Was wollen Sie riskieren?

Meiner Meinung nach ist Risikomanagement ein Muss in der heutigen Zeit. Alles verändert sich unfassbar rasant, und die Grenzen verschieben sich, ob wir wollen oder nicht.

Was wollen Sie riskieren?

Aus- und Aufbrechen 

Wir brauchen den Ausbruch aus den alten Strukturen, um den Umstieg in ein neues Zeitalter halbwegs unfallfrei zu überstehen. In der Geschichte hat sich vielfach gezeigt, besonders deutlich am Anfang des 20.Jhdt. im Aufkommen der industriellen Revolution, dass rasante Umbrüche – ohne kluge und weitsichtige Leader – ganze Gesellschaften national und global in ein Chaos stürzten. Deshalb propagiere ich immer wieder aufs Neue, wie z.B. auch in meinem Zyklus „Wirksam Führen wie ein Samurai“, dass wir heute Risikomanagement in Perfektion benötigen, um …

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  • die eigene Begrenztheit kennenzulernen, und die Gesetze der Natur zu respektieren.

  • die eigene Angepasstheit, und die dadurch erdrückte Courage und Kreativität wieder freizusetzen. 

Wir brauchen professionell handelnde Führungspersönlichkeiten, um …

  • ein wiederholtes, kollektives Fahren in den Abgrund zu stoppen.

  • Vorbilder zu haben, um all das – was man meint festhalten zu müssen – endlich loszulassen, sprich sich auf das Verzichtabenteuer [1] einzulassen. 

 

Wir brauchen Vorbilder und LehrerInnen

Es braucht charismatische und couragierte Vorbilder und LehrerInnen. Auch ich habe diese, um meine persönlichen und beruflichen Umbrüche und Krisenzeiten verantwortungsbewusst zu meistern, z.B. den Kampfkunstmeister Morihei Ueshiba, Matthias Varga von Kibed und in manchen Belangen Reinhold Messner, auf den ich mich in diesem Beitrag mehrfach beziehe. 

Oft verfallen wir jedoch dem Irrglauben, wir sind schon so gut, dass wir keine LehrerInnen mehr brauchen. Stecken wir in dieser Überzeugung fest, dann kann es gefährlich werden. Selbstüberschätzung und Verblendung führen zu keinen verantwortungsbewussten Lösungen, sondern leider allzu oft ins Chaos. Mag sein, dass sich die negativen Folgen erst zeitversetzt zeigen, und dann tun alle sehr erstaunt und scheinen nicht zu wissen, warum das passiert ist. Anstatt ein fehlgeleitetes Verhalten und die Folgen davon einzugestehen, wird der Fehler dann auf andere geschoben – auch das ist Selbstüberschätzung und Verblendung. 

Inwiefern die Erfahrungen von erfolgreichen und verantwortungsbewussten AussteigerInnen und GrenzgängerInnen für Führungskräfte und der Bewältigung der Herausforderungen relevant sind, hängt ganz konkret von der Fähigkeit der Führungspersönlichkeit ab, sich zumindest gedanklich auf das Abenteuer Grenzgang einzulassen.[2] Eines ist dazu zu sagen, die Risiken des Grenzgangs werden von Nicht-GrenzgängerInnen vielfach überschätzt. Dagegen unterschätzen diese die wirklichen Bedrohungen, wie Klimawandel, Rüstungsindustrie, Ressourcenknappheit, gesellschaftliche Verarmung, Infarkttod, … [3]

  • Doch welche Führungskraft wagt es auszubrechen, GrenzgängerIn, PionierIn und VisionärIn zu sein bzw. sich dahingehend zu entwickeln?

  • Wie oft haben Sie persönlich einen Grenzgang und ein Ausbrechen, z.B. aus dem System, aus Ihrem Beruf, aus Ihrem Machtanspruch und Rang durchlebt, oder zumindest angedacht?

  • Was könnte sich dadurch ändern? Was würden Sie verlieren bzw. loslassen müssen, und was könnten Sie gewinnen?

  • Wären Sie bereit, Ihre Kompetenzen zu hinterfragen und sich einem Vorbild, einer LehrerIn anzuvertrauen? 

Vielleicht fühlen Sie sich gar nicht angesprochen. Möglicherweise können und wollen Sie sich auch nicht vorstellen, was alles auf uns in baldiger Zukunft zukommen mag. Das ist sehr verständlich, eine Art Selbstschutz. Wie dem auch sei, ich persönlich gestehe mir ein, dass es Zeit ist sein eigenes Verhalten zu überdenken und weiterzuentwickeln. Die globale Situation und die damit verbundenen Herausforderungen erfordern das. 

 

Wir brauchen Courage 

Dies sind die Abenteuer des Raumschiffs Enterprise, das mit seiner Crew unterwegs ist neue Welten zu entdecken, neues Leben und neue Zivilisationen zu erforschen. Mit diesen Worten startet jede Folge der weltbekannten amerikanischen Fernsehserie „Raumschiff Enterprise“, die von Millionen von ZuschauerInnen gesehen wurde und noch immer wird. 

Auch wenn das bloß eine Fernsehproduktion ist, diese wurde von Menschen produziert und wird von Menschen mit Interesse gesehen. Das ist ein Zeichen dafür, dass Menschen den Kern der Courage, der Abenteuer- und Lernlust mit sich tragen. Im Kindesalter ist das sogar die Grundeinstellung, um das Leben verstehen, erforschen und neue Entwicklungsstufen erreichen zu können. Doch im Laufe der Sozialisierung haben die Einschränkungen und Begrenzungen das Vertrauen in die eigene Kraft und Courage ins Abseits geschoben. 

Instinkte, körperliche Geschicklichkeit, Kraft verlieren in den Industriegesellschaften seit zwei Jahrhunderten an Bedeutung. Unterbewusst löst dieser Verlust beim Einzelnen Ängste aus.[4] So sieht es Reinhold Messner, Extrembergsteiger, Grenzgänger und Visionär. So gesehen leben wir in einer verängstigten Welt. Jeder versucht seine Position und sein Vermögen so gut wie möglich zu sichern. Und gerade dieser Sicherheitswahn lähmt die Weiterentwicklung und birgt die Gefahr in sich, eine weitere Zivilisationsform bzw. Gesellschaftssystem in den Abgrund zu stürzen.

  • Der Schrei nach einem Paradigmenwechsel ist zu hören, doch es mangelt an den Führungskräften, die diesen Change zu führen wagen.

  • Pionierleistung ist nicht mit dem Computer und in Meetings planbar, erst im Tun selbst weiß man, was richtig und was falsch ist. Rechner sind kleinmütig, zu Grenzgängen nicht fähig.[5]

  • Doch Vorsicht vor zu viel Kühnheit, Courage hat nichts mit (Wage)Mut zu tun. Courage haben heißt, die Gesetze der Natur respektieren, das Ziel verantwortungsbewusst planen, ein kreatives Team zusammenzustellen und als Seilschaftssystem nach anarchischem Vorbild vorzugehen.

  • Das Führungssytem nach altem Muster kann Grenzgänge nicht gehen.[6] 

Diese An- und Einsichten teile ich mit Reinhold Messner. Meinen Erfahrungs- und Wissensschatz in Bezug auf tiefgreifende Umbrüche versuche ich in meiner Arbeit und in meinen Beiträgen immer wieder aufs Neue zum Ausdruck zu bringen.

  • Ich möchte Gewohnheiten und Selbstbeweihräucherungen etwas durchrütteln,

  • Ihr zum Teil verschüttetes Potential freilegen, Ihr Vertrauen darin stärken,

  • um Ihre umfassenden Kompetenzen als Führungspersönlichkeit und Vorbild erfolgreich und verantwortungsbewusst zum Wirken zu bringen.

Erfolgreiche Grenzgänger sind weder eine Auslese der Unerschrockenen, noch geschickte Angstverdränger. Sie lernen nur, Mut und Angst als gleichwertige Hälften eines unteilbaren Ganzen im Gleichgewicht zu halten. Wer die Angst als Makel und den Mut als Ideal verfolgt, lebt nicht lange.[7]

 

Ihr Günther Wagner

[1] Messner, Reinhold: Berge versetzen. Das Credo eines Grenzgängers. 6. Auflage. BLV Buchverlag GmbH & Co.Kg. 2010. München: S.123
[2] ebd.: S.9
[3] ebd.: S.24
[4] ebd.: S.28
[5] ebd.: S.89-118
[6] ebd.: S.157
[7] ebd.: S.230

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Kommunikation – ein zweischneidiges Schwert

Teil 5 aus dem Zyklus: „Wirksam Führen wie ein Samurai“

Kommunikation - ein zweischneidiges Schwert

Zum Einstieg möchte ich Ihnen eine kurze Geschichte erzählen, Sie auf eine persönliche Reise einladen.

Das widerspricht jedoch deutlich der aktuellen Kommunikationskultur, nämlich Business-Mails nicht länger als acht Zeilen lang zu formulieren, und die von 12 auf 8 Sekunden gesunkene Aufmerksamkeitsschwelle nicht herauszufordern.

  • Was macht das jetzt mit Ihnen?

  • Wie kommunizieren Sie?

  • Wie sehe ich das …

 

Es war einmal …

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Zu Hause fing es an. Dort habe ich meine ersten Worte gelernt. Ich habe täglich geübt, meine Bedürfnisse und Einsichten von der Welt zu verbalisieren. Ich habe mit allem kommuniziert – mit Steinen, mit Pflanzen, mit Tieren, mit Freunden, mit meiner Familie, mit Fremden, … mit mir selbst.

Als Kind habe ich mich in kommunikative Abenteuer gestürzt und dabei Zeit und Raum, Mögliches und Unmögliches im kommunikativen Austausch vergessen. Im Zusammenwirken von meiner Familie und meinem Umfeld habe ich meine Kommunikationsfähigkeit entwickelt, trainiert und sozialisiert. Dies setzte sich dann in der Schule, im Studium und in den jeweiligen beruflichen Stationen fort.

Ich übte mich im Schreiben von Briefen, noch mit Papier und Tinte und diese so abzufassen, als ob der Empfänger ihn später öffentlich an die Wand hängen würde. Selbst einzeilige Briefe wurden mit höchster Sorgfalt, wohlüberlegt formuliert.

In der Schule lernte ich zu diskutieren und disputieren. Ich entwickelte einen konstruktiven Umgang mit unterschiedlichen Meinungen und Ansichten, um zu einem gegenseitigen Verständnis differierender Sichtweisen zu gelangen.

Im Studium lernte ich das Hinterfragen und Infrage stellen von Informationen und Meinungen. Ich lernte die Beurteilung der Quelle und die Suche von Informationen mit einer anderen Perspektive.

Ich lernte die Etikette und später die Netiquette der Kommunikation, was auch die Vertraulichkeit der Informationen beinhaltet. Vorsicht und gegenseitige Rücksichtnahme gibt es nicht nur im Straßenverkehr.

 

Kommunikation heute

Und auch heute übe und trainiere ich regelmäßig die Kunst der Kommunikation und die mit der Kommunikation in Bezug stehenden Einsichten und Wirkungsweisen. Kommunikationstraining ist weit mehr als das perfekte Aneinanderreihen von Worten. Kommunikation bedeutet nach meinem Verständnis, empathisch, mitfühlend und gleichzeitig rational und verantwortungsbewusst mit einem Menschen in Verbindung zu treten, ohne sich selbst und die eigenen Gefühle aus den Augen zu verlieren. 

Genau dieser Punkt, die in der Kommunikation aufkommenden Gefühle nicht aus den Augen zu verlieren, sprich egoistisch, egozentrisch oder minderwertig geblendet zu kommunizieren, wird gerne ausgeklammert. Früher war das selbstverständlich auch ein Thema, aber durch die langsameren kommunikativen Techniken war doch etwas mehr Raum zum Durchatmen und Reflektieren. Die Chance in sich selbst zu bemerken, dass man durch ein Gespräch getriggert wird und möglicherweise dann zu rasch Worte und Entscheidungen in den Mund nimmt, die man später bereut, war höher als heute.

WhatsApp, Twitter, Facebook und Co. verlocken schnell, ohne Luft zu holen und emotional abzukühlen, mit kurzen Statements um sich zu schmeißen. Gleichzeitig, durch die Begrenzung von verbalen Zeichen, können Einsichten, die sich meist erst durch längere Gespräche entwickeln, durch die Textverkürzungen nicht so leicht bewusst werden. Das fatale daran ist, dass wir oft gar nicht bemerken, dass unsere Kommunikation, und in Folge unser Entscheidungsverhalten, emotional gesteuert ist. So wiegen wir uns gerne in der Vorstellung, wir argumentieren und kommunizieren rational und weitsichtig. Wir wiegen uns in der Sicherheit, dass wir für unser rationales Entscheiden keine langen Erklärungen und Einsichten benötigen.

Darüber hinaus findet viel Kommunikation nicht mehr vertraulich statt. Auch ein Aspekt, der durch die neuen Kommunkiationsmedien nicht bedacht wird. Dazu gleich eine weitere Anekdote von mir:

 

Telefonieren

 

Während ich diese Zeilen schreibe, befinde ich mich auf der Heimfahrt im ICE – 1. Klasse. Das Großraumabteil teile ich mit vielen anderen Menschen, scheinbar auch ganz wichtigen. Denn sie haben ganz wichtige Telefonate zu führen, natürlich mit vertraulichem Inhalten. Sie verlesen E-Mails, treffen Entscheidungen und reagieren brüskiert, wenn ich sie auf die Verletzung der Vertraulichkeit hinweise.

 

Wo bleibt die Kultur in der Kommunikation

Kommunikation ist ein über Jahrtausende hinweg wachsendes Kulturgut der Menschen. Das impliziert, dass Kommunikation auf die von der jeweiligen Kultur festgelegten Werte beruht. Darüber hinaus, haben die Menschen das kommunikative Verhalten und Wirken von Menschen noch eingehender zu ergründen und zu verbessern gesucht. Kommunikation wird in speziellen Studiengängen und Fächer übergreifend an den Universitäten gelehrt. Umso mehr wundert es mich, dass Führungskräfte, die meist ein Studium absolviert haben, leider immer wieder ein unprofessionelles oder unethisches, manipulatives Kommunikationsverhalten an den Tag legen.

Ich möchte jetzt niemanden zu Nahe treten, auch ich habe meine kommunikativen Fehltritte. Das gibt mir jedoch jedes mal zu denken, und ich frage mich:

  • Was treibt uns aktuell dazu an, in Meetings, im Netz, auf der Bahn, … gedankenlos, respektlos, stillos zu kommunizieren?

  • Was führt uns zur Überzeugung, dass wir unsere Kommunikation auf wenige Zeichen reduzieren können, um darauf aufbauend tragfähige Entscheidungen zu treffen?

  • Und wenn wir Kommunikation kultivieren, was treibt uns dann an, dieses Wissen auszunutzen, Werte zu verletzen, zu manipulieren anstatt verantwortungsbewusst zu kommunizieren und Entscheidungen zu treffen? 

In unserer heutigen Zeit, wo die Geschwindigkeit der Veränderungsprozesse ständig zunimmt und der Stresspegel bei vielen Menschen steigt, besteht auch die Dringlichkeit, neben der Stressbewältigung unser Kommunikationsverhalten und unsere Kommunikationskompetenz zu hinterfragen. Stress, Zeitdruck und Kommunikation gehen Hand in Hand, bedingen einander.

Bei Gunter Dueck habe ich kürzlich gelesen:

  • dass Business-Mails nicht länger als 8 Zeilen sein sollten. Mehr liest ein Manager nicht, der sich als Entscheider versteht.

  • dass wichtige Menschen grundsätzlich ein „Executive Summary“ verlangen und

  • dass sich unsere Aufmerksamkeitsschwelle von 12 auf 8 Sekunden reduziert hat.

Was hat das für Folgen für das gegenseitige Verständnis und respektvolle Miteinander? Wie steht es um die Qualität der Entscheidungen, wenn diese auf der Grundlage einer unzureichenden Faktenkenntnis getroffen werden? Wo bleibt da noch Zeit zum Denken?

 

Kommunikation – ein zweischneidiges Schwert

Eines ist gewiss in der Kommunikation und im kommunikativen Wirken: Wir kommunizieren immer, sei es mit Worten, mit Blicken, mit unserer Mimik, unserem gesamten Körper. Das Leben besteht aus Kommunikation, unentwegt, an jedem Ort, in jeder Situation, mit wenig Zeit, mit viel Zeit, und wenn es bloß die Kommunikation der eigenen Gedanken ist. Wenn wir kurz innehalten, dann merken wir, dass in unserem Kopf unentwegt Kommunikation stattfindet. Und dabei wirken zwei Aspekte, die zwei Seiten der kommunikativen Klinge:

  1. rationale Argumente

  2. emotionale Befindlichkeiten

Diese zwei Seiten gehören zusammen, wirken als Ganzes. Ist mir das nicht in der gesamten Tragweite bewusst, dann ist mir auch nicht bewusst, wie ich dieses zweischneidige Schwert in der Kommunikation führen muss, um ein entsprechendes Ziel zu verfolgen, unethisches, manipulatives Verhalten zu zügeln und verantwortungsbewusste Entscheidungen zu treffen. Mit dieser Einsicht, insbesondere dem Wirken der Emotionen auf das kommunikative Verhalten, haben sich bereits die Samurai auseinandergesetzt, um auf dem Schlachtfeld (Kommunikation mit Waffen) mutig und überzeugend, aber nicht kopflos den Kampf zu führen. 

Jetzt werden Sie vielleicht das Gefühl haben, dass Sie immer das Gleiche bei mir lesen. In all meinen Beiträgen weise ich auf die in der Wirtschaft so gerne ausgeblendete Leiblichkeit bzw. Emotionalität hin, mit dem Aufruf nach mehr Reflexion und Selbsterkenntnis. Das mag Sie vielleicht schon langweilen, aber ich bin davon überzeugt, ein Teil von Ihnen findet es nicht langatmig sondern möglicherweise sogar spannend. Wagen Sie es, über den Business-Tellerrand zu blicken, und Ihr Führungsverhalten aus einem anderen Blickwinkel heraus zu betrachten.

Die Fähigkeit, verantwortungsbewusst zu kommunizieren, ist von großer Bedeutung für alle Führungskräfte. Kommunikation ist der Kern der Führungsarbeit und sollte entsprechend kultiviert werden. Es gibt keine Umstände, die eine Weiterentwicklung hemmen könnten. Dieses kommunikative Argument wird von der emotionalen Seite entsprechend gefördert, denn die Emotionen in Ihnen wissen, dass ein Kultivieren der Kommunikation heißt, die eigenen Unzulänglichkeiten und Schatten kennenzulernen.

 

Re-Kultivierung der Kommunikation

Das heißt ganz konkret, heute in einer digitalisierten Kommunikationswelt:

  • Gut vorbereitet zu sein, sprich sich mit den Inhalten z.B. für Meetings entsprechend auseinanderzusetzen, die Lage rational und emotional beurteilen, und die komplexen Sachverhalte in ihrer weitreichenden Wirkung rational und emotional verstehen.

  • Digital kompetent sein, sprich mit den digitalen Medien und Social Media Plattformen bewusst und achtsam umgehen, die Vor- und Nachteile der digitalen Welt und digitalen Kommunikationsformen verstehen. Darüber hinaus, die analoge Art zu kommunizieren nicht ganz außer Acht zu lassen, und diese weiterhin als Führungswerkzeug verantwortungsvoll einzusetzen.

  • Sich der Wahl der Worte bewusst sein, sprich die Konsequenzen und die Tragweite der gesetzten Worte gedanklich und emotional prüfen. Sind die Worte der Situation und der Person angemessen? Welche möglichen Reaktionen lösen meine Worte bei meinem Gegenüber aus? Suche ich den Dialog, oder gebe ich nur Anweisungen? Kommuniziere ich mit meinem Gegenüber auf Augenhöhe?

  • In der Kommunikation präsent sein, immer wieder sich selbst auffordern und prüfen, ob man in Meetings, Telefonaten, etc. wirklich präsent ist und zuhört? Oder springen die Gedanken zu anderen Problemen, oder zu gerade eintreffender Mails auf dem Smartphone oder Tablet?   

  • Präsenz und Embodiment gemeinsam wirken lassen. Die geistige Präsenz und die Emotionen haben einen Einfluss auf den Körper, welcher unbestreitbar bei jeder Kommunikation anwesend ist. Ist Ihnen bewusst, mit welcher Körperhaltung und Körperspannung Sie z.B. in Ihrem Meeting kommunizieren? Der Körper ist in der Kommunikation bedeutungsvoll, denn für einen erfolgreichen Disput braucht es nicht nur eine geistige, sondern auch eine leibhaftige Flexibilität.

  • Selbst-Kenntnis üben. Selbst-Kenntnis ist der Grundstein einer präsenten Haltung in der Kommunikation, der Prüfstein für das verantwortungsbewusste Wählen von Worten und ein wesentlicher Aspekt z.B. Meetings gut vorbereitet durchzuführen. Erkennen die Mitarbeiter, ob man mit Sorgfalt und Achtsamkeit Entscheidungen trifft? Die Mitarbeiter dürfen nicht in die Situation kommen, überlegen zu müssen: „Was will meine Führungskraft überhaupt? Gilt seine Anweisung von letzter Woche noch?“

  • Bauch-Gefühle mit Selbst-Kenntnis wahrnehmen und annehmen. Egal ob in Meetings, Telefonaten etc., es ist dienlich sich der aufkommenden Gefühle bewusst sein. Wenn man z.B. bei einer Person oder einer Entscheidung am Anfang ein ungutes Gefühl hat, sollte man achtsam und wach sein und sich fragen, was dahinter stecken könnte. Die Gefühle zu verdrängen kann unter Umständen fatale Folgen für das Ergebnis der Kommunikation haben.

  • Courage zeigen und in der Kommunikation unangenehme Aspekte ansprechen. Wenn man den Dingen ihren Lauf lässt, ist es später oft schwierig, den einmal eingeschlagenen Weg wieder zu korrigieren. Dies bedeutet oft einen erheblichen Mehraufwand, einen Gesichtsverlust und kann zu Missmut führen. Couragiert zu kommunizieren braucht jedoch einen kultivierten Kommunikationsstil, sprich man muss in der Kommunikation präsent sein, den Verlauf der Kommunikation präzise erfasst haben, der eigenen aufkommenden Gefühle bewusst sein und angemessen, weder eingefroren noch emotional aufgeheizt reagieren. 

 

Was denken Sie jetzt?

  • Sind Sie noch präsent bzw. versuchen Sie präsent zu sein?

  • Oder denken Sie, dass in der heutigen Zeit ein solch kommunikativer Aufwand keinen Platz mehr hat?

Mit dieser Sichtweise haben Sie sogar Recht.

  • Doch genügt es einfach zu sagen, dass es keinen Raum mehr für eine kultivierte Kommunikation gibt?

  • Wohin führt uns eine solche Einstellung?

Ich kann nur sagen, dass wir neue Räume schaffen können, um das Kommunikationsverhalten etwas mehr zu kultivierten, respektvoller und verantwortungsbewusster miteinander zu kommunizieren. Zum einen gilt es das eigene Kommunikationsverhalten zu reflektieren, zum anderen kann ich als Führungskraft daran arbeiten, die Kommunikationsstrukturen so zu verändern, dass eine tragfähige Kommunikation gewährleistet ist. 

 

Kultivierung durch Veränderung der Kommunikationsstrukturen

Darunter verstehe ich konkret das Analysieren der systemischen Aspekte im Kommunikationsverhalten und in Folge das Ändern der Kommunikationsstrukturen. Das ist der zweite Aspekt, um das kommunikative Verhalten und die darauf beruhenden Entscheidungen nicht aus dem Ruder laufen zu lassen. In der heutigen digitalen Zeit ist das, neben der persönlichen Auseinandersetzung mit dem eigenen kommunikativen Verhalten, ebenfalls eine notwendige Maßnahme, um eine erfolgsversprechende und verantwortungsbewusste Kommunikation auch in Zukunft sicherstellen zu können. Warum:

  • Die Informationsflut und die ständig zunehmende Geschwindigkeit und Komplexität der Prozesse zeigt Unternehmen mit traditionellen Strukturen, dass diese sehr bald an ihre Grenzen kommen werden oder schon gekommen sind. Ihr Kommunikationsverhalten ist nicht mehr zeitgemäß.

  • In einer klassischen Struktur mit Top-Down-Prozessen kommen beim Entscheider die relevanten Informationen zu spät und zu stark selektiert an, was oft zu verspäteten und/ oder unzweckmäßigen Entscheidungen führt. In der umgekehrten Richtung erreichen die Entscheidungen die ausführenden Ebenen ebenfalls zu spät.

  • Um flexibel, anpassungsfähig und schnell handeln zu können, sind Organisationen in der Zukunft gezwungen, ihr eigenes Selbstverständnis und kommunikatives Verhalten in Frage zu stellen. Das braucht als Führungskraft Selbst-Kenntnis und Courage, die eigenen Machtansprüche neu zu definieren. Es ist notwendig, alle MitarbeiterInnen untereinander zu vernetzen, so dass diese direkt und unmittelbar Informationen austauschen können.

  • Das Vernetzen reicht aber nicht, um eine wertschöpfende Kommunikation im Unternehmen zu ermöglichen. Es ist dringend erforderlich, dass die Führungskräfte die Kommunikation achtsam digital und analog zu moderieren verstehen, und die Entscheidungskompetenz nach unten delegieren, dorthin wo der Überblick über die Sachlage vorhanden ist.

  • Die MitarbeiterInnen müssen wissen, welche Rolle sie jetzt im Unternehmen spielen, und welche Rädchen sie an welcher Stelle treiben. Als Führungskraft muss ich diese ermutigen, dass sie jetzt Entscheidungen treffen dürfen und sollen.

  • Als Führungskraft sollte ich darauf achten, dass die MitarbeiterInnen nicht überfordert und für mögliche Fehler zur Verantwortung gezogen werden, sondern ich sollte eine positive Fehlerkultur ermöglichen. 

 

Mit diesem Beitrag fordere ich Sie erneut auf, all das, für was normalerweise im Businessalltag oft nur noch wenig Raum besteht, kritisch zu beleuchten:

  • sich Zeit nehmen

  • sich selbst wahrnehmen

  • sich selbst, die eigene Kompetenz, die Ziele und kommunikativen Verhaltensweisen kritisch zu hinterfragen 

 

Ihr Günther Wagner

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Ent-Scheiden oder Scheiden

Teil 4 aus dem Zyklus: „Wirksam Führen wie ein Samurai“

Bin ich bereit, mutig und couragiert mit Standfestigkeit, Wendigkeit und Intuition Entscheidungen zu treffen?

„Der Samurai trifft seine Entscheidungen innerhalb von sieben Atemzügen.“

Dieses Zitat aus dem „Hagakure“ hatte ich vor einiger Zeit auf Linked-in gepostet und damit eine „kleine“ Diskussion im Netz ausgelöst. Die Diskutanten waren spontan der Meinung, dass dies in unserer Zeit und unserem Kulturkreis so nicht möglich und umsetzbar ist.

Sicher war allen bewusst, dass diese Aussage eine Metapher, eine Lebensweisheit für bestimmte Situationen ist und versteckt vielleicht auch für unseren Kulturkreis einen Funken Weisheit in sich trägt. Die Diskutanten haben von ihrem Standpunkt aus betrachtet auch Recht, dass die Aussage nicht passend sei. Doch gehen wir einen Schritt zur Seite und betrachten den Inhalt von Neuem.

„Bin ich bereit, mutig und couragiert mit Standfestigkeit, Wendigkeit und Intuition Entscheidungen zu treffen? “

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Die Botschaft ist, die Entscheidungen bewusst, auch unter Einbezug der intuitiven Intelligenz zu treffen. Strategisch durchdachte Entscheidungen sind wichtig, aber es mangelt diesen an Bewusstsein der versteckten Einflussnahme anderer Entscheidungs-Mitspieler, oder auch der Vernachlässigung wichtiger Entscheidungs-Ratgeber wie der Intuition.

So ist z.B. die Intuition fähig, sehr schnell einen Weg zu finden, wenn es notwendig ist, und sich Zeit zu lassen, wenn die Zeit für eine Entscheidung noch nicht reif ist. Dann lautet die Entscheidung, den Mut aufzubringen und noch keine Entscheidung zu treffen, was konkret betrachtet auch eine Entscheidung ist.

In der Aussage ist ein weiterer wesentlicher Punkt enthalten:

Intuitiv gesetzte Entscheidungen binden das Verantwortungsgefühl mit ein.

Ein Faktor, der für die Zukunft unseres Planeten auch nicht außer Acht gelassen werden sollte. Oder tangiert es Sie überhaupt nicht, wenn Sie hören oder lesen, dass beispielsweise durch die Klimaerwärmung unzählige Lebensarten vom Aussterben bedroht sind, oder viele Menschen auf der Flucht sein werden? Wie werden Ihre Kinder oder die Kinder Ihrer Freunde und Verwandten leben, wenn die Ressourcen dieser Erde immer knapper werden? Lässt Sie die Annahme kalt, dass unsere Nachkommen eventuell einen Ressourcenkrieg erleben müssen, da wir – Ihre Vorbilder – mutlose oder vorwiegend egozentrisch ausgerichtete Entscheidungen treffen?

 

Wer Entscheidungen trifft – trägt Verantwortung

Wer heute Entscheidungen trifft, trägt unausweichlich auch Verantwortung für die Zukunft, für die Ökologie, für …

  • Sind wir mutig, couragiert und selbstreflektiert genug, um Entscheidungen zu treffen, die das Leben der Menschen und der Umwelt, und nicht bloß die Zahlen im Buch bzw. im www., oder das eigene Konto mit Gewinn erfüllen?

  • Sind wir mutig und couragiert genug, auf dem Entscheidungsweg für Fehltritte offen und ehrlich gerade zu stehen, daraus zu lernen und neue Lösungen zu finden?

  • Was alles beeinflusst eigentlich unser Entscheidungsverhalten? Wir meinen so oft, gut überlegt zu entscheiden, aber entspricht das wirklich der Realität?

Ich will mit meinen Fragen niemanden zu Nahe treten. Wir alle treffen aus bestem Wissen und Gewissen unsere Entscheidungen. Und genau an diesem Punkt, dem Wissen und Gewissen ist meinem Empfinden nach mehr Bewusstsein, und damit mehr Entscheidungskraft und Weitblick möglich. So komme ich gleich auf einige von vielen weiteren Aspekte, die das Entscheidungsverhalten ungünstig beeinflussen.

 

Was erschwert unser Entscheidungsverhalten

  • Perfektionismus

Dies zeigt sich in den unüberschaubaren und nie enden wollenden Dingen, die von Perfektionisten noch abgeklärt, überprüft und getestet werden wollen, bevor sie ihre Entscheidungen treffen. Statt bei 80% Klarheit voranzuschreiten, verbrauchen Perfektionisten für die Sicherstellung der Entscheidung eine Unmenge an Ressourcen – personell, materiell und zeitlich. 

  • Zaudern und Zögern

Andere haben wiederum Angst, mit einer Entscheidung weitere Optionen zu verlieren. Diese Menschen wollen sich alle Türen offenhalten. Die Angst etwas zu versäumen, einen Umweg auf sich nehmen zu müssen, dabei vielleicht etwas zu verlieren, … hemmt diese Menschen Entscheidungen zu treffen.

  • Ungeduld und Jähzorn

Im Gegensatz zu Zaudern und Zögern dominiert bei der Ungeduld die Angst davor, durch eine Nicht-Entscheidung etwas zu verlieren, zu versäumen oder sonst wie benachteiligt zu werden. So werden Entscheidungen zu schnell getroffen. Manche spüren auch, dass sie die Ungeduld getrieben hat und bereuen im nachhinein sogar ihre zu rasch gefällte Entscheidung.

  • Kritik

Einige haben Angst für ihre Entscheidung kritisiert zu werden, und gehen daher lieber auf die Zuschauer-Bühne oder delegieren die Entscheidung an Gremien, an externe Berater und verschanzen sich hinter diesen anderen. Denn wer entscheidet, dem kann man auch die ganze Schuld aufbürden. Die ganze Gesellschaft kritisiert heute, am liebsten auf max. 140 Zeichen reduziert, öffentlich, oft respektlos, verletzend und ohne Hintergrundwissen. Davor haben wir Angst.

  • Stress

Unter Stress, was auch immer die Auslöser sind, haben wir eine Limitierung unserer eigenen Sichtweise/ Perspektive. Dadurch steigen wir in einen negativ geprägten Gedanken-Strudel, welcher das Entscheidungsverhalten entsprechend blockiert. Im Stress wird unser Immunsystem hinunter gefahren, und unser vegetatives Nervensystem unterliegt nicht mehr unserer vollständigen Kontrolle. Es wird faktisch nur noch nach dem Flucht-Angriff-Reflex gehandelt.

  • Muster und Automatismen

Unsere Verhaltensweisen werden im Alltag von Mustern und Automatismen gelenkt. Wir meinen zwar, dass wir viele Handlungen aktiv, bewusst und in neuer Weise setzen, doch ein Großteil unserer Verhaltensweisen läuft wie eine programmierte Maschine ab. Im Laufe der Automatisierungs- bzw. Sozialisierungsphase hat unser System in Bezug auf die jeweiligen Situationen entsprechende Handlungsmuster einstudiert und programmiert, die damals in der Lernphase gewinnbringend bzw. ein Überleben gesichert haben.

So treffen erwachsene Menschen in vielen Situationen keine wirklichen Entscheidungen, sondern die Entscheidungen werden von den unbewusst wirkenden Mustern und Automatismen angestoßen.

 

Was beeinflusst unser Entscheidungsverhalten in günstiger Weise?

Die Samurai können ein großer Lehrmeister in dieser Frage sein. Nicht das ich deren Leben hier glorifizieren möchte. Aber deren Einstellung und Verhalten kann uns im Umgang mit der Entscheidungsfindung sehr hilfreich sein.

  • Vertrauen statt Angst

Die Samurai übten sich täglich darin, sich mutig und mit starkem Geist einem Gegner zu stellen. Durch tägliches Training perfektionierten sie ihre Kampftechniken, Willenskraft, Mut, Furchtlosigkeit und Überwindung ihrer Ängste. Das Entscheidende in der Schwertkunst ist, frei von Angst vor dem Tod zu sein. Ging es im Kampf doch um Leben oder Tod.

Wagen Sie es Ihre Ängste zu überwinden. Furchtlos zu sein heißt nicht, seine Ängste zu unterdrücken, sondern sich diesen zu stellen. Tun sie daher genau das, wovor Sie sich fürchten. Konflikte zu vermeiden führt Sie in die Sackgasse, dort wird es irgendwann sehr eng. Wagen Sie es zeitgerecht, bevor Sie in der Sackgasse sitzen, sich den Herausforderungen zu stellen, und suchen Sie sich einen Partner, mit dem Sie diese Situationen reflektieren können.

Wagen Sie es Misserfolge auf diesem Weg bewusst anzusehen und durchzugehen. Die Misserfolge sind gute Ratgeber und notwendige Stufen auf dem Weg zum Erfolg. Misserfolge sind aber auch ein Ansporn, neue Wege zu suchen und zu experimentieren.

  • Veränderung der Einstellung

Am Beispiel „Bewusstsein – statt Perfektionismus“ möchte ich verdeutlichen, dass Automatismen und Muster im Entscheidungsverhalten bewusst gemacht werden können. Bevor Sie in Bezug auf einen vorhandenen Perfektionismus zu viel Aktionismus in Ihre noch ungelösten Details fließen lassen und damit Ihre Ressourcen strapazieren, lehnen Sie sich zurück, und lassen Ihren Atem etwas zur Ruhe kommen. 

Dann betrachten Sie all das, was Ihnen durch den Kopf geht. Versuchen Sie jetzt, in Bezug auf Ihren Perfektionismus, die ungelösten Details nicht als Begrenzung oder Hindernis zu sehen. Schauen Sie, welche Details aus Sicht der Lösung welche Priorität haben könnten. So reduzieren sich die vielen Details oft auf 1 …2 wirklich wesentliche, um eine Entscheidung zu treffen.

  • Innere Bilder der Zukunft

Kampfkünstler arbeiten sehr viel mit inneren Bildern und entwickeln für den Außenstehenden unvorstellbare Leistungen, noch dazu mit einer schieren Leichtigkeit. Nehmen Sie nur die Präsentationen der Shaolin-Mönche. Aber auch Sie können diese Technik nutzen, um Ihr Entscheidungsverhalten positiv zu unterstützen. Entwickeln Sie innere Bilder der Zukunft, und Bilder davon, was sich durch Ihre Entscheidung in 1 oder 2 Jahren ergibt.

  • Wie klar ist Ihr Bild der Zukunft und Ihrer Entscheidungen?

  • Wie sieht das Bild aus der Perspektive der relevanten Umwelten (Mitarbeiter, Kunden, Kapitalgeber, Partnerunternehmen, etc.) aus?

  • Was fühlen Sie bei der Betrachtung Ihrer zukünftigen Entscheidungen?

  • Was brauchen Sie, um Ihre Entscheidungen in die Realität zu überführen?

  • Wie hören sich Ihre Entscheidung ganz konkret an?

Nehmen Sie Ihr Smartphone und zeichnen Sie jetzt Ihre Entscheidung auf. Hören Sie sich Ihre Entscheidungen an. Wie entschlossen und überzeugend klingen Ihre Entscheidungen? Wie klar ist der Auftrag?

  • Mindfulness praktizieren

Sie werden vermutlich merken, dass Ihre Gedanken unruhig hin und her springen, dass Ihre Gedankenströme auf das was Sie gerade lesen eine Vielzahl an weiteren Gedanken auslösen. Ihre Gedanken reagieren unentwegt auf die Impulse. Das ist normal und gleichzeitig ein großes Handicap. Deshalb übten sich die Samurai regelmäßig darin, ihre Gedanken zu kontrollieren und Aufgaben fokussiert zu erledigen.

Wir können in Anlehnung an die Samurai Mindfulness praktizieren. Das ist eine wissenschaftlich untersuchte Form/ Methode der Meditation und ein effektiver Weg zur Kontrolle der nie enden wollenden Gedankenströme. Es ist eine exzellente Methode, die uns hilft den täglichen Stress zu reduzieren. Mindfulness unterstützt Sie dabei, dass Sie nicht unentwegt von einem Gedanken zum anderen springen müssen, sondern in Bezug auf Ihre Gedankenströme standfest und entspannt bleiben und einen klaren Blick finden. Mehr Informationen finden sie in dem Buch von Jon Kabat-Zinn „Achtsamkeit für Anfänger“.

  • Gewissen miteinbeziehen

Allein mit dem entspannten klaren Blick übersehen Sie die Auswirkungen Ihrer Entscheidungen nicht – ein für die Samurai ebenfalls relevanter Punkt. Diese entwickelten einen Verhaltenskodex des Kriegers. Ihr Wertebewusstsein war eine Grundlage für ihren Erfolg. Dieser war u.a. geprägt von den moralischen Werten und gesellschaftlichen Verhaltensregeln des Konfuzius. Unsere Kultur beruht auch auf Werten, die jedoch im Laufe der Zeit an Relevanz und Tragfähigkeit verloren haben. Die Säkularisierung ist ein Zeichen dafür. Die Werte der Kirche sind sicher zu überdenken, aber ganz ohne Werte zu leben, wohin führt das?

Jede Entscheidung hat immer weitreichende Auswirkungen, die einem Entscheidungsträger bewusst sein sollten. Die höchste Instanz ist dabei das Gewissen. So habe ich schon zu Beginn dieses Artikels auf die Relevanz der Verantwortung hingewiesen. Und nachdem dieser Aspekt meiner Meinung nach für eine lebenswerte Zukunft auf diesem Planeten wichtig sein wird, wiederhole ich die Aussage.  Wer heute Entscheidungen trifft, sollte auch Verantwortung für die Gesellschaft, für die Ökologie, für … tragen.

  • Bin ich mutig, couragiert und selbstreflektiert genug, um Entscheidungen zu treffen, die das Leben der Menschen und der Umwelt, und nicht bloß die Zahlen im Buch bzw. im www., oder mein eigenes Konto mit Gewinn erfüllen?

  • Treffe ich Entscheidungen so, dass ich kurzfristig der Hauptgewinner bin?

  •  Was an meinen Entscheidungen könnte anderen schaden? 

Wagen Sie einen Blick auf Ihr eigenes Entscheidungsverhalten und haben Sie den Mut etwas zu ändern, wenn Sie Ihr eigenes Verhalten unangenehm berührt. Das lässt Sie persönlich und auch gesellschaftlich im Laufe der Zeit stressfreier agieren, und bringt Ihnen irgendwann einmal auch eine besondere Art der Erfüllung und Anerkennung.

 

Ihr Günther Wagner

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