Führungskräfte als Vorbild für einen Wandel?!

Führungskräfte als Vorbild für einen Wandel?!

Beginnen möchte ich diesen Beitrag mit drei Aussagen, deren Interpreten nicht unterschiedlicher sein könnten, aber mit ihren Aussagen eine überschneidende Ebene für aktuelle Diskussionen aufbereiten: Kritik positiv nutzen und neue Wege finden.

Starten möchte ich mit einem Song von Falco, mit einem Rhythmus, der wirkt, mit einem Text, der sich den Rhythmen hingibt.

  • Haben Sie sich das Lied angehört?

  • Haben Sie den Text in seiner ganzen Dimension während des Hörens erfassen können?

  • Wovon singt Falco? Betrifft Sie die Thematik – beruflich oder auch privat?

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Vielleicht ergeht es Ihnen ähnlich wie mir, dass Sie beispielsweise vorhin beim Hören des Liedes die Statements kaum wahrgenommen haben. Unter Umständen zeigt sich bei Ihnen ein ähnliches Phänomen wie bei mir, dass Sie sich vom Rhythmus treiben ließen, und der Text bzw. die Aussagen vom Liedtext sich fast ungehört im Nichts auflösten.

Wie dem auch sei, wenden wir uns jetzt ganz konkret den drei Statements zu, und wagen wir einen ehrlichen Blick darauf.

1. Aussage

Viele Unternehmensverantwortliche verhalten sich wie auf einem Liegestuhl auf der Titanic.[1]

2. Aussage

Die größte Gefahr für die Erde ist Verschmutzung, Gier und Dummheit der Menschen.[2]

3. Aussage

Sieht man um sich, was passiert, Wohin es geht oder auch nicht, Hilft nur eines, Schampus Kaviar, Noblesse im Gesicht. Let’s deca-dance in jedem Fall. Die Smokingträger überall – Denn nobel geht die Welt zugrund‘, Ob dieser oder jener Stund. Morbidity for you and me…

Die Titanic sinkt in Panik, Ganz allanig, Aber fesch, Mit all den Millionen Cash und all der teuren Wäsch‘

Die Titanic sinkt in Panik, Ganz allanig, Aber gut, Denn wer sich retten tut, Der hat zum Untergang kan Mut!

  • Was geht Ihnen jetzt im Moment durch den Kopf?

  • Berühren Sie diese Aussagen?

  • Vielleicht fragen Sie sich auch, was diese Aussagen eigentlich mit Ihnen und Ihrer Tätigkeit zu tun haben? Sie sind sehr bemüht und versuchen immer die besten Lösungen zu generieren, und Sie wollen nicht verglichen werden mit jemandem, der auf dem Liegestuhl liegt.

Bodo Janssen, der Betreiber der Upstalsboom Hotelkette, würde Ihnen antworten, dass diese Statements für jede einzelne Führungskraft äußerst relevant sind, auch wenn Sie nicht konkret betroffen sind. Diese Aussagen mögen vielmehr dazu anregen, dass sich jedes Management, jeder/jede EntscheidungsträgerIn der enormen Verantwortung bewusst sein sollte. Entsprechend dieser Verantwortung sollte jede Führungskraft das in jedem Unternehmen vorhandene qualitative, menschliche Potential stärken und quantitative Ausbeutung begrenzen.[3]

Wer eine gute Führungspersönlichkeit sein möchte, sollte sich gnadenlos ehrlich den Spiegel vorhalten und hinsehen![4]

Genau das tun die drei Aussagen, sie wirken wie ein Spiegel, den ich Ihnen gerade durch meine Verschriftlichung vorhalte – aber selbstverständlich auch, damit ich mich selbst im Spiegel betrachte. Das scheint auf den ersten Blick viel leichter als auf den Zweiten. Im Zweiten Blick mag die Ehrlichkeit schwinden, und Verschönerungs- und Relativierungstaktiken beginnen den Spiegel zu verändern. Das verändert die Wahrnehmung, und damit auch das Bild von einem selbst. Im Alltag ist dieses Phänomen sehr verbreitet. Wie dem auch sei, dieses Phänomen möchte ich in diesem Beitrag nicht konkret bearbeiten, aber zumindest erwähnen. Vielleicht ist das sogar ein Erklärungsgrund neben anderen, warum manche Aussagen nicht ernst genommen bzw. als falsch verurteilt werden oder manchmal sogar ungehört bleiben.

Gehen wir nun dazu über, die drei oben genannten Aussagen genauer zu beleuchten. Die Aussagen sind nicht sehr aufbauend, das muss ich zugeben. Die Aussagen lösen vielleicht sogar Unmut aus.

  • Versuchen wir nicht, uns von der ersten negativen Welle der Aussagen in die Tiefe reißen zu lassen, sondern die drei Aussagen zu nutzen, um Lösungen zu finden und die Anschuldigungen positiv aufzunehmen.

  • Es geht mir wirklich nicht darum, bloß zu stellen, zu verurteilen oder das Entscheidungsverhalten des Managements als falsch anzusehen. Mir geht es vielmehr darum, zu reflektieren, ob das Verhalten der Verantwortlichen in den Unternehmen, und die damit verbundenen Folgen wirklich unterschätzt bzw. in der Flut an Ablenkungen und unter stetig ansteigendem Zeitdruck unbewusst ins Abseits gedrängt werden.

Wie ich schon in einem meiner Beiträge „Die Schutzmauern der Führungskräfte“ geschrieben habe, beginnt es mit dem Verständnis, warum scheinbar einige im Management das Gespür für die weitreichenden, über die Wirtschaft hinausgehenden Folgen ihrer Entscheidungen nicht mehr im Blick haben – scheinbar egozentrisch, Ressourcen verschwendend, narzisstisch, ehrgeizig, neidisch und gierig agieren, aus Angst zu verlieren bzw. zu kurz zu kommen. Das führt dazu, dass jede/r scheinbar in den Kampf gegen die anderen ziehen muss und Schutzmauern aufbaut.

Thomas Sattelberger, der lange Zeit als mächtigster Personalchef in Deutschland galt, spricht davon, dass er wie alle anderen im Management auch, sich eine Art Tarnkappe überstülpte bevor er zur Arbeit erschien. Er verurteilt, dass ein guter Teil der Arbeit aus mittelalterlichen Turnierspielen und internem Verdrängungswettbewerb bestehe. Als Manager war man mehr damit beschäftigt, seine Achillesferse zu schützen, als große Changeprozesse couragiert in Umsetzung zu bringen.[5]

Mit der Rüstung von Hierarchie, Macht und Geld verfallen unter Umständen manche einem falschen Bild von dem, was wirklich ist und was tatsächlich notwendig wäre zu tun. Aber das anzukreiden, führt zu keiner Lösung. Das zu ignorieren führt jedoch auch nicht weiter.

Deshalb möchte ich jetzt, den im März 2018 verstorbenen Physiker und Astrophysiker Stephen Hawking [6] zitieren, der ungeschönt ausspricht, was er von der Menschheit hält.

Stephen Hawking †, Physiker und Astrophysiker, meint, dass wir in der gefährlichsten Zeit der Menschheitsgeschichte leben, und diesen Zustand uns selbst zuzuschreiben haben. Es sei dabei nicht nur der wissenschaftliche und technologische Fortschritt, der uns schon bald zum Verhängnis werden könnte, sondern es sei vor allem die Dummheit, die der Menschheit schon bald ein Ende setzen könnte. Das Erdklima verändert sich, wenn man dem nicht bald entgegengewirkt. Aber genau dieser Einsicht steht Gier und Dummheit im Weg. Denn dafür müsste man Bequemlichkeiten aufgeben, aber das scheint bereits zu viel verlangt zu sein. Am Beispiel des Kapitalismus lasse sich die Gier besonders gut erkennen, der nicht bloß zu starker Umweltverschmutzung führt, sondern durch immer mehr automatisierte Jobs auch zu einem extremen ökonomischen Ungleichgewicht führen wird.[7]

Diese Aussage von Hawking mag für einige von Ihnen zu schwarzmalerisch, oder sogar falsch ausgelegt sein. Das mag zutreffen, aber vielleicht stimmt auch die Annahme, dass unterschwellig viele Menschen, auch in den Führungsetagen spüren, was los ist – aber das macht Angst. Angst mag niemand – berechtigter- und verständlicherweise. Man versucht, so schnell es nur geht sich der Angst zu entledigen, bzw. vor der Angst zu flüchten. Man kann Ängste verdrängen, ins Abseits schieben, Ängste relativieren und so tun, als müsse man keine Angst haben, ….

Deshalb würde ich nicht von Dummheit sprechen, sondern versuchen die unbewusst wirkenden Angstmechanismen zu begreifen, die Menschen in unvernünftige Handlungsweisen treibt. Die Angst führt vielleicht manchmal wirklich so weit, dass man lieber im Sinne von Falco´s Lied wegsieht, sich dem Schein des Seins anvertraut, sich dem Gefühl von scheinbarer Sicherheit durch Macht, Status und Geld hingibt, statt sich den unangenehmen Gefühlen wie Fehlereingeständnisse, Scham, Angst vor Kritik, Verlust von Anerkennung, Status, Geld … aussetzt. Sattelberger drückt es wie folgt aus:

Man meint ein toller Hecht zu sein, und ist in Wirklichkeit ein armer Hansel – physisch und psychisch erkrankt. Deutsche Vorstände sind zu einem großen Teil Autisten, die keine Botschaften aus der Gesellschaft aufnehmen,[8] liegen im Liegestuhl auf der Titanic.[9]

Eine harte Aussage von Sattelberger, die vermutlich mehr zum Widerstand aufruft als zum Nachspüren. Genau das ist das Dilemma von spitzfindigen Aussagen:

  • Zum einen erregen schrille Aussagen die Gemüter – genau das was man möchte, betroffen machen, damit was verändert wird.

  • Jedoch endet die Betroffenheit von spitzfindigen Aussagen leider zu oft in einem kräftigen Widerstand, statt in einer einsichtigen Demut und einer neuen Entscheidung.

  • Change ja, aber bitte nur die anderen. Ja, aber … ist dann eine übliche Antwort.

Renate Köcher, Professorin für politische Wissenschaften hat in einer Studie belegt, dass viele Menschen Veränderungen zustimmen, aber nur dann, wenn die eigenen Privilegien und Finanzen unangetastet bleiben. Hier kann jedoch nicht nur vom blanken Egoismus gesprochen werden. Es bedarf einer konkreteren Analyse, die jedoch weniger mit den fachlichen und rationalen Aspekten zu tun hat, sondern als ein psychologisches Phänomen gesehen werden muss, welches wirkt: Misstrauen.[10]

Das gewohnte Denken und Handeln ist sehr schnell verunsichert, wenn man gewohnheitskritisch agiert und sich aus dem Mainstream hinauswagt. Die Macht der Gewohnheit ist sehr stark, und das führt sogar soweit, dass man das System der Ausbeutung als normal, alltäglich und damit richtig interpretiert. Gewohnheitskonformes Handeln wird sogar gehirntechnisch durch die Ausschüttung von gehirneigenen Boni, von körpereigenen Opiaten, belohnt.[11] Das stärkt und gibt scheinbar weiterhin Sicherheit den gewohnten Denk- und Verhaltensweisen zu folgen, selbst dann, wenn das Schiff sinkt. Im Lied von Falco heißt es:[12]

Decadence for you and me, decadence…

In jedem Fall entscheid‘ ich mich, Egal, ob nobel oder nicht, Besser neureich sein als nie reich sein, Und in Gesellschaft nicht allein.

Let’s decadence at all events, Im Walzerschritt zum letzten Tritt, Denn wer den Walzer richtig tritt, Der ist auch für den Abgang fit.

Hawking bezeichnet das als die Dummheit der Menschheit, Sattelberger spricht von der autistischen Krankheit der EntscheiderInnen.

Ich würde an dieser Stelle wieder die Angst, insbesondere die unbewusste Angst, ins Spiel nehmen, ähnlich wie auch Hartmut Rosa, Zeitforscher, Direktor des Max-Weber Kollegs, Professor an der Universität Erfurt und an der Friedrich-Schiller-Universität Jena, Angst als ein Hindernis sieht, neue Wege zu gehen. Rosa spricht sogar davon, dass die Welt von einer Angst-Epidemie befallen sei. Die Gier nach Mehr ist seiner Meinung nach nicht der Hauptschuldige am gewohnten Wachstumsstreben, sondern viel mehr die Angst davor, aus dem System zu fallen bzw. der Konkurrenz zu erliegen, wenn man nicht mitmacht bzw. sich nicht stetig optimiert. Dabei übersieht man den Punkt, dass man nicht nur der/die NutznießerIn ist, sondern auch den Preis bezahlen wird müssen.[13]

Lösung: Kritik annehmen und positiv nutzen

Doch es gibt Lösungen bzw. den Schritt hinaus aus dem gewohnten, konformen Verhalten. Es gibt Hoffnung, so die Meinung von Hawking, wenn die Menschen erkennen, dass wir jeder Teil eines Ganzen sind, gemeinsam auf einem empfindlichen Planeten leben, den es um jeden Preis zu schützen gilt.[14] Diese Meinung vertreten auch andere, u.a. die kritischen Stimmen aus meinem letzten Beitrag Die Bedrohung für das Wirtschaftswachstum, oder Rosa mit der Idee des Grundeinkommen.

Ich versuche an dieser Stelle einen ersten Schritt anzuleiten, aus dem Gewohnten und scheinbar Richtigem herauszutreten. Das ist schon ein großer Schritt, der jedoch Kraft kostet. Es klingt leicht, aber neue Einsichten tatsächlich zulassen ist alles andere als einfach. Im Gedankenspiel mag es vielleicht noch gelingen, im Alltag verlässt einem jedoch oft der Mut, das Neue, das Andere wirklich zu wagen und das Gewohnte zu verabschieden. Allzu oft ist es sogar so, dass erst durch einen kaum noch zu ertragenden Leidensdruck, durch eine Krankheit oder sonst ein dramatisches persönliches Erlebnis, man den Sprung in das Ungewohnte wagt bzw. neue Meinungen gelten lässt.[15] Das Loslassen von Gewohntem kommt einem psychischen Erdbeben gleich.[16]

Die Macht der Gewohnheit lässt sich nicht einfach so auf ein neues Abenteuer ein. Es beginnt bei jedem/jeder selbst mit einem gestärktem Embodiment-Bewusstsein und dem Entschluss, sich offen und ehrlich auf einen Transition-Prozess einzulassen. Im Prozess selbst kann man dahingehend sensibilisiert werden, gewohnte Denk- und Verhaltensmuster bewusst zu erkennen, zu akzeptieren und in Folge Neugierde aufzubauen für neue Handlungsvariationen. Das heißt u.a.:

Matthias Horx, Trendforscher, spricht von einer neuen Sinngebung, die sich am ehesten im Über-Persönlichen finden lässt, in einem sozialen oder kulturellen Projekt, das über jede/n einzelne/n hinauszielt [17] – Führungskräfte können hier als TrendsetterInnen wirken.

Ihr Günther Wagner

 

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Literaturquellen:

[1] http://teambenedikt.de/?p=832. Am 2018-02-20 gelesen.
[2] https://www.t-online.de/nachrichten/wissen/id_78266922/stephen-hawking-gier-und-dummheit-sind-die-groessten-bedrohungen-.html. Am 2018-05-29 gelesen.
[3] https://www.die-stille-revolution.de/#. Am 2018-02-20 gelesen.
[4] www.ilwis-hr.com/news-detail/article/Buchtipp-die-stille-revolution/. Am 2018-02-20 gelesen.
[5] https://blog-wagner-consulting.eu/management-auf-der-titanic/.
[6] https://de.wikipedia.org/wiki/Stephen_Hawking. Am 2018-05-29 gelesen.
[7] https://www.huffingtonpost.de/2016/06/30/stephen-hawking-mensch-zerstoeren_n_10749052.html. Am 2018-05-29 gelesen.
[8] https://www.brandeins.de/magazine/brand-eins-wirtschaftsmagazin/2014/werbung/der-getaktete-mensch. Am 2018-02-20 gelesen.
[9] http://teambenedikt.de/?p=832. Am 2018-02-20 gelesen.
[10] http://www.psychologie-heute.de/archiv/detailansicht/news/reformen_ja_aber/? Am 2018-03-19 gelesen.
[11] http://www.stern.de/gesundheit/loslassen-lernen-warum-uns-veraenderungen-so-schwerfallen-3926206.html. Am 2017-09-26 gelesen.[12] https://www.golyr.de/falco/songtext-titanic-18220.html. Am 2018-05-29 gelesen.
[13] http://www.fr.de/wissen/gesellschaft-die-welt-ist-von-einer-angst-epidemie-befallen-a-1413026. Am 201805-22 gelesen.
[14] https://www.huffingtonpost.de/2016/06/30/stephen-hawking-mensch-zerstoeren_n_10749052.html. Am 2018-05-29 gelesen.
[15] http://www.stern.de/gesundheit/loslassen-lernen-warum-uns-veraenderungen-so-schwerfallen-3926206.html. Am 2017-09-26 gelesen.
[16] http://www.stern.de/gesundheit/loslassen-lernen-warum-uns-veraenderungen-so-schwerfallen-3926206.html. Am 2017-09-26 gelesen.
[17] http://www.psychologie-heute.de/archiv/detailansicht/news/-ff3f5389fd/. Am 2018-05-30 gelesen.

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Die Bedrohung für das Wirtschaftswachstum

System Change, not Climate Change!

Was wir brauchen ist ein echter Systemwandel. Eine andere Wirtschaft, die den Menschen dient und den Planeten schont.

Das waren die Worte von Lucia Steinwender, die am Klimagipfel „R20 Austrian World Summitwährend der Rede vom österreichischen Bundeskanzler Sebastian Kurz gegen die katastrophale Klimapolitik interveniert hat. Der Protest der Klimagerechtigkeitsbewegung „System Change, not Climate Change!“ richtet sich an all jene, die von Klimaschutz reden, aber das Gegenteil machen. Die Bewegung meint, wenn EntscheiderInnen ihre schönen Worte ernst meinen, dann müsste ab morgen ein echter Kurswechsel in Politik und Wirtschaft stattfinden.[1]

  • Vielleicht meinen Sie, das betrifft Sie nicht, hier seien die Regierungen gefordert etwas zu tun.

  • Sie als Manager tun ohnehin genug in Ihrem Unternehmen, um umweltbewusster zu agieren. 

  • Ihr Engagement in Sachen Umweltbewusstsein im Unternehmen möchte ich Ihnen nicht abstreiten.

Lassen Sie mich jedoch noch drei weitere Informationen anführen. Insbesondere der 3. Punkt mag Ihnen vielleicht am deutlichsten zeigen, dass die Auseinandersetzung mit Klima- bzw. Umweltschutz für Sie relevant sein könnte – nicht bloß, um einen guten Ruf in der Öffentlichkeit zu verteidigen, sondern auch deshalb, um die Zukunft Ihres Unternehmens sicherzustellen.

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Punkt 1

90 Prozent aller Menschen weltweit sind verschmutzter Luft ausgesetzt und rund 7 Millionen Menschen sterben jährlich daran. Es gibt bereits mehr Tote durch Luftverschmutzung als durch Aids, Tuberkulose und Kriege.[2] 

Das mag auf den ersten Blick für die Wirtschaft nicht relevant sein. Aber auf den zweiten und dritten Blick hat das auch für Unternehmen gravierende Folgen. Die Kosten müssen durch die Sozialsysteme getragen werden. Die bisher stark subventionierten fossilen Energieträger könnten diese Unterstützung dann verlieren, weil das Sozial- und Gesundheitssystem mehr Geld benötigt. Das hat wiederum Folgen für Unternehmen – was uns gleich zum nächsten Punkt führt.

Punkt 2

Fossile Energieträger werden weltweit mit 5,3 Billionen Dollar subventioniert. Das ist mehr als für den Gesundheitssektor ausgegeben wird. Der Weltwährungsfond (IWF) hat aufgerufen, endlich den Verbrauch von Kohle, Öl und Gas nicht mehr weiter zu fördern.[3] 

Mag sein, dass Sie als Manager davon ausgehen, dass es nie dazu kommt, dass die Subventionen fossiler Energieträger wirklich radikal gekürzt werden. Doch können Sie wirklich sicher gehen, dass Ihre Annahme stimmt?! 

  • Wie könnten sich die Kosten für Ihr Unternehmen und Ihre Produkte entwickeln, wenn tatsächlich fossile Energieträger nicht mehr subventioniert werden, bzw. nur noch in eingeschränktem Maß Förderungen erhalten? 

  • Welche Folgen hätte das für Ihr Unternehmen? 

  • Und was würden Sie in einem solchen Fall tun? 

Mag sein, dass Ihr Unternehmen davon nicht betroffen ist. Für andere, selbst für mögliche Betroffene mag dieses Szenario, die deutliche Kürzung der Subventionierungen von fossilen Energieträgern, an den Haaren herbeigezogen sein. Das mag in gewisser Weise stimmen. Doch man sollte dieses Szenario auch nicht ganz aus dem Blick streichen. China macht in Bezug auf Umweltschutz einen deutlichen Schwenk. Das ist zwar für viele ein Augen auswischen. Aber es zeigt, dass selbst beim Wachstumstreiber China der Umweltaspekt mehr in den Fokus rückt – nicht, weil China so umweltfreundlich ist, sondern mehr aus Angst, durch Umweltprobleme das angestrebte Wachstum nicht erreichen zu können. Das führt uns gleich zu Punkt 3.

Punkt 3

Klimawandel kostet Wachstum – genau das, was jedoch die Wirtschaft braucht um Erfolge generieren zu können.[4] 

Das Kieler Institut für Wirtschaftsforschung (IfW) hat ausgerechnet, dass durch den Klimawandel das Wirtschaftswachstum gebremst wird.[5] Das hat wiederum zur Folge, dass Arbeitsplätze verloren gehen. Unternehmen schließen und die Staatseinnahmen sinken – mit den weiteren Konsequenzen: der Sozialstaat, das Gesundheits- und das Bildungswesen lassen sich nicht mehr finanzieren.[6] Das hat wiederum Nachwehen auf die Wirtschaft und Folgen auf Ihre Verantwortlichkeit, Erfolge zu generieren.

Nach Hartmut Rosa, Zeitforscher, Direktor des Max-Weber Kollegs, Professor an der Universität Erfurt und an der Friedrich-Schiller-Universität Jena, ist unsere moderne Gesellschaft dadurch gekennzeichnet, dass sich diese nur noch dynamisch zu stabilisieren vermag.[7] Das Ausreizen von Ressourcen ist hierfür eine notwendige Konsequenz. Beschleunigung lässt jedoch keine Zeit, auf Ressourcen zu achten bzw. Ressourcen die nötige Zeit zu geben, sich entsprechend dem jeweiligem Tempo zu erneuern, nachzuwachsen, neu zu bilden und neu auszurichten. Nach Rosa steuern wir so nach allen Ecken auf eine Krise zu.[8]

Rosa meint: Rechne damit, dass morgen alles anders sein wird.[9]

Hans Joachim Schellnhuber, Klimaforscher und Gründungsdirektor des Potsdamer-Instituts für Klimafolgenforschung, spricht davon, dass die Folgen sich veränderter Umwelten durch ein Übermaß an Nutzung fossiler Brennstoffe heruntergespielt werden. Kaum jemand in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft scheint aktuell das tatsächliche Ausmaß der Folgen eines Klimawandels ernst zu nehmen. Und so kommt es, dass scheinbar auch niemand die Notwendigkeit anerkennt, dass der Klimawandel nur noch dann halbwegs bewältigt werden kann, wenn man die komplette Dekarbonisierung der Weltwirtschaft in den nächsten zwei, drei Jahrzehnten vollzieht. Ein Weltbankbericht geht davon aus, dass bis 2050 140 Millionen Klimaflüchtlinge zu zählen sein werden.[10]

Schellnhuber reflektiert, u.a. auch selbstkritisch, dass sich alle zusammen viel zu lange aus der Verantwortung gestohlen haben.[11]

Gleichzeitig muss er gemeinsam mit seinen KollegInnen erdulden, dass die Mails von GegnerInnen gehackt werden, und eine regelrechte Treibjagd auf KlimaforscherInnen abgehalten wird. Schellnhuber erklärt sich diese Reaktion durch eine kognitive Dissonanz. Er meint, der Klimawandel stellt für die Menschen ein derart großes Problem dar, bei dem eigentlich niemand weiß, wie man es in den Griff bekommen kann, sodass dieses Problem verdrängt wird, oder man mit Fehlerverhalten reagiert.[12]

Die Geschichte zeigt deutlich, dass Systeme in dem Moment, in dem sie in die Krise geraten, oft genau den fatalen Fehler noch zusätzlich verstärkt haben, durch den sie erst in den Schlamassel geraten sind. Das heißt übertragen auf die Situation der Wirtschaft heute: Die Weltwirtschaft muss weiter wachsen, auch wenn genau das die Weltwirtschaft zerstören wird.[13]

Diese Aussage sollte doch zu denken geben?!

Aber, wie Schellnhuber schreibt, scheint die Thematik Umweltschutz und Umweltbewusstsein für viele wirklich äußerst schwierig zu fassen sein, sogar eine Art Ohnmacht auslösen, was wiederum Angst macht, wodurch innovative, neue Ideen in der Produktions- und Wirtschaftsweise bereits im Keim ersticken. Lt. einer Studie wird Angst als Innovationsverhinderer Nummer Eins genannt. Knapp jede zweite Führungskraft befürchtet einen Machtverlust, wenn Innovationen gesetzt werden.[14] Die Überspielung der Angst ist gar nicht der schlimmste Aspekt, sondern vielmehr die Tatsache, dass durch Angst zielführendes Denken und Handeln verhindert wird.[15]

Systemisch betrachtet ist Angst so komplex wie die Probleme selbst komplex sind – was in Bezug auf Klimawandel und die weltweiten Folgen sicher nicht abgestritten werden kann. Um die Ängste und die Angst auslösenden Herausforderungen adäquat steuern und regulieren zu können, sollte deshalb mindestens auf dem gleichen Komplexitätsgrad gearbeitet und gehandelt werden. Das heißt zu verstehen, dass die Angst selbst nicht das Hindernis, sondern viel mehr die Chance ist zu begreifen, wie komplex die Situation tatsächlich ist, und dass man entsprechend darauf eingehen sollte.[16] Aber genau das verhindert die Angst wiederum. 

Rosa spricht sogar davon, dass die Welt von einer Angst-Epidemie befallen sei. Wenn die Welt weiterhin der Steigerungslogik folgt, wird diese direkt in die Krise zusteuern. Die Welt ist nicht unendlich steigerungsfähig. Die Gier nach Mehr ist seiner Meinung nach nicht der Hauptschuldige am Wachstumsstreben, sondern viel mehr die Angst davor, aus dem System zu fallen bzw. der Konkurrenz zu erliegen, wenn man nicht mitmacht bzw. sich nicht stetig optimiert. Dabei übersieht man den Punkt, dass man nicht nur der/die NutznießerIn ist, sondern auch den Preis für die Steigerungslogik bezahlen wird müssen.[17] 

Nach Rosa gibt es nur einen Weg aus dem Dilemma Wirtschaftswachstum und Ressourcenbewusstsein: Kollektiv die Angst aus dem Spiel nehmen.[18]

Nach Meinung von Rosa ist Resonanz, in Beziehung treten, die Lösung um der Wachstums- und Beschleunigungsspirale selbstbewusst entgegentreten zu können. Dort, wo man selbstbewusst und angstfrei in Resonanz geht, dort wird man berührt, dort fühlt man Betroffenheit und damit auch Verantwortlichkeit und Courage. Das geht jedoch nur, wenn man sich wirklich sicher sein kann, dass die Grundbedürfnisse gedeckt sind. Wenn man ständig Angst haben muss, am nächsten Tag noch Arbeit zu haben, damit Geld zu verdienen um die Familie und den erarbeiteten Status erhalten zu können, dann erstickt das Resonanzgefühl.[19] Und genau dieses Ersticken von Resonanz hält wiederum den Gedanken vom stetigen Wachstum am Laufen, und negiert nebenbei Klimaprobleme.

Das Grundeinkommen soll nicht fehlenden Arbeitsplätzen aufgrund der Digitalisierung entgegenwirken, sondern viel mehr die Angst nehmen, offen zu werden für Innovationen, die dem Weltklima und rückwirkend auch den Menschen gut tun. Genau das wünschen sich auch die AktivistInnen beim Klimagipfel „R20 Austrian World Summit“.[20]

  • Mag sein, dass Sie als Manager den Lösungsvorschlag von Rosa, die Einführung von einem Grundeinkommen, gänzlich falsch sehen, unter Umständen das ganze Gerede um Klimaprobleme als Schwarzmalerei betrachten bzw. als zu weit hergeholt beurteilen.

Sie mögen mit Ihrer Meinung sicher in dem einen oder anderen Punkt Recht haben. Ich sehe jedoch die Auseinandersetzung mit Klimaproblemen und den Lösungsansatz von Rosa vielmehr als Diskussionsansatz, um im Feld der Wirtschaft das Umweltbewusstsein nicht ganz aus den Augen zu verlieren. Denn das ist das, was Rosa meinem Verständnis nach wünscht: mehr fachübergreifende Reflexionen und Handlungscourage. Ich gehe davon aus, dass niemand der Führungskräfte, egal welcher Ebene, sich die Aussage von Thomas Sattelberger, der lange Zeit als der mächtigste Personalchef in Deutschlang galt, gefallen lassen möchte, dass deutsche Vorstände Autisten seien, die keine Botschaften aus der Gesellschaft aufnehmen.[21] 

Gleichzeitig weiß ich zu genau, dass das Infragestellen von dem, was man bisher als erfolgreichen Weg bezeichnet, worunter das stetige Wachstum der Wirtschaft fällt, auf Widerstand stößt. Warum, weil es genau jenen, die damit erfolgreich waren und noch sind, die Berechtigung entzieht, so weiter zu machen wie bisher. Deshalb braucht es hier weit mehr als nur Reflexion und einen Aufruf nach mehr Courage. Es braucht ein respektvolles, diplomatisches Bemühen von Menschen, die zwischen verschiedenen Denk,- Lebens- und Arbeitsmodellen kompetent hin und her pendeln können.[22] Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass der Weg mit einem ehrlichen Blick in den Spiegel und auf die Welt alles andere als einfach ist. Täglich ist man aufs Neue gefordert, die eigenen Meinungen und Überzeugungen ehrlich in Frage zu stellen, der Eitelkeiten und Egoismen zu widerstehen.

Innovation ist nicht die Vergrößerung des Angebotes mit neuen Mitteln, sondern die Schaffung von Lebensqualität mit weniger Ressourcen.[23]

Mit dieser Aussage von Friedrich Schmidt-Bleek [24], Professor für Chemie, Postdoc beim Nobelpreisträger Frank Sherwood Rowland an der University of Kansas, Fakultätsmitglied an verschiedenen US-Universitäten, Gründungsdirektor des Appalachian Resources Project und des Environment Center an der University of Tennessee, möchte ich diesen Beitrag beenden. 

Ihr Günther Wagner

 

PS: Um meine zukünftigen Beiträge zu lesen, können Sie mir auch auf LinkedIn und Twitter folgen. Darüber hinaus finden Sie in der Gruppe „Leadership Café …“ neben meinen Beiträgen ebenso Beiträge anderer HR Influencer.

 

Literaturquellen:

[1] https://systemchange-not-climatechange.at/de/protest-beim-austrian-world-summit-austrian-governmentshort-on-climate-action/. Am 2018-05-22 gelesen.
[2] https://diepresse.com/home/ausland/Energiewende_Schwarzenegger-beim-AustrianWorld-Summit-optimistisch. Am 2018-05-22 gelesen.
[3] https://www.welt.de/wirtschaft/energie/article141084514/Die-Welt-steckt-mehr-Geld-in-Oel-als-inGesundheit.html. Am 2018-05-22 gelesen.
[4] http://www.handelsblatt.com/politik/konjunktur/ifw-prognose-klimawandel-kostetwachstum/2767186.html. Am 2018-05-22 gelesen.
[5] http://www.handelsblatt.com/politik/konjunktur/ifw-prognose-klimawandel-kostetwachstum/2767186.html. Am 2018-05-22 gelesen.
[6] Rosa, Hartmut: Im Reich der Geschwindigkeiten. In Philosophie Magazin. Nr. 02/2018. Philomagazin Verlag GmbH. Berlin. 
[7] Rosa, Hartmut: Im Reich der Geschwindigkeiten. In Philosophie Magazin. Nr. 02/2018. Philomagazin Verlag GmbH. Berlin.
[8] http://www.fr.de/wissen/gesellschaft-die-welt-ist-von-einer-angst-epidemie-befallen-a-1413026. Am 201805-22 gelesen.
[9] Rosa, Hartmut: Im Reich der Geschwindigkeiten. In Philosophie Magazin. Nr. 02/2018. Philomagazin Verlag GmbH. Berlin.
[10] Rühle, Alex im Interview mit Schellnhuber, Hans Joachim: Gegen die Wand. In: Süddeutsche Zeitung Nr. 110. 15. Mai 2018. Feuilleton. 
[11] Rühle, Alex im Interview mit Schellnhuber, Hans Joachim: Gegen die Wand. In: Süddeutsche Zeitung Nr. 110. 15. Mai 2018. Feuilleton.
[12] Rühle, Alex im Interview mit Schellnhuber, Hans Joachim: Gegen die Wand. In: Süddeutsche Zeitung Nr. 110. 15. Mai 2018. Feuilleton.
[13] Rühle, Alex im Interview mit Schellnhuber, Hans Joachim: Gegen die Wand. In: Süddeutsche Zeitung Nr. 110. 15. Mai 2018. Feuilleton.  
[14] https://berufebilder.de/2016/angst-digitaler-transformation-falsche-glaubenssaetze-besiegen-groessteninnovationskiller/. Am 2017-09-12 gelesen.
[15] http://karrierenews.diepresse.com/home/ratgeber/management/5110557/Dahinter-kommen-gut-gegen-Angst. Am 2017-09-12 gelesen.   
[16] http://karrierenews.diepresse.com/home/ratgeber/management/5110557/Dahinter-kommen-gut-gegen-Angst. Am 2017-09-12 gelesen.
[17] http://www.fr.de/wissen/gesellschaft-die-welt-ist-von-einer-angst-epidemie-befallen-a-1413026. Am 201805-22 gelesen.
[18] http://www.fr.de/wissen/gesellschaft-die-welt-ist-von-einer-angst-epidemie-befallen-a-1413026. Am 201805-22 gelesen.
[19] https://diepresse.com/home/leben/mensch/5087094/Hartmut-Rosa_Rennen-nur-um-auf-der-Stelle-zutreten. Am 2018-05-22 gelesen.
[20] https://systemchange-not-climatechange.at/de/protest-beim-austrian-world-summit-austrian-governmentshort-on-climate-action/. Am 2018-05-22 gelesen.
[21] https://blog-wagner-consulting.eu/management-auf-der-titanic/.  
[22] https://blog-wagner-consulting.eu/management-auf-der-titanic/
[23] Schmidt-Bleek, Friedrich: Nutzen wir die Erde richtig? Die Leistungen der Natur und die Arbeit des Menschen. Fischer Taschenbuch Verlag. Frankfurt am Main: 2007.
[24] https://de.wikipedia.org/wiki/Friedrich_Schmidt-Bleek. Am 2018-05-23 gelesen.

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Digitalisierung ist ein Langstreckenlauf

Digitalisierung ist ein Langstreckenlauf

Ungeduld wird bei Führungskräften oft als Schwäche genannt, wenn diese auf hinderliche Aspekte in ihrem Arbeitsalltag angesprochen werden. Gleichzeitig ist Ungeduld nicht unbedingt eine Schwäche, sondern wirkt als ob man engagiert ist, etwas rasch tun bzw. ändern möchte – und das scheint die Digitalisierung auf den ersten Blick auch zu fordern. Die Führungskräfte stellen sich dieser Herausforderung und akzeptieren es.[1]

Einzelne Unternehmen setzen auf andere Strategien, beispielsweise auf Entschleunigung, wie u.a. SAP und Google.[2] Aber verdeckt wirkt hier unter Umständen das unbewusste Bestreben, dass man sich mit einer Achtsamkeitstechnik noch besser auf die Geschwindigkeit einlassen kann. Das mag ich jetzt nicht verurteilen. Es ist eine normale menschliche Reaktion, Wege zu suchen, um Schwierigkeiten erfolgreich zu meistern. So wie ich es sehe und beurteile, ist der Ruf nach mehr Achtsamkeit richtig und wichtig, aber landet ohne tiefgründige Verankerung zu oft in einer weiteren Aktionismusfalle [3], wie auch andere Techniken zur Effizienzsteigerung [4], um mit der Komplexität und Geschwindigkeit erfolgreich umzugehen. Es geht nicht darum, langsamer zu werden, sondern überlegter.

Das Denkmodell „Zeit ist Geld“ mag im 20. Jhdt. kraft- und wirkungsvoll gewesen sein, aber im 21. Jhdt. ist diese Ansicht nach Armen Avanessian, Philosoph, kein Garant mehr für weiteren Erfolg. Die Führungskräfte werden sich gegen die mit atemberaubender Geschwindigkeit wachsenden Plattformen in Zukunft nur durchsetzen können, wenn diese beginnen sich in Geduld zu üben, mit einem Blick über den Tellerrand und der Bereitschaft, in kleinen Schritten zu gehen, innezuhalten und immer wieder den Kurs zu wechseln.[5]

Achtsamkeit heißt nicht, die Langsamkeit zum Prinzip zu erheben. Langsamkeit ist kein Wert an sich. Langsamkeit und Schnelligkeit sind vielmehr wie Bruder und Schwester, sie ergänzen einander. Man kann nur schnell sein, ohne sich zu verlieren, wenn man die Langsamkeit versteht und meistert – und umgekehrt. Man kann nur langsam sein, ohne zu erstarren, wenn man die Schnelligkeit beherrscht.[6] Dr. Bodo Antonic, Interimsmanager und Speaker, spricht von:[7]

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Vergessen Sie das Atmen nicht

Antonic sieht die aktuelle Problematik darin, dass man atemlos durch den Arbeitsalltag hetzt, dabei Ziel und Orientierung aus den Augen verliert – genau das, was aber in hochkomplexen Zeiten wie jetzt so notwendig ist. Denn wer keine Zeit mehr hat, kann die anstehenden Veränderungen nicht in der notwendigen Gründlichkeit erfassen und entsprechend gestalten.[8]

Bevor ich mich in diesem Beitrag nun etwas konkreter mit der Aussage: Vergessen Sie das Atmen nicht, einlasse, möchte ich Sie fragen:

  • Wie geht es Ihnen jetzt in diesem Moment?

  • Stresst bzw. verärgert Sie die Botschaft? Achten Sie auf Ihren Atem, wo Sie doch ganz andere Dinge in den Griff bekommen sollen, wie eine Flut von Mails abarbeiten, mehrere Meetings durchgehen und anstehende Entscheidungen umgehend treffen?

  • Ihr Atem fließt doch, Sie brauchen und wollen keine Atemtherapie, sondern benötigen brauchbare Strategien zur Lösung der Herausforderungen heute in Ihrem Unternehmen.

  • Mag sein, dass Sie sich jetzt sogar ärgern, weil Sie meinen, Sie verschwenden kostbare Zeit für einen Lösungsvorschlag, der Ihnen aktuell überhaupt nicht hilft. Sie sind Führungskraft und nicht auf der Suche nach Ihrem Atem. Sie wissen, dass Sie atmen und des öfteren vermutlich auch gestresst atmen.

Ihre Ansicht ist selbstverständlich richtig. Und gleichzeitig liegt genau hier, an diesem Punkt wirklich eine Chance, die Digitalisierung ernst zu nehmen. Indem Sie beispielsweise jetzt versuchen, den weiteren Text nicht im Speed-Read-Modus innerhalb weniger Atemzüge zu überfliegen. Genau an diesem Punkt beginnt der spannende Schritt hin zu: Vergessen Sie das Atmen nicht.

Sie wissen vermutlich sehr gut, dass Sie einen langen Atem brauchen. Denn eines ist Ihnen, wie allen anderen bewusst: Die aktuellen und zukünftigen Herausforderungen wirken – auf Sie als Führungskraft, auf die MitarbeiterInnen, auf die Unternehmen und das auch noch global und in einem rasanten Tempo. Der Druck steigt. Fast jedes Unternehmen, jede Führungskraft sucht nach geeigneten Maßnahmen, um die Herausforderungen erfolgsversprechend durchlaufen zu können.

Es ist kaum noch zu übersehen oder zu überhören, dass mit den alten Führungsinstrumenten und den alten Vorstellungen darüber, wie Wirtschaft funktioniert, der digitale Wandel und die damit verbundenen Methoden Schiffbruch erleiden. Führungspersönlichkeiten wie Jack Ma und Vordenker wie beispielsweise Prof.Dr. Peter Kruse † sprechen eindringlich über die anstehenden Veränderungen und die unzureichende Art, die Herausforderungen ernst zu nehmen. Richard David Precht, Philosoph, drückt es so aus: Wir schwimmen aktuell in einem Meer von Inkompetenz.[9]

Vielleicht wird die Problematik etwas verständlicher, wenn man den Blick wendet, und beispielsweise Läufer beobachtet. Der eine sprintet, der andere läuft eine Langstrecke. Auf den ersten Blick scheint es keine so gravierenden Unterschiede zu geben. Aber auf den zweiten und dritten Blick, nach mehreren Atemzügen, zeigt sich ein deutlicher Unterschied. Man könnte jetzt hergehen und den alten Kapitalismus als eine Art Sprint sehen, und der neue Kapitalismus in Form als Wissensökonomie mit einem Langstreckenlauf vergleichen.[10] Das mag zunächst vielleicht paradox erscheinen, dass gerade die Digitalisierung eine Art Langstrecke sei, obwohl es doch so wirkt als müsse man aktuell einen Sprint bzw. mehrere Sprints zurücklegen.

Das ist vielleicht gerade der spannende Punkt, den Fokus zu ändern, nicht mehr zu sprinten, sondern eine andere Gang- und Laufart anzunehmen, ein anderes Training und andere Trainingshilfen hierfür zu nutzen. Die digitale Revolution als Sprint bzw. als mehrere Sprints zu sehen, ist zu kurz gegriffen. Die komplexen Probleme von heute sind mühsam, aber es hilft nicht zu hoffen, diese im Sprintdenken des alten Kapitalismus lösen zu können.

Lassen Sie mich noch einen weiteren Blick über den Tellerrand machen: Ein Skilehrer ist der Meinung, dass er am einfachsten erkennen kann, ob einer gut Ski fahren kann oder nicht, wenn dieser langsam fährt. Langsamkeit zwingt zur Exaktheit. Langsamkeit macht Fehler schneller sichtbar, und weitet das Wahrnehmungsfeld.[11] Doch wie ich auch schon schrieb, es geht nicht um das Prinzip der Langsamkeit, sondern um ein neues Verständnis von Arbeits- und Handlungsbewusstsein.

Ich möchte mit diesen Vergleichen und Parabeln versuchen, die Herausforderungen der Unternehmen durch die Digitalisierung in anderer Weise verständlich zu machen und diese auch selbst verstehen. Ein Quantencomputer arbeitet in einer Weise, wo kein Mensch in der bisher gewohnten Denk- und Arbeitsweise mithalten wird können – das sollte jedem bewusst sein. Solange man jedoch meint, die neuen Arbeitsweisen können im alten Modus mit alten Techniken gemanagt werden, werden die Schwierigkeiten vermutlich noch steigen.

Das heißt aber auch nicht, dass die Wirtschaft bis dato immer nur SprinterInnen gebraucht hätte, und heute vorwiegend LangstreckenläuferInnen sucht. Ich will mit diesem Beispiel vielmehr einen Denkanstoß geben, dass die Wirtschaft möglicherweise in einem weitaus größeren Umbruch steht, als viele zu denken wagen. Es gibt zwar einige Menschen – sowohl im Management, in der Politik, als auch in den Gesellschaftswissenschaften, die beobachten und Rückschlüsse ziehen, was auf uns alle zurollen könnte. Diese vorgreifenden Annahmen der Zukunft werden jedoch von vielen noch weggeschoben – verständlicherweise. Die möglichen Veränderungen sind einfach noch nicht so offensichtlich greif- und spürbar.

Solange man selbst von einer Veränderung nicht in einem sehr deutlich unangenehm spürbaren Maß physisch und psychisch betroffen ist, solange existiert das Problem bzw. die Herausforderung für einen selbst nicht – obwohl vielleicht das Umfeld schon mehr betroffen ist, als man meinen könnte. Das ist sehr normal und kann nicht verurteilt werden.

Es mag zwar nicht absichtsvoll sein, erst dann tiefgreifende Maßnahmen zu setzen, wenn das Schiff bereits deutlich leckt, aber rühmen kann man sich damit nicht. Diese Arbeitsweise ist jedoch oft vorzufinden. Durch die Hektik des Arbeitsalltages ist es Routine geworden und gibt damit kaum Raum, den Blick zu weiten und zu prüfen, wie Leck das Schiff unter Umständen tatsächlich schon ist. An dieser Stelle fehlt meiner Erfahrung und Beobachtung nach ein wesentlicher Aspekt: Fachübergreifendes Wissen und Reflexion in Verbindung mit Achtsamkeit bzw. Geduld.

Der Weg: Weg vom Spezialisten hin zum Generalisten, in Verbindung mit gesellschaftsorientierter Reflexion, ist in den Führungsetagen in der Regel keine umjubelte Lösungsperspektive. Führungskräfte, die Wirtschaft studiert haben, taten es vermutlich, weil das Fach spannend war und die damit verbunden konkreten Berufsziele im Raum standen – ansonsten hätten man doch ein ganz anderes Studienfach gewählt. Und jetzt heißt es, hin zu fachübergreifenden Wissen, atmen, reflektieren, gesellschaftskritisch orientieren und sich in Geduld üben. Das ist selbstverständlich für das Management fragwürdig.

Philosophieren und Geduld haben ist kein wirklich begehrtes bzw. sinnvoll erscheinendes Managementinstrument. Zum einen wirkt man als Geduldsheld wie ein antiquierter Werteprotagonist, zum anderen macht es sogar Angst, Entscheidungen abzuwarten, gründlich zu philosophieren und nicht sofort zu reagieren. Schnell sein wirkt hingegen kraftvoll, lösungsfokussiert, zielstrebig und mutig – scheinbar das, was heute in der digitalen Revolution wichtig ist. Menschen mit Geduld erscheinen dagegen oftmals nett, aber zu langsam, zu nachgiebig, manchmal sogar lethargisch und führungsschwach. Abzuwarten scheint eher etwas für Loser zu sein.[12]

Doch an diesem Punkt kann der Schein auch trügen: Der Aktionismus erweckt den Eindruck maximalen Engagements. Doch das stimmt so eben auch nicht und erst recht nicht, um die Langstrecke Digitalisierung erfolgsversprechend zu meistern. Man redet viel über das, was man alles tut, und gleichzeitig gehen wichtige Denk- und Entscheidungsprozesse in der Flut von Aktionismus unter. Jede Innovation baut auf Begreifen auf, und Geduld ist die Voraussetzung dafür. Vor vier Jahren erschien das Buch „Die Entdeckung der Geduld“. Matthias Sutter, der Autor, Verhaltensökonom, Direktor des Max-Planck-Instituts in Bonn, beschreibt darin, dass Geduldige erfolgreicher sind als Talentierte. Das ist kein neues Wissen, sondern geht zurück auf die Erfahrung über die Wirkung der Kontemplation mit dem Zweck, durch geduldige Übung den eigenen Verstand auszubilden.

Carline Seiert, einst verantwortlich für das Produktdesign der Deutschen Telekom AG und bis vor Kurzem in Indien als erste Marken- und Designchefin des Mobilfunkriesen Jio in Mumbai tätig, ist Geduld gleichbedeutend mit Klarheit und Selbstbewusstsein. Geduld setzt das Wissen um das eigenen Wollen zwingend voraus.[13] Das verlangt Selbsterkenntnis und Disziplin. Die Geduld wird ständig durch die Ungeduld herausgefordert. Die Ungeduld wirkt wie eine Verweigerung, Kritik, Widerstand. Das gilt es auszuhalten, aber das gelingt nicht so leicht.

Ungeduld kann nach Peter Heintel, Philosoph, Gründer des Vereins zur Verzögerung der Zeit, auch ein Zeichen für Unwissenheit sein. In Unternehmen entsteht Ungeduld u.a. auch dann, wenn man einfach nicht weiß, wie es den anderen geht. So arbeiten die SpezialistInnen in Nischen, und verstehen die anderen SpezialistInnen in den anderen Nischen nicht mehr. Jeder Seite wird das Blockieren von Problemlösungen vorgeworfen. Die Strukturen sind sehr komplex und meist spezialisiert, und gerade das verlangt Geduld. Heintel spricht dabei nicht von Entschleunigung, sondern von der Konzentration auf das Wesentliche. Es geht darum, sich der langfristigen Problemlösungen, dem konzentrierten, gründlichen Nachdenken zuzuwenden. Eine Wissensgesellschaft, die das unterlässt, trägt nach Heintel ihren Namen nur zum Schein.[14]

Heintel´s Aussagen und seine Auffassungen mögen vielleicht für viele im Management an der Problemlage der Unternehmen vorbeiführen, bzw. die Gegenantwort aufsteigen lassen, dass man im Management ohnehin unentwegt konzentriert nachdenkt. Das mag stimmen, es wird nachgedacht, aber oft mehr im Sinne von hinterher denken, und weniger im Sinne von vorausdenken. Unter gründlich nachdenken verstehe ich den gedanklichen Sprung über den Tellerrand hinweg, einen Mindjump. Meist versucht man jedoch die Probleme innerhalb der Problemsuppe zu lösen, und nicht über den Blick aus der Suppe heraus. Das läuft unbewusst ab. Das ist genau das, was man als SpezialistIn eigentlich genau so gelernt hat. Das ist sogar bei tieferer Betrachtung eine Schutzfunktion, um nicht durch zu große Gedankensprünge das psychischen Gleichgewicht, die Orientierung und Handlungsfähigkeit zu verlieren. Denn eines muss schon gesagt sein: Wenn man es ehrlich wagt, über den Tellerrand zu blicken, auch in wirtschaftlichen Kontext, dann wird man Dinge sehen, die deutlich unangenehmer sind als die Probleme, die man nur im abgegrenzten Teller sieht. Das macht Angst, und Angst will niemand haben und sich bestmöglich davon fernhalten.

  • Wie geht es Ihnen jetzt, nach diesen weiteren Zeilen in diesem Beitrag?

  • Fühlen Sie sich verärgert, weil Sie Zeit ins Lesen investieren und keine konkrete Lösung vorfinden?

  • Oder haben Sie die letzten Absätze wieder im High-Speed-Modus überflogen, in der Hoffnung, irgendwo gibt es vielleicht doch noch einen konkreten Hinweis zu einer schnell umsetzbaren Strategie, um Ihren Druck etwas zu mildern?

Hartmut Rosa, Zeitforscher, Direktor des Max-Weber Kollegs, Professor an der Universität Erfurt und an der Friedrich-Schiller-Universität Jena, spricht deutlich aus, dass man an allen Ecken auf eine Krise zusteuert – auf eine Beschleunigungskrise. Er sieht sogar die Gier weniger als aktuellen Antreiber, als vielmehr die Ängste vor der Beschleunigung und den damit verbundenen, immer rascher werdenden Veränderungen.[15]

Auch Rosa geht es wie Heintel nicht um Entschleunigung, Rosa spricht von der Notwendigkeit tragfähiger Beziehung [16] – zu sich selbst, zu anderen Menschen und der menschenumgebenden Natur. Und genau das führt mich zurück zur Aussage von Antonic: Vergessen Sie das Atmen nicht. Der Atem verbindet uns alle. Jeder von uns muss atmen. Wir teilen uns die Luft zum Atmen, wir stehen in Beziehung durch den Atem. Der Atem ist lebensnotwendig. Den Atem können wir nicht noch flotter werden lassen, um schneller zu sein. Der Atem zwingt uns, Grenzen anzuerkennen. Eine Zeit lang ist es möglich, atemlos durch den Alltag zu hetzen, es aufregend zu finden, schnell, agil, aktiv die Herausforderungen zu checken. Doch der Atem lässt sich von den schnellen Erfolgen nicht grenzenlos lang täuschen. Der Atem wird sich irgendwann einmal richtig deutlich erkennbar zeigen, unter Umständen dann, wenn es sehr ungünstig ist.

  • Mag sein, dass Sie sich jetzt erneut die Frage erstellen, was all diese Aussagen über Geduld, Achtsamkeit und Atem mit Ihnen als Führungskraft, mit Ihrer Tätigkeit und Ihrer Verantwortung und Lösung von Problemen zu tun haben?! Sie sind kein/e WeltverbessererIn, sondern Führungskraft.

  • Da gebe ich Ihnen selbstverständlich Recht.

  • Ich sehe jedoch in meiner täglichen Arbeit, dass doch einige im Management einen Blick über den Tellerrand wagen, wo dann Frust, Ausweglosigkeit und Erschöpfung hochkommt.

Gar nicht so wenige sehen sehr deutlich die herannahenden Probleme. Aber tiefgreifende, neue Lösungen zeigen sich direkt aus dem Feld der Wirtschaft nicht. Das löst sogar bei einigen eine Art Ohnmacht aus. Dieser Prozess läuft nicht unbedingt so bewusst ab, womit es noch schwieriger wird. Manche versuchen so zu tun, als ob man ohnehin noch alles ganz gut im Griff hat. Man versucht mit Überaktionismus und aufgesetztem Optimismus die Herausforderungen zu meistern. Ich will an diesem Punkt absolut niemandem zu nahetreten, dieses Thema bzw. dieser Prozess ist wirklich äußerst sensibel. Ich möchte an dieser Stelle vielmehr versuchen, das Bewusstsein für den tiefgreifenden Prozess, für den digitalen Wandel und die damit verbundenen Folgen zu schärfen.

Dieser Prozess der Digitalisierung wird einen tiefen ruhigen Atem erfordern. Mit Atemlosigkeit wird dieser Prozess sehr mühsam werden, unter Umständen aufgrund von Atemnot scheitern. Achtsamkeit, sich immer wieder auf den Atem besinnen, Geduld wahren, ist ein möglicher Weg, um klarer zu sehen, Aktionismus nicht ausufern zu lassen, das Umfeld besser zu verstehen, mit Energien achtsamer umzugehen, weniger Ressourcen zu verschwenden, Fehler zu vermeiden, flexibler, wendiger und damit sogar schneller zu werden und die digitale Revolution, die wir alle gemeinsam schaffen wollen, müssen erfolgsversprechend zu absolvieren.[17]

Ihr Günther Wagner

 

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Literaturquellen:

[1] Fischer, Gabriele: Editorial. In der Zeit. In: Stop it! Geduld. brand eins Medien AG. Heft 5. Mai 2018. Evers-Druck GmbH.
[2] https://blog-wagner-consulting.eu/unerwartete-revolution/.
[3] https://blog-wagner-consulting.eu/achtsamkeit-als-weg-zum-erfolg/.
[4] https://blog-wagner-consulting.eu/selftracking-steigert-leistung/.
[5] Fischer, Gabriele: Editorial. In der Zeit. In: Stop it! Geduld. brand eins Medien AG. Heft 5. Mai 2018. Evers-Druck GmbH.
[6] Romhardt, Kai: Slow down your life. 2. Auflage. Ullstein Heyne List GmbH & Co.KG. München. 2004.
[7] https://www.lean-knowledge-base.de/vergessen-sie-das-atmen-nicht/. Am 2018-05-14 gelesen.
[8] https://www.lean-knowledge-base.de/vergessen-sie-das-atmen-nicht/. Am 2018-05-14 gelesen.
[9] https://blog-wagner-consulting.eu/erschuetterung-der-macht/.
[10] Lotter, Wolf: Geduldsproben. In: Stop it! Geduld. brand eins Medien AG. Heft 5. Mai 2018. Evers-Druck GmbH.
[11] Romhardt, Kai: Slow down your life. 2. Auflage. Ullstein Heyne List GmbH & Co.KG. München. 2004.
[12] Lotter, Wolf: Geduldsproben. In: Stop it! Geduld. brand eins Medien AG. Heft 5. Mai 2018. Evers-Druck GmbH.
[13] Lotter, Wolf: Geduldsproben. In: Stop it! Geduld. brand eins Medien AG. Heft 5. Mai 2018. Evers-Druck GmbH.
[14] Lotter, Wolf: Geduldsproben. In: Stop it! Geduld. brand eins Medien AG. Heft 5. Mai 2018. Evers-Druck GmbH.
[15] http://www.fr.de/wissen/gesellschaft-die-welt-ist-von-einer-angst-epidemie-befallen-a-1413026. Am 2018-05-14 gelesen.
[16] https://diepresse.com/home/leben/mensch/5087094/Hartmut-Rosa_Rennen-nur-um-auf-der-Stelle-zu-treten. Am 2018-05-14 gelesen.
[17] Romhardt, Kai: Slow down your life. 2. Auflage. Ullstein Heyne List GmbH & Co.KG. München. 2004.

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