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POLE-POSITION

POLE-POSITION

Auf der Pole-Position stehend ist die Chance groß, ein Rennen zu gewinnen. If you are the first, you are never late!

 

WEISSWEIN AUS ROTEN TRAUBEN

Obiger Slogan ziert mit der Überschrift Pole-Position die Weinetikette eines Cabernet Sauvignon Blanc 2018, ein Histamin armer Weißwein aus roten Trauben. Ja, genau, Weißwein aus roten Trauben. Das ist das, was Willi Opitz, der Produzent dieses Weines immer wieder aufs Neue für sich, seine Produkte und als Ideengeber anstrebt. Es ist das, wovon viele Unternehmen träumen – etwas Besonderes, etwas Einzigartiges zu produzieren und anzubieten – das, was Unternehmen und MitarbeiterInnen antreibt, beste Leistungen zu erbringen.

Dahingehend frage ich Dich jetzt ganz direkt:

  • Stehst Du bzw. Dein Unternehmen auf der Pole-Position?

  • Wenn ja, wie kam es dazu?

  • Wenn nein, warum hat Dein Unternehmen die Pole-Position nicht eingenommen bzw. an andere Unternehmen verloren?

  • Oder interessiert Dich das ohnehin nicht, weil die Pole-Position unerreichbar scheint?

Ich gehe jetzt aber noch einen Schritt weiter mit meinen Fragen an Dich:

  • Ich möchte wissen, ob auch MitarbeiterInnen, KundInnen, Geschäftspartner, … die Einschätzung von Dir teilen, ob Dein Unternehmen eine Pole-Position einnimmt bzw. im Stande wäre, eine solche einzunehmen oder eben nicht …?

Diese letzte Frage stelle ich, weil wir alle nur zu gut wissen, dass oft die eigene Meinung, das Selbstbild nicht unbedingt mit der Meinung der andere übereinstimmt. Mag sein, dass das Management voll im Glauben ist, zu den Besten zu zählen. Oder im Gegenteil sogar unbewusst das Leistungspotential untergräbt, obgleich mehr möglich wäre – dies kommt öfter vor als wir meinen. Und genau diese feste eingeschränkte Meinung, sowohl positiv wie auch negativ, verzerrt die Realität. Und wenn man die Realität verzerrt wahrnimmt, übersieht man Leistungspotential, Bedürfnisse, aber auch Trends, übersieht was als nächstes an Herausforderungen an die Tür klopft – und schneller als gedacht, steht man schlechter da und merkt es nicht einmal.

Für viele lautet noch immer das Credo: Was die letzten 50ig Jahre die Erfolgskurve angetrieben hat, wird beispielsweise trotz Klimakrise auch funktionieren. Und mit dem aktuellen Weltdrama Corona geht die Wirtschaft auch nicht unter. Mit dem Abflauen der Pandemie wird vermutlich das meiste im gewohnten Stil der letzten Jahre hochgefahren – mit ein bisschen mehr Digitalisierung. Das wird dann als Pole-Position gehypt. Dahingehend versuchen dann alle mitzuhalten, werden zu Nachahmern, verlieren aber das, was sie einzigartig gemacht hat, …

Die Pole-Position anstreben heißt eben nicht, dass nur einer es schafft und alle anderen laufen dann brav hinterher. Es impliziert viel mehr, sich gerade deshalb zu bemühen, das Besondere immer wieder aufs Neue herauszuarbeiten, wie es die Natur uns ständig präsentiert, u.a. in jeder Blume, die es schafft durch den Beton hindurch zu brechen und Ihre Blüten zu entfalten. Aber wie oft beachten wir noch die unfassbare Kreativität und Kraft der Natur? Opitz schaut genau hin, und genau das führt ihn immer wieder aufs Neue in seinem Segment in die Pole Position – beispielsweise mit seinem Cuvée namens Gänsemarsch, oder mit seinem Eselsbiss, ein Pinot Gris, oder mit dem Dessertwein Blutmond, wo er sich dem Naturspektakel einer totalen Mondfinsternis hingibt, am frühen Morgen während des kosmischen Schattenspiels die Trauben presst.

 

VERMUTLICH STELLEN SICH JETZT EINIGE DIE FRAGE, WORAUF ICH EIGENTLICH HINAUS WILL?

Klar, es geht um Pole-Position, es geht um Erfolg. Aber was hat der Gänsemarsch, der Eselsbiss oder ein Blutmond mit dem Erfolg von Deinem Unternehmen zu tun? Bevor ich darauf antworte, bitte ich Dich mit mir gemeinsam ein Video von Benjamin Jaksch anzusehen. Für jene, denen das jetzt im Moment zu viel Zeit kostet ist, hier die Essenz:

Ich bin extrem uninspiriert von fast allem, was ich in den letzten Wochen online lesen/anschauen/anhören konnte.

Geht es euch auch so?

Welche guten Quellen machen für euch die Ausnahme?

Ansonsten bleib ich bei der Natur als Inspirationsquelle.

Offensichtlich fehlt Benjamin etwas – und vielleicht sind es mehr Menschen, denen was fehlt. Die Inhalte, Beiträge, Artikel, Geschichten, die im Netz von den Unternehmen über ihre Unternehmen, ihre Produkte und Dienstleistungen, über ihr Engagement, über Digitalisierung und die scheinbar bahnbrechenden Möglichkeiten aufgeregt publiziert werden, mögen auf den ersten Blick beeindrucken, aber gleichzeitig auch nicht, und sogar an Reiz verlieren. Das ist bedenkenswert. Das ist keine gute Voraussetzung, um nachhaltig erfolgsversprechend Menschen auf sich aufmerksam zu machen, Menschen als KundInnen zu gewinnen, aber noch viel mehr MitarbeiterInnen zu besonderen Leistungen, zu innovativen Ideen zu inspirieren – aber das brauchen Unternehmen, mehr denn je.

Kurzum: Es fehlt das gewisse Etwas, es fehlt Lebendigkeit, Witz, Charme, Emotionen. Wenn bloß rational, mit Fokus auf die Erzielung von Gewinn Storytelling betrieben wird, dann gibt es dank Marketing kurzfristig ein Aufflackern, aber hinterlässt nicht nachhaltig einen Eindruck. Man fühlt sich nicht wirklich angesprochen. Es wirkt hohl, leer, es wirkt nicht authentisch und löst damit auch keinen echten Funkensprung aus.

In einer globalen Wirtschaft mit unfassbar viel Konkurrenz, zählt und etabliert sich auf Dauer aber nur das, was die Menschen trotz Digitalisierung authentisch berührt, weil es das ist, was die Menschen suchen – auch im Netz. Opitz scheint sich dieser Suche nach Erfüllung der Menschen bewusst zu sein. Die Pole Position vom Cabernet Sauvignon Blanc 2018, einen Weißwein aus roten Trauben machen, ist dahingehend ein couragierter Aufruf, wie der Blutmond weit mehr ist als nur ein exklusiver Dessertwein, nämlich einen Wein anzubieten, der zu vermitteln vermag, dass das Leben einzigartig ist, ein Wunder, was uns alle eint.

Es sind eben nicht nur perfekte Leistungen, perfekte Arbeitsergebnisse, die zur Pole Position führen, sondern die zutiefst menschliche Auseinandersetzung mit den Produkten im jeweiligen Zusammenhang eingebettet.

Jedes Unternehmen weiß das, zumindest unterstelle ich das den Unternehmen, und sind deshalb ständig bemüht sich weiterzuentwickeln, bestmöglich mit KundInnen und auch ihren MitarbeiterInnen sich auszutauschen, sich KundInnen und MitarbeiterInnen gegenüber empathisch zu zeigen – nicht grundlos werden Riesensummen für Marketing ausgegeben. Storytelling, nach außen wie nach innen, ist dabei essenziell. Aber wie ich schon 3 Absätze weiter oben anmerkte, fühlen sich einige nicht mehr richtig abgeholt, mehr manipuliert als wertschätzend angesprochen, gelangweilt und leer.

Wir stecken in einer Contentkrise, wie Hendrik Martens (BIZZfluencer, Ideealist, Coach und Online-Marketing-Spezialist) in einem meiner Podcast beherzt ausspricht. Ich fühle ebenfalls eine Art Enttäuschung, eine Entzauberung, insbesondere der digitalen Möglichkeiten aufeinander einzugehen. Mag sein, dass es nur Benjamin und mir so geht. Mag sein, dass andere die Art und Weise wie aktuell Business, Produkte, Dienstleistungen, uvm … digital gehypt werden, stromlinienförmig, mit wenig Tiefgang, dafür mit viel Zwangsoptimismus als erfolgsversprechenden Trend sehen.

Wie dem auch sei, ich persönlich fühle mich nicht beflügelt und beobachte an mir, wie ich nach neuen Möglichkeiten Ausschau halte – meine Arbeit in neuer Weise mit anderen, aufregenden Zielen neu zu definieren versuche. Aber vielleicht verlange ich persönlich auch zu viel in einer auf Effizienz getrimmten Wirtschaft. Vielleicht sind menschliche Attribute wie tiefgehende Gespräche, spannende Zukunftsvisionen mit bewegten Emotionen im Business tatsächlich die falsche Herangehensweise, fehl am Platz und führen zu keiner Pole-Position. Wenn dem so ist, dann liege ich jetzt mit diesem Artikel voll daneben.

Und dennoch wage ich es, die weichen Seiten in der Wirtschaft noch nicht ganz abzuschreiben, Emotionen und tiefgreifenden sinnerfüllten Reflexionen, Menschlichkeit im Business noch immer eine relevante Größe zuzuschreiben – analog wie auch digital. Und deshalb frage ich Dich jetzt an dieser Stelle erneut:

  • Kann und möchte sich Dein Unternehmen als etwas Besonderes präsentieren?

  • Kann und will Dein Unternehmen das Beste für KundInnen, MitarbeiterInnen, für die Zukunft der Erde geben, neue Lösungen generiert, eine würdevolle Pole-Position aufbauen, Verantwortung für die Zukunft übernehmen?

Gerade in Krisenzeiten bzw. sagen wir in herausfordernden Zeiten ist die emotionale Kraft, die emotionale Bindung, eine unglaublich wichtige Größe, um die Probleme lösen bzw. notwendige Veränderungen umsetzen zu können. Wenn die emotionale Bindung, das sich Berührt-Fühlen gering ist, dann wird es sehr schwer, das Unternehmen erfolgsversprechend durch Krisen und Changeprozesse zu führen – und noch schwerer die Pole Position zu halten bzw. anzustreben. An dem Punkt zeigt sich sehr klar, dass die Pole Position mehr beinhaltet als nur höchste Gewinne verzeichnen.

 

RESÜMEE

Pole-Position erreichen und halten ist eine empathische Kunst. Wenn Kreativität, Intuition, Mut, selbstverständlich auch das Fachwissen, gleichzeitig ein hohes Maß an Achtsamkeit, an Empathie für Menschen, Natur und Situationen gebündelt zum Wirken kommt, dann springt der Funken über – dann steht man wirklich auf der Pole Position.

EmpathieKreativitätIntuitionMutAchtsamkeit, sind alles Themen, auf die ich immer wieder in meinen Artikeln einging – aber zugegebenen Maßen war ich dabei vermutlich auch zu abstrakt im Wording bzw. zu abstrakt in den Beispielen. Mit Opitz ist mir das spürbar bewusst geworden. Opitz geht sogar noch einen Schritt weiter. In Bezug auf Qualität macht er keine Kompromisse – so seine Worte. Qualität steht bei ihm aber nicht nur für ein gutes Produkt, sondern geht weit darüber hinaus, rückt die Natur und das menschlich Verbindende in den Fokus.

Qualität heißt, sich der Verantwortung für sich und seiner Umwelt bewusst zu sein. Mit Witz und Charme sich der Kräfte der Natur hingeben – und genau das führt zur Pole Position. Das ist das Spiel, das was die Wirtschaft im positiven Sinn antreiben kann.

Wenn man das, was uns Menschen ausmacht, Schöpfungsgeist, Strebsamkeit, Reflexionskraft, Anteilnahme, Liebe, … vorwiegend nur angelehnt an Zahlen, Daten, Fakten, effizient, analog und vermehrt ausschließlich digital managt und zu vermarkten drängt, verlieren wir an Würde, verlieren wir Achtung vor dem Leben – fühlen uns aber dann auch irgendwie unbefriedigt. Sodann beginnen wir zu suchen, uns im außen mit Dingen vollzustopfen. Wir werden zu Getriebenen, kaum noch wahrnehmend was uns wirklich erfüllt. Selbst den Ehrgeiz, die Pole Position zu erreichen, verlieren wir, begnügen uns mit Mittelmäßigkeit, fühlen uns aber gleichzeitig darin auch nicht befriedigt – ein menschliches, ein wirtschaftliches Hamsterrad …

Vielleicht kann Dir jetzt zum Abschluss von diesem nicht unbedingt leicht verdaulichen Artikel der Eselsbiss, der Pino Gris von Opitz auf die Sprünge helfen, oder auch der Gänsemarsch – eine witzige Metapher für einen Cuvée, aber auch für Teambuilding.

Respektvolle Grüße

Günther

 

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