Wie ist die Kommunikationskultur in Ihrem Unternehmen?

Klar, präzise, unmissverständlich, lobend, motivierend, positiv ausgerichtet, in Augenhöhe, …

Wie ist die Kommunikationskultur in Ihrem Unternehmen?

Meiner Beobachtung nach schätzen viele Führungskräfte Ihre Kommunikationsweise als verständlich und wertschätzend ein. Das mag von einem bestimmten Standpunkt her auch stimmen. Doch wenn man MitarbeiterInnen fragt, so kommt oft eine ernüchternde Antwort in Bezug auf die Kommunikationskultur Ihrer Führungskräfte. Das mag kein Vorwurf sein an diese – sondern mehr ein Hinweis, die Kommunikationsweise vom Management zu prüfen, und eingeschliffene, nicht mehr angemessene Kommunikations-Gewohnheiten zu hinterfragen.

Ich selbst erliege auch immer wieder dem Irrtum, meine Kommunikation sei stimmig. Das ist ganz normal. Doch normal heißt hier nicht, dass es immer gut ist bzw. gut bleibt. Und genau das möchte ich jetzt mit Ihnen gemeinsam beleuchten. Am Ende des Beitrages finden Sie 4 Tipps, um die Kommunikationskultur etwas zu verbessern.

Zum Einstieg lade ich Sie auf eine kleine persönliche Kommunikations-Reise ein. Vielleicht werden Sie schon beim Lesen dieser Reise merken, wo es heute in der Kommunikation unter Umständen hakt.

Es war einmal …

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Zu Hause fing es an. Dort habe ich meine ersten Worte gelernt. Ich habe täglich geübt, meine Bedürfnisse und Einsichten von der Welt zu verbalisieren. Ich habe mit allem kommuniziert – mit Steinen, mit Pflanzen, mit Tieren, mit meinen Kind-FreundInnen, mit meiner Familie, mit Fremden, … mit mir selbst, … Als Kind habe ich mich in kommunikative Abenteuer gestürzt und dabei Zeit und Raum, Mögliches und Unmögliches kommunizieren lassen.

Im Zusammenwirken von meiner Familie und meinem Umfeld, Kindergarten, Schule, … habe ich meine Kommunikationsfähigkeit weiterentwickelt, trainiert und sozialisiert. Ich habe gespürt, dass Worte beflügeln, motivieren, aber Worte auch verletzen, Angst und Unsicherheit auslösen. Mehr noch, manchmal hat ich das Gefühl, dass man mir nicht das sagte, was eigentlich gemeint wurde. Das hat mich als Kind verwirrt. Was war nun richtig – die Worte, oder die Art und Weise wie was gesagt wurde?!

Als Kind habe ich viel gefragt, viel hinterfragt – wie all die anderen Kinder auch. Warum tut man das? Warum geht das so, und nicht andersherum? Warum ist das falsch und das andere richtig? … Mit den Antworten war ich häufig nicht zufrieden. Oft fehlte mir was. Ich machte die Erfahrung, dass Hinterfragen und Infrage stellen für andere mühsam scheint. Ich lernte, dass mir Infragestellen oft keine positiven Rückmeldungen bescherte.

Ich übte mich im Schreiben von Briefen, noch mit Papier und Tinte und diese so abzufassen, als ob der Empfänger ihn später öffentlich an die Wand hängen würde. Selbst einzeilige Briefe wurden mit höchster Sorgfalt, wohlüberlegt formuliert. Heute jedoch versuche ich so kurz wie möglich meine Mails zu fassen, weil ich weiß, dass Business-Mails nicht länger als acht Zeilen lang zu formulieren seien, und die von 12 auf 8 Sekunden gesunkene Aufmerksamkeitsschwelle nicht herausgefordert werden sollte [1].

Kommunikation heute

Und so hat sich meine Kommunikationsweise an das, was ich alles damit erlebt und erfahren habe angepasst, zu dem entwickelt was ich heute als meine Kommunikationskultur beschreiben würde. So hat jeder seine ganz persönliche Kommunikationsgeschichte und individuelle Kommunikationskultur, die jedoch durch die persönliche Leistung der Anpassung gut in das gesellschaftliche Kommunikationsverhalten passt. Eines ist dabei eindeutig festzustellen, die Zeit für Kommunikation hat sich drastisch reduziert, bzw. man versucht in einer bestimmten Zeit ein Vielfaches an Wissen und Aufgaben hineinzupacken. Das hat Folgen. Eine wirksame Kommunikation ist weit mehr als das perfekte Aneinanderreihen von Worten, um die Aufgaben, Handlungsgebiete und Herausforderungen perfekt zu lösen.

Wirksame Kommunikation bedeutet nach meinem Verständnis, empathisch, neugierig, respektvoll und gleichzeitig rational und sachlich objektiv mit einem Menschen in Verbindung zu treten, ohne sich selbst, die eigenen Standpunkte und Gefühle aus den Augen zu verlieren.

Aber genau dieser Punkt, die Begleitung der Gefühle in jeder Kommunikation, werden als unangenehme Begleiterscheinungen so gut es geht weggedrängt. Wir vergessen, dass wir jedoch immer mit der gesamten Persönlichkeit kommunizieren. Es mag zwar scheinen, dass wir gut sachlich argumentieren, aber in der Kommunikation übermittelt viel mehr als nur unsere Wahl der Worte. Wir kommunizieren, ob wir wollen oder nicht mit unserem ganzen Körper, mit unserer Mimik, mit Blicken, mit Gestik. Das vergessen wir – das ist ganz normal. Wir können nicht ständig alles an uns wahrnehmen. Selbst in kurzen Mails kommunizieren wir nicht nur sachlich. Was meine ich damit.

Wir formulieren eine kurze sachliche Mitteilung mit einer präzisen Handlungsaufforderung. Von unserer Seite aus, mag das rational, objektiv und sachlich bestens formuliert sein. Aber jener, der diese Mitteilung liest, wird, ob wir wollen oder nicht, nicht nur die sachliche Komponente lesen, sondern unbewusst und automatisch gleich noch etwas mehr hinein und dazu interpretieren. Das ist ein ganz normales menschliches Verhalten. Das tun wir alle.[2]

Und genau deshalb ist es so wichtig, dass wir Kommunikation nicht nur als Übermittlung von Meinungen und Anweisungen sehen, sondern Kommunikation auch als Vermittlungsplattform menschlicher Regungen verstehen – selbst in wohldurchdachten, klar geplanten Meetings.

 

Grafische Darstellung des Vier-Seiten-Modells [3]

Kommunikation – ein zweischneidiges Schwert

Wir mögen versuchen, rational bestmöglich vorbereitet ein Meeting zu führen. Doch was tatsächlich von all dem gesagten konkret von all den Beteiligten verstanden und als Handlungsaufforderung erkannt wird, das entzieht sich der rationalen Kontrolle. Das mag jetzt vielleicht bei einigen auf Unmut stoßen, verständlich. Wir alle bemühen uns vermutlich sehr, im Businesskontext so kompetent, sachlich und objektiv wie möglich zu kommunizieren, und dann soll das angeblich nicht greifen?! Das stößt unangenehm auf – mir geht es da nicht anders. Kommunikation ist eben weit mehr als nur der Austausch von Worten. Kommunikation ist ein sensibles Instrument, dem jedoch immer wieder zu wenig Einsicht entgegengebracht wird, u.a. aus Zeitdruck. Ich möchte jetzt niemanden zu Nahe treten, auch ich habe meine kommunikativen blinden Flecken und kommunikativen Fehltritte. Das gibt mir jedoch jedes Mal zu denken. In solchen Momenten merke ich, wie sehr Zeitdruck, Gefühle, Stress das Kommunikationsverhalten beeinflussen.

Früher war das selbstverständlich auch ein Thema, aber durch die langsameren kommunikativen Techniken war doch etwas mehr Raum zum Durchatmen und Reflektieren. Die Chance in sich selbst zu bemerken, dass man durch ein Gespräch getriggert wird, und möglicherweise dann zu rasch Urteile und Entscheidungen in den Mund nimmt, die man später bereut, ist heute relativ niedrig. Um der Komplexität in VUCA-Zeiten Herr zu werden, spreche ich immer wieder vom Mut zur Lücke. Aber in der oft anzutreffenden Kommunikationskultur würde ich nicht mehr vom Mut zur Lücke sprechen, sondern viel mehr vom Übermut der Lücke. Ich spreche nicht von den kompetenzbezogenen Wissenslücken, sondern viel mehr von den emotionalen Lücken. Das führt mich zu dem Bild, Kommunikation als zweischneidiges Schwert zu sehen. Was ich darunter verstehe, möchte ich mit Ihnen gemeinsam mit Hilfe einer kurzen Achtsamkeitssequenz erläutern.

Halten wir einmal kurz inne, üben wir uns 1-3 Minuten lang in Achtsamkeit. All jene, die schon einige Beiträge von mir gelesen haben, werden schon wissen, dass ich immer wieder das Instrument Achtsamkeit nutze, um ein Problemthema näher zu betrachten. All jene, die das noch nicht kennen, lade ich ein, jetzt einfach mitzugehen.

  • Wir gehen mit unserer Aufmerksamkeit zu unserem Atem. Wir versuchen unsere Aufmerksamkeit bei der Atembeobachtung zu bleiben.

  • Wir stellen dabei vielleicht fest, dass unsere Gedanken nicht beim Atem bleiben.

  • Unser Denken springt hin und her. In unserem Kopf bewegen sich unentwegt Gedanken. Wir können unser Denken auch nicht stoppen.

Und genau das ist Kommunikation. In unserem Kopf findet unentwegt Kommunikation statt, und dabei wirken meiner Erfahrung nach zwei Aspekte, die zwei Seiten der kommunikativen Klinge:

1.      rationale Argumente

2.      emotionale Befindlichkeiten

Diese zwei Seiten gehören zusammen, wirken als Ganzes. Ist mir das in der gesamten Tragweite nicht bewusst, dann ist mir auch nicht bewusst, wie ich dieses zweischneidige Schwert in der Kommunikation führen muss, um ein entsprechendes Ziel zu verfolgen oder herausfordernde Situationen verantwortungsbewusst zu lösen. Das heißt, insbesondere heute in schnelllebigen Zeiten:

  • In der Kommunikation präsent sein, immer wieder sich selbst auffordern und prüfen, ob man in Gesprächen, aber ebenso beim Verfassen von Mails, wirklich präsent ist und zu hört – oder springen die Gedanken zu anderen Problemen, oder zu gerade eintreffenden Mails auf dem Smartphone oder Tablet?

  • Sich der Wahl der Worte bewusst sein, sprich die Konsequenzen und die Tragweite der gesetzten Worte gedanklich und eben auch emotional durchspielen. Sind die Worte der Situation und der Person angemessen? Welche möglichen Reaktionen könnten meine Worte bei meinem Gegenüber auslösen? Wie könnte er meine Worte verstehen? Dabei geht es weniger darum, genau zu wissen, wie der/die andere reagieren könnte, sondern so offen zu sein, dass man dem/der anderen seine sehr persönliche, individuelle Reaktion auf eine Information zugute schreibt.

  • Präsenz und Embodiment gemeinsam wirken lassen. Die geistige Präsenz und die Emotionen haben, ob wir wollen oder nicht, einen Einfluss auf den Körper, welcher unbestreitbar bei jeder Kommunikation anwesend ist. Hier stellt sich die Frage, ob einem beispielsweise bewusst ist, mit welcher Körperhaltung und Körperspannung man gerade kommuniziert? Fühlt man sich gestresst? Bekommt man schlecht Luft, ist die Stimme belegt, meint man laut sprechen zu müssen, weil …? Unsere Kommunikation ist, wie schon gesagt, ein sehr sensibles Instrument, voll mit positiven und negativen Erfahrungen, die jede weitere Kommunikation begleiten und entsprechend zu führen versuchen. Selbstverständlich können wir nicht unentwegt wissen, was jetzt im Gespräch los ist, aber wir sollten zumindest so weit offen sein zu wissen, dass jede Kommunikation weit mehr Inhalt transportiert als man meint. Das zu wissen, ist schon ein riesiger Schritt hin zu mehr Einsicht und Verständnis.

  • Courage zeigen und in der Kommunikation unangenehme Aspekte und unangenehme Befindlichkeiten ansprechen. Das ist eben auch Kommunikation. Nicht nur auf der sachlichen, scheinbar neutralen Ebene alles zu kommunizieren versuchen, sondern die emotionale Ebene einbeziehen. Das zeigt die Menschlichkeit. Das fördert gleichzeitig Respekt und Empathie. Hier kann beispielsweise eine Kommunikations-Achtsamkeits-Unterstützung helfen, die Kommunikationsweise zu verbessern. Insbesondere bei unangenehmen Situationen kann eine Kommunikations-Achtsamkeits-Unterstützung helfen, die Kommunikation tiefgreifender, in Balance und Einsicht von Ratio und Emotionen zu führen.

Ihr Günther Wagner

PS.: Vielen Dank für Ihr Interesse. Wenn Sie persönlich über zukünftige Beiträge informiert werden wollen, dann melden Sie sich einfach über diesen Link an.

 

Literaturquellen:

[1] http://www.omnisophie.com/dd282-sag-es-blitzkurz-aber-auch-multiperspektivisch-sonst-faellst-du-unter-die-trigger-gringos/. Am 2017-11-17 gelesen.
[2] https://de.wikipedia.org/wiki/Vier-Seiten-Modell. Am 2017-11-17 gelesen.
[3] https://de.wikipedia.org/wiki/Vier-Seiten-Modell. Am 2017-11-28 gelesen.

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Wachstum und Gewinne sichern Zukunft?!

Wachstum und Gewinne sichern die Zukunft?!

  • Unternehmen brauchen Wachstum, um investieren zu können, MitarbeiterInnen zu beschäftigen, global mit der Konkurrenz mithalten zu können, Innovationen zu tätigen, …

  • Viel wird getan, um die Gewinne zu forcieren, um das Unternehmen wettbewerbsfähig zu halten, um die Konkurrenz abzuhängen.

Doch irgendwo hakt es

Der Markt erscheint mir manchmal wie ein Formel 1 Rennen. Jeder will als erster ans Ziel, oder zumindest bei den Ersten sein. Das bringt Anerkennung, das bringt Geld und damit die Möglichkeit, noch besser zu werden. Das klingt plausibel und verständlich. Nach außen hin scheint alles zu passen, alles gut zu laufen. Aber irgendetwas nagt im Inneren, so als ob langsam, ungesehen eine Krankheit im Anmarsch ist. Man spürt vielleicht hie und da, dass irgendetwas nicht ganz in Ordnung ist, aber es zeigt sich noch nicht konkret was. Das Erfolgsstreben macht weiter, so als ob nichts wäre.

Aber dann, plötzlich, meldet sich ein Zellhaufen namens Krebs, dessen Drang zu wachsen naturgegeben groß ist. Das Krebsgeschwür tut das, wofür es von der Natur her zu leben bestimmt ist. Dem Krebsgeschwür darf keine Schuld gegeben werden. Vom Standpunkt der Krebszelle ist uneingeschränktes Wachstum legitim, sogar überlebensrelevant. Doch die Krebszellen zahlen dafür einen Preis. Irgendwann einmal haben die Krebszellen ihren/ihre WirtIn aufgefressen, und dann dürfen sich alle, die Krebszellen gemeinsam mit ihrem/ihrer WirtIn, vom Leben verabschieden.

  • Genau an diesem Punkt möchte ich jetzt eine kurze Denkpause machen.

 

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Mag sein, dass einige unter Ihnen den Vergleich, manches in der Wirtschaft agiere wie eine Krebszelle, zu weit hergeholt sei und nicht stimmt. Unter Umständen ist dieser Vergleich von mir wirklich an den Haaren herbeigezogen, doch eines ist Gewiss: Die Wirtschaft steckt immer wieder in Krisen und Krankheiten, die es zu meistern gilt. Und dafür braucht es Einsichten und neue Strategien zur Wahrnehmung der Symptome, um die Krisen erfolgreich zu bewältigen. Deshalb möchte ich jetzt mit Ihnen ein kleines Gedankenexperiment durchführen:

Vielleicht wollen Sie sich für einen kurzen Augenblick vorstellen, dass ein Unternehmen, es muss nicht Ihres sein!!!, als Krebszelle agiert. Dieses Unternehmen ist hoch erfolgreich, erzielt weltweit Gewinne, kauft andere auf, investiert in die Forschung und Entwicklung, wird noch besser, überholt die Konkurrenz von allen Seiten, … Die ManagerInnen werden gehypt, werden mit Anerkennung überschüttet, sehen sich im Licht der Erfolge, … Die Krebszelle Unternehmen wächst und gedeiht. Die ManagerInnen unterstützen das, sie wollen den Erfolg für sich ernten, streben nach Anerkennung, Belohnung, … Das Unternehmen wird weltweit geachtet, als das Unternehmen im 21 Jhdt. gerühmt.

  • Was löst das bei Ihnen aus?

Auch ich stelle mich jetzt diesem Gedankenspiel, und ich muss sagen: Die Vorstellung, manche Unternehmen könnten Krebszellen sein, beunruhigt mich. Ich persönlich möchte nicht erleben, was es heißt, wenn die Krebszellen zu stark werden, und die anderen Zellen vernichten. Die Krebszellen trifft nicht die Schuld, sie wachsen unaufhörlich und uneingeschränkt, weil es ihre Lebensbestimmung ist. Aber es hat Folgen. Spiele ich das Gedankenexperiment durch und sehe manche Unternehmen wie Krebszellen agieren, dann erblicke ich unweigerlich Folgen für andere Unternehmen, aber auch für ganze Gesellschaften und Staaten, für die ganze Welt.

Die Krebszellen streben nach immer mehr, sie selbst wachsen und gedeihen, die anderen verlieren aber, werden schwach. Im übertragenen Sinn könnte das heißen, dass die Mittelschicht der Gesellschaft schwach wird. Damit reduzieren sich die Steuerzahlungen. Der Staat verliert deutlich an Steuereinnahmen, beginnt noch mehr zu sparen. Das hat unangenehme Folgen für die öffentliche Sicherheit (Polizei und Militär), die Infrastrukturen verschlechtern sich, die Ausbildungen leiden, es kommt zum FacharbeiterInnenmangel, die medizinische Versorgung muss Einschränkungen hinnehmen, … Die Energiewende kommt ins Stocken, der Klimawandel ist nicht mehr zu stoppen, …

Ich könnte das Gedankenexperiment noch weiter führen, aber ich setze jetzt bewusst ein Stopp. Vielleicht sind Ihnen meine Gedanken, und die Verknüpfung der Wirtschaft mit dem Wachstum von Krebszellen zu theatralisch, unrealistisch und wirtschaftsfremd. Diese Meinung kann ich nachvollziehen, aber mich drängt etwas dazu, Sie zum Nachdenken anzuregen: Mich drängt der Gedanke, dass unter Umständen meine Töchter, mein Sohn und meine 3 Enkelkinder eine Zukunft haben, in der die Balance zwischen den sozialen Schichten kippt, es unter Umständen sogar zu einem Verteilungskrieg kommt.

Ich habe Sorge, dass meine 4jährige Tochter und meine Enkelkinder beruflich kaum noch frei wählen können, was sie gerne machen möchten, weil aufgrund der rasant voranschreitenden Digitalisierung sich viele Berufe in Luft auflösen. Es mag sein, dass einige neue Berufe hinzukommen. Aber glaubt man den Sozial- und ZukunftsforscherInnen zumindest in Ansätzen, dann können diese neuen Berufssparten das Manko der sich im Auflösen befindlichen Berufe bei weitem nicht auffüllen. Mich drängt die Sorge, dass die Parteienlandschaft aufgrund der allgemeinen anwachsenden Unsicherheit immer mehr nach Rechts drängt. Das verengt den Blick noch weiter. Denn ich möchte meinen Kindern und Enkelkindern einen freien Blick in das Leben ermöglichen, und keinen eingeschränkten, verängstigenden Anblick, …

Und so frage ich mich, ob Ihnen als Führungskraft, Ihnen als Mensch die Zukunft Ihrer Nachkommen nicht wichtig ist?! Macht es Ihnen keine Sorge, wenn Unternehmen wie Krebszellen das Weltgeschehen beeinflussen, Gewinne maximieren, damit unbewusst Ängste auslösen, dadurch möglicherweise einen Rechtsruck anregen, …?

Verstehen Sie mich bitte nicht falsch, ich will niemanden beschuldigen. Aber mich drängt die Sorge, dass die Zukunft der nächsten Generationen unter Umständen deutlich schlechter wird, als unsere es war. Mag sein, dass meine Sorgen ungerechtfertigt sind. Wenn dem so ist, dann akzeptiere ich das mit einem erleichternden „Entschuldigen Sie bitte, ich lag falsch mit meinen Prognosen bzw. Ansichten“.

  • Was ist, wenn jedoch ein Funken Wahrheit in meinen Befürchtungen liegt?

  • Was ist, wenn die Krebszellen in der Wirtschaft weiter wachsen und ihre Gewinne auf Kosten anderer maximieren?

  • Was passiert, wenn die soziale Mittelschicht tatsächlich schwächer wird?

Eines ist Gewiss: Ich bin nicht der einzige, der diese Sorgen schon mit sich trägt. Nicht grundlos veröffentlichen Medien unter den Namen, „Panama Papers“ und „Paradise Papers“, das Verhalten von bestimmten Unternehmen. Manche meinen, das sei doch ein Journalisten-Anerkennungs-Trip und Neidspiel. Mag sein, aber gleichzeitig zeigt sich leider auch, dass zwar das Handeln der Unternehmen in Bezug auf deren Gewinnmaximierungen und Steuerzahlungsumgehungen legal sind, aber auf Dauer sicher nicht zum Vorteil vieler Menschen gereicht. Diese „legale“ Steuervermeidung führt so zu einer Konzentration des Reichtums. So verabschieden sich einige Promis und Reiche, GeschäftsführerInnen und Politikerinnen, sowie Unternehmen aus der Solidargemeinschaft auf Kosten der Allgemeinheit.

Dabei brauchen wir gerade jetzt, in Zeiten des Umbruchs, wo sich die alten Strukturen der Industriegesellschaft auflösen und wir in das Digitale Zeitalter eintreten, eine gut funktionierende Infrastruktur, die allen Mitgliedern der Gesellschaft Bildung, öffentliche Sicherheit, medizinische Versorgung, Einkommen zur Sicherstellung einer angemessenen Lebensweise, Altersversorgung, … ermöglicht. Doch wenn sich Unternehmen wir Krebszellen aus dem Solidarprinzip verabschieden, dann hat das Folgen, die wahrscheinlich gravierender sein werden als das, was wir lax als Zweiklassengesellschaft bezeichnen.

Diese legalen Strategien zur Steuervermeidung sind ein Teil unseres heutigen Wirtschaftssystems, welches der Ökonom und Friedensnobelpreisträger Muhammad Yunus mit einer „Zeitbombe“ vergleicht. Nach seinen Worten hat das kapitalistische System einen Hauptfehler: Die Konzentration des Reichtums. Daher fordert Yunus ein weltweites Umdenken und ruft dazu auf, unser Wirtschaftssystem auf neuen Werten aufzubauen. „Der Mensch ist nicht nur egoistisch, er ist auch altruistisch“, betonte er. „Wir müssen Unternehmen schaffen, die auf die Probleme der Menschen reagieren, und nicht nur wie Krebszellen Geld für sich selbst erwirtschaften.“[1]

Heiner Geißler drückte es so aus: „Es ist eine moralische Krise, die wir heute erleben, wo die Gier nach Geld die Hirne dieser Menschen regelrecht zerfressen hat.“[2] Reinhold Messner spricht von einer Krise des Sattseins.[3] Und ich spreche von einer Sinnkrise, davon, dass Menschen die Bedeutsamkeit von dem was sie tun in der leibhaftigen Form des Erlebens und den positiven Gewinn ihrer Handlungen für sich und andere verloren haben.

Doch kann man sich wirklich vorstellen, dass sich ein/eine FondsmanagerIn beispielsweise auf der Apple Hauptversammlung hinstellt und folgende Aussage trifft: „Lieber Tim Cook, wir möchten, dass Apple ab sofort mehr Steuern zahlt!“[4] Eher nicht. Und so könnte es kommen, dass die Krebszellen in der Wirtschaft immer mehr wachsen und gedeihen, Ihr Leben und mein Leben irgendwann deutlich spürbar beeinflussen.

Eine Lösung kann ich Ihnen jetzt im Moment nicht konkret nennen. Das hat einen Grund: Es braucht eine ehrliche Einsicht, Demut darüber, dass tatsächlich etwas schief liegt und man was tun sollte. Solange man jedoch mit dem, wie es, ist zu leben bereit ist, sich damit arrangiert, hilft keine Intervention. Die Macht der Gewohnheiten ist stark, und es braucht wirklich viel Reflexion für die Bereitschaft, die eigenen Komfortzonen zu verlassen und neue Wege zu gehen.

Das ist tatsächlich eine sehr, sehr große Herausforderung. Deshalb kann es niemandem übel genommen werden, sich lieber mit Krebszellen zu arrangieren, als das Krebszellensystem zu verlassen bzw. neue Lösungen zu finden. Ich selbst werde auch hin und her geschleudert! Das gehört jedoch meiner Erfahrung nach dazu, das ist der Transition-Prozess wie er leibt und lebt. Man hängt am und im Alten, auch wenn es einem gar nicht so gut tut. Man wünscht sich was Neues, etwas Gesundes, aber das Gesündere ist scheinbar nicht greifbar, und so hält man weiter fest am Alten, am Ungesunden – bis zum nächsten Änderungsversuch.

Ihr Günther Wagner

 

Literaturquellen:

[1] https://www.welt.de/newsticker/news1/article170423375/Friedensnobelpreistraeger-Yunus-kritisiert-Zeitbombe-des-Finanzsystems.html gelesen am 19.11.2017.
[2] Geißler, Heiner in: ARD, hart aber fair. 24.10.2011.
[3] Messner, Reinhold: Berge versetzen. Das Credo eines Grenzgängers. München: BLV Buchverlag GmbH & Co.KG. 2010. S. 62.
[4] http://www.fondsprofessionell.at/news/meinung/headline/steuervermeidung-nagelprobe-fuer-nachhaltigkeitsinvestoren-138678/ gelesen am 19.11.2017.

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Ich komme dorthin, wohin ich will

Der Traum vom Erfolg

Vermutlich möchte jeder mit seinem Tun Teil eines repräsentativen Erfolges sein, den man gerne nach außen hin zeigt, sowohl Führungskräfte als auch MitarbeiterInnen. Dabei stellen Sie sicher hohe Ansprüche an sich selbst und das Ergebnis Ihrer Arbeit.

Ihr Engagement und Ihre Absicht ist auch mein Antrieb und meine Absicht. Deshalb versuche ich immer wieder aufs Neue zu reflektieren, was man tun kann, um erfolgreich die Zukunft zu gestalten. Viele haben große Ziele für die Zukunft:

  • Manche wollen neue Umsatzrekorde,

  • andere wollen die Marktführerschaft,

Mit unseren Erfolgszielen sind wir jedoch einer/eine von vielen in der Businesswelt.

Was können wir nun konkret tun, um in Konkurrenz zu all den anderen nach Erfolg strebenden, unsere Ziele chancenreich zu meistern?

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Dafür braucht es meiner Erfahrung nach einen Schritt zur Seite – eine andere Perspektive. All jene, die schon mehrere Artikel von mir gelesen haben, wissen, dass ich gerne meinen Blick über den Tellerrand richte, um Herausforderungen, Hindernisse und Zielvorgaben auf eine andere Art als gewohnt, zu meistern.

Heute wollen wir gemeinsam ein wirklich großes Ziel, die Erstbesteigung von einem 9000er angehen. Wir wollen die ersten auf dem 9000er sein.

Planung und Vorbereitung

Wir werden vermutlich viel trainieren. Wir werden ein verlässliches Team zusammenstellen. Wir nutzen das beste Equipment.

Der konkrete Start der Expedition

Der Tag der Abreise ist gekommen. Das gesamte Team ist hochmotiviert. Unserem Ziel, den 9000er zu besteigen steht nichts mehr im Weg. Morgen soll der erste Teil der Besteigung gemeistert werden.

Das Basis-Camp

Die Nacht ist etwas unrund, klar die Aufregung ist groß, der Adrenalinspiegel ebenso. Doch das trübt die Motivation nicht. Am Morgen wird mit dem ganzen Team alles sehr genau noch einmal durchgegangen. Einige bleiben im Basis-Camp, eine absolute Notwendigkeit, ein Anker für die anderen. Der Erfolg der Expedition beruht auf dem Rücken aller, auch jener, die scheinbar nur von der Basis aus agieren.

Mobilisierung der Kräfte

Das Aufstiegsteam, bestehend aus 4 Mitgliedern, kann den weiteren Teil der Besteigung auf den 9000er sehr gut meistern. Das nächste Camp wird aufgebaut. Jeder vom Aufstiegsteam fühlt sich schon so, als ob er/sie am Ziel oben bereits angekommen wäre.

Der Erfolg der Expedition ist zum Greifen Nahe

Die Anerkennung ist zum Greifen nahe

Das Aufstiegsteam bereitet sich nun auf die letzte Einheit der Expedition vor. Plötzlich meint einer der 4, dass er glaubt, es heute nicht schaffen zu können. Er weiß genau, wenn er nur mit 2/3 Energie den Aufstieg wagen würde, könnte er die anderen damit in Gefahr bringen. Gleichzeitig gefährdet er aber auch das Ziel der Expedition. Was jetzt tun?

  • Er könnte alleine im Camp bleiben. Aber das geht nicht, weil in dieser Höhe niemand alleine in einem Camp bleiben darf – insbesondere dann nicht, wenn es demjenigen nicht so gut geht.

  • Es könnte noch ein 2ter vom Team im Camp bleiben, und nur 2 den letzten Teil vom Aufstieg machen. Der Zurückbleibende wird jedoch enttäuscht sein, den letzten Teil vom Weg nicht mehr mitgehen zu können.

  • Eine weitere Möglichkeit ist, einen Tag lang zu warten, um den Aufstieg aller 4 am nächsten Tag zu schaffen. Es ist zwar in dieser Höhe gar nicht gut einen Tag zu verlängern, aber es wäre möglich – sofern das Wetter mitspielt.

  • Sie könnten aber auch alle 4 zurück zum Basis-Camp gehen, und dort auf die nächste gute Möglichkeit warten.

  • Oder …

Jeder, der an dieser Expedition teilnimmt, möchte das Unternehmen erfolgreich zum Ziel begleiten. Der Erfolg und die Anerkennung motiviert auf dem Weg. Die Erfolgsaussichten und die damit erhofften Lorbeeren sind so stark, dass man sogar bereit ist, Risiken einzugehen – verständlich. Es hängt viel an dem Erfolg – finanziell und persönlich.

Das Ende der Erfolgsgeschichte überlasse ich jetzt Ihnen.

  • Was würden Sie tun? … 

Wahrscheinlich werden Sie sich jetzt fragen, was diese Geschichte mit Ihrem Erfolgsstreben, mit Ihren Zielen und der erfolgreichen Zielumsetzung zu tun hat?

Vermutlich werden Sie einige Punkte aus dem Storyboard herausfinden, die für Sie als Führungskraft in Ihrem Berufsalltag auch relevant sein könnten, wie beispielsweise ein gutes Team zusammenstellen, bestens vorbereitet die Zielumsetzungen starten, Sicherheitsvorkehrungen treffen, bestes Equipment bzw. Instrumentarium nutzen, uvm…

Doch was bringt wirklich den Erfolg?

Beruht dieser tatsächlich zum großen Teil auf perfekter Fachkenntnis und bestem Equipment?

Nicht unterdrückte und respektvoll behandelte Emotionen setzen Energien frei.

Aus meiner Erfahrung heraus heißt das, dass ich, ob ich will oder nicht, mein Tun und damit meinen Erfolg durch meine Haltung, durch Emotionen beflügle – oder eben nicht beflügle. Sobald beispielsweise Angst hochkommt, und das passiert im Unternehmenskontext weit öfter als man meinen könnte, wird das Ziel und der Weg zum Ziel blockiert bzw. in verzerrter Weise geplant bzw. umgesetzt. In einem meiner Beiträge habe ich konkret über das Problem Angst geschrieben. Angst zeigt sich jedoch nicht nur in Angst, sondern kippt in Führungsetagen gerne auch ins Gegenteil – hin in den Übermut. Und Übermut ist, wie sich vermutlich jeder von Ihnen vorstellen kann, ein riskanter Ratgeber und Entscheider. Das kann absolut niemandem zum Vorwurf gemacht werden. Übermut ist eine Angstbewältigungsstrategie, sehr menschlich und emotional verständlich.

Was aber tatsächlich daran kritisch betrachtet werden sollte, das ist der Aspekt, dass eben die Emotionen und deren Strategiespiele zu wenig Achtung bekommen. BergsteigerInnen müssen Ihre Emotionen und Befindlichkeiten gut, sehr gut kennen, denn Übermut ist in den Bergen lebensgefährlich, und selbst diese erliegen immer wieder dem Erfolgsdruck, der Gier nach Anerkennung. Die Businesswelt ist nicht weniger davon betroffen und der Erfolgszwang und Übermut kann unangenehme Folgen mit sich bringen.

Erfolg ist nicht nützlicher als das Scheitern. Er löst nur andere Empfindungen aus, und wirft uns auf ein menschliches Maß zurück.[1]

Erfolg und Anerkennung ist ein ganz normales menschliches Verlangen. Bei manchen ist dieses Verlangen stärker ausgeprägt, andere begnügen sich vielleicht mit kleineren Erfolgsboni. Manche fühlen sich wirklich dazu berufen, große Ziele zu erreichen, beispielsweise einen 9000er zu besteigen. Ich gehe davon aus, dass Führungskräfte eine große Portion an Erfolgswillen mit sich bringen. Den Erfolg ihrer Unternehmen zu vergrößern versuchen, dafür auch eine etwas schwierigere Besteigung in Kauf nehmen und dabei vermutlich nicht gefühllos bleiben. Also gehe ich auch davon aus, dass Sie als Führungskraft bei einem Erfolgsprojekt auch berührbar und emotional sind.

  • In welcher Weise zeigt sich das in Ihrem Streben nach Erfolg?

  • Versuchen Sie Ihre Gefühle im Team und beim Vorstand hintenanzustellen, und eher rational bestens vorbereitet den Erfolgsweg zu bezwingen?

Meine Beobachtung ist, dass der emotionale Anteil an Erfolgsgeschichten in der Businesswelt eher seltener beachtet wird. Vielleicht ist es an der Zeit, die Emotionen, die uns ohnehin alle täglich anspornen und bewegen, explizit und offen in den Beruf und die beruflichen Aktivitäten miteinzubeziehen?!

Instinkte, körperliche Geschicklichkeit, Kraft verlieren in den Industriegesellschaften seit zwei Jahrhunderten an Bedeutung. Unterbewusst löst dieser Verlust beim Einzelnen Ängste aus.[2]

Es wird so unglaublich viel über die Kompetenzen von Führungskräften geschrieben. Die Aus- und Weiterbildungen sind voll mit Fachkenntnissen und Aufstockungen der Fachkompetenzen. Doch die Fachkompetenz als Kraft erblasst neben der Kraft der Emotionen. Immer wieder habe ich versucht, in meinen Artikeln in kleinen Ansätzen das Themenfeld Emotionen im Unternehmenskontext anzusprechen.

Vielleicht haben Sie bei der Geschichte über die Bezwingung des 9000er kurz wahrnehmen können, dass Sie diese unter Umständen nicht nur rein rational gelesen haben, sondern auch emotional berührt waren. Vielleicht haben Sie fühlen können, dass Euphorie und Freude da ist beim Gedanken, den Gipfel erklimmen zu können. Vielleicht haben Sie auch Enttäuschung, Wut, Angst und Trauer gespürt, als einer der 4 vom Aufstiegsteam sagte, dass er den letzten Teil zum Gipfel nicht mehr mitgehen kann, und damit der Erfolgsweg zu kippen drohte.

Erfolg ist nicht nützlicher als das Scheitern. Er löst nur andere Empfindungen aus, und wirft uns auf ein menschliches Maß zurück.[3]

Mag sein, dass manche von Ihnen jetzt meinen, dass ein Unternehmen keine Kaffeehausrunde ist, in welcher man seine Befindlichkeiten miteinander teilt, und das Emotionale privat ausgetauscht werden sollte. Ja und Nein. Es geht mir jedoch weniger darum, Unternehmen als Kaffeestammtisch zu sehen, sondern überhaupt einmal so offen zu sein, um zu akzeptieren, dass Emotionen jede Handlung mit beeinflussen – auch die von Führungskräften. Das wird zu oft vergessen – natürlich nicht absichtlich. Die Struktur der Unternehmen ist so aufgebaut, als ob alles rein mechanisch und rational abzulaufen scheint. Aber das ist ein Schein, der trügt.

Die Berge, die es zu versetzen gilt, sind in unserem Bewusstsein.[4]

Reinhold Messner, Bergsteiger und Grenzgänger, weiß bestens wovon er dabei spricht. Beim Schreiben von diesem Artikel habe ich mich von Messner begleiten lassen. Sein Weg zeigt meinem Empfinden nach sehr klar und deutlich, wie wichtig und bedeutsam seine Emotionen für seine Erfolge und auch Misserfolge waren. Ohne seine Emotionen wäre er nicht der Mann mit diesen herausragenden Leistungen, der er jetzt ist. Ich denke, dass einige seine Erfolge bewundern und ihre eigenen Erfolge ähnlich als Erfolgsstory erzählen möchten. Doch für Messner ist Erfolg noch weit mehr als die Umsetzung seiner Ziele. Erfolg heißt für ihn:

Nur diejenigen, die in ihrem Leben tun, was sie gerne tun, was sie mit Begeisterung tun, was sie aus vollem Herzen tun, werden Erfolg haben.[5]

Mit dieser Aussage von Messner möchte ich diesen Artikel beenden, und Ihnen abschließend 3 Fragen stellen:

  • Haben Sie das Gefühl, dass Sie als Führungskraft Ihre Arbeit aus Ihrem Herzen heraus, mit Gefühl und Verstand ausrichten?

  • Meinen Sie, dass Sie Ihre MitarbeiterInnen emotional motivieren bzw. Ihre MitarbeiterInnen Sie emotional spüren können?

  • Ist es Ihnen schon passiert, dass Sie unter Umständen durch Missachtung Ihrer Gefühle im Unternehmen riskante Entscheidungen getroffen haben?

Ihr Günther Wagner

 

Literaturquellen:

[1] Messner, Reinhold: Berge versetzen. Das Credo eines Grenzgängers. 6. Auflage. München: BLV Buchverlag GmbH & Co.KG. 2010. S.40 u.50.
[2] Messner, Reinhold: Berge versetzen. Das Credo eines Grenzgängers. 6. Auflage. München: BLV Buchverlag GmbH & Co.KG. 2010. S.28.

[3] Messner, Reinhold: Berge versetzen. Das Credo eines Grenzgängers. 6. Auflage. München: BLV Buchverlag GmbH & Co.KG. 2010. S.40 u.50.
[4] Messner, Reinhold: Berge versetzen. Das Credo eines Grenzgängers. 6. Auflage. München: BLV Buchverlag GmbH & Co.KG. 2010. Buchbeginn.
[5] Messner, Reinhold: Berge versetzen. Das Credo eines Grenzgängers. 6. Auflage. München: BLV Buchverlag GmbH & Co.KG. 2010. S.8.

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