Ihr Unternehmen nach Corona – mögliche Zukunftsszenarien

Ihr Unternehmen nach Corona – mögliche Zukunftsszenarien

Die ganze Welt blickt auf COVID-19 und versucht auf unterschiedliche Weise mit dem Virus zu Rande zu kommen. Regierungen setzen Maßnahmen, um die Ausbreitung des Virus zu drosseln und die jeweiligen Gesundheitssysteme nicht zum Kollabieren zu bringen. Die meisten Maßnahmen sind derart heftig, dass zahlreiche Unternehmen ihre gewohnten Produktions- und Arbeitsweisen in großem Stil umstrukturieren bzw. sogar teilweise stilllegen müssen.

In meinem letzten Artikel sprach ich vom Licht am Ende des Tunnels, davon, dass es ein Danach gibt. Die meisten werden sagen, das ist doch ohnehin klar, es geht immer weiter. Ja, das stimmt, es geht immer weiter.

Es gibt eine Welt nach Corona! Aber wir werden uns wundern, wie es weitergeht, schreibt Matthias Horx, Zukunftsforscher. Es gibt nur scheinbar ein Danach! In Wirklichkeit ist eine Ausrichtung der Aktivitäten im Verständnis von Danach jedoch falsch gedacht, denn es gibt kein Danach, weil es nach Horx kein Zurück zur Normalität mehr geben wird.[1]

Corona wird nach Horx ein historischer Moment werden, ein Moment auf diesem Planeten, in dem die Zukunft ihre Richtung ändern wird. Das nennt man Bifurkation oder Tiefenkrise. In genau so einer Zeit befinden wir uns alle nach Ansicht von Horx. Die Welt wird sich durch die Krise neu zusammenfügen.[2] Die neue Formung können wir vielleicht schon erahnen. Dieses Erahnen sollten wir uns jedoch frühzeitig bewusst machen, bevor uns das Neue schneller als gedacht überrennt und wir nicht entsprechend vorbereitet darauf reagieren können.

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Das Zukunftsinstitut von Horx beschreibt 4 mögliche Szenarien, wie die Coronakrise die Welt umformen könnte. Diese Szenarien skizzieren Möglichkeitsräume, die sich für uns alle im Kontext der Krise auftun. Solche Szenarien sollen helfen, gemeinsam eine neue Zukunft zu gestalten, um nicht nur von den Entwicklungen unvorbereitet überrollt zu werden.[3]

Szenario 1: Die totale Isolation – alle gegen alle

Am Anfang der Coronakrise war der Shutdown, und der Shutdown ist zur Normalität geworden. Horx schreibt dazu trocken: Willkommen in der Super-Safe-Society! Die Gesellschaft definiert sich nur noch strikt abgegrenzt als Nation. Der jeweilige Staat gewinnt außerordentlich an Macht, die De-Urbanisierung erstarkt und die urbanen Hipster werden zur prekären Klasse.

Keimfreiheit und damit auch Misstrauen gegenüber fremden Produkten, deren Herkunft nicht klar nachverfolgbar ist, wird das Leben prägen. Und das öffentliche kulturelle Leben ist fast komplett zum Erliegen gekommen.

Szenario 2: System-Crash mit permanentem Krisenmodus

Das Virus hat die Welt ins Taumeln gebracht, und sie kommt aus diesem nicht mehr richtig heraus. Eine Rückkehr zu gewohnten Routinen ist nicht mehr möglich. Die Welt wackelt sich von nun an nervös in die Zukunft. Gegenseitige Schuldzuweisungen, aggressive Drohgebärden und nervöses Handeln im Eigeninteresse wechseln mit Bestrebungen zu Offenheit und Kooperationen.

Das Bewusstsein ist noch offen genug, um zu akzeptieren, dass man aufeinander angewiesen ist. Das führt jedoch gleichzeitig dazu, in einem dauernden Spannungszustand zwischen lokalen und internationalen Märkten, zwischen strikt abgegrenzten und gemeinsamen, geteilten Lebenswelten hin und her zu pendeln.

Big Data scheint für eine Rückkehr zur Normalität zu einem Muss zu werden, schränkt aber die individuelle Datenfreiheit stark ein bzw. schafft diese sogar ab. Künstliche Intelligenz (KI) wird massiv forciert, um angeblich weitere mögliche zukünftige Krisenszenarien besser steuern zu können. Folglich nimmt auch Cybercrime im staatlichen Auftrag zu – mit dem Ziel, die internationalen Konkurrenten zu schwächen.

Szenario 3: Neo Tribes

Gemeinschaft wird vermehrt im Kleinen gesucht. Der Trend zum Post-Individualismus ist für eine breite Masse attraktiv geworden. Vorräte werden geteilt oder getauscht. Urban Farming und Genossenschaften lösen kapitalistische Konsummuster ab. In regionalen Gemeinschaften erwächst eine Circular Economy mit autonomen Ökosystemen. Die progressive Provinz erreicht ihren Peak.

Ehemalige Tourismus-Hotspots erholen sich vom Overtourism. Reisen ist nicht mehr selbstverständlich, sondern wird wieder etwas äußerst Besonderes, und Veranstaltungen werden via Virtual Reality (VR) miterlebt.

Home-Office wird zu einem essenziellen Bestandteil jeder Unternehmenskultur, und internationale Unternehmen vereinbaren Meetings in Virtual Reality (VR)-Konferenzen und schließen Verträge via Blockchain ab.

Szenario 4: Adaption – die resiliente Gesellschaft

Das Bewusstsein für gesunde Umwelten wird zum Leitgedanken.

Die Weltgesellschaft lernt aus der Krise und entwickelt resiliente, adaptive Systeme. Das Coronavirus hat eine Selbstreinigung der Märkte angestoßen. Man sucht eine sinnvolle Balance zwischen online und offline, zwischen regional und international. Die Gesellschaft bewegt sich weg von Massenkonsum und Wegwerf-Mentalität, hin zu einem gesünderen Wirtschaftssystem.

Leben und Wirtschaften wird ganzheitlicher betrachtet. Umwelt, Stadt, Politik, Wirtschaft, Weltgemeinschaft wirken gemeinsam ineinander verwoben, aufeinander verantwortungsbewusst Einfluss nehmend. Man weiß, dass kein Virus, aber auch keine Umweltverschmutzung, … vor Grenzen Halt macht, und stärkt damit das Verbundenheitsgefühl mit der globalen Gemeinschaft und das gegenseitige Verantwortungsbewusstsein. Es entsteht eine globale Identität, getragen von einem fundamentalen Wertewandel: Solidarität und Wir-Kultur nicht nur mit den Nächsten, sondern auch auf internationaler und globaler Ebene.

Künstliche Intelligenz wird konstruktiv genutzt, und der Umgang mit Big Data wird sensibilisiert. Das Voneinander-Lernen steht im Mittelpunkt und schafft eine globale Resilienz. Dieser neue Spirit prägt auch die Medienlandschaft: Konstruktiver Journalismus stellt Lösungsansätze in den Fokus, statt Alarmismus und Fake News zu verbreiten. 

Ihre unternehmerische Zukunft nach Corona

Nachdem ich diese 4 Szenarien vom Zukunftsinstitut von Horx gelesen habe, musste ich erst einmal eine Pause machen und durchatmen. Ich weiß nicht wie es Ihnen jetzt im Moment geht, aber die ersten 3 Szenarien von Horx haben mich unangenehm berührt. Auch wenn die oben angeführten ersten 3 Szenarien vorerst nur überspitzte Möglichkeiten einer Zukunft sein mögen, diese 3 Szenarien von Horx, totale Isolation, Systemcrash mit permanentem Krisenmodus und Neo-Tribes, stimmen mich nicht unbedingt motiviert, um gut gelaunt, kreativ und offen in die Zukunft zu blicken.

Manche von Ihnen werden berechtigterweise sagen, es wird nie so schlimm kommen wie es in den Szenarien ausgemalt wird. Das mag zwar stimmen, doch ganz von der Hand weisen können wir die Szenarien auch nicht – schleichend realisiert sich in Ansätzen das eine oder andere Szenario bereits. Wir sehen es nicht gleich so konkret. Wir merken nicht sofort, wie wir uns verändern bzw. wie Maßnahmen schleichend unser Denken und Handeln verändern, und wie wir bereitwillig Einschränkungen zulassen.

Irgendwann könnten wir dastehen und müssen zugeben, ohweh, wir haben die Situation, die gesetzten Maßnahmen und die damit verbundene Zukunft nicht gründlich genau geprüft, nicht zeitgerecht hinterfragt bzw. anders zu lösen gesucht. Wir haben uns ohne großen Widerstand in ein Szenario eingefügt, dass möglicherweise ohne Krise niemals unsere Zustimmung erhalten hätte. Ob wir wollen oder nicht, wir müssen uns jetzt mit der Zukunft auseinandersetzen, bevor uns die Zukunft in einer Weise einholt, die wir alles andere als angenehm und lebenswert finden.

In meinem Artikel, Licht am Ende des Tunnels, habe ich Sie am Schluss gebeten, einen Stift in die Hand zu nehmen und Ihre Zukunft, Ihre Vision von einer Zukunft, aufzuschreiben. Das möchte ich heute, jetzt im Anschluss an die Zukunftsaussichten von Horx wiederholen – jedoch ergänzt bzw. tiefgreifender erweitert, einerseits mit dem Blick aus der Re-Gnose und andererseits mit einem spielerischen Zugang, mit einem Spiel von Eigenland®.

Starten wir zuerst mit der Re-Gnose [4], und gehen dann in das Spiel über. Bei genauer Betrachtung wird man vielleicht sogar merken, dass das Spiel selbst eine Re-Gnose und gleichzeitig eine Ist-Analyse sein kann, dahingehend, ob die Bedingungen für eine Re-Gnose und damit für eine erfolgsversprechende Zukunft im Unternehmen bereits gegeben sind.

Re-Gnose: Unsere Welt im Frühling 2021

Stellen wir uns eine Situation im Frühling 2021 vor – sagen wir Anfang Mai 2021.

 

  • Wir sitzen in einem Straßencafe in einer Großstadt.

  • Es ist angenehm warm, die Sonne scheint, und auf der Straße bewegen sich wieder die Menschen, die meisten von ihnen ohne Masken.

  • Fühlen Sie sich wie früher vor der Krise, so wie Sie jetzt im Mai 2021 im Cafe sitzen? Schmeckt der Wein, der Kaffee, die Anti-Pasti wie früher vor der Zeit von Corona?

  • Worüber reden wir im Cafe – vielleicht über die Corona-Krise im Jahr 2020? Was können wir rückblickend in Bezug auf die Krise sagen? Was können wir rückblickend aus der Krise gelernt haben?

Re-Gnose: Unsere Welt im Frühling 2021

Vielleicht fragen sich jetzt manche von Ihnen, warum ich Ihnen anraten will, die Zukunft Ihres Unternehmens über die Re-Gnose oder über ein Spiel zu betrachten, und weniger über die ausgereifte Art Prognosen zu erstellen und von Prognosen ausgehend entsprechende Maßnahmen abzuleiten? All jene, die mich bereits kennen, wissen, dass ich das nicht einfach so versuche Ihnen zu vermitteln.

Es hat einen äußerst driftigen Grund, nämlich: Mit der Re-Gnose und dem Spiel lassen sich andere Möglichkeitsräume eröffnen als mit Prognosen – und genau das ist jetzt aktuell in dieser Krise der springende und vor allem relevante Punkt. Es muss einem in einer wirklich kritischen Situation, und in dieser befinden wir uns jetzt, eingehend bewusst werden, dass mit dem ausschließlichen prognostischen Blick ohne andere Hilfsmittel die Zukunft anders wahrgenommen wird. Prognosen mögen zwar ein aussagekräftiges Bild von der Zukunft geben, aber gleichzeitig genau deshalb eine zu enge Fixierung, eine zu enge Vorstellung über die Zukunft erzeugen. Genau davor warnt auch Horx, und setzt deshalb auf die Re-Gnose statt auf die Prognose.

Prognosen sind leider nicht nur gute Berechnungen, wie die Zukunft aussehen könnte, sondern sind gleichzeitig eine Brutstätte für Stress, Ängste, Zweifel, … und führen dadurch unbewusst schnell zu reaktiven, eingeengten Entscheidungen. Das schlimme daran ist, dass wir das meist nicht merken, sondern scheinbar neutral auf die Prognosen blicken und scheinbar weitreichend mit Hilfe der Prognosen die Zukunft zu managen glauben.

Das heißt aber nicht, dass ohne Prognosen die Zukunft immer nur super und erfolgsversprechend gemanagt werden kann. Es heißt viel mehr, dass man beispielsweise durch die Re-Gnose statt der Prognose mehr Handlungsspielräume andenkt, Ängste besser kontrollieren kann und damit flexibler, wendiger, resilienter sich auf die Zukunft vorbereiten kann.

Indem wir zurück aus der Zukunft heraus auf das Heute blicken, sprich eine Re-Gnose machen, stärken wir unsere Resilienz. Prognosen mögen sich vielleicht bewahrheitet haben, aber man hat die Krise überwunden und man kann vielmehr aus dem Erfolg heraus die Vergangenheit betrachten – mit dem Gefühl, wir haben es geschafft. Aus einer solchen Haltung heraus können die umfassenden Probleme in der Wirkung anders analysiert betrachtet, und folglich andere Lösungen generiert werden.

Über die Re-Gnose betrachten wir die Vergangenheit aus einem Coping-, einem Bewältigungsgefühl. Neurobiologisch wird dabei das Angst-Adrenalin durch Dopamin ersetzt, eine Art körpereigener Zukunfts-Droge.[5] Über den Blick aus der Zukunft zurück löst man im Kopf, im Denken keine Angst-Not-Reaktion aus, die auf jeden Fall niemals Probleme offen und kreativ zu lösen im Stande ist, sondern kann aus einem Gefühl, wir haben es geschafft, die Vergangenheit betrachten und damit Lösungen sehen, die aus der Prognose meist nicht denkbar wären.

Die Ängste werden bei der Re-Gnose nicht weg geschoben bzw. ignoriert, sondern man hat die Ängste bereits überwunden. Das ist ein großer Unterschied zu der Prognose, wo man vor der Zukunft noch Angst schüren könnte. In der Re-Gnose kann man rückwirkend Ängste offen legen und zugeben. In der Prognose hingehen müssen die Ängste ignoriert werden, um noch handlungsfähig zu bleiben bzw. sich von den Ängsten nicht überwältigt zu fühlen. Dahingehend kann u.a. auch die idiolektische Gesprächsführung ungemein helfen, wo man vermeintliche Probleme, man spricht in der Idiolektik sogar von Kriegsschauplätzen, bewusst NICHT anspricht.

Idiolektische Betrachtung

Bei dieser Frage-Technik ist mir erst so richtig bewusst geworden, dass wir im Alltag unglaublich oft in Problem- und damit in Kriegsszenarien denken, sprechen, entscheiden. Viel zu selten werden Handlungen und Themen von einem neutralen Boden aus besprochen und entsprechend analysiert.

Das passiert weitreichend unbewusst, kaum jemand merkt das. Dieser Umgang mit Sprache bzw. mit dem Denken, mag in stabilen Zeiten keine dramatischen Folgen mit sich ziehen, weil die Problemszenarien relativ harmlos sind, aber in Krisen kann ein falsch gewählter Kommunikationsort, die Fixierung auf ein Kriegsszenario, falsches Fragen generieren, das Denken und Entscheiden einengen, und schlussendlich ein System sogar zum Kippen bringen.

Neben der Re-Gnose und der ergänzenden Technik, der Idiolektik, ist auch das Spiel von Eigenland® eine förderliche Möglichkeit, Krisen, die gewaltigen Herausforderungen der Coronakrise im Team eingehend zu analysieren, ehrlich auf den Punkt zu bringen, dadurch umfassender zu begreifen und besser gelöst zu bekommen. Mit dem Spiel lassen sich im Team Engpässe aufdecken, die heiklen Themen schnell, strukturiert analysieren, und in Folge offener und lösungsorientierter besprechbar machen. 

Eigenland®: Corona – what´s next?!

Eigenland®: Corona – what´s next?!

Eigenland hat in Bezug auf die aktuelle Krise ganz konkrete Thesen ausgearbeitet, die im Spiel, in der Schatzsuche zur Anwendung kommen. Das Spiel gibt es sehr bald auch als Online Version, damit Teams während der strikten Maßnahmen in der Corona-Krise auch digital gemeinsam die Zukunft bereits jetzt aus der Krise heraus denken und gestalten können.

  • Die Ergebnisse und einzelnen Schritte werden sowohl in der digitalen als auch in der analogen Form anonym gespielt – ein wesentlicher Punkt. Damit fördert man gleich zu Beginn positiv die Neugier, die Grundstimmung, umgeht Hierarchie-Macht-Kämpfe, fördert den Mut, ehrlich die Meinung sagen zu können, insbesondere von introvertierten MitarbeiterInnen, macht dahingehend verdecktes Wissen, verdeckte Blockaden und Hemmnisse, aber eben auch verdeckte Potentiale sichtbar.

  • Die Ergebnisse werden sofort digital erfasst, und zum Ende vom Spiel als Ausdruck jedem und jeder MitspielerIn in die Hand gedrückt bzw. in der Online-Version digital sofort übermittelt.

  • Das Ergebnis, das so gut wie immer die SpielerInnen überrascht, zeigt konkret, wie das Unternehmen in Bezug das jeweilige gespielte Thema gerade positioniert ist – jetzt aktuell in der Coronakrise, wie resilient das Unternehmen mit Corona umgeht und die Zukunft nach Corona genau analysiert und sich entsprechend rüstet.

  • Auf der Analyse aufbauend kann man die aktuellen Engpässe klar erkennen, notwendige Maßnahmen zu setzen suchen, die ziemlich sicher anders aussehen werden als ohne das Spiel. In der Suche nach Maßnahmen könnte man, wenn man als Unternehmen merkt, es hängt dahingehend erneut, mit einem weiteren Spiel nächste Schritte setzen. Dieses Spiel kann nahezu auf jedes Thema hin entsprechend adaptiert werden.

Mehr möchte ich Ihnen zu dem Spiel jetzt nicht sagen, sondern Ihnen ans Herz legen, die Zukunft, Ihr Unternehmen nach Corona, aus unterschiedlichen Perspektiven heraus zu betrachten und nicht nur einzig allein auf Prognosen gestützt Ihre Zukunft hin zu planen. Im Moment brauche wir nicht nur faktisches Wissen, sondern auch mentale und visionäre Kraft, um eine lebenswerte Zukunft zu entwickeln.

Resümee

Was wir jetzt alle brauchen ist das Bild einer gesunden Zukunft.

Unsere Zukunft geschieht durch unser Denken. Wenn das Denken blockiert und eingeengt ist, dann wird das entsprechend die Zukunft beeinflussen – eine eigentlich selbstverständliche Sache, die wir jedoch selten bewusst entsprechend zu nutzen suchen.

Vielmehr lieben wir es, uns auf thematischen Kriegsschauplätzen verbal auszutauschen, und von diesen Themen-Kriegsschauplätzen aus Entscheidungen zu treffen, die die Zukunft angeblich gut zu gestalten fähig ist. Falls der eine oder die andere es schafft, außerhalb von Themen-Kriegsschauplätzen eine tragfähige Zukunft zu kreieren, dann wird es vermutlich passieren, dass diese anderen Zukunftsszenarien mit Zweifel, mit Ja, ABER … zurück zu den Themen-Kriegsschauplätzen gezogen werden – möglicherweise passiert das auch schon mit dem Szenario 4 von Horx, der Adaption, dem globalen Bewusstseinssprung nach der Coronakrise?!

An der Stelle möchte ich ergänzen, dass ich die direkte Ansprache von negativen Themen nicht ablehne bzw. als schlecht betrachte. Ich will vielmehr jetzt die Situation nutzen und dazu anregen, bewusst den Unterschied zwischen Themenfixierung im klassischen Sinn und Themenwahl im idiolektischen Verständnis wahrzunehmen, den Unterschied zwischen eine Re-Gnose und einer Prognose zu erkennen und die spielerische Kraft als Analysewerkzeug nicht zu unterschätzen. Mit den Perspektivenergänzungen können heikle Themen offen, ehrlich und gleichzeitig couragiert, motiviert in anderer Weise analysiert und entsprechend weiterbearbeitet werden.

Gerade in Krisen braucht das Denken und Handeln Phasen der Entspannung, Freiräume und thematische Kriegspausen, um einen anderen Blick auf das Geschehen machen zu können. Aus dieser anderen Position heraus können in Folge vielleicht bessere Lösungen gefunden werden, als wenn man ständig nur auf dem eingeengten Problemfeld der Krise Herr zu werden sucht – insgeheim vielleicht sogar nur noch damit beschäftigt ist, die unbewussten Ängste irgendwie wegzudrücken sucht.

Versuchen wir es jetzt einfach einmal anders. Wir können aktuell in der Krise in der wir alle stecken mit einem ergänzenden Blick, mit anderen Perspektiven und Betrachtungsweisen nichts verlieren, sondern zusätzliche tragfähige Hilfsbrücken bauen, neue Einsichten erlangen, die uns im Umgang mit der Krise resilienter, widerstandsfähiger, kreativer werden lassen.

Also versuchen wir es. Setzen wir uns GEMEINSAM gedanklich in die Straßencafes im Mai 2021, und spielen das Spiel von Corona – what´s next!

Ihr Günther Wagner

 

PS: Um meine zukünftigen Beiträge, insbesondere News im Umgang mit der Corona-Krise mitbekommen zu können, folgen Sie mir auf LinkedIn, Xing und Twitter. Darüber hinaus finden Sie in der Gruppe „Leadership Café …“ neben meinen Beiträgen ebenso Beiträge anderer HR Influencer. In der Gruppe „Viable System Model …“ finden Sie Diskussionen über den Entwurf neuer nachhaltiger Geschäftsmodelle.

 

Informationsquellen:

[1] https://www.horx.com/48-die-welt-nach-corona. Am 2020-04-07 gelesen.
[2] https://www.horx.com/48-die-welt-nach-corona. Am 2020-04-07 gelesen.
[3] https://www.zukunftsinstitut.de/fileadmin/user_upload/Whitepaper-Der-Corona-Effekt-Zukunftsinstitut.pdf. Am 2020-04-08 gelesen.
[4] https://www.horx.com/48-die-welt-nach-corona. Am 2020-04-07 gelesen.
[5] https://www.horx.com/48-die-welt-nach-corona. Am 2020-04-07 gelesen.

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