ein Unterschied besteht: Maschinen werden entwickelt; Menschen hingegen wollen sich selbst entwickeln, entsprechend ihrer Möglichkeiten und Begabungen.

Weil Führungskräften dieser Unterschied nicht immer bewusst ist, wirken manche auf Außenstehende zuweilen wie Gärtner, die an Grashalmen ziehen, damit das Gras schneller wächst. Das heißt, diese konzipieren Fördermaßnahmen für ihre Mitarbeiter und übersehen dabei, dass ihr Bemühen am Ziel vorbeischießt, weil u.a.:

  • diese unpassende oder ungeeignete Angebote machen

  • diese ihren Mitarbeitern nicht ausreichend Zeit zum „Wachsen“ lassen

  • ihre Mitarbeiter nicht bereit sind sich zu entwickeln, weil ihnen für diesen Schritt noch etwas fehlt

  

Von der Natur lernen

Können Erfolgsrezepte aus der Natur auf die Unternehmensführung übertragen werden? 

Erfolgreiche Unternehmen zeigen, wie es gehen kann: Hier finden sich erstaunliche Übereinstimmungen mit biologischen Prinzipien. Vom fraktalen Prinzip über die Spezialisierung bis hin zur Symbiose – die Natur liefert Unternehmen zahlreiche Anregungen, die sich auf die Unternehmensführung übertragen lassen.

In dieser Methode beobachten die Teilnehmer die Natur.  Sie erleben eine wieder aufkeimende Vitalität, Lebensfreude, ein unerschütterliches Vertrauen sowie Selbstbewusstsein und suchen nach wirksamen Ansatzpunkten dies auf ihren Berufsalltag zu übertragen.

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