Wenn Quantencomputer zum Einsatz kommen, wer arbeitet dann noch in Ihrem Unternehmen, als was?

Wenn Quantencomputer zum Einsatz kommen, wer arbeitet dann noch in Ihrem Unternehmen, als was?

In zahlreichen Artikeln habe ich versucht, auf die mit der digitalen Transformation verbundenen Chancen, wie auch Risiken aufmerksam zu machen. Dafür habe ich u.a. die Kritik geerntet, ich würde immer mehr ins Blabla abdriften. Auf meinen Post mit der Frage, was für Themen bzw. Aussagen relevant oder eben Blabla sind, habe ich nicht wirklich viel Resonanz bekommen.

Wie dem auch sei, vielleicht habe ich einige mit meinen Ansichten persönlich getroffen, das Weltbild mancher irritiert. Ein Meeting, vielmehr ein offenes, wertschätzendes Beisammensein in München mit einem der weltweit führenden IT-Köpfe eines DAX 30 Unternehmens, dessen Name ich jedoch anonym zu halten versprochen habe, mit Prof. Christine Vallaster, Leiterin Fachbereich Marketing & Relationship Management an der FH Salzburg, mit Alexandra Woditschka-Wagner, Soziologin und mir, bestätigte jedoch erneut, dass es in Bezug auf die Zukunft der Unternehmen, speziell was die Digitalisierung betrifft, deutlich mehr Auseinandersetzung bedarf – insbesondere den Blick über den Tellerrand, der jedoch oftmals als Blabla interpretiert wird.

Im Gespräch in München wurde offen und ehrlich auf den Tisch gelegt, dass die wirtschaftliche Sichtweise alleine nicht mehr ausreicht, um die Probleme zu lösen. Im Meeting haben wir versucht, von unterschiedlichen Positionen und beruflichen Hintergründen heraus, die aktuelle Situation zu erfassen. Wir sprachen über Krisenmanagement, über die Sensibilität hochgradig verschränkter Systeme, über Ignoranz, fehlende Courage, falsches Vertrauen bzw. zu wenig Lebensvertrauen, von Machtbesessenheit, Luftschlösser in Form finanztechnisch höchst ausgefeilter, jedoch fragwürdiger Produkte, …, sogar darüber, dass Businessschools heutiger Prägung ausgedient hätten. Das Wissen, und die damit verbundene geistige und emotionale Haltung, kann die umfassenden Herausforderungen nicht mehr adäquat erfassen und in der Folge lösen. Wir sprachen über Bewusstseinsarbeit, wie dringlich das wäre, aber auf Skepsis und Abwehr stößt, uvm …

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Für wirtschaftliche Hardliner*innen wäre dieses Gespräch vermutlich als Blabla und verlorene Zeit abgeurteilt worden. Für andere wäre die Diskussion vielleicht eine willkommene Abwechslung gewesen, ungezwungen, ehrlich, frei von der Leber heraus, das was einen gerade drückt, egal was es sein mag, auf den Tisch zu packen, ohne dafür gleich schief angesehen zu werden. Anders Indset, einer der global führenden Wirtschaftsphilosophen, Keynote-Speaker, Gastlektor an führenden internationalen Business-Schools, vertrauter Sparring-Partner für CEOs und Politiker*innen, verkörpert selbstbewusst und zu 100% das, was wir im Meeting mehr als 2 Stunden lang als scheinbares Blabla durch die Luft wirbeln ließen: Es kann so nicht mehr weitergehen. Profitmaximierung ist eine Fehlentwicklung und Digitalisierung muss tiefgreifender und umfassender durchdacht werden.

Mit Indset habe ich, neben den oben genannten Personen aus dem Meeting in München, den Mitarbeiter*innen von VORSRUNGatwork, Peter Kruse, Gunter Dueck, David Richard Precht, Yuval Noah Harari, Michael Braungart, Hartmut Rosa, u.a.., einen weiteren bemerkenswerten, insbesondere auffälligen, expressiven Mitdenker gefunden. Indset und mich verbinden viele Gemeinsamkeiten in unseren Reflexionen – großer Unterschied: Indset ist deutlich radikaler, direkter, pointierter, deutlich aufsehenerregender, ich hingegen unauffälliger, stiller, mehr aus dem Hintergrund heraus wirkend, was nicht heißt, dass ich nur schreibe – im Gegenteil, die Anfragen an mich für Key-Notes steigen. Das versuche ich mir dahingehend zu erklären, dass doch mehr über den Tellerrand zu blicken suchen, zu zweifeln beginnen, ob die verheißungsvollen angereizten Strategien tatsächlich reichen, um für eine höchst komplexe Zukunft entsprechend gewappnet zu sein.

Vielleicht kennen auch Sie Indset, seine Sichtweisen und Analysen über die Digitalisierung, sehen in ihm eine charismatische, weitblickende Persönlichkeit – vielleicht sogar eine Galionsfigur im Digitalisierungsprozess – worüber ich letzte Woche im Artikel, Braucht New Work eine Galionsfigur, mir ernsthaft Gedanken gemacht habe. Andere hingegen mögen Indset für egozentrisch, dramatisch halten, der einfach nur Aufsehen erregen will. Wie dem auch sei. Er erreicht jedenfalls viele Menschen, vielleicht mehr die Jüngeren unter uns. Aber, ob man will oder nicht, dieser Mann wird gehypt, und damit zirkulieren seine Gedanken in den Köpfen weltweit, bei TV-Talks, Vorträgen, Kongressen, in den Sozialen Medien. Indset drückt auf extravagante Weise aus, was andere mehr im Stillen, ungesehen, ungehört, beispielsweise auch wir im Meeting in München, denken – nämlich: der Hut brennt.

Die Risiken der Wirtschaft

Die 3 größten Bedrohungen für die Wirtschaft, die auch noch verschränkt ineinanderwirken und sich damit aufschaukeln, sind nach Indset [1] und auch nach meinem Verständnis:

  1. Bevölkerungswachstum in Verbindung mit Klimaerwärmung und dem Streben nach Gleichheit für alle ohne Grenzen – das hat Folgen, auch für die Wirtschaft, wie ich u.a. in meinem Artikel Schockprognosen fordern die deutsche Wirtschaft heraus, zu veranschaulichen suchte.

  2. Automatisierung und Kompensation von Arbeiten, die von Algorithmen übernommen werden. Die Macht verschiebt sich von der zwischenmenschlichen Macht hin zur Macht in Algorithmen. Die Künstliche Intelligenz (KI) wird bis zum Jahr 2050/2060 imstande sein, alle spezifizierbaren Tätigkeiten und auch viele kreative Arbeiten besser zu bewerkstelligen, als Menschen es tun, und damit Menschen ersetzen – die Folgen: Arbeitslosigkeit zwischen milde ausgedrückt 50% bis realistisch gedacht etwa 80%. Das maschinelle Lernen wird ein echter „Game Changer“ werden. Nicht ohne Grund habe ich in einem meiner zahlreichen kritischen Artikel in Bezug auf die Digitalisierung die Frage gestellt: Wie sicher ist Ihre Position als Manager im Digitalisierungsprozess?

  3. Exponentielle Fortschritte in Nano- und Biotechnologie, werden die Wirtschaft ebenfalls verändern. Diese Bereiche finden jedoch neben der Digitalisierung selten explizit Erwähnung, besitzen jedoch Durchschlagskraft, und könnten die Wirtschaft und deren Strukturen in kaum erfasster Weise verändern.

Um mit den beispiellosen technologischen und ökologischen Verwerfungen des 21. Jh. fertig zu werden, müssen so bald wie möglich neue gesellschaftliche und damit verknüpft wirtschaftliche Modelle entworfen werden, um die wirtschaftliche Entwurzelung einer Maße von Menschen abzufedern und gleichzeitig die Eliten vor dem Volkszorn zu schützen.[2]

So formuliert es Yuval Noah Harari, israelischer Historiker, 2017 mit dem Deutschen Wirtschaftsbuchpreis ausgezeichnet. Indset, wie auch ich und andere, stehen in ihren Analysen dem nichts hinterher und sehen es aktuell als essenziell an, sich die Frage zu stellen, was nach der Digitalisierung kommt? Es ist nach Indset eine existenzielle philosophische Frage, die vergleichbar ist mit der Frage, ob es ein Leben nach dem Tod gibt [3] – entsprechend drängt Indset, sich ernsthaft mit folgenden Fragen, u.a. von mir ergänzt, auseinanderzusetzen:[4]

  • Wohin transformieren sich die Unternehmen?

  • Wie soll die Zukunft der Unternehmen aussehen, welche Rolle spielen dabei noch der Mensch, die Führungskräfte, die Mitarbeiter*innen – u.a. unter der Berücksichtigung, dass möglicherweise bereits in 10 Jahren 50% der Arbeitsplätze auf allen Ebenen durch Roboter und KI ersetzt werden können?

  • Welcher Lebensweise, Arbeit gehen die Menschen nach, wie hoch wird die Kaufkraft sein, welche Produkte werden nachgefragt, oder vielleicht wunschgemäß, unter Umständen aber notwendigerweise mehr gemietet und geshart, …?

Auch ich stelle mir diese Fragen, von unterschiedlichen Seiten betrachtet – von der unternehmerischen in Verbindung mit meinem Job als Berater, Coach, von der persönlichen, u.a. aus meiner Rolle als Vater heraus, der für seine Kinder eine Zukunft sehen möchte, die nicht von Umweltdramen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Problemen überschüttet wird. Das führt mich zu der Einsicht, dass die Beantwortung dieser Fragen eigentlich nur dann wirklich ehrlich und tiefgreifend sein kann, wenn man sich den Gefühlen stellt, die diese Fragen bei tieferer Betrachtung aufwerfen, beispielsweise …:

  • Zweifel an der Relevanz solcher Fragen für die Problembewältigung in der Wirtschaft, damit Ärger, Abwehr, Ignoranz, Abwertung mit den Folgen, dass bestimmte Auseinandersetzungen als BlaBla betrachtet werden, …

  • gleichzeitig unbewusst Ängste, vielleicht sogar Ohnmacht, das will man nicht, dann schiebt man das schnell weg, sollen sich doch andere, die Politik, NGOs, … Gedanken machen und Lösungen finden, die wirken, aber für die man selbst nichts tun oder verändern muss …

  • unangenehme Unruhe zeigt sich dennoch, weil man hie und da doch einen Blick über den Tellerrand hinaus in die Welt macht und sieht, es könnte unter Umständen heikler sein als gedacht. Aber das löst auch wieder Angst aus – und das noch dazu in zwei verschiedene Richtungen, diametral laufend: Einerseits Angst vor Umweltproblemen und gesellschaftlichen Umwälzungen, andererseits Angst, wenn man die Unternehmen und Ziele kritisch hinterfragt, dann könnte man den Job, Macht, Geld verlieren, … Was tun. Man wählt das, was im Moment für einen selbst leichter zu handeln scheint, sprich man bleibt fixiert auf die Wachstumsideologie und fördert wenig reflektiert die Digitalisierung, und hofft, es wird schon nicht so schlimm werden mit den möglichen Folgen, …

Einigen ist bewusst, u.a. auch im Meeting in München, dass an dem Punkt, wo wir bzw. die Wirtschaft stehen, es äußerst schwer ist, eine ehrliche tiefgreifende Reflexion zuzulassen. Nicht grundlos habe ich in einem Artikel Frankenstein zu Wort kommen lassen – mit der Erkenntnis: Frankenstein hat seine Schöpfung im Stich gelassen.

Ob wir wollen oder nicht, die Veränderungen der Digitalisierung sind exponentiell. Wenn man die Digitalisierung nicht über die Digitalisierung hinaus im Blick hat, wie das konkrete Ergebnis der digitalen Transformation aussehen soll, welche Folgen das mit sich zieht, könnten Unternehmen, Politik und Gesellschaft eine böse Überraschung erleben.[5] Indset spricht sogar von der dringlichen Evolution des Menschen, ich von der kambrischen Explosion, um nicht von der technischen Revolution überrannt zu werden, und zum Homo obsuletus zu werden.[6]

Menschen wie Unternehmen stehen vor einer völlig neuen Ausgangssituation: Der Mensch und damit auch die Unternehmen stehen im direkten Wettbewerb mit Maschinen.[7] Sobald die Algorithmen besser sind als die Menschen, wird man sie nutzen und einsetzen – und der Mensch selbst verliert in diesem Prozess immer mehr an Verantwortung und auch Nutzbarkeit. Nach Indset werden wir zu Zombies – zu einer überflüssigen Spezies, ersetzt durch digitale Superintelligenz, wovon nur einige wenige profitieren.[8]

Ist ein Quantencomputer erst einmal einsetzbar – Google will noch in 2019 einen solchen präsentieren – dann wird es noch viel mehr als jemals zuvor in der Geschichte um „The winner takes it all“ gehen. Die Folgen können Sie sich ausmalen. All jene, die keine Quantencomputer entwickelt haben, werden das nachsehen finden. Das führt zu einer Algorithmokratie mit Digital-Dikatoren.[9] KI nutzen heißt Macht aufbauen, schrieb ich in meinem Artikel Texterstellung übernehmen immer öfter Maschinen – wie weit nutzen Sie bzw. Ihr Unternehmen diese Möglichkeit?!. Diese Auseinandersetzung mit KI-Texten mag auf den ersten Blick harmlos erscheinen, unbedeutend, eine Randerscheinung, aber bei tieferer Reflexion zeigt sich, dass die Folgen weitreichender sind als angenommen.

Nach Indset ist die Wirtschaft aktuell sogar die einzige systemische Kraft, die ökologisch, technisch und gesellschaftlich die Probleme lösen könnte. Warum, weil er meint, dass die Politik nicht mehr fähig ist die weitreichenden globalen Herausforderungen, seien es die ökologischen wie auch technologischen erfolgsversprechend zu lösen. Eine Stabilität in der Gesellschaft kann, seiner Meinung nach, nur über wirtschaftliche Parameter erfolgen.[10]

Dafür müssten aber die Unternehmen bzw. Führungskräfte deutlich mehr Reflexion, umfassenden Weitblick und Bewusstseinsarbeit einbringen. An dem Punkt hängt es jedoch, und zwar gewaltig: Unternehmen machen einen Financial Audit, aber keinen Self Audit, so analysiert es Indset [11] – was ich nur bejahen kann, mit einigen mich berührenden Ausnahmen, beispielsweise beim Meeting in München. Leider zeigt sich jedoch vermehrt, je höher Menschen in der Hierarchie aufsteigen, desto schlechter wird die Selbstwahrnehmung und damit verbunden die notwendige Bewusstseins- und Denkarbeit [12] – was ich insbesondere in der immer wiederkehrenden Auseinandersetzung mit Macht, Machtverschiebungen, Manger wollen die Welt retten, oder sich selbst, … zu analysieren suchte. Ich will mit meinen Reflexionen jedoch keine Urteile fällen, Schuldenböcke suchen, sondern Einsichten gewinnen und damit mehr Courage, mehr Handlungs- und Entscheidungsspielräume aufbauen, um sich den Problemen umfassender stellen zu können, und über den Tellerrand hinausgehende Lösungen zu finden.

Der neue Weg heißt: Quantenwirtschaft

Die Old Economy ist tot, aber die New Economy ist ebenso tot, so Indset. Die glorreichen Versprechen der 90er, alle profitieren vom Wirtschaftswachstum, kann und wird es nicht geben. Das verstehen zwar alle, aber niemand möchte sich limitieren.[13] Das wird auf einem endlichen Planeten so nicht funktionieren können. Es braucht einen neuen Weg. Auch mit dieser Aussage werden all jene, die bereits einige meiner Artikel gelesen haben, immer wieder in Kontakt gekommen sein. Indset wagt jedoch jetzt einen großen Schritt, den ich in dieser Art so noch nicht angedacht habe:

Vielen werden zustimmen, dass es kaum möglich sein wird, den Konsum einzuschränken. Vielmehr müsste man lernen neue Aspekte zu kapitalisieren: Werte, Verstand, Liebe, … Indset ist davon überzeugt, dass mit neuen Kapitalisierungsideen ganz neue Geschäftsmodelle entwickelt werden könnten, die nicht nur auf dem Materialismus und nicht auf dem reossourcenfressenden System beruhen.[14]

Das mag sich fürs erste heftig anhören, Werte, Liebe, … kapitalisieren. Aber das soll meinem Verständnis nach viel mehr dazu anregen, über den Tellerrand hinaus zu denken. Das was in der Wirtschaft noch viel zu wenig gemacht wird, und wenn, von einigen als BlaBla abgeurteilt wird. Ähnlich kopfschüttelnd mag es sich vielleicht verhalten mit der Aussage von Indset, dass demnächst Philosoph*innen auf den Gehaltslisten der Unternehmen stehen werden [15] – warum?

  • Philosoph*innen könnten bei Prozessen der Entscheidungsfindung, Handlungsempfehlungen unter Berücksichtigung der Folgen deutlich besser fällen, wozu rein wirtschaftlich ausgerichtetes Denken und Handeln nicht fähig ist, zumindest nicht aktuell. Das ist u.a. auch ein Grund, warum in unserem Meeting in München die These gefallen ist, Businessschools haben ausgedient.

  • Kritisches Denken, das Hinterfragen des Status Quo, Offenheit für Dialog und Verständnis dafür, dass man in Zeiten lebt, in denen man eine Kultur der Teilnahme kreieren und alle zusammenarbeiten müssen, sind alles Bereiche, in denen philosophisches Denken helfen kann – wie ich u.a. in meinem Artikel Silodenken verhindert relevante unternehmerische Innovationen zu veranschaulichen suchte.

  • Darüber hinaus unterstützt die Philosophie menschlich sinnvoll den Notfall, wenn Menschen in hoher Zahl im eigenen System durch die Digitalisierung obsolet werden. Dann kann Philosophie lindern, helfen etwas ganz Neues zu entwickeln, und an den Herausforderungen zu wachsen.[16]

Doch dafür braucht es die Einsicht der Wirtschaft, Wissensbrücken zwischen Wirtschaft und Bewusstseinsarbeit, zwischen Wirtschaft und Philosophie, zwischen Wirtschaft und Soziologie, Psychologie, zu NGOs, zu Quantenphysik, … aufzubauen.[17] Ich versuche selbst diese Wissensbrücken zu entwickeln, was aber in der Realität nicht so leicht umzusetzen ist, weil doch viele in ihren eigenen Wissensgebieten verharren, und Andersdenkende mit deren Thesen und Lebensansichten aburteilen. Selbst zwischen einzelnen Abteilungen in einem einzigen Unternehmen sind silohafte, enge, eingegrenzte Denkweise zu beobachten.

Man neigt dazu, Informationen selektiv herauszupicken, nämlich jene, die die eigenen Überzeugungen bzw. die Überzeugungen der Gruppe stützen. Widersprechende Informationen nimmt man dagegen nicht wahr, oder redet sie klein.[18]

Resümee

Auseinandersetzung ist das Stichwort – von Indset und ebenso meines. Indset möchte, dass sich die Menschen mit sich selbst und den bevorstehenden existentiellen Herausforderungen eingehend beschäftigen. Dabei geht es ihm nicht um das Format per se, sondern was die Menschen fühlen. Sein Ziel ist es, dass jeder Einzelne nach einem Vortrag von ihm, die außergewöhnlich, schräg, Adrenalin puschend scheinen, zutiefst betroffen rausgehen und die Welt verändern wollen.[19]

Meine Art der Auseinandersetzung mit ungern angesprochenen Herausforderungen ist hingegen eine stillere Art – mit Ausnahme meiner Key-Notes. Für einige sind schwierige Themen leichter zu nehmen, wenn man zurückgezogen mit Texten, die man ungesehen von anderen, zeitlich dann, wenn es passt, auf sich wirken lassen kann, … Was nicht heißt, dass in Folge ein Gespräch mit anderen nicht notwendig ist – das ist es auf jeden Fall. Aber das folgt zuweilen erst dann, wenn man manche Denkschleifen für sich alleine, rational wie auch emotional, durchgespielt hat.

Dahingehend finde ich es auch sehr unterstützend im kleinen Kreis, in gemütlicher Atmosphäre, thematisch offen für alles, was gerade drückt und angesprochen werden will, frei aus der Leber heraus, … Gespräche zu führen – beispielsweise wie das Meeting in München. In Gruppen wie auch Workshops versuche ich dahingehend zu moderieren, losgelöst von dem was die einzelnen für eine Rolle im Unternehmen innehaben, das persönliche Wirken über den Tellerrand hinaus zu betrachten. Das fördert auf Augenhöhe weitreichendere, insbesondere empathische Einsichten, kreativere Lösungsansätze und ebenso die Courage wie auch das notwendige Vertrauen, sich mehr einzusetzen wie auch einzubringen.

Wir müssen in die Persönlichkeitsentwicklung der Führungskräfte stark investieren. Die Notwendigkeit der eigenen Weiterentwicklung muss aber von den Betroffenen selbst realisiert werden. Sie kann nicht verordnet werden.[20]

Dieser Aussage von Martin Sassenroth als Kommentar zu meinem Artikel, Agile Prinzipien sind zum Scheitern verurteilt, stimme ich voll und ganz zu. Und genau deshalb ist es so schwer, Veränderungen dort zu bewegen, dort überhaupt einmal als notwendig zu erachten, wo Veränderungen weh tun – weil genau an dem Punkt, mit der Betroffenheit man Veränderungen kritisch und in Folge negierend gegenübersteht. Und genau deshalb wäre es notwendig, mehr Bewusstseinsbildung, mehr Reflexionsräume, mehr fachübergreifende Inspiration als Vertrauensaufbau und Stärkung für anstehende Veränderungen anzubieten – vertraulich, auf Augenhöhe, couragiert sensibel, verspielt geistreich – wie beispielsweise mit dem anregenden und gleichzeitig erkenntnisreichen mind-set-play. In einem Spiel kann man losgelöst von seiner Rolle und Position und dem Druck, der damit verbunden ist, frei experimentieren, ohne das dabei bereits real etwas passiert. Das kann ungemein hilfreich sein in der Analyse für Probleme und mögliche Lösungswege.

Ihr Günther Wagner

 

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Informationsquellen:

[1] https://www.swissleaders.org/anders-indset-ueber-fuehrer-des-wandels-und-maximierer-von-mitgefuehl/. Am 2019-07-16 gelesen.
[2] Harari, Yuval Noah: 21 Lektionen für das 21. Jahrhundert. Verlag C.H.Beck oHG, München: 2018.
[3] https://themavorarlberg.at/gesellschaft/ein-leben-zwei-worte-tu-etwas. Am 2019-07-16 gelesen.
[4] https://www.trendingtopics.at/anders-indset-interview/. Am 2019-07-16 gelesen.
[5] https://newmanagement.haufe.de/strategie/anders-indset-suche-nach-einem-neuen-wirtschaftsuniversum. Am 2019-07-16 gelesen.
[6] https://www.change-magazin.de/de/anders-indset-interview/. Am 2019-07-16 gelesen.
[7] https://www.change-magazin.de/de/anders-indset-interview/. Am 2019-07-16 gelesen.
[8] https://www.trendingtopics.at/anders-indset-interview/. Am 2019-07-16 gelesen.
[9] https://www.derbrutkasten.com/anders-indset-quantencomputer/. Am 2019-07-16 gelesen.
[10] https://newmanagement.haufe.de/strategie/anders-indset-suche-nach-einem-neuen-wirtschaftsuniversum. Am 2019-07-16 gelesen.
[11] https://newmanagement.haufe.de/strategie/anders-indset-suche-nach-einem-neuen-wirtschaftsuniversum. Am 2019-07-16 gelesen.
[12] https://newmanagement.haufe.de/strategie/anders-indset-suche-nach-einem-neuen-wirtschaftsuniversum. Am 2019-07-16 gelesen.
[13] https://newmanagement.haufe.de/strategie/anders-indset-suche-nach-einem-neuen-wirtschaftsuniversum. Am 2019-07-16 gelesen.
[14] https://newmanagement.haufe.de/strategie/anders-indset-suche-nach-einem-neuen-wirtschaftsuniversum. Am 2019-07-16 gelesen.
[15] https://www.swissleaders.org/anders-indset-ueber-fuehrer-des-wandels-und-maximierer-von-mitgefuehl/. Am 2019-07-16 gelesen.
[16] https://www.swissleaders.org/anders-indset-ueber-fuehrer-des-wandels-und-maximierer-von-mitgefuehl/. Am 2019-07-16 gelesen.
[17] https://www.trendingtopics.at/anders-indset-interview/. Am 2019-07-16 gelesen.
[18] https://www.psychologie-heute.de/gesellschaft/39375-mythen-der-kuechenpsychologie.html. Am 2018-10-02 gelesen.
[19] https://www.trendingtopics.at/anders-indset-interview/. Am 2019-07-16 gelesen.
[20] https://www.linkedin.com/pulse/agile-prinzipien-sind-zum-scheitern-verurteilt-günther-wagner/.

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