Schock-Prognosen fordern die deutsche Wirtschaft heraus

Schock-Prognosen fordern die deutsche Wirtschaft heraus

Ein Weltbankbericht geht davon aus, dass bis 2050 140 Millionen Klimaflüchtlinge zu zählen sein werden.[1]

Die nächsten Jahre sind wahrscheinlich die wichtigsten unserer Geschichte.[2]

Hans Joachim Schellnhuber, Klimaforscher und Gründungsdirektor des Potsdamer-Instituts für Klimafolgenforschung, spricht davon, dass die Folgen sich veränderter Umwelten durch ein Übermaß an Nutzung fossiler Brennstoffe von Wirtschaft, Politik und Gesellschaft heruntergespielt werden [3] – das kann bald fatale Folgen mit sich ziehen.

  • Die größte Gefahr stellt nach Richard David Precht die Migration dar – die Migration aufgrund eines Öko-Kollaps. Die Digitalisierung ist darin gut eingebettet, in einer jedoch anderen Art von Gefahr, die vielmehr von Seiten des Energie-Verbrauches und weniger von Seiten der Jobverluste zu analysieren ist. Der Energie-Verbrauch der Digitalisierung ist immens, und wenn das weiterhin mit klassischen Energieträgern zu bewerkstelligen versucht wird, dann erleben wir alle den Öko-Kollaps mit Folgen, die unser Vorstellungsvermögen bei weitem übersteigen. So skizzieren ForscherInnen in einem neuen Report, dass Mitte des Jahrhunderts die Zivilisation wie wir sie kennen voraussichtlich enden wird. Die Menschheit wird zwar irgendwie überleben, aber fast alles, was sie in den letzten 2000 Jahren aufgebaut hat, wäre verloren.[4]

  • Meine Botschaft an alle Zweifler, die mit Täuschung arbeiten ist einfach, sagt Arnold Schwarzenegger beim Austrian World Summit 2019: Irgendwann wird die Wahrheit auch Euch einholen. Die Lügen müssen aufhören, jetzt! All jene, die den Umweltschutz zurückhalten, wird nichts anderes mehr überbleiben, als das Schlamassel bald in den eigenen Händen zu halten. Es braucht endlich echte Lösungen und keinen Bullshit […]

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Mag sein, dass nach diesen ersten Aussagen bereits einige aussteigen, und den Artikel nicht mehr weiterlesen wollen. Manche werden diese Schwarzmalerei als Übertrieben erachten und verurteilen, dass mit plakativen negativen Aussagen über die Zukunft viel schlecht geredet wird. Das mag stimmen, doch ich fürchte, dass das was aktuell getan wird, politisch, unternehmerisch, gesellschaftlich vielleicht wirklich nicht ausreicht. Ich weiß, dass werden viele gar nicht gerne hören bzw. sogar als heuchlerisch bezeichnen.

Mit einer zu radikalen Umweltschutzaufforderung vergrault man die Unternehmen, deren Führungskräfte, die Politik, …, all jene, die scheinbar hoffen, dass die Umwelt es schon irgendwie schaffen wird – 1 oder 2 Grad mehr auf der Erde ist doch gar nichts. Leider stimmt das nicht. 2 Grad mehr ist vielmehr als wir uns gedanklich mit den damit zusammenhängenden Folgen ausmalen können bzw. wollen. Sie wissen das so wie ich. Doch wir verlieren alle gemeinsam die möglichen Folgen einer Klimakatastrophe schnell aus dem Bewusstsein, sobald es darum geht, das Business am Laufen zu halten, Gewinne zu generieren, die persönlichen Ziele erreichen zu wollen.

Ich selbst kann die Klima- und Umweltrelevanz, wenn ich ehrlich bin, auch nicht in der Dimension erfassen und glauben, dass beispielsweise eine Erderwärmung aufgrund der Art und Weise wie wir Energie verheizen, Ressourcen verschwenden, … wirklich so heftige Folgen haben kann, wie ExpertInnen sagen. Aber auf der eigenen Meinung zu beharren, die Umweltbelastungen scheinen noch vertretbar zu sein, ist auch nicht mehr mit 100% Überzeugung zu vertreten. Es ist fast beschämend, die mit unserer Lebensweise verbundenen Folgen und Gefahren noch immer auszublenden bzw. zu verharmlosen. Das kann an dem Punkt wo wir alle gemeinsam jetzt stehen, vielleicht tatsächlich Folgen mit sich bringen, die man, hätte man es früher in der Heftigkeit eingesehen, vermutlich nicht zugelassen hätte.

Lassen Sie mich 3 Fakten anführen, die, insbesondere im Punkt 3, deutlich zeigen, dass die Auseinandersetzung mit Klima- bzw. Umweltschutz für Sie als Unternehmen wichtig sein könnte – nicht bloß, um einen guten Ruf in der Öffentlichkeit zu verteidigen, sondern um die Zukunft Ihres Unternehmens, Ihre persönliche Zukunft und die Ihrer Kinder und Enkelkinder sicherzustellen.

Fakt 1

90 Prozent aller Menschen weltweit sind verschmutzter Luft ausgesetzt, und rund 7 Millionen Menschen sterben jährlich daran. Es gibt bereits mehr Tote durch Luftverschmutzung als durch Aids, Tuberkulose und Kriege.[5]

Das mag auf den ersten Blick für die Wirtschaft nicht relevant sein. Aber auf den zweiten und dritten Blick hat das auch für Unternehmen gravierende Folgen. Die Kosten müssen u.a. durch die Sozialsysteme getragen werden. Die bisher stark subventionierten fossilen Energieträger könnten diese Unterstützung dann verlieren, weil das Sozial- und Gesundheitssystem mehr Geld benötigt. Das hat wiederum Folgen für Unternehmen – was uns gleich zum nächsten Punkt führt.

Fakt 2

Fossile Energieträger werden weltweit mit 5,3 Billionen Dollar subventioniert. Das ist mehr als für den Gesundheitssektor ausgegeben wird. Der Weltwährungsfond (IWF) hat aufgerufen, endlich den Verbrauch von Kohle, Öl und Gas nicht mehr weiter zu fördern.[6]

Mag sein, dass Sie als Manager davon ausgehen, dass es nie dazu kommt, dass die Subventionen fossiler Energieträger wirklich radikal gekürzt werden. Doch können Sie wirklich sicher gehen, dass Ihre Annahme stimmt?!

Die Wirtschaft, aber auch die Politik stehen vor einem Dilemma:

  • Wenn weiterhin fossile Energie im umfassenden Maß genutzt wird, dann bewirken wir vielleicht wirklich bald einen Öko-Kollaps?! Dann trifft es alle in einer Weise, die man sich nur schwer vorstellen kann.

  • Wenn man jetzt politisch die Reißleine zieht, sprich die Subventionen fossiler Energie radikal kürzt, dann könnte das die Unternehmen unangenehm treffen, weil sich diese vielleicht noch immer nicht entsprechend auf ein solches Ereignis eingestellt haben, weil man die Nutzung fossiler Energien als weiterhin selbstverständlich erachtet?

Mag sein, dass Ihr Unternehmen davon nicht betroffen ist. Für andere, selbst für mögliche Betroffene mag dieses Szenario, die deutliche Kürzung der Subventionierungen von fossilen Energieträgern, an den Haaren herbeigezogen sein. Doch man sollte dieses Szenario auch nicht ganz aus dem Blick streichen – insbesondere jetzt, wo von immer mehr Seiten zu hören ist, dass wir einem Öko-Kollaps entgegensteuern.

China macht in Bezug auf Umweltschutz einen deutlichen Schwenk. Das ist zwar für viele eine Augenauswischerei. Aber es zeigt, dass selbst beim Wachstumstreiber China der Umweltaspekt mehr in den Fokus rückt – nicht, weil China so umweltfreundlich ist, sondern mehr aus Angst, durch Umweltprobleme das angestrebte Wachstum nicht erreichen zu können.

Das führt uns weiter zu Punkt 3, der für die Wirtschaft vielleicht am ehesten dazu führt, radikaler und vor allem schneller umzudenken.

Fakt 3

Klimawandel kostet Wachstum – genau das, was jedoch die Wirtschaft braucht, um weiterhin Erfolge generieren zu können.[7]

Das Kieler Institut für Wirtschaftsforschung (IfW) hat ausgerechnet, dass durch den Klimawandel das Wirtschaftswachstum auf jeden Fall gebremst wird.[8] Das hat wiederum zur Folge, dass Arbeitsplätze verloren gehen. Unternehmen schließen und die Staatseinnahmen sinken mit den Konsequenzen: der Sozialstaat, das Gesundheits- und das Bildungswesen lassen sich nicht mehr finanzieren.[9] Das hat wiederum Nachwehen auf die Wirtschaft und Folgen auf Ihre Verantwortlichkeit, weitere Erfolge im Unternehmen zu generieren.

Nach Hartmut Rosa, Zeitforscher, Direktor des Max-Weber Kollegs, Professor an der Universität Erfurt und an der Friedrich-Schiller-Universität Jena, steuern wir nach allen Ecken auf eine Krise zu:[10]

  • 35% der globalen Landfläche und 55 Prozent der Weltbevölkerung sind an mehr als 20 Tagen im Jahr tödlicher Hitze ausgesetzt, Teile der betroffenen Gebiete werden unbewohnbar.[11]

  • Auf mehr als 30% der Erdoberfläche entstehen Wüsten, 2 Milliarden Menschen sind von Wasserknappheit bedroht.[12]

  • In den meisten Regionen sinkt die Lebensmittelproduktion aufgrund der Erderwärmung, gleichzeitig wächst aber weltweit die Bevölkerung noch weiter an, auf 11,2 oder sogar 20 Milliarden.[13]

Die Prognosen sind nicht mehr an den Haaren herbeigezogen – es sind Fakten, und die Fakten werden Einfluss nehmen auf das Weltgeschehen und auf die Wirtschaft.

Das Problem ist nach Armin Nassehi, Deutschlands wichtigster Gegenwartsanalytiker, dass wir nur noch Ziele haben. Ziele formulieren kann jeder. Aber dabei vergisst man, dass wenn man ein Ziel formuliert, das noch nicht die Lösung ist.[14] Die Lösung kann nach Nassehi nur darauf aufgebaut werden, die unterschiedlichen Logiken der unterschiedlichen Systeme ineinander zu übersetzen, sprich die Wirtschaft muss weiterhin Geld verdienen können, die PolitikerInnen müssen wiedergewählt werden können, rechtliche Normen müssen gelten dürfen, UmweltaktivistInnen und KlimaexpertInnen dürfen für den Schutz der Umwelt kämpfen. Medien brauchen jeden Tag etwas zu melden, usw …[15]

Das ist nach Nassehi die Kompetenz der Zukunft, die unterschiedlichen Logiken aufeinander zu beziehen. Mit klassisch getrennt für sich agierenden Logiken ist es nicht möglich, die Umwelt-Probleme zu lösen. Das CO2 Problem lässt sich weder als Gerechtigkeitsproblem noch mit der eher bürgerlichen Idee des freiwilligen Verzichts und schon gar nicht mit Staatslenkung und Verboten lösen. Die Herausforderungen sind so groß, da bleibt uns nichts anderes übrig, als das große Gespräch zu führen.[16]

Das Problem ist jedoch, dass diese Logiken oft gegeneinander arbeiten und auch nicht von einer Stelle aus kausal zu steuern sind. Deshalb braucht es dringlich neue Bündnisse von AkteurInnen unterschiedlicher Systemlogiken. Es braucht neue Orte, Foren, in denen sich die unterschiedlichen Logiken gegenseitig verunsichern können – ein äußerst wichtiger Punkt, sich gegenseitig verunsichern, um der Realität ins Auge sehen zu können. Man muss sich dabei den Konflikten offen stellen und Verantwortung übernehmen.[17]

  • Wenn Sie bis zu diesem Punkt noch nicht in Anklage zu dem Artikel gehen, sondern vielleicht ernsthaft nachdenklich gestimmt sind, was konkret bewegt Sie nachzudenken? Was geht Ihnen jetzt im Moment durch den Kopf?

  • Glauben Sie, dass die Menschheit den Klimawandel noch aufhalten kann, insbesondere dann, wenn Wirtschaft, Politik oder Umwelt-AktivistInnen Ziele getrennt voneinander formulieren und getrennt voneinander zu lösen versuchen?

  • Oder meinen Sie, dass die möglichen Folgen vom Klimawandel ohnehin nur plakativ zur Aufheizung und Meinungsmache manipuliert dargestellt werden, so wie es u.a. Trump sieht?

Wie dem auch sei, einer Tatsache müssen sich Unternehmen, die Automobilbranche aber auch andere stellen – nämlich der Kehrwendung der ChinesInnen, die E-Mobilität nicht mehr länger fördern zu wollen, sondern stattdessen auf Wasserstoffautos zu setzen – ganz nach japanischem und kalifornischem Vorbild.[18]

China galt bisher als entscheidender Markt für den Absatz batterieelektrischer Fahrzeuge – das wird sich ändern, schneller als vielen lieb sein wird. Bei den chinesischen Behörden wächst das Bewusstsein für die zahlreichen Nachteile batterieelektrischer Autos gegenüber Wasserstoffautos und auch dem klassischen Verbrenner. Besonders schwer wiegen die Umweltprobleme – sowohl beim Gewinnen der erforderlichen Schwermetalle als auch beim Entsorgen der giftigen Abfälle. Staatliche Subventionen werden von nun anstatt in Elektroautos in die Entwicklung der Wasserstoff-Brennstoffzelle gesteckt. Die EV-Industrie wird schon bald die grausame Realität finanzieller Einbußen erleben.[19]

Frank Böttcher, Meteorologe, Wetterforscher, sieht den Umstieg auf Elektromobilität ebenfalls kritisch. Elektromobilität ist bloß eine Übergangstechnologie. Wasserstoff wird die Zukunft werden, und hat in fachkundigen Kreisen ohnehin schon die Nase vorn.[20] Forscher des Wuppertal Instituts für Klimaforschung sagen: Der ökologische Rucksack, also die Summe der Umweltbelastung durch alle bei der Herstellung verwendeten Materialien, ist bei der E-Mobilität im Vergleich zu Verbrennungsmotoren doppelt so hoch.[21] Deutschland möchte jedoch weiterhin auf die Elektromobilität setzen, und die wasserstoffgetriebene Brennstoffzelle als Antriebsoption vernachlässigen.[22]

Rosa spricht aktuell davon, dass sich der Rationalitätsstandard senkt, was umgangssprachlich heißt: Die Zahl der Fehlentscheidungen steigt. EntscheiderInnen wissen offenbar nicht mehr, was sie tun können bzw. sollen.[23]

Prof. Michael Braungart, Verfahrenstechniker, Chemiker, Prof. an der Erasmus-Universität Rotterdam, Geschäftsführer der Environmental Protection Encouragement Agency Internationale Umweltforschung GmbH in Hamburg (EPEA), kritisiert schon lange, dass man immer wieder auf das falsche Pferd setzt. Man versteht nicht oder will nicht verstehen, das richtige zu tun im Verständnis der ganzheitlichen Betrachtung. Stattdessen lässt man sich vom Effizienz- und Gewinnstreben blenden, übersieht damit jedoch, dass man sich selbst für die Zukunft ein Bein stellt und fallen wird.

Es braucht nach Braungart, Nassehi, u.a. weit mehr Lösungen dafür, was nicht mehr gemacht werden soll, in der Mobilität, in der Industrie und Landwirtschaftsproduktion, beim Fleischessen, … Wenn man Menschen jedoch etwas wegnimmt, muss man ihnen etwas anderes geben. Man muss Unternehmen helfen, mit den richtigen Sachen Gewinne zu machen.

  • Es braucht neue Modelle zwischen Staat und Wirtschaft,

  • ein neues Verhältnis zu Gewerkschaften, die sich auch auf Transformation einstellen.

  • Es braucht intelligente Steuerungen durch technische, rechtliche und ökonomische Anreizformen, wo die unterschiedlichen Logiken ineinander übersetzt wirken und sich nicht in einer zentralen Idee aufheben.[24]

  • Rosa sieht es ähnlich und unterstreicht das, indem die alten Hierarchien, oft im Silodenken gefangen, aufgelöst werden sollten, um die verschränkten Logiken miteinander in einer neuen Unternehmenskultur zum Agieren kommen lassen zu können.[25]

Schellnhuber reflektiert, auch selbstkritisch, dass sich alle zusammen viel zu lange aus der Verantwortung gestohlen haben. Gleichzeitig muss er gemeinsam mit seinen KollegInnen erdulden, dass die Mails von GegnerInnen gehackt werden, und eine regelrechte Treibjagd auf KlimaforscherInnen abgehalten wird. Schellnhuber erklärt sich diese Reaktion durch eine kognitive Dissonanz. Er meint, der Klimawandel stellt für die Menschen ein derart großes Problem dar, bei dem eigentlich niemand weiß, wie man es in den Griff bekommen kann, sodass dieses Problem verdrängt wird.[26]

Der Klimawandel löst eine Art Ohnmacht aus, macht Angst, die man verdrängt, wodurch innovative, neue Ideen in der Produktions- und Wirtschaftsweise bereits im Keim ersticken. Lt. einer Studie wird Angst als Innovationsverhinderer Nummer Eins genannt. Knapp jede zweite Führungskraft befürchtet einen Machtverlust, wenn echte Innovationen gesetzt werden.[27] Die Überspielung der Angst ist dabei gar nicht der schlimmste Aspekt, sondern vielmehr die Tatsache, dass durch Angst zielführendes, verantwortungsbewusstes Denken und Handeln verhindert wird.[28]

Die gute Meldung, die Begrenzung der Erderwärmung auf 1,5 Grad Celsius ist noch machbar – aber wirklich dringend notwendig. Das geht aus einem Sonderbericht hervor, den der Weltklimarat (IPCC) im Oktober 2018 in Südkorea vorstellte. Nötig seien dafür jedoch schnelle, weit reichende und nie dagewesene Veränderungen in allen Bereichen, Politik, Wirtschaft, Gesellschaft. Die globalen Treibhausgas-Emissionen müssten bis 2030 um 45% unter das Niveau von 2010 fallen. Die Veränderungen dürfen nicht nur die Form der Stromerzeugung oder der Fortbewegung umfassen, sondern auch die Art der Landwirtschaft, Industrieprozesse und die städtische Infrastruktur.[29] Der Wechsel einer Linearwirtschaft hin zu einer Kreislaufwirtschaft ist ein Lösungsansatz.

Resümee

Wir müssen alle Federn lassen, damit neue wachsen können. Man müsste mit denen arbeiten, die eher maximal unterschiedlich als maximal ähnlich sind.[30]

Im Verständnis von Nassehi sollten wir Konkurrenzdenken in einer anderen Art nutzen, miteinander verschränkt die Konkurrenz zum Miteinander werden lassen, sich gegenseitig mit den unterschiedlichen Logiken und Perspektiven klar aufzeigen, was die Herausforderungen sind und gemeinsam Lösungen umsetzen. Dafür braucht es dringend neue Bündnisse von AkteurInnen unterschiedlicher Systemlogiken. Es braucht neue Orte, Foren, in denen sich die unterschiedlichen Logiken gegenseitig verunsichern können. Und so frage ich Sie und mich selbst:

  • Sind wir bereit, uns verunsichern zu lassen und gemeinsam, statt in Konkurrenz zu anderen Systemlogiken die Herausforderungen zu managen?

  • Welche nächsten Schritte müssten wir konkret dafür setzen?

  • Wieviel Zeit widmen wir den neuen Bündnissen bzw. welche Bündnisse, die außerhalb unserer Systemlogik agieren, würden wir als erstes kontaktieren und uns mit denen auseinandersetzen?

  • Oder enthalten wir uns weiterhin einer Auseinandersetzung, so wie es ein Finanzvorstand eines großen Dax-Konzerns in kleiner Runde zugibt: Wir warten, wir verschieben Entscheidungen.[31]

Weder die verbrauchten Rohstoffe noch das Artensterben kann sich im Rahmen einer Wirtschaftsperiode so erholen, dass es wie zu Beginn dieser Periode war – es wird deutlich länger dauern, nicht 50 Jahre, nicht 100 Jahre, nicht 1000 Jahre, sondern Millionen Jahre. Es braucht lt. Forschung etwa zehn Millionen Jahre, bis die aktuelle Formenvielfalt, und sogar 20 Millionen Jahre, bis die volle Zahl an Spezies wieder erreicht sein könnte.[32]

Ihr Günther Wagner

 

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Informationsquellen:

[1] Rühle, Alex im Interview mit Schellnhuber, Hans Joachim: Gegen die Wand. In: Süddeutsche Zeitung Nr. 110. 15. Mai 2018. Feuilleton.
[2] https://www.sueddeutsche.de/wissen/bericht-weltklimarat-klimawandel-1.4160538?fbclid=IwAR3CNg1blrBbo4sgeZOsSTpUVOTUVdClpkDPfCDO0MLLvKMbwqfJNs7nlkc. Am 2019-06-19 gelesen.
[3] Rühle, Alex im Interview mit Schellnhuber, Hans Joachim: Gegen die Wand. In: Süddeutsche Zeitung Nr. 110. 15. Mai 2018. Feuilleton.
[4] https://www.focus.de/wissen/klima/klimakatastrophe-forscher-sehen-menschheit-mitte-des-jahrhunderts-am-ende_id_10802940.html?fbclid=IwAR1h0agfsivMYS_fJ1fnKxmi0D7MVFVW70uFBhLxw-xMvSyxdUVanH7lBY4. Am 2019-06-18 gelesen.
[5] https://diepresse.com/home/ausland/Energiewende_Schwarzenegger-beim-AustrianWorld-Summit-optimistisch. Am 2018-05-22 gelesen.
[6] https://www.welt.de/wirtschaft/energie/article141084514/Die-Welt-steckt-mehr-Geld-in-Oel-als-inGesundheit.html. Am 2018-05-22 gelesen.
[7] http://www.handelsblatt.com/politik/konjunktur/ifw-prognose-klimawandel-kostetwachstum/2767186.html. Am 2018-05-22 gelesen.
[8] http://www.handelsblatt.com/politik/konjunktur/ifw-prognose-klimawandel-kostetwachstum/2767186.html. Am 2018-05-22 gelesen.
[9] Rosa, Hartmut: Im Reich der Geschwindigkeiten. In Philosophie Magazin. Nr. 02/2018. Philomagazin Verlag GmbH. Berlin.
[10] http://www.fr.de/wissen/gesellschaft-die-welt-ist-von-einer-angst-epidemie-befallen-a-1413026. Am 201805-22 gelesen.
[11] https://www.focus.de/wissen/klima/klimakatastrophe-forscher-sehen-menschheit-mitte-des-jahrhunderts-am-ende_id_10802940.html?fbclid=IwAR1h0agfsivMYS_fJ1fnKxmi0D7MVFVW70uFBhLxw-xMvSyxdUVanH7lBY4. 2019-06-18 gelesen.
[12] https://www.focus.de/wissen/klima/klimakatastrophe-forscher-sehen-menschheit-mitte-des-jahrhunderts-am-ende_id_10802940.html?fbclid=IwAR1h0agfsivMYS_fJ1fnKxmi0D7MVFVW70uFBhLxw-xMvSyxdUVanH7lBY4. 2019-06-18 gelesen.
[13] https://www.focus.de/wissen/klima/klimakatastrophe-forscher-sehen-menschheit-mitte-des-jahrhunderts-am-ende_id_10802940.html?fbclid=IwAR1h0agfsivMYS_fJ1fnKxmi0D7MVFVW70uFBhLxw-xMvSyxdUVanH7lBY4. 2019-06-18 gelesen.
[14] http://www.taz.de/Soziologe-ueber-Klimawandel/!5600327/. Am 2019-06-18 gelesen.
[15] http://www.taz.de/Soziologe-ueber-Klimawandel/!5600327/. Am 2019-06-18 gelesen.
[16] http://www.taz.de/Soziologe-ueber-Klimawandel/!5600327/. Am 2019-06-18 gelesen.
[17] http://www.taz.de/Soziologe-ueber-Klimawandel/!5600327/. Am 2019-06-18 gelesen.
[18] https://www.automobil-industrie.vogel.de/china-die-zukunft-gehoert-der-brennstoffzelle-a-835176/. Am 2019-06-18 gelesen.
[19] https://www.automobil-industrie.vogel.de/china-die-zukunft-gehoert-der-brennstoffzelle-a-835176/. Am 2019-06-19 gelesen.
[20] https://www.abendblatt.de/meinung/article216489581/Wasserstoff-wird-Antrieb-der-Zukunft.html?fbclid=IwAR00IANreabBT_YDse3e81ACdT9CL-9Vs7il63Kvu_OgpgEX8kEVu2h3OzQ. Am 2019-06-19 gelesen.
[21] https://www.daserste.de/information/reportage-dokumentation/dokus/sendung/kann-das-elektro-auto-die-umwelt-retten-100.html. Am 2019-06-19 gelesen.
[22] https://www.welt.de/wirtschaft/article190734171/Japan-Regierung-und-Toyota-setzen-auf-Wasserstoffautos.html. Am 2019-06-19 gelesen.
[23] https://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/dax-manager-zukunft-unternehmensfuehrung-1.4486564. Am 2019-06-19 gelesen.
[24] http://www.taz.de/Soziologe-ueber-Klimawandel/!5600327/. Am 2019-06-18 gelesen.
[25] https://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/dax-manager-zukunft-unternehmensfuehrung-1.4486564. Am 2019-06-19 gelesen.
[26] Rühle, Alex im Interview mit Schellnhuber, Hans Joachim: Gegen die Wand. In: Süddeutsche Zeitung Nr. 110. 15. Mai 2018. Feuilleton.
[27] https://berufebilder.de/2016/angst-digitaler-transformation-falsche-glaubenssaetze-besiegen-groessteninnovationskiller/. Am 2017-09-12 gelesen.
[28] http://karrierenews.diepresse.com/home/ratgeber/management/5110557/Dahinter-kommen-gut-gegen-Angst. Am 2017-09-12 gelesen.
[29] https://www.sueddeutsche.de/wissen/bericht-weltklimarat-klimawandel-1.4160538?fbclid=IwAR3CNg1blrBbo4sgeZOsSTpUVOTUVdClpkDPfCDO0MLLvKMbwqfJNs7nlk. Am 2019-06-19 gelesen.
[30] http://www.taz.de/Soziologe-ueber-Klimawandel/!5600327/. Am 2019-06-18 gelesen.
[31] https://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/dax-manager-zukunft-unternehmensfuehrung-1.4486564. Am 2019-06-19 gelesen.
[32] https://www.msn.com/de-at/nachrichten/wissenundtechnik/die-natur-erholt-sich-vom-menschen-in-millionen-jahren/ar-BBVJRqH?ocid=spartandhp. Am 2019-04-09 gelesen.

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