Ihr Unternehmen nach Corona – mögliche Zukunftsszenarien

Ihr Unternehmen nach Corona – mögliche Zukunftsszenarien

Die ganze Welt blickt auf COVID-19 und versucht auf unterschiedliche Weise mit dem Virus zu Rande zu kommen. Regierungen setzen Maßnahmen, um die Ausbreitung des Virus zu drosseln und die jeweiligen Gesundheitssysteme nicht zum Kollabieren zu bringen. Die meisten Maßnahmen sind derart heftig, dass zahlreiche Unternehmen ihre gewohnten Produktions- und Arbeitsweisen in großem Stil umstrukturieren bzw. sogar teilweise stilllegen müssen.

In meinem letzten Artikel sprach ich vom Licht am Ende des Tunnels, davon, dass es ein Danach gibt. Die meisten werden sagen, das ist doch ohnehin klar, es geht immer weiter. Ja, das stimmt, es geht immer weiter.

Es gibt eine Welt nach Corona! Aber wir werden uns wundern, wie es weitergeht, schreibt Matthias Horx, Zukunftsforscher. Es gibt nur scheinbar ein Danach! In Wirklichkeit ist eine Ausrichtung der Aktivitäten im Verständnis von Danach jedoch falsch gedacht, denn es gibt kein Danach, weil es nach Horx kein Zurück zur Normalität mehr geben wird.[1]

Corona wird nach Horx ein historischer Moment werden, ein Moment auf diesem Planeten, in dem die Zukunft ihre Richtung ändern wird. Das nennt man Bifurkation oder Tiefenkrise. In genau so einer Zeit befinden wir uns alle nach Ansicht von Horx. Die Welt wird sich durch die Krise neu zusammenfügen.[2] Die neue Formung können wir vielleicht schon erahnen. Dieses Erahnen sollten wir uns jedoch frühzeitig bewusst machen, bevor uns das Neue schneller als gedacht überrennt und wir nicht entsprechend vorbereitet darauf reagieren können.

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Das Zukunftsinstitut von Horx beschreibt 4 mögliche Szenarien, wie die Coronakrise die Welt umformen könnte. Diese Szenarien skizzieren Möglichkeitsräume, die sich für uns alle im Kontext der Krise auftun. Solche Szenarien sollen helfen, gemeinsam eine neue Zukunft zu gestalten, um nicht nur von den Entwicklungen unvorbereitet überrollt zu werden.[3]

Szenario 1: Die totale Isolation – alle gegen alle

Am Anfang der Coronakrise war der Shutdown, und der Shutdown ist zur Normalität geworden. Horx schreibt dazu trocken: Willkommen in der Super-Safe-Society! Die Gesellschaft definiert sich nur noch strikt abgegrenzt als Nation. Der jeweilige Staat gewinnt außerordentlich an Macht, die De-Urbanisierung erstarkt und die urbanen Hipster werden zur prekären Klasse.

Keimfreiheit und damit auch Misstrauen gegenüber fremden Produkten, deren Herkunft nicht klar nachverfolgbar ist, wird das Leben prägen. Und das öffentliche kulturelle Leben ist fast komplett zum Erliegen gekommen.

Szenario 2: System-Crash mit permanentem Krisenmodus

Das Virus hat die Welt ins Taumeln gebracht, und sie kommt aus diesem nicht mehr richtig heraus. Eine Rückkehr zu gewohnten Routinen ist nicht mehr möglich. Die Welt wackelt sich von nun an nervös in die Zukunft. Gegenseitige Schuldzuweisungen, aggressive Drohgebärden und nervöses Handeln im Eigeninteresse wechseln mit Bestrebungen zu Offenheit und Kooperationen.

Das Bewusstsein ist noch offen genug, um zu akzeptieren, dass man aufeinander angewiesen ist. Das führt jedoch gleichzeitig dazu, in einem dauernden Spannungszustand zwischen lokalen und internationalen Märkten, zwischen strikt abgegrenzten und gemeinsamen, geteilten Lebenswelten hin und her zu pendeln.

Big Data scheint für eine Rückkehr zur Normalität zu einem Muss zu werden, schränkt aber die individuelle Datenfreiheit stark ein bzw. schafft diese sogar ab. Künstliche Intelligenz (KI) wird massiv forciert, um angeblich weitere mögliche zukünftige Krisenszenarien besser steuern zu können. Folglich nimmt auch Cybercrime im staatlichen Auftrag zu – mit dem Ziel, die internationalen Konkurrenten zu schwächen.

Szenario 3: Neo Tribes

Gemeinschaft wird vermehrt im Kleinen gesucht. Der Trend zum Post-Individualismus ist für eine breite Masse attraktiv geworden. Vorräte werden geteilt oder getauscht. Urban Farming und Genossenschaften lösen kapitalistische Konsummuster ab. In regionalen Gemeinschaften erwächst eine Circular Economy mit autonomen Ökosystemen. Die progressive Provinz erreicht ihren Peak.

Ehemalige Tourismus-Hotspots erholen sich vom Overtourism. Reisen ist nicht mehr selbstverständlich, sondern wird wieder etwas äußerst Besonderes, und Veranstaltungen werden via Virtual Reality (VR) miterlebt.

Home-Office wird zu einem essenziellen Bestandteil jeder Unternehmenskultur, und internationale Unternehmen vereinbaren Meetings in Virtual Reality (VR)-Konferenzen und schließen Verträge via Blockchain ab.

Szenario 4: Adaption – die resiliente Gesellschaft

Das Bewusstsein für gesunde Umwelten wird zum Leitgedanken.

Die Weltgesellschaft lernt aus der Krise und entwickelt resiliente, adaptive Systeme. Das Coronavirus hat eine Selbstreinigung der Märkte angestoßen. Man sucht eine sinnvolle Balance zwischen online und offline, zwischen regional und international. Die Gesellschaft bewegt sich weg von Massenkonsum und Wegwerf-Mentalität, hin zu einem gesünderen Wirtschaftssystem.

Leben und Wirtschaften wird ganzheitlicher betrachtet. Umwelt, Stadt, Politik, Wirtschaft, Weltgemeinschaft wirken gemeinsam ineinander verwoben, aufeinander verantwortungsbewusst Einfluss nehmend. Man weiß, dass kein Virus, aber auch keine Umweltverschmutzung, … vor Grenzen Halt macht, und stärkt damit das Verbundenheitsgefühl mit der globalen Gemeinschaft und das gegenseitige Verantwortungsbewusstsein. Es entsteht eine globale Identität, getragen von einem fundamentalen Wertewandel: Solidarität und Wir-Kultur nicht nur mit den Nächsten, sondern auch auf internationaler und globaler Ebene.

Künstliche Intelligenz wird konstruktiv genutzt, und der Umgang mit Big Data wird sensibilisiert. Das Voneinander-Lernen steht im Mittelpunkt und schafft eine globale Resilienz. Dieser neue Spirit prägt auch die Medienlandschaft: Konstruktiver Journalismus stellt Lösungsansätze in den Fokus, statt Alarmismus und Fake News zu verbreiten. 

Ihre unternehmerische Zukunft nach Corona

Nachdem ich diese 4 Szenarien vom Zukunftsinstitut von Horx gelesen habe, musste ich erst einmal eine Pause machen und durchatmen. Ich weiß nicht wie es Ihnen jetzt im Moment geht, aber die ersten 3 Szenarien von Horx haben mich unangenehm berührt. Auch wenn die oben angeführten ersten 3 Szenarien vorerst nur überspitzte Möglichkeiten einer Zukunft sein mögen, diese 3 Szenarien von Horx, totale Isolation, Systemcrash mit permanentem Krisenmodus und Neo-Tribes, stimmen mich nicht unbedingt motiviert, um gut gelaunt, kreativ und offen in die Zukunft zu blicken.

Manche von Ihnen werden berechtigterweise sagen, es wird nie so schlimm kommen wie es in den Szenarien ausgemalt wird. Das mag zwar stimmen, doch ganz von der Hand weisen können wir die Szenarien auch nicht – schleichend realisiert sich in Ansätzen das eine oder andere Szenario bereits. Wir sehen es nicht gleich so konkret. Wir merken nicht sofort, wie wir uns verändern bzw. wie Maßnahmen schleichend unser Denken und Handeln verändern, und wie wir bereitwillig Einschränkungen zulassen.

Irgendwann könnten wir dastehen und müssen zugeben, ohweh, wir haben die Situation, die gesetzten Maßnahmen und die damit verbundene Zukunft nicht gründlich genau geprüft, nicht zeitgerecht hinterfragt bzw. anders zu lösen gesucht. Wir haben uns ohne großen Widerstand in ein Szenario eingefügt, dass möglicherweise ohne Krise niemals unsere Zustimmung erhalten hätte. Ob wir wollen oder nicht, wir müssen uns jetzt mit der Zukunft auseinandersetzen, bevor uns die Zukunft in einer Weise einholt, die wir alles andere als angenehm und lebenswert finden.

In meinem Artikel, Licht am Ende des Tunnels, habe ich Sie am Schluss gebeten, einen Stift in die Hand zu nehmen und Ihre Zukunft, Ihre Vision von einer Zukunft, aufzuschreiben. Das möchte ich heute, jetzt im Anschluss an die Zukunftsaussichten von Horx wiederholen – jedoch ergänzt bzw. tiefgreifender erweitert, einerseits mit dem Blick aus der Re-Gnose und andererseits mit einem spielerischen Zugang, mit einem Spiel von Eigenland®.

Starten wir zuerst mit der Re-Gnose [4], und gehen dann in das Spiel über. Bei genauer Betrachtung wird man vielleicht sogar merken, dass das Spiel selbst eine Re-Gnose und gleichzeitig eine Ist-Analyse sein kann, dahingehend, ob die Bedingungen für eine Re-Gnose und damit für eine erfolgsversprechende Zukunft im Unternehmen bereits gegeben sind.

Re-Gnose: Unsere Welt im Frühling 2021

Stellen wir uns eine Situation im Frühling 2021 vor – sagen wir Anfang Mai 2021.

 

  • Wir sitzen in einem Straßencafe in einer Großstadt.

  • Es ist angenehm warm, die Sonne scheint, und auf der Straße bewegen sich wieder die Menschen, die meisten von ihnen ohne Masken.

  • Fühlen Sie sich wie früher vor der Krise, so wie Sie jetzt im Mai 2021 im Cafe sitzen? Schmeckt der Wein, der Kaffee, die Anti-Pasti wie früher vor der Zeit von Corona?

  • Worüber reden wir im Cafe – vielleicht über die Corona-Krise im Jahr 2020? Was können wir rückblickend in Bezug auf die Krise sagen? Was können wir rückblickend aus der Krise gelernt haben?

Re-Gnose: Unsere Welt im Frühling 2021

Vielleicht fragen sich jetzt manche von Ihnen, warum ich Ihnen anraten will, die Zukunft Ihres Unternehmens über die Re-Gnose oder über ein Spiel zu betrachten, und weniger über die ausgereifte Art Prognosen zu erstellen und von Prognosen ausgehend entsprechende Maßnahmen abzuleiten? All jene, die mich bereits kennen, wissen, dass ich das nicht einfach so versuche Ihnen zu vermitteln.

Es hat einen äußerst driftigen Grund, nämlich: Mit der Re-Gnose und dem Spiel lassen sich andere Möglichkeitsräume eröffnen als mit Prognosen – und genau das ist jetzt aktuell in dieser Krise der springende und vor allem relevante Punkt. Es muss einem in einer wirklich kritischen Situation, und in dieser befinden wir uns jetzt, eingehend bewusst werden, dass mit dem ausschließlichen prognostischen Blick ohne andere Hilfsmittel die Zukunft anders wahrgenommen wird. Prognosen mögen zwar ein aussagekräftiges Bild von der Zukunft geben, aber gleichzeitig genau deshalb eine zu enge Fixierung, eine zu enge Vorstellung über die Zukunft erzeugen. Genau davor warnt auch Horx, und setzt deshalb auf die Re-Gnose statt auf die Prognose.

Prognosen sind leider nicht nur gute Berechnungen, wie die Zukunft aussehen könnte, sondern sind gleichzeitig eine Brutstätte für Stress, Ängste, Zweifel, … und führen dadurch unbewusst schnell zu reaktiven, eingeengten Entscheidungen. Das schlimme daran ist, dass wir das meist nicht merken, sondern scheinbar neutral auf die Prognosen blicken und scheinbar weitreichend mit Hilfe der Prognosen die Zukunft zu managen glauben.

Das heißt aber nicht, dass ohne Prognosen die Zukunft immer nur super und erfolgsversprechend gemanagt werden kann. Es heißt viel mehr, dass man beispielsweise durch die Re-Gnose statt der Prognose mehr Handlungsspielräume andenkt, Ängste besser kontrollieren kann und damit flexibler, wendiger, resilienter sich auf die Zukunft vorbereiten kann.

Indem wir zurück aus der Zukunft heraus auf das Heute blicken, sprich eine Re-Gnose machen, stärken wir unsere Resilienz. Prognosen mögen sich vielleicht bewahrheitet haben, aber man hat die Krise überwunden und man kann vielmehr aus dem Erfolg heraus die Vergangenheit betrachten – mit dem Gefühl, wir haben es geschafft. Aus einer solchen Haltung heraus können die umfassenden Probleme in der Wirkung anders analysiert betrachtet, und folglich andere Lösungen generiert werden.

Über die Re-Gnose betrachten wir die Vergangenheit aus einem Coping-, einem Bewältigungsgefühl. Neurobiologisch wird dabei das Angst-Adrenalin durch Dopamin ersetzt, eine Art körpereigener Zukunfts-Droge.[5] Über den Blick aus der Zukunft zurück löst man im Kopf, im Denken keine Angst-Not-Reaktion aus, die auf jeden Fall niemals Probleme offen und kreativ zu lösen im Stande ist, sondern kann aus einem Gefühl, wir haben es geschafft, die Vergangenheit betrachten und damit Lösungen sehen, die aus der Prognose meist nicht denkbar wären.

Die Ängste werden bei der Re-Gnose nicht weg geschoben bzw. ignoriert, sondern man hat die Ängste bereits überwunden. Das ist ein großer Unterschied zu der Prognose, wo man vor der Zukunft noch Angst schüren könnte. In der Re-Gnose kann man rückwirkend Ängste offen legen und zugeben. In der Prognose hingehen müssen die Ängste ignoriert werden, um noch handlungsfähig zu bleiben bzw. sich von den Ängsten nicht überwältigt zu fühlen. Dahingehend kann u.a. auch die idiolektische Gesprächsführung ungemein helfen, wo man vermeintliche Probleme, man spricht in der Idiolektik sogar von Kriegsschauplätzen, bewusst NICHT anspricht.

Idiolektische Betrachtung

Bei dieser Frage-Technik ist mir erst so richtig bewusst geworden, dass wir im Alltag unglaublich oft in Problem- und damit in Kriegsszenarien denken, sprechen, entscheiden. Viel zu selten werden Handlungen und Themen von einem neutralen Boden aus besprochen und entsprechend analysiert.

Das passiert weitreichend unbewusst, kaum jemand merkt das. Dieser Umgang mit Sprache bzw. mit dem Denken, mag in stabilen Zeiten keine dramatischen Folgen mit sich ziehen, weil die Problemszenarien relativ harmlos sind, aber in Krisen kann ein falsch gewählter Kommunikationsort, die Fixierung auf ein Kriegsszenario, falsches Fragen generieren, das Denken und Entscheiden einengen, und schlussendlich ein System sogar zum Kippen bringen.

Neben der Re-Gnose und der ergänzenden Technik, der Idiolektik, ist auch das Spiel von Eigenland® eine förderliche Möglichkeit, Krisen, die gewaltigen Herausforderungen der Coronakrise im Team eingehend zu analysieren, ehrlich auf den Punkt zu bringen, dadurch umfassender zu begreifen und besser gelöst zu bekommen. Mit dem Spiel lassen sich im Team Engpässe aufdecken, die heiklen Themen schnell, strukturiert analysieren, und in Folge offener und lösungsorientierter besprechbar machen. 

Eigenland®: Corona – what´s next?!

Eigenland®: Corona – what´s next?!

Eigenland hat in Bezug auf die aktuelle Krise ganz konkrete Thesen ausgearbeitet, die im Spiel, in der Schatzsuche zur Anwendung kommen. Das Spiel gibt es sehr bald auch als Online Version, damit Teams während der strikten Maßnahmen in der Corona-Krise auch digital gemeinsam die Zukunft bereits jetzt aus der Krise heraus denken und gestalten können.

  • Die Ergebnisse und einzelnen Schritte werden sowohl in der digitalen als auch in der analogen Form anonym gespielt – ein wesentlicher Punkt. Damit fördert man gleich zu Beginn positiv die Neugier, die Grundstimmung, umgeht Hierarchie-Macht-Kämpfe, fördert den Mut, ehrlich die Meinung sagen zu können, insbesondere von introvertierten MitarbeiterInnen, macht dahingehend verdecktes Wissen, verdeckte Blockaden und Hemmnisse, aber eben auch verdeckte Potentiale sichtbar.

  • Die Ergebnisse werden sofort digital erfasst, und zum Ende vom Spiel als Ausdruck jedem und jeder MitspielerIn in die Hand gedrückt bzw. in der Online-Version digital sofort übermittelt.

  • Das Ergebnis, das so gut wie immer die SpielerInnen überrascht, zeigt konkret, wie das Unternehmen in Bezug das jeweilige gespielte Thema gerade positioniert ist – jetzt aktuell in der Coronakrise, wie resilient das Unternehmen mit Corona umgeht und die Zukunft nach Corona genau analysiert und sich entsprechend rüstet.

  • Auf der Analyse aufbauend kann man die aktuellen Engpässe klar erkennen, notwendige Maßnahmen zu setzen suchen, die ziemlich sicher anders aussehen werden als ohne das Spiel. In der Suche nach Maßnahmen könnte man, wenn man als Unternehmen merkt, es hängt dahingehend erneut, mit einem weiteren Spiel nächste Schritte setzen. Dieses Spiel kann nahezu auf jedes Thema hin entsprechend adaptiert werden.

Mehr möchte ich Ihnen zu dem Spiel jetzt nicht sagen, sondern Ihnen ans Herz legen, die Zukunft, Ihr Unternehmen nach Corona, aus unterschiedlichen Perspektiven heraus zu betrachten und nicht nur einzig allein auf Prognosen gestützt Ihre Zukunft hin zu planen. Im Moment brauche wir nicht nur faktisches Wissen, sondern auch mentale und visionäre Kraft, um eine lebenswerte Zukunft zu entwickeln.

Resümee

Was wir jetzt alle brauchen ist das Bild einer gesunden Zukunft.

Unsere Zukunft geschieht durch unser Denken. Wenn das Denken blockiert und eingeengt ist, dann wird das entsprechend die Zukunft beeinflussen – eine eigentlich selbstverständliche Sache, die wir jedoch selten bewusst entsprechend zu nutzen suchen.

Vielmehr lieben wir es, uns auf thematischen Kriegsschauplätzen verbal auszutauschen, und von diesen Themen-Kriegsschauplätzen aus Entscheidungen zu treffen, die die Zukunft angeblich gut zu gestalten fähig ist. Falls der eine oder die andere es schafft, außerhalb von Themen-Kriegsschauplätzen eine tragfähige Zukunft zu kreieren, dann wird es vermutlich passieren, dass diese anderen Zukunftsszenarien mit Zweifel, mit Ja, ABER … zurück zu den Themen-Kriegsschauplätzen gezogen werden – möglicherweise passiert das auch schon mit dem Szenario 4 von Horx, der Adaption, dem globalen Bewusstseinssprung nach der Coronakrise?!

An der Stelle möchte ich ergänzen, dass ich die direkte Ansprache von negativen Themen nicht ablehne bzw. als schlecht betrachte. Ich will vielmehr jetzt die Situation nutzen und dazu anregen, bewusst den Unterschied zwischen Themenfixierung im klassischen Sinn und Themenwahl im idiolektischen Verständnis wahrzunehmen, den Unterschied zwischen eine Re-Gnose und einer Prognose zu erkennen und die spielerische Kraft als Analysewerkzeug nicht zu unterschätzen. Mit den Perspektivenergänzungen können heikle Themen offen, ehrlich und gleichzeitig couragiert, motiviert in anderer Weise analysiert und entsprechend weiterbearbeitet werden.

Gerade in Krisen braucht das Denken und Handeln Phasen der Entspannung, Freiräume und thematische Kriegspausen, um einen anderen Blick auf das Geschehen machen zu können. Aus dieser anderen Position heraus können in Folge vielleicht bessere Lösungen gefunden werden, als wenn man ständig nur auf dem eingeengten Problemfeld der Krise Herr zu werden sucht – insgeheim vielleicht sogar nur noch damit beschäftigt ist, die unbewussten Ängste irgendwie wegzudrücken sucht.

Versuchen wir es jetzt einfach einmal anders. Wir können aktuell in der Krise in der wir alle stecken mit einem ergänzenden Blick, mit anderen Perspektiven und Betrachtungsweisen nichts verlieren, sondern zusätzliche tragfähige Hilfsbrücken bauen, neue Einsichten erlangen, die uns im Umgang mit der Krise resilienter, widerstandsfähiger, kreativer werden lassen.

Also versuchen wir es. Setzen wir uns GEMEINSAM gedanklich in die Straßencafes im Mai 2021, und spielen das Spiel von Corona – what´s next!

Ihr Günther Wagner

 

PS: Um meine zukünftigen Beiträge, insbesondere News im Umgang mit der Corona-Krise mitbekommen zu können, folgen Sie mir auf LinkedIn, Xing und Twitter. Darüber hinaus finden Sie in der Gruppe „Leadership Café …“ neben meinen Beiträgen ebenso Beiträge anderer HR Influencer. In der Gruppe „Viable System Model …“ finden Sie Diskussionen über den Entwurf neuer nachhaltiger Geschäftsmodelle.

 

Informationsquellen:

[1] https://www.horx.com/48-die-welt-nach-corona. Am 2020-04-07 gelesen.
[2] https://www.horx.com/48-die-welt-nach-corona. Am 2020-04-07 gelesen.
[3] https://www.zukunftsinstitut.de/fileadmin/user_upload/Whitepaper-Der-Corona-Effekt-Zukunftsinstitut.pdf. Am 2020-04-08 gelesen.
[4] https://www.horx.com/48-die-welt-nach-corona. Am 2020-04-07 gelesen.
[5] https://www.horx.com/48-die-welt-nach-corona. Am 2020-04-07 gelesen.

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Licht am Ende des Tunnels – doch was heißt das konkret?!

Licht am Ende des Tunnels - doch was heißt das konkret jetzt in der Corona-Krise?!

Vor vielen Tagen, ja inzwischen Wochen, sind wir in einen Tunnel gefahren. Ich muss den Tunnel nicht beim Namen nennen – jede und jeder kennt diesen.

Der Tunnel kam in den Westlichen Ländern recht langsam, als kaum wirklich vorhandene Herausforderung auf uns zu – für viele sogar so, dass sie selbst meinten, sie müssten diesen Tunnel nicht durchfahren. Durch TV und Internet konnten wir einen Blick in den Tunnel werfen, blieben selbst davon aber noch verschont – wir saßen noch in Caféhäusern und feierten ausgelassen, fern jeder Vorstellung, dass wir, die EU, demnächst auch mit Höchstgeschwindigkeit in diesen Tunnel einbiegen würden.

Diese Tunnelfahrt ist für die meisten, genau genommen für alle, komplettes Neuland. Kein Land, keine Gesellschaft zuvor hat bisher eine solche Art von Tunnel durchfahren. Kein Land und keine Gesellschaft ist bisher auf der anderen Seite vom Tunnel, dem Corona-Krisen-Tunnel, rausgekommen – auch nicht die, welche jetzt zumindest verbal das „Licht am Ende des Tunnels“ ankündigen.

Dieser Tunnel ist nicht vergleichbar mit einem der vielen Tunnel auf der Berliner Stadtautobahn oder dem Münchner Ring. Diese Tunnelfahrt ist vielmehr zu vergleichen mit der Erstbefahrung des Gotthardtunnels in der Schweiz oder dem Laerdaltunnel in Norwegen.

Ein Kraftfahrer in Berlin oder Brandenburg hat in Bezug auf eine Tunnelfahrt darüber hinaus auch noch ein anderes Bild im Kopf, wenn er „Licht am Ende des Tunnels“ hört, als ein Bewohner der Alpen, welcher regelmäßig durch längere Tunnel fährt. So denkt der eine möglicherweise daran: bald kann ich Gas geben, die PS unter der Haube spüren, schon einmal runterschalten und die Drehzahl erhöhen. Der andere weiß, wenn ich den Tunnel verlasse, werde ich von der Sonne geblendet sein. So klappt dieser, knapp vor der Tunnelausfahrt, zum Schutz vor dem Licht die Sonnenblende herab, bleibt sicherheitshalber in seiner Spur und beschleunigt auch nicht. Erst wenn er sich an die Bedingungen außerhalb des Tunnels wieder gewöhnt, sich erneut angepasst hat, wird er beschleunigen.

Die entscheidende Frage bei dieser Tunnelfahrt, in dem Corona-Krisen-Tunnel, ist:

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Was lerne ich während der Fahrt durch einen unbekannten Tunnel mit einer Ausfahrt in eine Welt, die vielleicht nicht mehr so ist, wie sie zuvor war?

Aktuell verbringen weltweit rd. 4 Milliarden Menschen 24 Stunden wie im Käfig – in ihren Wohnungen und Häusern.

  • Viele Arbeitsplätze, Restaurants, Theater, Geschäfte, … sind geschlossen.

  • Den Golfplatz dürfen wir nicht betreten, und allein mit dem Porsche über den Ku’damm fahren, macht auch nicht wirklich Spaß …

  • Wir können uns nicht mehr gegenseitig in Büros, auf Straßen, Lokalen, … beobachten, uns nicht mehr in öffentlichen Räumen zeigen, präsentieren, spontan kommunizieren, zulächeln, ….

  • Wir können uns gegenseitig nicht mehr so frei austauschen, verlieren damit gegenseitig Zusprache, Anerkennung und ein damit verbundenes motivierendes Lebensgefühl …

  • Viele Eltern mit schulpflichtigen Kindern müssen von zu Hause arbeiten und gleichzeitig ihre Kinder unterrichten, zwischen 2 Welten hin und her pendeln, weder das eine noch das andere mit der dafür nötigen Achtsamkeit und Wohlgefühl erledigen, was äußerst unbefriedigend ist, …

  • Unsere Identitäten erleiden eine Kernschmelze!

Während der Fahrzeit durch diesen Tunnel, dem Corona-Krisen-Tunnel, bei gedrosselter Geschwindigkeit und ohne äußere Ablenkungen, haben wir jedoch die Möglichkeit, unser Leben quasi in Zeitlupe zu erleben und zu überprüfen – u.a. was die Arbeitsgeschwindigkeiten, Ziele, Erfolge und Gewinne, was die persönlichen Belange und Motivationen, was die Privatsphäre, Ruhe- und Nachdenkphasen betrifft. In dem Corona-Krisen-Tunnel haben wir die Möglichkeit, darüber nachzudenken, wer wir sind und was uns im Leben wirklich Halt geben könnte – als Staat, als Unternehmen, als Gesellschaft und als Individuum.

Unsere Gewohnheiten, unseren Lebensstil zu hinterfragen, und dann auch noch zu verändern, ist jedoch nicht so leicht. Die Macht der Gewohnheit – u.U. Gewohnheits-Sucht – ist äußerst stark. Die, wenn wir diese nicht befriedigen können, uns anfangs in einen Entzug führt, der außerordentlich schmerzt – und genau das erleben vermutlich jetzt unbeschreiblich viele Staaten, Unternehmen, Menschen.

  • Dem wollen wir entrinnen, versuchen selbst in Krisen noch das Gewohnte zu rechtfertigen, irgendwie aufrechtzuerhalten für die Zeit danach, um den Entzug nicht spüren zu müssen, und bei der Ausfahrt vom Tunnel sofort wieder voll Gas geben zu können.

  • Die Sucht, die Gewohnheit ist so stark, dass wir selbst die negativen Seiten der Gewohnheit als positiv deklarieren, u.a. Autolärm, verschmutze Luft, enge Lokale, arbeitstechnische Ausbeutung, von Termin zu Termin hecheln, uvm …

  • Es braucht eine mächtige Kraft, um der Macht der Gewohnheit zu entrinnen, um aus einer damit verbundenen Trance, die eigentlich fast jede Gewohnheit ist, herauszutreten.

  • Mit dieser aktuellen Krise haben wir erstmals global verbunden die Möglichkeit zu überprüfen, zu reflektieren, dass das Leben, das wir global vor der Krise lebten, vielleicht nicht ganz optimal war, besser gelebt werden, etwas langsamer, etwas achtsamer, etwas solidarischer, Ressourcen schonender, … aufgesetzt werden könnte.

Die Tunnelfahrt rüttelt uns ziemlich durch, aber wir können das Rütteln nutzen und unser Leben, unser Wirken jetzt überprüfen und gegebenenfalls beginnen neu auszurichten, neu zu planen. Dafür braucht es jedoch weniger neue Limits bzw. neue Regeln, sondern vielmehr ein reflektives Bewusstsein. Dahingehend können wir beginnen, uns beispielsweise bei dem Thema Lebenstempo die Frage zu stellen, ob unser Lebens- und Arbeitstempo, dem wir uns fast alle ungefragt unterordnen, neu angepasst werden könnte?

War unser Lebenstempo früher von der Natur, dem Wechsel der Tages- und Jahreszeiten bestimmt, so wird seit der industriellen Revolution unser Tempo von der Geschwindigkeit des Handels und der Wirtschaft bestimmt. Und die Geschwindigkeit der Wirtschaft wird von der Geschwindigkeit der Kommunikation bestimmt.

  • Mit der Entwicklung des Telegraphen vor knapp 200 Jahren konnten Informationen mit etwa 3 Bit pro Sekunde weitergleitet werden. Mit dem Aufkommen des Internets stieg diese Geschwindigkeit Mitte der 1980er Jahre auf etwa 1.000 Bit pro Sekunde. Heute beträgt die Rate 1.000.000.000 Bit pro Sekunde.

  • Die daraus resultierende Produktivitätssteigerung in Verbindung mit dem Paradigma Zeit-gleich-Geld hat zu unserem akuten Bewusstsein für die kommerzielle und zielgerichtete Nutzung der Zeit geführt. Als Ergebnis haben wir einen rasenden Lebensstil entwickelt, in dem keine Zeit verschwendet werden darf.

  • Wir werden am Bahnsteig nervös, wenn der Zug Verspätung hat. Unser Stresspegel steigt, wenn wir 10 Minuten in einer Warteschlage beim Bäcker stehen und werden ungeduldig, wenn der Rechner ein Update installiert.

  • Wir sind ständig an das Stromnetz angeschlossen und nehmen unser Smartphone und Laptop auch in den Urlaub mit. Wir checken unsere Emails im Restaurant oder beim Spaziergang und telefonieren auf der Toilette. Wir sind Sklaven unserer dringenden Termine und To-Do-Listen geworden und sind ständig auf der Suche nach ununterbrochener Stimulation durch die Außenwelt.

Ist dieses Lebens- und Arbeitstempo wirklich auf Dauer haltbar, effektiv und effizient sinnvoll – das können wir uns jetzt während der Fahrt im Tunnel fragen.

Aber das ist bloß ein Aspekt, neben vielen anderen Themen wie Datenschutz, Einsatz künstlicher Intelligenz, Generationsprobleme, Migration wie auch Umweltschutz. All diese Themen wurden schon vor der Krise heiß diskutiert, aber meist dahingehend abgetan, dass es heißer gekocht als gegessen wird – möglicherweise ein Trugschluss. In Bezug auf die Umwelt zeigt sich in dieser Krise, dass gerade durch einen unachtsamen Umgang mit der Umwelt eine umfassende Krise herbeigeführt werden kann – wie Covid-19. Durch die äußerst schlechten Bedingungen der Tierhaltung, der Zurückdrängung des Lebensraumes durch den Bau gigantischer Städte, … wird der Nährboden für Viren und Bakterien in kaum vorstellbarer Weise forciert.

Resümee

Jetzt im Tunnel haben wir die Chance, zumindest für ein paar Monate, unser Tun, staatlich, unternehmerisch, gesellschaftlich, individuell reflektiver zu betrachten. In der Vergangenheit haben wir uns keine Zeit dafür genommen, jetzt im Tunnel, in der Isolation, in dem äußerst eingeschränkten Leben werden wir auf uns und unser Tun zurückgeworfen. Das ist für die meisten äußerst unangenehm, es fordert in einer neuen Weise heraus. Wir können uns nicht mehr täglich mit vielen netten Zerstreuungen ablenken, und die vielen ohnehin schon lang brodelten Probleme wie Ressourcenengpässe, Umweltschutz, Datenschutz, Überalterung, … schönreden. Wir müssen uns mit uns selbst und unserem Umfeld, dem Leben im Gesamten neu auseinandersetzen.

Wir können uns jetzt entscheiden, wie wir aus dem Tunnel fahren wollen – dabei sollte uns bewusst sein, dass am Ende des Tunnels die Welt nicht mehr so sein wird, wie wir sie zuvor verlassen haben. Wir sollen uns jetzt an dem Punkt ernsthaft die Frage stellen:

  • Werden wir jetzt, bei den ersten Ankündigungen des „Lichts“, hochtourig, mit überhöhter Geschwindigkeit die Zeit krampfhaft wieder einzufahren versuchen, die wir scheinbar verloren haben,

  • oder brechen wir aus dem gewohnten Denken und Wirken aus und trainieren uns in neuen Zielvorgaben und Arbeitsmustern – sowohl als Staaten, als Unternehmen wie auch privat, um aus dieser Krise gestärkt und für weitere Krisen besser vorbereitet agieren zu können?!

Uns sollte porentief bewusst sein, dass es ein Zurück zur Normalität nach Covid-19 nicht geben wird!

Wir werden Jahre brauchen, die durch Corona zerrüttete Welt wiederaufzubauen. Ein reflektiverer Lebensstil kann uns gerade jetzt außerordentlich helfen, erfolgsversprechende Visionen und Zukunftsbilder zu entwerfen – für eine Welt, in der wir nicht von Resilienz reden, sondern Resilienz erzeugen, in der nicht Gewinnmaximierung, sondern das Überleben der Organisationen und der Menschen das Ziel ist.

Covid-19 hat uns nicht nur gezeigt, wie fragil unsere Welt ist. Covid-19 lässt uns dies, jede und jeden von uns, leibhaftig erleben. Wir haben jetzt die einmalige Chance, unser Bewusstsein, unsere Achtsamkeit, unser Verständnis von der Verbundenheit von allem neu auszurichten. Ross Ashby, Stafford Beer, Viktor Frankl und Heinz von Foerster hatten bereits die Richtung aufgezeigt. Lasst uns ihre Impulse aufgreifen und weiterentwickeln.

  • Wir brauchen heute Mut und Lust auf eine neue Zukunft, dann klärt sich auch wieder unser Blick, der gegenwärtig durch die Krise stark getrübt ist.

  • Lasst uns gedanklich in die Zukunft springen, zwei Jahre voraus: Wir bauen die Zukunft wieder auf, das ist gewiss – aber wie? Nimm Papier und Bleistift und beschreibe das Bild Deiner Zukunft. Bewerte Deine Gedanken nicht, schreibe einfach drauflos. Höre auf Deine Intuition, auf Deinen Bauch. Beschreibe Dein Zukunftsbild so konkret wie möglich, wie sieht es aus, wie hört und fühlt es sich an. Beginne mit dem Bild Deiner Zukunft – Jetzt!

Ihr Günther Wagner

 

PS: Um meine zukünftigen Beiträge, insbesondere News im Umgang mit der Corona-Krise mitbekommen zu können, folgen Sie mir auf LinkedIn, Xing und Twitter. Darüber hinaus finden Sie in der Gruppe „Leadership Café …“ neben meinen Beiträgen ebenso Beiträge anderer HR Influencer. In der Gruppe „Viable System Model …“ finden Sie Diskussionen über den Entwurf neuer nachhaltiger Geschäftsmodelle.

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Unternehmen brauchen Krisenpläne

Unternehmen brauchen Krisenpläne!

  • Was als Epidemie in China begann, steuert gegenwärtig auf eine globale Wirtschaftskrise zu.

  • Welche weiteren damit verbundenen, wie auch nicht direkt verbundenen Zusatzherausforderungen noch eintreten können (z.B. normale Unfälle, politische und militärische Entscheidungen, kriminelle Akte, Naturkatastrophen, ….) lässt sich ebenfalls nicht prognostizieren.

 

Nur eines ist aktuell gewiss

  • Es braucht Krisenpläne!

  • Die Unternehmen und Politik müssen handlungsfähig bleiben!

Viele große Unternehmen haben hoffentlich gut etablierte Krisenpläne.

Mittlere oder kleine Unternehmen haben möglicherweise jedoch keine – ein absoluter Notstand!

Bevor wir konkret zur Sache kommen, möchte ich noch kurz vorwegnehmen, dass wir, Nico Czinczoll, Andre Stuer und ich, Günther Wagner, Online Meetups für Personalleiter und andere Verantwortliche einrichten werden. Bei Interesse bitte einfach eine Nachricht schicken.

 

Es muss ohne Umschweife sofort gehandelt werden

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Ein funktionsübergreifendes COVID-19 Reaktionsteam inklusive Geschäftsführung einrichten

  • Absolut ehrliche umfassende Risikoanalyse für das jeweilige Unternehmen in Zusammenhang mit der Gesamtsituation der umliegenden Regien, der EU, der ganzen Welt vornehmen

  • Festlegen und Sicherstellen des Geschäftsablaufs in Krisenzeiten – u.a. verschiedene Szenarien planen: In der Krise könnten beispielsweise 30% und mehr der Belegschaft nicht verfügbar sein. Das ist mit besonderen Herausforderungen verbunden, u.a. auch damit, wer kann oder darf welche Tätigkeiten ausführen bzw. übernehmen, …

  • Liquidität sicherstellen

  • Notstromversorgung im Betrieb gewährleisten

  • MitarbeiterInnen schützen und Infektionsrisiken reduzieren, indem vom Homeoffice aus gearbeitet wird, Reisen/ Außendiensttermine abgesagt, Kantinen geschlossen werden, …

  • Krisen-/ Notfalltagebuch führen und offen teilen, um gemeinsam Handlungsvariationen, Lösungen zu finden

  • Presse- und Medienkoordination gewährleisten, Informationen verantwortungsbewusst weitergeben

 

Krisenkommunikation

Gerade in Krisen ist Kommunikation ein besonders relevanter Punkt, der äußerst bedacht und sensibel zum Einsatz kommen muss, aber aufgrund der operativen Hektik an Achtsamkeit verliert – ein äußerst heikler Punkt, dem man unbedingt trotz Stress nicht aus den Augen verlieren darf.

Das heißt, gerade in Krisenzeiten die Kommunikation gut durchdacht aufbereiten – sowohl intern als auch extern:

  • Professionell vorbereiten: Auslöser, Zeitpläne und Botschaften für Kommunikationen koordiniert mit Krisenreaktionsteam festlegen. Ziele, Prioritäten, Publikum, Kanäle klar haben.

  • Botschaften senden, die informieren, Sicherheit stiften und konkretes Handeln unterstützen – Checkliste: menschlich, klar, einfach, praktisch, wertekonform, fundiert.

 

Re-Gnose durchführen

  • Was kommt nach der Corona-Krise?

Das ist eine relevante Frage, die wir jedoch in der Hitze des Gefechts, mitten in der weitreichend um sich greifenden Corona-Krise, vermutlich nicht stellen.

Dabei ist gerade der Blick in die Zukunft bzw. der Blick rückwärts aus der Zukunft zurück auf das, was jetzt gerade passiert, eine wirksame Methode, um weitreichend reflektiert und darüber hinaus positiv motiviert ein entsprechendes Krisenmanagement aufzusetzen.

Dieser Blick zurück hilft die Krise besser zu verstehen, ein sinnvolles, positiv ambitioniertes Maßnahmenpaket aufzubauen, vielleicht sogar eine bessere, tragfähigere Unternehmensvision zu entwickeln. Denn genau das ist der Blick zurück aus der Zukunft – Visionsarbeit auf hohem Niveau – und das wird meist zur Bewältigung von Krisen nicht ausreichend als Hilfsmaßnahme hinzugezogen.

 

Im WeQ-Modus handeln

In Zeiten der Krise müssen wir einander unterstützen, um die Krise in geballter Kraft zu meistern. Ein Alleingang ist in Krisenzeiten weder sinnvoll noch erfolgsversprechend.

Es beginnt bei einer transparenten Kommunikation, einer geistigen gegenseitigen Unterstützung:

  • Teilen von Handlungsanleitungen, die Unternehmen aktuell nutzen bzw. was Unternehmen aktuell als sinnvoll und umsetzbar erleben.

  • Krisenpläne offenlegen, damit andere das Rad nicht neu erfinden müssen. Mag sein, dass vorwiegend nur große Unternehmen solche Pläne haben, diese geheim halten möchten. Es macht jedoch keinen Sinn allein das Überleben sicherzustellen. Unternehmen, selbst die Großen, brauchen in vernetzten Zeiten andere Unternehmen, um weiterhin erfolgsversprechend arbeiten zu können.

  • ExpertInnenwissen umfassend teilen bzw. ExpertInnen anderen als Infoquelle weitergeben – das mag u.a. auch heißen, ExpertInnen nicht nur exklusiv für das eigenen Unternehmen arbeiten lassen und Wissen zurückhalten …

  • Unterstützung anbieten, wenn man aktuell in bestimmten Bereichen Ressourcen frei hat.

 

Dahingehend möchte ich Ihnen einige Quellen mit möglicherweise für Sie relevanten Informationen in Bezug auf die aktuelle Krise weiterleiten:

 

Begleitende Maßnahmen

Gefühle zulassen, aber in geordneten Bahnen abfließen lassen – klingt leichter als es ist, insbesondere in Krisenzeiten!!!

Wenn Sie merken, dass Angst, Frust, Ärger, Zweifel, Überforderung, Unruhe, … Sie belastet, dann suchen Sie das Gespräch! 

Es gehört zu einem erfolgsversprechenden Krisenmanagement dazu, es ist sogar notwendig Gefühle anzusprechen, um resilient bleiben zu können, um anstehende Entscheidungen klar und bewusst fällen zu können, und nicht aus einem Gefühlschaos, aus einem geistigen Nebel heraus Kurzschlussaktionen zu setzen!!! 

Wenn Sie reden wollen, scheuen Sie sich nicht, kontaktieren Sie mich.

Ihr Günther Wagner

 

PS: Um meine zukünftigen Beiträge, insbesondere News im Umgang mit der Corona-Krise mitbekommen zu können, folgen Sie mir auf LinkedIn, Xing und Twitter. Darüber hinaus finden Sie in der Gruppe „Leadership Café …“ neben meinen Beiträgen ebenso Beiträge anderer HR Influencer.

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