Effizienz mutiert vom Erfolgsmittel zum Fehlgriff

Effizienz mutiert vom Erfolgsmittel zum Fehlgriff

Alle schwärmen von Effizienz.[1] Energieeffizienz, sparsamerer Umgang mit Ressourcen, effizienter Arbeitsfluss, effizientes Management, … scheinen Erfolge sicherzustellen. Lean gilt als Top-Instrumentarium, mit dem man Unternehmen und deren Management bestmöglich strukturiert, wettbewerbsstark, zukunftsorientiert, eben effizient auszurichten vermag.

Effizienz als Erfolgsgarant

Am Anfang der Effizienzmaschine stand der Wunsch, mehr Produkte und Dienstleistungen anbieten zu können, um den Mangel, den es durchaus einmal gab, beseitigen zu können. Ein so gesehen verständlicher Ansatz:[2]

  • Mit einer effizienteren Bewirtschaftung von Agrarflächen konnte man eine sichere Ernährungsgrundlage schaffen,

  • mit einem effizienten Staatswesen die Wirtschaft und den Frieden sicherstellen,

  • mit der Industrialisierung und einer effizienten Gesundheitsversorgung ein Wohlstandsniveau erreichen, dass es zuvor noch nie gab.

Unternehmensberatungen wie McKinsey, u.a. haben dabei die Aufgabe, die Unternehmen in der Effizienz-, und damit Erfolgs- und Gewinnsteigerung zu unterstützen.[3]

  • Mit Hilfe der neuen Technologien gibt es einen weiteren Sprung, die Effizienz noch weiter zu steigern. Es lassen sich intelligente Produktionen, intelligente Produkte, noch hochwertigere Produkte noch preiswerter und noch schneller herstellen als jemals zuvor. Mit der halben Belegschaft macht man heute das Dreifache von dem, was vor zehn Jahren der Fall war.[4]

Und selbst der Mensch mit seinen Schwächen, ein Geschöpf des Schicksals, wird sich mit Hilfe der Gentechnik zu helfen wissen, und damit effizienter wirken können als jemals zuvor. McKinsey spricht von der Zufallsvernichtung. Offene Fragen, Ungewissheit, Angst gehören immer mehr der Vergangenheit an.[5] Effizienz ist scheinbar der Garant für Erfolg und Wohlstand auf allen Ebenen. Mit einem minimalen Einsatz von Zeit und Ressourcen kann man scheinbar alles erreichen und alles verbessern.

Aber …

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Unternehmen machen nach Gunter Dueck mit dem Effizienzstreben einen großen Fehler. Sie gucken nicht auf das Optimum, sondern denken, das Maximale was sie rausholen können, ist immer das Beste. Das ist ein Irrtum.[6]

Effizienz war in Zeiten der Industrialisierung vielleicht wirklich eine Art Heilmittel, um die damals bestehenden Mängel beseitigen zu können. Heute hat man ganz andere Herausforderungen zu bewältigen als damals. Würde man nach Dueck neben dem Maximum auch auf die Optimierung achten, müsste man sehen, dass man heute mit dem Effizienzstreben an Grenzen stößt [7], die, wenn man sie nicht achtet, irgendwann einmal die Effizienz in sich zusammenbrechen lassen – mit Folgen, die man sich nicht vorzustellen vermag.

Wir fürchten uns vor den falschen Gefahren

An zwei, meiner Meinung nach sehr anschaulichen Beispielen, zeigt sich die Perversion des Effizienzstrebens. Anhand der Beispiele Autoreifen und Bremsbeläge weist Prof. Michael Braungart, Verfahrenstechniker, Chemiker, Prof. an der Erasmus-Universität Rotterdam, Geschäftsführer der Environmental Protection Encouragement Agency Internationale Umweltforschung GmbH in Hamburg (EPEA), auf, wie tiefgreifend und umfassend Produktentwicklung heute in Verbindung mit dem Effizienzgedanken geht, und welche Folgen das hat. Man bemüht sich einerseits um die Produktion von effizienteren Produkten, aber übersieht (un)bewusst die Begleiterscheinungen.[8]

  • Heute halten Autoreifen doppelt so lange wie vor 30ig Jahren. Das hört sich zunächst einmal gut an, aber es hat einen Haken: Die Produktverlängerung der Autoreifen wurde erkauft durch Zutaten, die gesundheitsgefährdend sind. Gefährlich daran ist vor allem der Feinstaub in der Luft, der sich durch den Reifenabrieb bildet. Reifen enthalten bis zu 470 teils hochgiftige und krebserzeugende Chemikalien. Die abgeriebenen Teilchen sind teilweise so klein, dass sie nicht einmal mehr vom Regen aus der Luft ausgewaschen werden können. Die Partikel werden dann einfach so von uns allen eingeatmet.

  • Das gleiche gilt für die Bremsbeläge. Man rühmt sich, diese seien frei von Asbest. Aber das heißt gar nichts, weil damit überspielt wird, dass der Abrieb von Bremsbelägen bei Kraftfahrzeugen hochgiftig ist. 20 Prozent des Feinstaubes – mehr als 7000 Tonnen – stammen heute von Bremsen, Tendenz steigend. Besonders problematisch ist das verwendete Antimon, wodurch der krebserregende Stoff Antimon-Trioxid freigesetzt wird, der sogar krebserregender ist als Asbest.

An den Beispielen zeigt sich, dass das Effizienzstreben von einer ganz bestimmten Position aus vielleicht erfolgreich sein mag, aber von einer anderen Perspektive aus betrachtet Folgen mit sich bringt, die langfristig betrachtet alles andere als effizient sind. Das mag sogar bewusst so akzeptiert werden, um die Komplexität besser in den Griff zu bekommen, um weiterhin der Maxime Effizienz und damit verbunden der Gewinnmaximierung folgen zu können.

Aber genau dieser Denkansatz verhindert das, was nach Dueck u.a. dringlich ansteht – innovatives Denken. Nach Dueck, aber auch anderen wie Elon Musk, … ist innovatives Denken dringlichst gefordert, was jedoch aus einer effizienten Arbeitsauffassung und Managementausrichtung heraus schwer bzw. gar nicht umzusetzen ist. Kreativität, eine Grundvoraussetzung von Innovation, arbeitet nicht effizient, sondern wirkt aus einem ineffizient strukturierten Bewusstsein heraus.[9]

Dueck kann aus langjähriger Erfahrung in seiner Führungsposition bei IBM sagen:[10]

  • Ein auf Effizienz hin gedrilltes Betriebsklima gibt innovativem Denken keine Chance. Man veranstaltet zwar Meetings, um das Thema Innovation anzuregen, macht Brainstormings, nutzt Design Thinking, jedoch in einer Art und Weise, effizient, womit man weder die Herausforderungen, die es zu meistern gilt im Auge hat, noch die damit verbundenen Lösungsansätze anzudenken fähig ist.

Selbst in der Forschung muss man effizient werden. Nach Meinung von Prof.Dr. Thomas Speck, Leiter der Plant Biomechanics Group und Direktor des Botanischen Gartens an der Universität Freiburg, ist das kontraproduktiv, sei sogar der Tod jeder Innovation.[11] Die Effizienz ist aber nicht fähig, die mannigfachen, komplex ineinander verschränkten Herausforderungen zu meistern. Im Gegenteil, mit dem Streben nach noch mehr Effizienz produzieren wir ernsthafte, miteinander verflochtene neue Makel:

  • Beispielsweise, indem die Lebensmittel nicht billiger, sondern teurer werden, womit die Welternährung in keiner Weise mehr sichergestellt werden kann, weil die Böden ausgelaugt, die Meere überfischt sind, der Klimawandel landwirtschaftliche Produktionen negativ beeinflusst, die Wasserressourcen sich verändern, … [12]

  • Darüber hinaus gehen durch die Digitalisierung Arbeitsplätze verloren, lt. Schätzung 800 Millionen Jobs. Eine neue Art von Arbeitslosigkeit wird sich gestalten, nicht nur auf den unteren Bildungsebenen, sondern auf allen Ebenen. Die Idee, dass entsprechend viele neue Jobs kreiert werden mag positiv stimmen, aber ist auf keinen Fall mit einem effizienten Denken möglich, denn für neue Jobs braucht es Kreativität und Innovation, die jedoch außerhalb vom effizienten Denken erst zu wirken beginnen.

  • Und das umfassendste Risiko im Effizienzstreben, das jedoch zu oft nur am Rand erwähnt wird, sind die komplexen umfassenden Verschränkungen. Immer mehr autonome Prozesse werden aufgrund des Effizienzstrebens miteinander verbunden, [13] Umweltprobleme auf andere geschoben. Man übersieht, dass aber die Verschränkungen deutlich tiefgreifender sind, und einen deutlich größeren Folgeradius mit sich bringen und Unternehmen treffen könnten, die eigentlich weit weg vom eigentlichen Problemherd sitzen. Doch diese miteinander verwobenen Risiken übersieht man (un)bewusst.

Effizienz = Risiko [14]

Braungart warnt vor der Effizienz-Ideologie schon seit längerem. Er ist felsenfest davon überzeugt, Effizienz ist die falsche Strategie. Er sagt ganz klar, dass er sich als Wissenschaftler nicht mit Effizienz auseinandersetzt. Effizienz ist seiner Meinung nach sogar eine der Ursachen für die globale Zerstörung.[15] Effizienz führt dazu, dass man glauben will, man agiere verantwortungsbewusst. Aber das ist Augenauswischerei, eine Täuschung und Illusion mit ungeahnten Folgen. Speck drückt es noch härter aus:

Wir haben zum ersten Mal in der Evolution die Chance, dass wir Menschen willentlich den Planeten zerstören können. Man kann jetzt sagen, das gehört zur Evolution. Das ist die Evolution der Erde, diese bis zum Exitus auszubeuten und die damit verbundene evolutionäre Herausforderung, wie wir Menschen das überleben werden.[16]

Speck aber hofft, dass dem noch genug Einsicht gegenübersteht, um die Erde und die Menschen nicht der evolutionären Herausforderung des Exitus auszusetzen.[17] Braungart will deshalb keine Zeit in Effizienz stecken, sondern sich viel lieber mit Effektivität und Qualität auseinandersetzen. Effektivität heißt für ihn, von Anfang an die richtigen Dinge zu machen [18], beispielsweise Produkte kreieren, die nicht weniger schädlich sind als vorher, sondern nützlich sind im umfassenden Sinn, u.a. Gebäude errichten, die wie Bäume wirken, die gesunde Lebensräume für Menschen und Tiere bieten. Aktuell zeigt sich nämlich, dass die Luftqualität in Gebäuden 3-8 mal schlechter ist als die Außenluft.[19]

Resilienzbewusstsein ist ein Lösungsansatz

Um vom effizienten Denken zu einem effektiven Denkansatz wechseln zu können, ist es wichtig, zuerst einmal zu definieren, was wir haben bzw. haben wollen und weniger, was beispielsweise in den Produkten drinnen ist. Das klingt eigentlich unglaublich einfach und ist technisch auch machbar. Aber kommt in der Weise nicht zur Anwendung, weil sich nach Braungart niemand um das, was aktuell gemacht wird, richtig kümmert, die weitreichenden, in sich verschränkten Folgen verantwortungsbewusst berücksichtigt.[20] In einer umweltbelasteten, digital hochgradig vernetzt verschränkt agierenden, an Komplexität wachsenden Welt braucht es ein hohes Maß an Resilienz, die auf 3 Ebenen wirken sollte:[21]

  1. Ebene der Technik

  2. Ebene der Organisation in Form von redundanten Organisationsstrukturen

  3. Menschlichen Ebene, indem Menschen in Arbeitsprozessen nicht mehr nur zu optimieren gedrängt, sondern die kreativen Potentiale abseits von Selbstoptimierung und Effizienz zu fördern gesucht werden.

Aber genau diese geforderten Maßnahmen können aus einer effizienten Unternehmensstruktur heraus nicht greifen – im Gegenteil. Die Herausforderungen unserer Zeit, Komplexität, verschränkte Strukturen, Umweltbelastung, …, effizient lösen zu wollen, gleicht einem Himmelfahrtskommando. Aber alle glauben, man ist erfolgreich und weiß, wie man die Zukunft bestmöglich zu gestalten vermag. Das Effizienzstreben ist jedoch nicht fähig, die Komplexität und die umfassenden Verschränkungen adäquat zu lösen. Die Gefahr in ein Himmelfahrtskommando zu schlittern, ist realistischer Weise gegeben. Die Eskalation hat jedoch noch nicht voll zugeschlagen. In einem solchen Stadium zeigt sich meist, dass man …

  • Krisen- bzw. Herausforderungssignale ignoriert oder verharmlost,

  • so tut, als ob man alles im Griff hat,

  • zur Selbstüberschätzung neigt,

  • sich dem Herdentrieb anschließt, um nicht aufzufallen.

Mag sein, dass einige meinen, wir hätten keine Krise und werden auch keine in den nächsten Jahren haben. Die Effizienz in Frage zu stellen, löst bei vielen statt Nachdenken, eine reflexartige Rechtfertigung und sogar eine Lobhudelei für die Effizienz aus. Das ist alles ist zutiefst menschlich. So gesehen macht es keinen Sinn mit Schuldzuweisungen, um sich zu schlagen. Es macht jedoch Sinn, alle MitarbeiterInnen, Führungskräfte, LieferantInnen, KundInnen, PolitikerInnen, … auf die wunden bzw. riskanten Punkte hinzuweisen.

Braungart sieht es ebenfalls kritisch, wenn sich die Menschen im Zuge der Bewusstwerdung ihrer geblendeten Weltansichten selbst zu Schädlingen erklären. Diese Schuldaufladung hilft niemanden – weder den Menschen noch der Umwelt. Es geht nicht um Grün oder Öko, sondern um Qualität, um qualitatives statt quantitativen Wachstumes, um Effektivität statt Effizienz. Dafür ist Innovation gefordert, die jedoch aus dem effizienten Denken heraus nicht umfassend genug, nicht effektiv und resilient greifen kann, wie schon Dueck oder Speck explizit erwähnen. Vielleicht mag an der Stelle ein Blick auf High Reliability Organizations (HROs) helfen, neue, resilientere Denk- und Handlungsmöglichkeiten gedanklich kurz durchzuspielen.

Effektiv und resilient die Komplexität beherrschen

  • HROs, hochzuverlässige Systeme, in denen Verluste nicht in USD oder EUR sondern in Menschenleben gemessen werden, haben die Beziehung zwischen Komplexität der Organisations- und Geschäftsform und den Risiken scheinbar besser verstanden. Ob Luftfahrunternehmen, medizinische Notfallteams, Feuerwehreinheiten oder die Besatzung von Flugzeugträgern, sie konzentrieren sich auf Fehler aller Art und deren möglichen Folgen. Sie stellen sich darauf ein, ständig „überrascht“ zu werden und bereiten sich entsprechend darauf vor. Das heißt in der Praxis:[22]
  • HROs sind besessen von Fehlern. Sie betrachten jeden Lapsus als ein Symptom dafür, dass mit dem System etwas nicht in Ordnung ist, und dass es ernsthaft weitreichendere Konsequenzen haben könnte, falls mehrere kleinere Fehlereinheiten in einem unglückseligen Moment zusammentreffen. Dafür braucht es Fantasie und Offenheit, das Unmögliche gedanklich möglich werden zu lassen, Fehler und Fehlentscheidungen vorweg zu nehmen, das eigene momentane Wissen und die damit verbundene Selbstsicherheit ständig zu hinterfragen.

  • HROs sorgen dafür, umfassendere und komplexere Vorstellungen entstehen zu lassen, statt gezielt zu vereinfachen.

  • HROs ist es ein hohes Anliegen, die MitarbeiterInnen zu verstehen und wie die MitarbeiterInnen miteinander agieren. Manager betrachten weniger, was vor sich geht, als vielmehr was die Menschen bewegt, das zu tun, was und wie sie es tun.

  • HROs pflegen die Vielfalt, nicht nur weil unterschiedliche Perspektiven die Wahrnehmungsfähigkeit in komplexen Situationen erhöhen, sondern auch, weil man die wahrgenommene Komplexität auf diese Weise konstruktiver, couragierter nutzen kann. Die Entscheidungsgewalt liegt bei den MitarbeiterInnen, unabhängig von ihrem Rang.

Effizienz mag einmal wichtig und vermutlich auch bis zu einem gewissen Grad richtig gewesen sein, doch die Zeiten haben sich geändert. Damals gab es andere Herausforderungen zu meistern als heute. Die Effizienzstrategie mag einiges verbessert haben. Aber aktuell wendet sich mit dem Effizienzeifer das Blatt. Statt Mängel zu beseitigen, schafft die Effizienz neue Mängel, neue Herausforderungen, in einer Art und Weise, die man wie es scheint, noch nicht im Auge hat bzw. haben will. Wir sollten in eine neue Art der Beherrschung von Komplexität investieren, und das Effizienzstreben als überholt ansehen. Das heißt mit den Worten von Günther Koch, ehemaliger Vorstandsvorsitzender des Austrian Institute of Technology (AIT), heute Präsident des internationalen Thinktanks Humboldt Cosmos Multiversity:[23]

Es muss erwartet werden, dass man sich in der Bewältigung von Komplexität und zur Kommunikation komplexer Sachverhalte neu positioniert und qualifiziert – andersherum ausgedrückt: VereinfacherInnen und AnbieterInnen von Patentlösungen muss das Handwerk gelegt werden. Vielleicht gelingt es unseren führenden Köpfen, diese Kompetenz endlich zu vermitteln.

Menschen neigen dazu, die Karte fälschlich für das Territorium zu halten. Man konzentriert sich auf die Karte, man gibt der Karte sogar den Vorzug, diese als Realität anzuerkennen. Die geordneten Strukturen werden der ungeordneten Lebensnatur vorgezogen. Wenn dann aufgrund dieser begrenzten Sichtweise ein Fehler, ein Denkirrtum entsteht, dann erkennen wir diesen leider erst im Rückblick. Dabei sehen wir wiederum nur die augenfälligen und sichtbaren Konsequenzen. Die unsichtbaren, nicht ins Auge stechenden Konsequenzen nehmen wir weiterhin nicht wahr.[24]

Die Welt ist eben nicht so linear und rational erfassbar, wie man es zu wünschen hofft, und wie WissenschaftlerInnen so gerne annehmen möchten.[25] Die lineare Welt gibt es nur in den Klassenzimmern und Lehrbüchern. In der Wirklichkeit ist die Linearität eine Ausnahme, Effizienz ein Erfolgstraum, der bis zum gewissen Grad wirksam ist, aber irgendwann gibt es ein Erwachen. Und doch kann man sich von der Sichtweise der Linearität nicht trennen. Menschen wollen das als real ansehen, um das Leben erklär- und besser kontrollierbar machen zu können.

Ein erheblicher Teil der so genannten Management-Literatur besteht aus dubiosen Methoden und Lehren, die in Form leicht konsumierbarer Listen, Regeln und To-Do-Listen verkauft werden. Diese ersetzen Nachdenken und ersparen die mühsame persönliche Auseinandersetzung mit Mensch und Welt – die harte Arbeit mit Komplexität und Risiken, so die kritische Aussage von Wolf Lotter, Journalist und Autor, Mitbegründer des Wirtschaftsmagazins band eins.[26]

Die Risiken, die weitschichtigen Verschränkungen mit den schwer zu erfassenden Folgen, die Schwarzen Schwäne sind dann das, was man bei all den Vereinfachungen weglässt.[27] Irgendwann, scheinbar aus dem Nichts, taucht jedoch ein Schwarzer Schwan auf. Dann sind wir erstaunt, und meist auch bedenklich unvorbereitet.

Ihr Günther Wagner

 

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Informationsquellen:

[1] https://www.deutschlandfunkkultur.de/von-ertrag-und-aufwand-wie-menschlich-ist-effizienz.976.de.html?dram:article_id=350223. Am 2019-06-12 gelesen.
[2] https://www.deutschlandfunkkultur.de/von-ertrag-und-aufwand-wie-menschlich-ist-effizienz.976.de.html?dram:article_id=350223. Am 2019-06-12 gelesen.
[3] https://www.deutschlandfunk.de/dirk-kurbjuweit-unser-effizientes-leben-die-diktatur-der.730.de.html?dram:article_id=102041. Am 2019-06-12 gelesen.
[4] https://www.deutschlandfunkkultur.de/von-ertrag-und-aufwand-wie-menschlich-ist-effizienz.976.de.html?dram:article_id=350223. Am 2019-06-12 gelesen.
[5] https://www.deutschlandfunk.de/dirk-kurbjuweit-unser-effizientes-leben-die-diktatur-der.730.de.html?dram:article_id=102041. Am 2019-06-12 gelesen.
[6] https://www.deutschlandfunkkultur.de/von-ertrag-und-aufwand-wie-menschlich-ist-effizienz.976.de.html?dram:article_id=350223. Am 2019-06-12 gelesen.
[7] https://www.deutschlandfunkkultur.de/von-ertrag-und-aufwand-wie-menschlich-ist-effizienz.976.de.html?dram:article_id=350223. Am 2019-06-12 gelesen.
[8] Braungart, Michael: Impulsvortrag zu New Business Models 2018. Auf der Suche nach einer neuen Art des Wirtschaftens. 2018-10-18. FH Salzburg. Puch/Urstein.
[9] https://konitzer.wordpress.com/2017/03/14/das-post-effizienz-zeitalter/. Am 2019-06-13 gelesen.
[10] https://www.deutschlandfunkkultur.de/von-ertrag-und-aufwand-wie-menschlich-ist-effizienz.976.de.html?dram:article_id=350223. Am 2019-06-12 gelesen.
[11] https://www.deutschlandfunkkultur.de/von-ertrag-und-aufwand-wie-menschlich-ist-effizienz.976.de.html?dram:article_id=350223. Am 2019-06-12 gelesen.
[12] https://www.deutschlandfunkkultur.de/von-ertrag-und-aufwand-wie-menschlich-ist-effizienz.976.de.html?dram:article_id=350223. Am 2019-06-12 gelesen.
[13] https://stefanfritz.de/warum-unser-effizienzwahn-uns-in-den-untergang-fuehren-wird/. Am 2019-06-13 gelesen.
[14] https://stefanfritz.de/warum-unser-effizienzwahn-uns-in-den-untergang-fuehren-wird/. Am 2019-06-13 gelesen.
[15] Braungart, Michael: Impulsvortrag zu New Business Models 2018. Auf der Suche nach einer neuen Art des Wirtschaftens. 2018-10-18. FH Salzburg. Puch/Urstein.
[16] https://www.deutschlandfunkkultur.de/von-ertrag-und-aufwand-wie-menschlich-ist-effizienz.976.de.html?dram:article_id=350223. Am 2019-06-12 gelesen.
[17] https://www.deutschlandfunkkultur.de/von-ertrag-und-aufwand-wie-menschlich-ist-effizienz.976.de.html?dram:article_id=350223. Am 2019-06-12 gelesen.
[18] Vortrag von Prof. Michael Braungart. https://www.youtube.com/watch?v=RHEgI_TQfTY. Am 2018-11-05 gesehen.
[19] https://www.ife.uni-freiburg.de/wachstumswende/interview-michael-braungart.pdf. Am 2018-11-06 gelesen.
[20] Vortrag von Prof. Michael Braungart. https://www.youtube.com/watch?v=RHEgI_TQfTY. Am 2018-11-05 gesehen.
[21] Kommentar von Günther Wagner an Dr. Winfried Felser vom 2019-06-11.
[22] Weik, Karl E./ Sutcliffe, Kathleen M.: Das Unerwartete managen; Stuttgart 2010, S.VIIff.
[23] https://derstandard.at/2000051808280/Das-ist-alles-sehr-kompliziert. Am 2019-06-13 gelesen.
[24] Taleb, Nassim Nicholas: Der Schwarze Schwan. Die Macht höchst unwahrscheinlicher Ereignisse. 2. Auflage. München: DTV GmbH. 2010.
[25] Taleb, Nassim Nicholas: Der Schwarze Schwan. Die Macht höchst unwahrscheinlicher Ereignisse. 2. Auflage. München: DTV GmbH. 2010.
[26] Lotter, Wolf in brand eins 1/2006.
[27] Taleb, Nassim Nicholas: Der Schwarze Schwan. Die Macht höchst unwahrscheinlicher Ereignisse. 2. Auflage. München: DTV GmbH. 2010.

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