Langeweile – ein neuer erfolgsversprechender Führungsansatz

Langeweile – ein neuer erfolgsversprechender Führungsansatz

  • Langeweile soll in hoch komplexen Zeiten einen Mehrwert darstellen.

  • Langeweile sei sogar notwendig, um die Herausforderungen der Zukunft bewältigen zu können.

2 Statements, die manche sicher nicht gerne lesen bzw. sogar als Blödsinn abtun. Doch so schnell lasse ich mich von der Idee, mit Langeweile könne man die Herausforderungen bewältigen, nicht abbringen.

Beginnen wir mit der Annahme, dass vermutlich viele das Gefühl haben, Langeweile demotiviert, lähmt, lässt einen ermüden, macht unzufrieden, melancholisch, faul und unkreativ. Langeweile mag auch ein Zeichen dafür sein, dass man unterfordert scheint bzw. zu wenig Arbeit hat.

Jede aufkommende Langeweile wird so schnell es geht mit irgendeiner Aktivität gefüllt. Selbst Nahrungsaufnahme ist für manche schon langweilig, und man sucht sich eine Nebenbeschäftigung zusätzlich zum Essen. Das ist so normal, dass wir das gar nicht mehr hinterfragen. Wer lässt es heute noch zu, sich zu langweilen? Es ist auch gar nicht mehr notwendig bzw. schwer möglich, weil man egal wie, jedes langweilig anmutende Loch sofort mit etwas scheinbar Sinnvollem und Befriedigendem füllen kann. Die Sozialen Medien kommen diesem Anspruch besonders gut entgegen.

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  • Geht es Ihnen vielleicht auch so, dass Sie in Leerlaufzeiten – sobald Sie diese haben, beispielsweise gleich auf das Smartphone sehen und prüfen, was alles gerade los ist, anstatt einmal nichts zu Tun? Leerzeiten scheinen doch ideal, um sich in den World-Wide-Space zu begeben, um am Laufenden zu bleiben, Kontakte zu pflegen, u.a.?!

Leerläufe, Nichts-Tun, die daraus oft entstehende Langeweile wirkt unproduktiv und auch irgendwie unangenehm. Vielleicht frönen manche im Urlaub die Langeweile. Aber selbst das wird in vernetzten und nach schneller Erfüllung pirschenden Zeiten schwierig. Unter Umständen passiert es berufstätigen Frauen, wenn Sie in Karenz gehen, dass sie sich phasenweise in der Babypause langweilen. Die Journalistin Manoush Zomorodi bekundet das so ganz offen. Jahrelang war sie konstant beschäftigt und ausgelastet gewesen. In der Babypause spürte sie schmerzhaft und leibhaftig Langeweile.

So mag es vielleicht auch für andere in abgewandelter Weise sein. Es scheint, als ob Langeweile tatsächlich nicht gut tut – was sicherlich von bestimmten Aspekten aus gesehen sogar stimmt. Dort, wo die Arbeitstätigkeiten wirklich richtig unterfordernd sind, dort löst Langeweile sogar Burnout aus.[1] Aber auch überall dort, wo mit aufkommender Langeweile unangenehme Gefühle auftauchen, scheint Langeweile erstmals negativ zu wirken. Doch genau an diesem Punkt der Langeweile wird es spannend – das beweist auch die Forschung.[2]

Die Alchemie der Langeweile

Langeweile, und die damit verbundenen leeren Zeiten, können als eine Art Magie gesehen werden.[3] Diese ist nicht immer angenehm, aber notwendiger als man meinen könnte. So heißt es in der Forschung: Sich langweilen soll das Gehirn entspannen und Kreativität fördern [4]– ein Faktor, der gerade heute für die Arbeitswelt eine äußerst wichtige Kompetenz ist. Der Aufruf, das innovative Potential müsse gestärkt werden, ist kaum zu überhören bzw. -zu überlesen. Unzählige Tools zur Förderung der Kreativität und Problemlösung überschwemmen den Markt, wie beispielsweise Design Thinking, Creative Problem Solving, Negativkonferenz, etc. Doch ein mitwirkender erfolgsweisender Faktor wird dabei fast überall vergessen – Langeweile bzw. Leerzeiten, in denen die Langeweile entstehen kann.

  • Wer kann von sich aktuell behaupten, Langeweile noch aufkommen zu lassen?

  • Wer kann ehrlich von sich sagen, langweilige Phasen auszuhalten ohne sofort etwas zu tun, beispielsweise in leeren Zeiten am iPhone Nachrichten lesen, Mails abrufen, Musik hören, Kurzvideos ansehen, uvm …?

Die an Brennpunkten der Welt arbeitende Journalistin Zomorodi hat sich der für sie zunächst negativen Langeweile während ihrer Babypause gestellt, sich intensiv mit Langeweile auseinandergesetzt, darüber recherchiert. Sie hat selbst erfahren, was Langeweile im Stande ist, nämlich, Kreativität auf einem neuen Niveau zu erleben – sofern man es aushält, die Langeweile zuzulassen.[5]

Langeweile ist unangenehm, das muss man schon sagen. Das geht oft damit her, dass in der Langeweile aus dem Unbewussten heraus Gedanken herausquellen, die alles andere als entspannend sind. Im Gegenteil, oft kommen aus der Langeweile heraus unbefriedigende, drückende Gefühle.

Allzu leicht verfallen wir der Illusion, Langeweile und die mit der Langeweile verbundenen Leerzeiten sind unproduktiv, sinnlos. Schnell stopfen wir das scheinbar sinnlose Lebensloch, um angeblich mit der Aktivität wieder Sinn zu finden und Ängste, die in der Langeweile auch oft auftreten, loszuwerden.

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Das macht es jedoch schwierig, sich bewusst der Langeweile zu stellen und hinzugeben – insbesondere heute, wo man durch die Sozialen Medien und einer unbegrenzten Welt an Ideen im Netz, Langeweile, Leere, Sinnlosigkeit, scheinbar unkreative Lebenszeiten, mit mehreren Klicks schnell wieder in scheinbar sinnerfüllende Aktivitäten überführen kann.

Studien der University of Southern California zeigen jedoch, dass die Nutzung von Sozialen Medien Jugendliche sogar weniger kreativ und einfallsreich macht.[6] Eigentlich das Gegenteil von dem, was man annehmen könnte.

Langeweile öffnet die Tür zur Kreativität

Nach Norbert Bolz, Philosoph und Medienwissenschaftler, ist Monotonie bzw. die in einer monotonen Atmosphäre auftauchende Langeweile so etwas wie eine Grundbedingung, um überhaupt aktiv werden zu können. Es braucht Langeweile, um die Energie aufzubringen, mal etwas wirklich Neues oder Außergewöhnliches anzugehen. Langeweile sei somit besser als ihr Ruf. Es hängt jedoch vom Umfeld ab, in welcher Weise Langeweile bewertet wird.[7] Wenn in einem Unternehmen Langeweile und damit verbunden Leerzeiten negativ betrachtet werden, dann ist es schwer, dem als einzelner entgegenzutreten. Vielleicht hilft es an dieser Stelle sich zu fragen:[8]

  • Welche Türen öffnen sich mit einem durchgetakteten Aktionismus, wo Langeweile und Leerzeiten kaum vorhanden sind?

  • Welche Türen öffnen sich, wenn Langeweile wirklich zugelassen wird?

  • Wohin bringt uns das jeweils?

Wenn Sie Kinder haben, dann kennen Sie vielleicht auch die immer wieder auftretenden Ansagen: Mir ist so langweilig? Was soll ich tun? Was machen Sie in solchen Momenten? Versuchen Sie rasch die Langeweile Ihres heranwachsenden Sprösslings mit anregenden Aktivitäten aus dem Weg zu räumen? Oder wagen Sie es, Ihren Sprössling mit der Langeweile experimentieren zu lassen, ohne eine Idee zur Bewältigung der Langeweile anzuführen?

Meist sind wir geneigt, Menschen, die meinen ihnen ist langweilig, gleich mit einigen Ideen unter die Arme zu greifen, um die Langeweile wieder los zu werden. Bei sich selbst tut man das auch, nur das ist oft so subtil und passiert so schnell, dass man es kaum bemerkt.

Wie geht es Ihnen, wenn Sie merken sollten, Ihnen wird langweilig? Versuchen Sie dann auch rasch eine Aktivität zu finden, um die Langeweile loszuwerden? Oder machen Sie nichts, und lassen die Langeweile ein wenig mit Ihnen gemeinsam Zeit verbringen? Wie dem auch sei, viele von uns haben vermutlich kaum noch langweilige Zeiten. Ein Teil der Persönlichkeit würde sagen, SUPER. Ein unbewusster Teil aber leidet – und damit unter Umständen auch die Kreativität. Sicherlich ist das individuell sehr unterschiedlich zu sehen. Das darf man an dieser Stelle auch nicht außer Acht lassen.

Nach Hans-Georg Häusel, Psychologe, unterscheiden sich Menschen aufgrund der limbischen Prägungen. Je nachdem welche Prägung wirkt, mag Langeweile leichter und für andere deutlich schwer auszuhalten sein. Jede Aktivität, jede Entscheidung die gesetzt wird, wird nach Häusel von der limbischen Prägung beeinflusst. Er unterscheidet 3 Prägungstypen: Den Stimulanz-Typ, den Dominanz-Typ und den Balance-Typ. Ist man beispielsweise ein Stimulanz-Typ, dann ist Langeweile äußerst schwer auszuhalten. Ein Balance-Typ hingegen kann die Langeweile vermutlich etwas besser nehmen bzw. Langeweile tritt im Vergleich zu den beiden anderen Typen erst später auf.[9]

Anhand der folgenden Darstellung mag Ihnen vielleicht bewusst werden, wie individuell neben anderen Aspekten auch Langeweile wirkt.[10] Gerade deshalb ist Langeweile hie und da notwendig, um die individuellen Antriebsmuster wahrzunehmen, zu verstehen und entsprechend sinnvoll im Arbeits- und Lebensalltag einzubringen.

Limbische Prägung nach Hans-Georg Häusel

Es geht darum, sich selbst in Phasen der Langeweile besser kennen zu lernen, um aus dem heraus das eigene Potential zu stärken und fremde Potentiale einsichtiger zu respektieren. Es gilt, als Führungskraft dafür zu sorgen, dass man die MitarbeiterInnen gezielt darin bestärkt, ihre entsprechenden Potentiale zu entwickeln, und demzufolge Sinn stärkend zum Einsatz zu bringen. Genau das ist eigentlich die Ausrichtung von New Work.

Wenn es darum geht, die von so vielen im Business geforderte Kreativität zu fördern, dann braucht es Menschenkenntnis, Zeiten der Stille, Leerläufe.

Insbesondere Stimulanz-Menschen neigen jedoch dazu, Leerläufe nicht zuzulassen, sich vom Aktivitätsrausch leiten zu lassen. Nicht selten kommt es dann dazu, dass Aktivitätsjunkies irgendwann zusammenbrechen oder Fehleinschätzungen tätigen, weil der notwendige Weitblick im Rausch der Aktivitäten verloren geht. Genauso gut könnten Dominanz-Typen durch den starken Drang das Machtbedürfnis zu stillen, im gestressten Zustand dazu neigen, andere zu unterdrücken, Ideen von anderen abzuwerten. Das alles passiert nicht böswillig, sondern ist menschlich und braucht Verständnis. Aber Verständnis kann ich erst aufbringen, wenn ich mir Zeit nehme, wenn ich mich langweile und damit unter Umständen ein Rendezvous mit meinen unbewussten Triebkräfte und Emotionen zulasse. Das mag anfangs alles andere als erfüllend, kreativitätsförderlich und befriedigend sein, doch wer hier wagt, gewinnt.

In Langeweile gibt es Überraschungen

Es kann ein Trugschluss sein zu glauben, man verwirkliche sich selbst, wenn man keine Langeweile mehr hat, und erfolgsgezeichnet von einem scheinbar erfüllenden Ziel zum nächsten fliegt. Zum Teil ist sogar das Gegenteil der Fall: Solange man sich selbst und der eigenen Antriebskräfte nicht umfassend bewusst ist, plagen und jagen einem die Antriebskräfte, jedoch in einer Weise, die manchmal mehr zerstören als sinnvoll und gewinnbringend zu erfüllen mögen.

Mag sein, dass Sie dem jetzt widersprechen. Das kann ich gut nachvollziehen. Zum einen ist es wirklich schwer zu glauben, dass man sich selbst am meisten im Weg steht. Zum anderen kann das, was ich jetzt über Langeweile schreibe, nicht direkt überprüft werden. Hier kann nur der Schritt in die Langeweile selbst möglicherweise mehr Einsicht bringen.

Langweile führt jedenfalls, zumindest ist es meine Erfahrung, irgendwann fast immer zu dem Punkt, dass man sich mit sich selbst und mit anderen eingehender auseinandersetzt. Kommen wir zur Ruhe, lassen wir leere, unerfüllte, langweilige Zeiten zu, begegnen wir unseren Ängsten, Einsamkeit, Minderwertigkeit, Versagensängste, Verlustängste, …, wie auch abgeschobenen Sehnsüchten. Wir begegnen unserem oft verdrängten Verlangen nach Macht, sinnlichem Vergnügen, uvm … Aber genau das ist eben unangenehm, und deshalb versucht man die Leerzeiten schnell wieder in Aktivitätszeiten zu überführen. So mag nach außen hin alles passen, das Bild im Netz mag gut wirken. Wir profilieren uns in Magazinen, doch etwas nagt, sobald Langeweile aufkommt – die unzureichend bzw. auch falsch befriedigten Seiten in uns selbst.

Jetzt stehe ich an einem Punkt in diesem Artikel, der mich selbst zum Stillstand führt. Ich weiß gerade nicht, was ich jetzt noch schreiben soll. Eigentlich wollte ich in Bezug auf Langeweile einen ganz anderen Artikel schreiben. Ich wollte Ihnen auf angenehme, leicht verdauliche Weise zeigen, wie motivierend und förderlich langweilige Zeiten sind. Aber jetzt muss ich feststellen, dass die Auseinandersetzung mit Langeweile deutlich mehr von mir und auch von Ihnen fordert, als ich eigentlich Ihnen zumuten wollte. Doch ich werde jetzt diesen Artikel nicht mehr umarbeiten, sondern versuchen die mit Langeweile verbundene Schwere zu lösen suchen – denn genau um das geht es in vielen erfolgreichen Prozessen:

Tiefe zulassen, ohne von der Tiefe überwältigt zu werden – genau das ist meiner Meinung nach für eine erfolgsversprechende Zukunft im vernetzen Zeitalter notwendig. Das kann die Wirtschaft unterstützen, um mit den Herausforderungen Digitalisierung, Globalisierung, Komplexität erfolgsversprechend umgehen zu gehen. [11] Dafür ist Langeweile bzw. die mit der Langeweile verbundene leere, unerfüllte Zeit vielleicht bald sogar schon lebensnotwendig.

Wir alle wissen, die Herausforderungen sind gewaltig. Selbst jene, die meinen wir überschätzen die möglichen Folgen der Digitalisierung, werden allein durch die überall wirkende vernetzte Arbeitsweise merken, dass es anders läuft als früher. Langeweile kommt heute im Alltag – beruflich wie privat – kaum noch vor. Die Folgen sind nicht abzuschätzen. Doch namhafte Persönlichkeiten der IT, wie beispielsweise Jack Ma, fordern mehr Kreativität. Doch Vorsicht, mehr Kreativität heißt nicht mehr Aktivität. Diesem Trugschluss, man sei kreativ wenn man aktiv ist, erliegt man ebenfalls gerne – einschließlich ich selbst.

Mein persönliches Resümee

Ehrlich sein. Das heißt vermutlich für mich wie auch für einige andere, Langeweile erfahren, spüren. Das alleine ist deutlich schwieriger als man meinen könnte. Wir sind es so sehr gewohnt, Langeweile zu umgehen, so dass hier schon viele Handlungsautomatismen arbeiten, um eine möglicherweise auftauchende Langeweile bereits im Keim zu ersticken. Man merkt es nicht, dass man unter Umständen bereits etwas tut, um eine mögliche leere Zeit rasch mit etwas scheinbar Sinnvollerem als Langeweile zu füllen. So gesehen komme ich wieder an den Punkt, Mindfulness zu Hilfe zu holen – sprich, Achtsamkeit praktizieren, damit man nicht in Gefahr läuft, sich in durch Aktionismus getriebenen Erfolgs- und Zielausrichtungen zu verlieren bzw. zu verspekulieren.

Ihr Günther Wagner

 

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Literaturquellen:

[1] https://www.das-burnout-syndrom.de/ursachen/monotone-arbeit/. Am 2018-11-13 gelesen.
[2] https://orange.handelsblatt.com/artikel/32499. Am 2018-11-13 gelesen.
[3] https://orange.handelsblatt.com/artikel/32499. Am 2018-11-13 gelesen.
[4] https://www.welt.de/icon/partnerschaft/article174946686/Langeweile-Das-groesste-Geschenk-das-wir-uns-machen-koennen.html. Am 2018-11-13 gelesen.
[5] https://orange.handelsblatt.com/artikel/32499. Am 2018-11-13 gelesen.
[6] https://orange.handelsblatt.com/artikel/32499. Am 2018-11-13 gelesen.
[7] Fromm Lüdenscheid, Mona: Immer und immer wieder. Eintönige Arbeit genießt keinen wirklich guten Ruf in unserer Gesellschaft. Warum eigentlich? In: Handelsblatt Nr. 217. Wochenende 9./10./.11. November 2018.
[8] Romhard, Kai: Slow Down Your Life. 2. Auflage. Ullsteinbuchverlage GmbH, Berlin: 2005.
[9] https://www.haeusel.com/wp-content/uploads/2016/03/wiss_fundierung_limbic_ansatz.pdf. Am 2018-11-14 gelesen.
[10] https://www.haeusel.com/wp-content/uploads/2016/03/wiss_fundierung_limbic_ansatz.pdf. Am 2018-11-14 gelesen.
[11] https://www.linkedin.com/pulse/new-work-wird-falsch-verstanden-günther-wagner/.

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Effizienz ist die falsche Strategie

Effizienz ist die falsche Strategie

Effizienz ist in vielen Unternehmen scheinbar zu einer Notwendigkeit geworden. Prof. Michael Braungart warnt jedoch vor dieser Ideologie. Es sei die falsche Strategie. Er sagt ganz klar, dass er sich als Wissenschaftler nicht mit Effizienz auseinandersetzt. Effizienz ist seiner Meinung nach sogar eine der Ursachen für die globale Zerstörung.[1] Effizienz führt dazu, dass man meint, man schütze damit die Umwelt. Aber das ist Augenauswischerei, eine Täuschung und Illusion mit ungeahnten Folgen.

Frankenstein war ein wissenschaftlicher Hero, aber …

Doktor Viktor Frankenstein, Wissenschaftler, Arzt, jung, begabt, ehrgeizig, erlag ebenfalls einer Illusion. Er wollte etwas Besonderes bewirken, unter Umständen sogar was Gutes in die Welt setzen. Er war voller Ehrgeiz, das Geheimnis des Lebens zu verstehen. Er wollte das Leben ergründen und bereichern – so wie das viele WissenschaftlerInnen vermutlich wollen, und dabei unglaubliche bahnbrechende Durchbrüche in unterschiedlichsten Bereichen erzielen.

Dieser leidenschaftliche Antrieb, das Leben zu erkunden, Neues zu entdecken, Verbesserungen zu erzielen, ist an sich bemerkenswert und beeindruckend – und doch gibt es einen Haken. Braungart, ebenfalls Wissenschaftler, Chemiker und Verfahrenstechniker, an den Universitäten in Lüneburg und Rotterdam lehrend, mag bewusst oder vielleicht auch unbewusst den Haken deutlich wahrnehmen.

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Es stimmt Braungart nachdenklich, dass er als Chemiker seinem Kind die Umweltkatastrophen erklären muss, anstatt von den Möglichkeiten zu erzählen, die Umwelt zu schützen.

Am folgenden Beispiel zeigt sich, was Braungart nachdenklich stimmt, aber gleichzeitig wissenschaftlich antreibt. Selbst an so einem banalen Beispiel wie Autoreifen oder Bremsbeläge zeigt sich, wie tiefgreifend und umfassend Produktentwicklung geht, und in der Folge wirkt. Heute halten Autoreifen doppelt so lange wie vor 30ig Jahren. Das hört sich zunächst einmal gut an, aber es hat einen Haken: Die Produktverlängerung der Autoreifen wurde erkauft durch Zutaten, die gesundheitsgefährdend sind. Gefährlich daran ist vor allem der Feinstaub in der Luft, der sich durch den Reifenabrieb bildet. Reifen enthalten bis zu 470 teils hochgiftige und krebserzeugende Chemikalien. Die abgeriebenen Teilchen sind teilweise so klein, dass sie nicht einmal mehr vom Regen aus der Luft ausgewaschen werden können. Die Partikel werden dann einfach so von uns allen eingeatmet.[2]

Das gleiche gilt für die Bremsbeläge. Man rühmt sich, diese seien frei von Asbest. Aber das heißt gar nichts, weil damit überspielt wird, dass der Abrieb von Bremsbelägen bei Kraftfahrzeugen hochgiftig ist. 20 Prozent des Feinstaubes – mehr als 7000 Tonnen – stammen heute von Bremsen, Tendenz steigend. Besonders problematisch ist das verwendete Antimon, wodurch der krebserregende Stoff Antimon-Trioxid freigesetzt wird, der sogar krebserregender ist als Asbest.[3]

Das sind jetzt nur 2 relativ banale Beispiele für Produkte, die einerseits besser geworden sind, aber andererseits noch immer negativ wirken. Im Bereich der Medizin, beispielsweise in der künstlichen Befruchtung, bzw. Leben in einem künstlichen Uterus, außerhalb der Frau entstehen und wachsen zu lassen, zeigt sich vielleicht noch schärfer, wozu die Forschung fähig ist. Angeblich sei es für die Frauen eine Befreiung, Kinder außerhalb ihres Körpers wachsen zu lassen. Frankensteins Vision kommt dieser Sache schon ziemlich nahe. Und wie weit im Rahmen der IT die Künstliche Intelligenz schon wirkt, und was das heißen mag – positiv wie auch negativ – davon kann ich mir eigentlich nur ein Bild ausmalen. Es ist angeblich hauptsächlich darauf ausgelegt, dass die Künstliche Intelligenz den Menschen dienen und helfen soll, doch ob es so auch sein wird, das lässt sich vermutlich erst im Rückblick evaluieren.

Frankenstein hat seine Schöpfung im Stich gelassen

Wenn ich diese bisherigen Gedanken bewusst auf mich wirken lasse, kann ich kaum anzweifeln, dass viele Produkte noch immer mehr schlecht als Recht sind. Ich kann mir schwer vorstellen, zu was die Künstliche Intelligenz fähig ist oder auch die Medizin. Ich bin weder Chemiker, noch Informatiker, auch kein medizinischer Wissenschaftler, um sagen zu können, ob es nicht andere Wege gibt, bessere Wege, Produkte und Dienstleistungen zu schaffen. Vielleicht habe ich ein naives Bild von WissenschaftlerInnen: Ein Bild, in dem WissenschaftlerInnen versuchen, Bestmögliches für die Menschen und Umwelt zu erschaffen. Aber vielleicht ist es auch wie im Roman von Frankenstein, dass eine Erfindung so unfassbar reizvoll ist, dass man die Nebenprodukte, die vielleicht nicht nur positiv sind, ausblendet. Ich kann es schwer sagen.

Frankenstein war von seiner Arbeit und der positiven Wirkung überzeugt – davon, dass seine Arbeit wichtig, richtig und bahnbrechend für die Welt sei. In ganz ähnlicher Weise arbeiten vermutlich weltweit viele WissenschaftlerInnen – hochgradig motiviert und überzeugt, dass ihre Arbeit und die daraus entstehenden Produkte sinnvoll und gut sind. Die positive Absicht möchte ich auch in keiner Weise all diesen WissenschaftlerInnen abstreiten – im Gegenteil, ich bin immer wieder davon fasziniert, was WissenschaftlerInnen leisten.

 

Frankenstein war voll und ganz damit beschäftigt, das Leben zu ergründen, Leben zu erschaffen, Neues in die Welt zu bringen, aber er hat sich darüber hinaus, über die möglichen Folgen seiner Schöpfung keine weiteren Gedanken gemacht. Hoch motiviert und ambitioniert hat Frankenstein eine Kreatur erschaffen, aber diese Kreatur im Anschluss an die Entstehung sich selbst überlassen.[4]

Man übersieht anscheinend zu leicht, dass jede neue Errungenschaft oder Weiterentwicklung Einfluss im Leben aller nimmt – unter Umständen sogar neben der ambitionierten positiven Ausrichtung, negative Folgen mit sich bringt. Damit will ich nicht sagen, dass die Wissenschaft sich nicht um Begleiterscheinungen neuer Produkte kümmert. Doch wie es scheint, und von Braungart in vielen negativen Beispielen erwähnt, greift die Fürsorge zu kurz. Vielleicht auch darum, weil eine wirklich umfassende und nicht bloß oberflächliche Begleitforschung möglicher Folgen nur am Rand zum Forschungsauftrag gehören, zeitlich und vielleicht auch finanziell nicht entsprechend vergolten wird. Das sind jetzt nur Hypothesen von mir. Mag sein, dass ich mit meinen Annahmen falsch liege, aber die Ergebnisse von Braungart sind eindeutig – also gibt es den Haken irgendwo im System.

Frankenstein hat sich jedenfalls im Schaffungsprozess selbst keine Gedanken gemacht über die Folgen, die seine Schöpfung für die Welt bedeutet – rückkoppelnd für ihn selbst, wie auch für die Umwelt und zuletzt auch für die von ihm erschaffene Kreation. Dieser Punkt ist meiner Meinung nach gerade heute, im Entstehen von Künstlicher Intelligenz, ein relevanter Aspekt, der vielleicht noch mehr öffentliche Auseinandersetzung braucht. Einer meiner letzten Gesprächspartner im Zuge meiner New Work Safari sieht im Bereich der IT einiges sehr kritisch. Deshalb sprach er vermutlich so leidenschaftlich davon, dass achtsame IT-ExpertInnen gesucht und entsprechend gefördert werden sollten.

WissenschaftlerInnen, InformatikerInnen erschaffen Künstliche Intelligenz. Aber fühlen sich all diese WissenschaftlerInnen auch über die Entstehung der Künstlichen Intelligenz hinaus verantwortlich? Nehmen sich die ErschafferInnen von künstlichen Intelligenzen zumindest in Ansätzen wie Eltern wahr, die für ein Kind verantwortlich sind? Mit wieviel Fürsorge begleiten sie ihre Kreationen wie ein Kind am Weg zum Erwachsenwerden, so dass dieses Kind für sich selbst, die Gesellschaft und Umwelt fähig wird, verantwortungsbewusst und mitfühlend das Leben zu meistern?

Diesen Punkt, der Betreuungsauftrag, die Begleitung der Schöpfung über die Schöpfung hinaus, hat Frankenstein bei seiner Kreation jedenfalls vergessen, bzw. im Eifer und im leidenschaftlichen Schaffungsprozess nicht im Auge gehabt – aber genau diese Nachlässigkeit wird Frankenstein mit seiner Schöpfung zum Verhängnis.[5]

Resümee

Nachhaltigkeit ist nur ein rückwärtsgewandtes Konzept des Schuldmanagements, um ein wenig auszugleichen von dem, was vorher falsch gemacht bzw. vernachlässigt wurde. Das ist die Meinung von Braungart. Die Qualität des Produktes, welches die Folgen des Produktes für die Welt beinhaltet, kommt bei diesem Ansatz viel zu kurz.[6]

Deshalb warnt Braungart unermüdlich vor dem Effizienz-Hype. Er will keine Zeit in Effizienz stecken, sondern sich viel lieber mit Effektivität und Qualität auseinandersetzen. Effektivität heißt für Braungart, von Anfang an die richtigen Dinge zu machen.[7] Es ist eine Schande, dass beispielsweise noch immer Kinderspielzeug am Markt ist, dass schädlich ist. Die EU verbietet zwar 64 Chemikalien im Kinderspielzeug anstatt bisher 30. Aber in Mattel-Spielsachen finden sich noch immer bis zu 600 giftige Lösungen.[8] Das ist alles andere als eine umsichtige Produktentwicklung.

Quelle: Cradle to Cradle als Innovationschance für die Wirtschaft

Jedes Produkt, dass umweltschädliche Chemikalien beinhaltet, nicht kompostierbar ist, durch Kinderarbeit entsteht, oder sonst wie für Menschen gefährlich sein bzw. werden könnte, ist kein qualitativ hochwertiges Produkt. Es mag zwar sein, dass die Umweltverträglichkeit besser ist, aber besser ist im Verständnis von Braungart nicht gut genug. Im Roman „Frankenstein oder der moderne Prometheus“ von Mary Shelley, muss Frankenstein feststellen, dass er nicht bloß für den Schöpfungsprozess selbst Verantwortung zu tragen hat, sondern sich über die Schöpfung hinaus Zeit und Anteilnahme für seine eigene Schöpfung hätte nehmen müssen. Das hat Frankenstein in seinem motivierten Schöpfungsprozess einfach nicht bedacht.

Eigentlich ist es erstaunlich, dass die Menschen, trotz einiger bereits äußerst unangenehmer Erfahrungen mit ihren Errungenschaften, scheinbar noch immer, ähnlich leichtgläubig wie Frankenstein mit seiner Kreatur, mit neuen Errungenschaften umzugehen scheinen. Das mag jetzt wirklich kein Vorwurf, sondern vielmehr ein Aufruf sein etwas mehr zu hinterfragen, und sich nicht darauf zu verlassen, dass alles schon gut und richtig läuft.

Sicher gibt es viele WissenschaftlerInnen, die äußerst verantwortungsbewusst mit ihren Errungenschaften in die Welt gehen, und fürsorglich diese in den Lebensprozess einzufügen versuchen. Aber es kommt eben auch vor, dass im Entwicklungs- und Produktionsprozess, egal in welchem Gebiet, man mehr den damit verbundenen Gewinn sieht, anstelle möglicher negativer Folgen. Die von Braungart angeführten negativen Beispiele scheinen die Kurzsichtigkeit zu belegen. Vielleicht soll es aber auch nicht die Aufgabe der WissenschaftlerInnen sein, sich um die Folgen ihrer Errungenschaften zu kümmern? Vielleicht sollten andere die umfassende Fürsorge für die Entwicklungen übernehmen, die Politik, die Wirtschaft, …? Wie dem auch sei, Frankenstein und seine Kreatur sind meiner Meinung nach hierfür ein sehr gutes Reflexionsfeld.

Frankenstein übernimmt die unangenehme Position eines ehrgeizigen Wissenschaftlers, der für seine bahnbrechende Errungenschaft büßen muss – aber nicht deshalb, weil seine Errungenschaft schlecht war, sondern weil er sich um seine Kreatur zu wenig gekümmert hat.[9] Es reicht nicht aus, einfach nur was Neues zu erschaffen. Das sich neu Entwickelnde braucht vom ersten Schritt an Fürsorge im umfassenden Sinn.

Umgelegt auf den Fortschritt und die damit verbundenen Errungenschaften könnte man sagen, die Errungenschaften brauchen ein umfassendes Paket an diversen Betreuungsaufträgen. Das würde vermutlich auch den Ansatz einer qualitativen Produktentwicklung, Produktion und Produktableben im Verständnis von Braungart entgegenkommen. Braungart sieht es aber auch sehr kritisch, wenn sich die Menschen im Zuge der Bewusstwerdung ihrer negativen Folgen selbst zu Schädlingen erklären. Diese Schuldaufladung hilft niemanden – weder den Menschen, noch der Umwelt. Es geht nicht um Grün oder Öko, sondern um Qualität, um qualitatives statt quantitatives Wachstum.

Es geht um das Verständnis, Produkte zu kreieren, die nicht weniger schädlich sind als vorher, sondern nützlich sind im umfassenden Sinn – beispielsweise Gebäude errichten, die wie Bäume wirken, die gesunde Lebensräume für Menschen und Tiere bieten.[10] Aktuell zeigt sich hingegen, dass beispielsweise die Luftqualität in Gebäuden 3-8x schlechter ist als die Außenluft. Dafür ist es wichtig, zuerst einmal zu definieren, was wir haben und weniger, was in den Produkten drinnen ist. Das klingt doch so unglaublich einfach und ist technisch auch machbar. Aber warum wird dann nicht in dieser Weise produziert und neue Produkte kreiert? Weil sich anscheinend niemand um das, was aktuell gemacht wird, richtig kümmert.[11] Das betrifft aber nicht bloß die WissenschaftlerInnen selbst, sondern auch jedes Management in der Wirtschaft, jeden und jede PolitikerIn, jedes einzelne Individuum.

Fürsorge fehlt

Frankenstein hat nur seine Idee, einen Menschen erschaffen, im Auge gehabt. Frankenstein hat sich keine Gedanken gemacht, wie sein erschaffener neuer Mensch in der Umwelt zurechtkommt, was seine Schöpfung bei anderen auslösen könnte, in welcher Weise seine Schöpfung das Leben beeinflusst – positiv wie auch negativ. Dieser Punkt könnte beispielsweise bei der Entwicklung von Künstlicher Intelligenz von großer Bedeutung sein. Vielleicht fühlen sich IngenieurInnen und InformatikerInnen ohnehin für ihre Schöpfungen verantwortlich, fühlen eine Art Fürsorge und damit verbunden eine zukunftsgerichtete Weiterbetreuung in Bezug auf ihre kreierten Schützlinge? Es mag aber auch sein, dass einige davon ausgehen, es genüge die Künstlichen Intelligenzen zu kreieren, weil diese im Anschluss all die Lernerfahrungen ohnehin ganz allein für sich machen können. Vielleicht mag das richtig sein, vielleicht aber auch nicht.

Die von Frankenstein erschaffene Kreatur sagt etwas, das so meine ich gerade heute in der Entwicklung von Künstlichen Intelligenzen zum Nachdenken anregen sollte:

Du Frankenstein bist mein Schöpfer, aber ich bin Dein Meister.[12]

Braungart ist der Meinung, dass es darum geht, die Rolle des Menschen noch einmal völlig neu zu betrachten. Braungart stellt sich dabei die Frage, ob der Mensch für den Planeten ein Risiko ist, oder vielleicht auch eine Chance? Je nach Betrachtung, sieht Braungart einerseits bloß etwa 5 Möglichkeiten Menschen soweit zu kontrollieren, damit diese den von ihnen produzierten Schaden etwas besser in den Griff bekommen. Oder zum anderen Millionen Möglichkeiten, Menschen darin zu unterstützten, nützlich und förderlich auf das Gemeinwesen, auf die Kultur, auf die Natur, auf alle einzuwirken – und die Wirtschaft könnte das umfassend begleiten und unterstützen. An diesem Punkt und gleichzeitig als Abschluss von diesem Artikel stellt sich noch die Frage:

  • In welcher Weise die Wirtschaft diesen Ansatz der Fürsorge mitgestalten und mittragen will,

  • oder die Wirtschaft weiterhin den Weg der kurzfristigen Profite verfolgt, mit der Haltung: Nach mir die Sintflut? Ein Ansatz, der in einem meiner letzten Gespräch auf meiner New Work Safari in München, spürbar mit Gedrücktheit und Bekümmernis angesprochen wurde.

Ihr Günther Wagner

 

PS: Um meine zukünftigen Beiträge zu lesen, können Sie mir auch auf LinkedIn, Xing und Twitter folgen. Darüber hinaus finden Sie in der Gruppe „Leadership Café …“ neben meinen Beiträgen ebenso Beiträge anderer HR Influencer.

 

Literaturquellen:

[1] Braungart, Michael: Impulsvortrag zu New Business Models 2018. Auf der Suche nach einer neuen Art des Wirtschaftens. 2018-10-18. FH Salzburg. Puch/Urstein.
[2] Braungart, Michael: Impulsvortrag zu New Business Models 2018. Auf der Suche nach einer neuen Art des Wirtschaftens. 2018-10-18. FH Salzburg. Puch/Urstein.
[3]Braungart, Michael: Impulsvortrag zu New Business Models 2018. Auf der Suche nach einer neuen Art des Wirtschaftens. 2018-10-18. FH Salzburg. Puch/Urstein.
[4] Dokumentation: Das Verhängnis des Doktor Frankenstein. Frankreich: 2017. Am 2018-11-04 in ARTE gesehen.
[5] Dokumentation: Das Verhängnis des Doktor Frankenstein. Frankreich: 2017. Am 2018-11-04 in ARTE gesehen.
[6] https://www.ife.uni-freiburg.de/wachstumswende/interview-michael-braungart.pdf. Am 2018-11-06 gelesen.
[7] Vortrag von Prof. Michael Braungart. https://www.youtube.com/watch?v=RHEgI_TQfTY. Am 2018-11-05 gesehen.
[8] https://www.ife.uni-freiburg.de/wachstumswende/interview-michael-braungart.pdf. Am 2018-11-06 gelesen.
[9] Dokumentation: Das Verhängnis des Doktor Frankenstein. Frankreich: 2017. Am 2018-11-04 in ARTE gesehen.
[10] https://www.ife.uni-freiburg.de/wachstumswende/interview-michael-braungart.pdf. Am 2018-11-06 gelesen.
[11] Vortrag von Prof. Michael Braungart. https://www.youtube.com/watch?v=RHEgI_TQfTY. Am 2018-11-05 gesehen.
[12] Dokumentation: Das Verhängnis des Doktor Frankenstein. Frankreich: 2017. Am 2018-11-04 in ARTE gesehen.

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Gesucht sind achtsame IT-Talente

Gesucht sind achtsame IT-Talente

Mindfulness soll endlich als notwenige Kompetenz in Unternehmen anerkannt werden!

Das ist das, was sich bis heute in meinen bisherigen Gesprächen auf meiner New Work Safari klar herauskristallisiert hat.

Ohne Mindfulness wird es schwierig, mit der stetig ansteigenden Geschwindigkeit und der sich immer stärker ausbreitenden Komplexität mitzuhalten. Die damit einhergehenden Folgen, als auch die mit einer ansteigenden Fehleranfälligkeit zu erfassenden Dimensionen von Folgen, können wir ohne dem kaum gut im Auge behalten.

Mir ist bewusst, dass eine erste Schlussfolgerung von Aussagen unter Umständen verfrüht ist. Doch es wurde in den Gesprächen einhellig davon gesprochen, dass ein neues, achtsames Denken mehr Fuß fassen sollte, um mit den Herausforderungen im digitalen Zeitalter fertig zu werden. Eigentlich wollte ich über ein anderes Thema schreiben, aber die Achtsamkeit fordert so schon heute meine Aufmerksamkeit.

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Digitalisierung verlangt soziale Innovationen

Mein letztes Gespräch in München, dessen Daten ich auf seine Bitte hin anonym halte, hat mich sehr berührt. Er sprach ganz offen und mit tiefem Wunsch, dass es außerordentlich wichtig ist, achtsame IT-Talente mit Wertebewusstsein an die Arbeit gehen zu lassen. Unternehmen sollten solche Talente fördern und ermutigen, u.a. auch dabei, den Zweck des Unternehmens wieder einmal gründlich zu hinterfragen.[1] Andere, wie Thomas Plötzeneder, sprechen in dem Zusammenhang vom Anliegen der Organisationen.

Eigentlich ist es nicht schwer, den Zweck, das Anliegen eines Unternehmens zu kennen und zu benennen. Im konkreten Fall, die KundInnen sollten glücklich und zufrieden sein. Selbstverständlich auch die MitarbeiterInnen. Doch zu oft scheint es nicht mehr um ein ethisch vertretbares Glück und eine entsprechende Sinnerfüllung zu gehen, sondern oft nur noch um Profitmaximierung mit der Ideologie: Nach mir die Sintflut.[2]

Wohlstand frisst Werte – wenn die Wächter der Werte schlafen.[3]

Sicher gibt es genug Unternehmen bzw. Führungskräfte, die wirklich bemüht sind, das Beste für die MitarbeiterInnen und KundInnen im Sinn zu haben. Die versuchen, das Unternehmen auch dahingehend zu führen. Warum es dann nicht klappt, liegt unter Umständen daran, dass eine Kompetenz, die Achtsamkeit, als Fähigkeit zu wenig Anerkennung erfährt. Das zu wenig Praxis und Anwendungskenntnisse vorhanden sind.

Es scheint, dass die Achtsamkeitspraxis, oft auch Mindfulnesspraxis genannt, eine äußerst private Angelegenheit ist. Wenn man nicht durch das Elternhaus, durch Freunde oder sonst wie in dieses persönliche Entwicklungspotential rutscht, passiert mit der Mindfulnesspraxis nicht viel – und schon gar nicht im Arbeitsalltag in der Wirtschaft. Deshalb kann man das auch niemanden ankreiden, dass es unter Umständen an einer trainierten Achtsamkeit mangelt.

Digitalisierung als Sprungbrett für Mindfulness

Gerade die Digitalisierung kann jedoch eine wunderbare Unterstützung sein, Mindfulness in Unternehmen erfolgsversprechend zu untermauern, zufriedene KundInnen, sinnerfüllte Produkte und ethisch vertretbare Produktionen wachsen zu lassen.[4] Genau das vertritt auch äußerst leidenschaftlich und ambitioniert Prof. Michael Braungart, Verfahrenstechniker, Chemiker, Prof. an der Erasmus-Universität Rotterdam, Geschäftsführer der Environmental Protection Encouragement Agency Internationale Umweltforschung GmbH in Hamburg (EPEA).

Gerade diese Kompetenz, Mindfulness, die bislang für die Wirtschaft nicht von Bedeutung schien, erfährt mit der Digitalisierung eine Aufwertung, vielleicht sogar eine Notwendigkeit, diese Fähigkeit verstärkt in den Arbeitsprozess einfließen zu lassen. Ohne Achtsamkeit wird Agilität und Kollaboration bloß ein Lippenbekenntnis bleiben. Ohne Achtsamkeit wird der Stress im Umgang mit der Komplexität noch weiter ansteigen, und das Management verliert sich im Labyrinth von technokratischen, zu strategisch aufgesetzten Business-Heilsversprechungen.[5]

Jens Roeper, Executive Director von Designit, u.a. gehen ohnehin davon aus, dass Achtsamkeit sich zu einer der wichtigsten soziokulturellen Strömungen der Gegenwart entwickeln wird – auch in der Wirtschaft.[6] So sieht es auch der Zukunftsforscher Mathias Horx. Er spricht davon, dass Mindfulness in den nächsten 20-30 Jahren in allen Lebensbereichen in der Gesellschaft und ebenso in der Wirtschaft prägend sein wird.[7]

Antriebskräfte mit Mindfulness steuern

Viele verbinden mit Achtsamkeit möglicherweise eine Form von Meditation, für die man sich regelmäßig Zeit nimmt. Das stimmt so auch, doch Achtsamkeit beginnt schon früher: In dem Moment, wo mir beispielsweise bewusst wird, dass ich gerade oberflächliche atme, dadurch vielleicht zu wenig Luft habe, weil ich zum einen diesen Text lesen möchte, zum anderen aber vielleicht schon auf dem Sprung zum nächsten Meeting bin, übe ich mich bereits in Achtsamkeit. Das ist zwar nur der erste Schritt, aber jeder Schritt zu mehr Achtsamkeit zählt – egal wo man anfängt.

Die größte Ausbreitung der Achtsamkeit geht auf das von Jon Kabat-Zinn aufgebaute Programm „Mindfulness Based Stressreduction“ (MBSR) zurück. Er hat den Stein ins Rollen gebracht, indem er aus der buddhistischen Achtsamkeitspraxis die grundlegenden Techniken so herausgeschält hat, dass diese für jeden Menschen handhabbar wurden, ohne in eine ethische oder spirituelle Grundsatzdiskussion hineinzurutschen.[8]

Um Mindfulness kognitiv-emotional zu erschließen, versuche ich in Anlehnung an das Gespräch in München einen Handlungskreislauf mit einer Grafik zu veranschaulichen:

Handlungskreislauf

Der Handlungskreislauf ist im achtsamen wie unachtsamen Zustand am Laufen – mit dem großen Unterschied: Im unachtsamen Zustand agiert man weit öfter reaktiv bzw. affektiv und weit weniger objektiv und gut überlegt. Ich weiß, diese Annahme des Entscheidungsverhalten ist gerade in Managementkreisen äußerst umstritten und stößt auf große Ablehnung. Warum?

Inkorrekte Entscheidungen möchte niemand im Management auf sich geladen wissen. Jede Führungskraft will alles richtig und ethisch korrekt machen. Wir sind durch eine negative Fehlerkultur geprägt. Und genau das zeigt hier eindeutig, wie eine solche negativ ausgerichtete Kultur Handlungen entsprechend negativ, unangenehm beeinflusst. Alles, was die Kompetenz und das richtige Verhalten von Führungskräften hinterfragt, muss so gesehen verneint werden. Dies hilft, um sich vor Anschuldigungen zu schützen, um keine unangenehmen Gefühle in Bezug auf Fehler, und eine damit verbundene Schmach erleben zu müssen.

Dort liegt der Haken in vielen Entscheidungsprozesse, insbesondere in hochkomplexen, vernetzten Situationen: Menschen wollen entsprechend ihrer Ziele und persönlichen Begehren angenehme Gefühle vermehren, unangenehme beseitigen. Um das Unangenehme los zu werden, setzen wir dabei Handlungen, die beim ersten, subjektiven Blick vielleicht ganz in Ordnung scheinen, aber objektiv weniger sinnvoll und nicht erfolgsversprechend sind.

Das ist aber menschlich, sehr menschlich. Das gilt es zuerst einmal zu akzeptieren:

  • Unangenehme Gefühle zulassen, bevor der Automatismus zur Abwehr anspringt,

  • und die mit den angenehmen Gefühlen verbundenen Begehrlichkeiten ein wenig bändigen, so dass nicht sofort das mit den positiv besetzten Zielen verbundene Gefühl zu entsprechenden Handlungen angeheizt wird.

Genau genommen fungiert Achtsamkeit als eine Art Denk- und Handlungsunterbrechung. Mit Achtsamkeit wird der Autopilot kurzfristig ausgeschalten, und man wird vorübergehend gezwungen sich etwas eingehender mit der Situation auseinanderzusetzen.

Störgrößen in der Mindfulnesspraxis

Mindfulness wird durch 5 Aspekte gehindert bzw. verzerrt, die jede und jeden von uns zu jeder Zeit beeinflussen und begleiten. Zu diesen 5 Achtsamkeits-Belästigungen zählen: Zweifel, Unruhe, Trägheit, Verlangen und Widerwillen.[9] Diese 5 Aspekte führen in Entscheidungen dazu, dass man reaktiv agiert, unangenehme Gefühle sofort aus dem Weg räumen will bzw. sich von Begehrlichkeiten äußerst schnell beeinflussen lässt. Das geht unfassbar schnell, und läuft meist unbewusst ab. Da wirkt der individuell fein abgestimmte Autopilot, der eigentlich nur Gutes will, nämlich, unangenehme Gefühle so schnell wie möglich beseitigen, und angenehme Gefühle verstärken. Daran ist auch nichts verwerflich.

Doch genau das führt oft zu fehlgeleiteten bzw. zu kurzsichtigen Handlungen:

  1. Unangenehmen Gefühle werden oft aus vergangenen Erfahrungen unfassbar schnell losgetreten. Dabei ist die Reaktion gar nicht adäquat abgestimmt auf die aktuelle Situation. Das System will einen schützen, um unangenehme Erfahrungen, wie in der Vergangenheit erlebt, nicht mehr machen muss. Das Schutzprogramm versucht hier so schnell zu arbeiten, dass man das Unangenehme nicht einmal wahrnehmen muss. Doch dieses Schutzprogramm hindert einen aber gleichzeitig daran, neue, andere Entscheidungen zu treffen.

  2. Genauso gut kann aber eine Begehrlichkeit das Entscheidungsverhalten äußerst vehement und äußerst schnell beeinflussen. Dieser Mechanismus ist besonders gefinkelt, denn bei angenehmen Gefühlen und der Verstärkung von angenehmen Gefühlen könnte man meinen, alles läuft nach Plan und ist richtig. Doch hier trügt manchmal auch der Schein.

Die große Aufgabe bei der Achtsamkeitspraxis besteht darin, sich immer und immer wieder ins Gedächtnis zu rufen, achtsam zu sein. Sprich bewusst wahrzunehmen, was jetzt gerade in einem vor sich geht – ob man unangenehm oder angenehme berührt ist, ob Hindernisse wie Zweifel, Unruhe, Trägheit, Verlangen und Widerwillen am Zug sind – ohne all das, was in einem vorgeht, zu bewerten. Aus diesem bewussten Check heraus, mehrfach am Tag verteilt, kann dann möglicherweise eine anstehende Entscheidung nicht sofort über den Autopiloten durchgeführt werden, sondern aus einem Abstand heraus mit einer neuen Einsicht neu aufgesetzt werden.

Seien Sie achtsam, um in der Achtsamkeitspraxis nicht der Perfektion bzw. einem negativen Bild von Fehlerhaftigkeit in Bezug auf das Verständnis von Achtsamkeit zu erliegen. Das geht schief bzw. löst unweigerlich unangenehme Gefühle aus, Widerwillen, Zweifel, …, Damit startet Ihr System den Autopiloten, um Sie zu schützen, und hindert die Achtsamkeit daran, achtsam zu sein.

Achtsamkeit ist etwas, das wie die digitale Vernetzung wirkt. Die Fülle an Möglichkeiten achtsam zu sein, ist nicht durchschaubar. Der Achtsamkeitsprozess lässt sich nicht linear begreifen. Es gibt kein Ende und keinen Anfang. Es gibt jedoch eine wesentliche Erkenntnis, Selbsterkenntnis. Und daraus erspringt eine Kompetenz, die man in Managementkreisen leider zu oft falsch versteht bzw. als nicht notwendig erachtet.

Wie oft meinen wir, wir handeln bewusst, überblicken die Sachlage unbeeinflusst der individuellen Emotionen, und merken nicht, dass wir uns dabei einer Illusion unserer selbst hingeben. Wie gesagt, dass ist höchst menschlich. Ich kann Ihnen aus eigener Erfahrung sagen, dass ich selbst ebenso unfassbar vielen Illusionen meiner eigenen Denk- und Handlungsprozesse erliege. Im Aikido, in der Kampfkunst, kann ich das mental und körperlich deutlich wahrnehmen und damit verstehen. Selbstverständlich heißt das nicht, dass Sie jetzt ein Aikido-Training absolvieren müssen. Mit dem körperlichen Bezug ist es nur leichter bzw. oft auch schneller die geistigen Regungen und deren Auswirkungen und Folgen explizit wahrzunehmen. Es ist mit der Achtsamkeit so wie beim Sport. es braucht regelmäßiges Training, um zuerst einmal eine Grundsicherheit und entsprechende Kondition aufzubauen, und diese dann darüber hinaus auf einem guten Niveau halten zu können.

Achtsam sein heißt, dass was ist anzunehmen. Das heißt zuerst einmal, sich selbst einzugestehen, dass man immer wieder doch nicht ganz so objektiv handelt, wie man eigentlich meinen würde. Es geht aber auch nicht darum, in Folge der Achtsamkeit alles hinzunehmen, sondern sich ehrlich und offen dem Unangenehmen und den unwiderstehlichen Begehrlichkeiten zu stellen. Wenn man das tut, dann steht man in voller Kraft – auch wenn man genau das vielleicht zunächst bezweifeln würde. Doch vielmehr zeigt sich in der Achtsamkeitspraxis, dass wenn man das Unangenehme nur beseitigen will und den Begehrlichkeiten nachjagt, dann handelt man nur mit halber Kraft.[10]

Erfolgssteigerung durch Mindfulness

Das alles klingt gut und vielleicht sogar für die einen oder anderen SkeptikerInnen durchaus relevant, um in hochkomplexen Zeiten weiterhin erfolgreich arbeiten zu können. Doch Achtsamkeit nur darauf zu reduzieren, den Arbeitsalltag besser zu bewältigen, verfehlt das tiefgreifende Wirken der Achtsamkeit. Chade-Meng Tan, der bei Google das Achtsamkeits-Programm „Search Inside Yourself“ eingeführt hat, will mit Achtsamkeit ebenfalls nicht nur die Leistung der MitarbeiterInnen steigern, sondern helfen, das Gute in jedem zu finden – ebenso in den Führungskräften. Deshalb lautet Tans Jobbeschreibung: Gemüter erleuchten, Herzen öffnen, Weltfrieden schaffen.[11] Dieser Ansatz mag zwar viele im Management abschrecken, aber genau darum geht es eben auch – das zeigte sich auch eindeutig in meinen bisherigen Gesprächen auf meiner New Work Safari.

Es geht nicht bloß um Effizienzsteigerung mittels Achtsamkeit, sondern auch um Steigerung der Menschlichkeit im Arbeitsprozess. Die beiden Seiten gehören zu ein und derselben Medaille.

Achtsamkeit und Ethik sind damit eng verbunden wirksam. Dahingehend sollten Achtsamkeitspraktiken, die mehr darauf ausgerichtet sind, die Selbstoptimierung zu stärken, die eigene Performance noch eindrucksvoller werden zu lassen und egoistisch ambitionierte Ziele umgehend zu befriedigen, achtsam überprüft werden.

Achtsamkeit heißt, die Egozentrik des alltäglichen Ich-Bewusstseins zu überwinden, indem die egoistischen, emotionalen Antreiber wahrgenommen werden.[12]

Wenn durch das Achtsamkeitstraining nicht nur die Selbstoptimierung im Fokus steht, sondern auch das „Du“, die Eingebundenheit und Unzertrennlichkeit von einem selbst mit anderen Menschen und der Natur zu begreifen versucht wird, dann kann ich Achtsamkeit aus besten Wissen und Gewissen empfehlen. Doch ich selbst weiß aus eigener Erfahrung, wie leicht man das Du, die ganzheitliche Betrachtung ohne ethisches Grundgerüst und ohne persönliche, erfahrende Begleitung in der Praxis aus den Augen verliert. Deshalb möchte ich niemanden verurteilen, der die Achtsamkeit vielleicht in einer missbräuchlichen Weise nutzt. Die im Netz angebotenen Meditations-Apps suggerieren das Bild, dass Achtsamkeitspraxis ganz einfach so mit Hilfe einer einfachen App in den Alltag integriert werden kann.[13] Bis zu einem gewissen Grad ist es möglich. Doch ich nehme dabei wahr, dass etwas fehlt – das Du.

Es geht um das Wahrnehmen und Spüren, um die daraus entstehende Erkenntnis, woran man selbst und der andere gerade leidet, welche emotionalen Befindlichkeiten in einem selbst und beim anderen das Miteinander blockieren.

Resümee

Jede/r, die/der die Achtsamkeitspraxis als Weg der Selbsterkenntnis zu gehen versucht, wird andere Erfahrungen und Einsichten machen. Aber die meisten Praktizierenden werden vermutlich zustimmen, dass der Weg der Achtsamkeit nicht zur Effizienzsteigerung dient, sondern zur Steigerung der Menschlichkeit.[14] Was uns alle verbindet ist die Tatsache, dass jeder Mensch auf seine Weise versucht, die Kontrolle in einer letztlich unkontrollierbaren Welt zu behalten.[15] Achtsamkeit hilft, das verständnisvoll und verantwortungsbewusst anzunehmen, und aus diesem Verständnis heraus andere, neue Entscheidungen zu treffen.

Ihr Günther Wagner

 

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Literaturquellen:

[1] Gespräch in München – Daten bleiben auf Bitte anonym.
[2] Gespräch in München – Daten bleiben auf Bitte anonym.
[3] Höhler, Gertrud: Jenseits der Gier. Vom Luxus des Teilens. Ullstein Buchverlage GmbH, Berlin: 2005.
[4] Gespräch in München – Daten bleiben auf Bitte anonym.
[5] https://blog-wagner-consulting.eu/slowness-trend-wirtschaft/
[6] https://blog-wagner-consulting.eu/slowness-trend-wirtschaft/
[7] https://www.researchgate.net/publication/317097836_Mindfulness_im_Alltag_und_in_Organisationen. Am 2017-07-24 gelesen.
[8] https://blog-wagner-consulting.eu/achtsamkeit-als-weg-zum-erfolg/
[9] Mannschatz, Marie: Buddhas Anleitung zum Glücklichsein. Fünf Weisheiten, die Ihren Alltag verändern. Gräfe und Unzer Verlag GmbH. München. 2007.
[10] Bayda, Ezra: Zen sein – Zen leben. Wilhelm Goldmann Verlag. München: 2003.
[11] http://www.tagesspiegel.de/wirtschaft/entspannung-fuer-manager-der-fuer-ruhe-sorgt/9521208.html. Am 2017-07-03 gelesen.
[12] https://www.researchgate.net/publication/317097836_Mindfulness. Am 2017-07-24 gelesen.
[13] https://utopia.de/achtsamkeit-5-empfehlenswerte-meditations-apps-57123/. Am 2017-07-25 gelesen.
[14] https://blog-wagner-consulting.eu/unerwartete-revolution/
[15] Bayda, Ezra: Zen sein – Zen leben. Wilhelm Goldmann Verlag. München: 2003.

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